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Wellenenergie, Schwung für\'s Depot, oder ein langer Weg. [Thread-Nr: 1086180] ( Seite 37)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 28.09.07 22:45:02
von
neuster Beitrag 10.03.12 19:50:59
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Ocean Power Tech

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schrieb am 18.11.11 17:57:07
Beitrag Nr.361 
(42.370.798)
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18.11.2011
Bürger sollten zum Netzausbau gehört werden

Stromnetze: Der rasche Zubau von Windkraft- und Photovoltaik-anlagen erfordert ein Umsteuern: Entweder der Netzausbau wird drastisch forciert und ein Anreiz zur Stromspeicherung geschaffen oder Zwangsabschaltungen von Windrädern und Solarparks werden Alltag. Auf dem Energiekonvent in Leipzig stand im Mittelpunkt, wie mit Protesten gegen immer neue Höchstspannungsleitungen künftig umgegangen werden sollte.

VDI nachrichten, Leipzig. 18. 11. 11, swe

4200 MW Leistung aus Wind, Sonne und Biomasse sind im Netzgebiet der Enviam, eines Gemeinschaftsunternehmens der RWE und ostdeutscher Kommunen, heute installiert. Nach Berechnungen des Chemnitzer Unternehmens werden es im Raum südlich von Berlin, dem Erzgebirge und Magdeburg bis 2020 mindestens 10 000 MW sein.

Was eigentlich für die Region eine Vorreiterrolle in ganz Europa ausmacht, bereitet zunehmend Probleme: Der Schwachlastbedarf im Netzgebiet liegt bei nur 1800 MW. Es gibt also Zeiten, in denen das Stromangebot allein aus erneuerbaren Quellen bereits bei bis zum Dreifachen des regionalen Verbrauches liegt. Als Speicher stehen nur die Pumpspeicherwerke in Thüringen und Sachsen mit ca. 20 GWh Kapazität zur Verfügung. "Unser Versorgungsnetz ist heute ein Entsorgungsnetz geworden", sagt Enviam-Vorstand Karl-Heinz Giesting.

Doch obwohl die Chemnitzer jedes Jahr 90 Mio. € in den Ausbau des Verteilnetzes investieren, reicht auch das von 50Hertz Transmission betriebene Höchstspannungsnetz in der Region für den Abtransport der eingespeisten Strommengen nicht mehr aus. Projekte, die mit neuen 380-kV-Leitungen durch den Thüringer Wald den Überschuss in den energiehungrigen Süden Deutschlands leiten sollen, treffen auf trotzigen Widerstand in den betroffenen Gemeinden. Angst vor Elektrosmog, entwertete Grundstücke und verschandelte Natur führen die Bürgerinitiativen ins Feld.

Vor diesem gordischen Knoten würde Heiner Geißler wohl nicht kapitulieren. Nach den Erfahrungen aus den Auseinandersetzungen um den Stuttgarter Bahnhofsumbau empfahl er auf dem Energiekonvent der Enviam in Leipzig, frühzeitig und konsequent Bürger einzubeziehen, "und zwar auf Augenhöhe, mit einer offenen, ehrlichen Diskussion über belegbare Fakten".

Das geltende Planungsrecht sehe zwar die Anhörung vor, sei jedoch in der Realität eher eine Farce, weil die Bürger dort kaum echte Chancen hätten und letztlich per Verwaltungsakt von der Behörde entschieden werde. "Das heutige Planfeststellungsverfahren ist aber nicht nur bürger-, sondern auch innovationsfeindlich", so Geißler weiter. So verhindere die fehlende Flexibilität, dass neue Erkenntnisse in späteren Phasen einfließen könnten. Am Ende müsse bei allen strittigen Projekten der Bürgerentscheid stehen, so Geißler, der in Deutschland keine generelle Verweigerungsmentalität erkennen mag.

Beifall erhält der ehemalige CDU-Generalsekretär von Petra Enders, Bürgermeisterin in Großbreitenbach (Thüringen), einer der Protestgemeinden. Im Fall der 380-kV-Leitung habe eine echte Bürgerbeteiligung nicht stattgefunden. Die Leute fühlten sich ausgegrenzt und durch den Projektverantwortlichen 50Hertz auch hinsichtlich der Notwendigkeit für die Trasse nicht wahrheitsgemäß informiert.

"Wir brauchen eine dezentrale Energieerzeugung, die Netze müssen nicht neu, sondern nach neuester Technologie umgebaut werden", so die Politikerin, die für Die Linke im thüringischen Landtag sitzt. Doch an Hochtemperaturseilen, durch die vorhandene Fernleitungen deutlich leistungsfähiger und zahlreiche Neubauten wie die Südthüringen-Franken-Leitung überflüssig würden, oder an Gleichstromtechnik habe die Netzgesellschaft kein Interesse.

Frank Golletz, zuständiger Projektleiter bei 50Hertz, bestreitet das. Es habe zwei ausführliche Anhörungen im Landtag mit Bürgerbeteiligung gegeben, von dem von der Bürgerinitiative benannten italienischen Anbieter von Hochtemperaturkabeln habe man ein Angebot eingeholt. Doch habe sich herausgestellt, dass diese Firma nur die Kabel liefern könne, die Systemeinbindung sei unklar. Bisher gebe es nur Pilotversuche mit dieser Technik und keine kommerziellen Systemanbieter. Zudem seien die Übertragungsverluste deutlich höher.

"Wir haben bei den Informationen für ein solches Projekt immer auch eine Bringschuld, aber wir müssen es auch erst im Prozess lernen, die Bürger einzubeziehen", sagte Enviam-Chef Giesting. Der Aufwand sei zwar hoch, letztendlich aber geringer, als wenn Proteste ein Projekt immer wieder verzögern. Er sieht Veränderungsbedarf in der Politik: "Die Energiewende wurde von der Bundesregierung beschlossen. Sie hat aber den Bürgern nicht gesagt, was es kosten wird, und sie lässt die Energieversorger bei der Lösung von Problemen um den Netzausbau weitgehend allein."

Geißlers Grundthese, die letzte Entscheidung nach dem öffentlichen Diskurs dem betroffenen Bürger zu überlassen, fand allerdings nicht überall Zustimmung. "Man kann den Ausbau der Netze nicht mit Stuttgart 21 gleichsetzen", sagte Harald Schwarz, Professor für Energieverteilung an der BTU Cottbus. Die Situation in den Netzen sei derart angespannt, dass man - anders als beim Bahnhofsprojekt - sofortige Lösungen benötige und ein Scheitern fatale Folgen hätte. "Das ist, um im Bild zu bleiben, doch so, als ob wir heute schon die im Vergleich zur Durchlässigkeit dreifache Zahl der Züge am Rollen haben und jetzt mit offenem Ausgang darüber diskutieren wollen, ob wir in zehn Jahren die Kapazität um 30 % vergrößern", so der Energiewissenschaftler. Dabei sei dann längst die sechsfache Menge unterwegs. M. SCHULZE
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schrieb am 26.11.11 09:36:18
Beitrag Nr.362 
(42.402.548)
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Antwort auf Beitrag Nr.: 42.370.798 von teecee1 am 18.11.11 17:57:07Wärmemarkt vor ungewisser Zukunft

Heiztechnik: Der Wärmemarkt in Deutschland, Heizung und Brauchwasser, steht angesichts der beschlossenen Energiewende vor umfassenden Strukturveränderungen. Der Wärmebedarf im Neubausektor sinkt. Die Sanierung im Bestand schreitet voran. Gleichzeitig steigt die Effizienz der Heiztechnik. Strom und Wärme wachsen zusammen.

VDI nachrichten, Hamburg, 25. 11. 11, rok

"Die Energiewende hat ein Vermittlungsproblem", konstatierte Franzjosef Schafhausen vom Bundesumweltministerium vergangene Woche auf dem EID-Wärme-Forum in Hamburg. Der Kenntnisstand über physikalische und ökonomische Zusammenhänge sei sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik generell gering bis sehr gering. Gleichzeitig würden die Diskussionen über die künftige Energieversorgung sehr emotional geführt. Die Physik und Naturgesetze blieben dabei auch schon mal auf der Strecke.

"Viele reden über Energie, meinen aber Strom", erklärte der Ministerialdirigent. Doch mache dieser Sektor nur 30 % am Gesamtenergieverbrauch aus. Größter Verbrauchsposten mit 40 % sei hingegen die Wärme - noch weit vor dem Verkehr mit 20 % Anteil. Dies berücksichtigt auch das Energiekonzept der Bundesregierung. Die Gebäudesanierungsrate soll auf 2 % verdoppelt werden, der Wärmebedarf bis 2020 um 20 % und der Primärenergiebedarf bis 2050 gar um 80 % reduziert werden. Neubauten sollen schon ab 2020 "klimaneutral" sein, der Gebäudebestand bis 2050 dann ebenfalls "nahezu klimaneutral".

Der Wärmemarkt ist geprägt von zwei Strukturveränderungen: der Substitution von Kohle durch Heizöl in den 60er-Jahren und von Heizöl durch Gas in den 80er-Jahren, erläuterte Gerd Deisenhofer, Vorsitzender der Uniti, dem Bundesverband des mittelständischen Mineralölhandels. Bei einem gleich bleibenden Bestand von etwa 6 Mio. Ölheizungen habe sich der Heizölabsatz in den vergangenen 20 Jahren fast halbiert. ... :rolleyes: ... und Strom ab dem Jahr 2020 Nachtspeicherheizung im Fußboden integriert & Klimaanlagen(Kältekammern)

Heute nun stünde der Wärmemarkt wiederum vor einem umfassenden Strukturwandel. Der Energiemix aus Öl, Gas, Holz, Solarthermie und Strom werde umfassender. Produkte würden kombiniert. "Effizienzsteigerungen und Rückgang der fossilen Energieträger sind die Folge", so Deisenhofer. Er mahnte mit Blick auf die Energiewende Technologieoffenheit und Ideologiefreiheit an. Fragen zur Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit würden nicht offen diskutiert. Experten sagten bereits eine Verdoppelung der Energiekosten für Haushalte durch den Klimaschutz voraus. Demnach könnten die Energieausgaben im Jahr 2030 mindestens 15 % des Einkommens betragen.

"Der Wärmemarkt ist heute gesetz- und umweltgetrieben", bemängelt der Uniti-Vorsitzende Deisenhofer. Gerade im Altbau sei ein völlig neuer Denkansatz notwendig. "Ordnungsrechtliche Vorgaben im Gebäudebestand werden nicht zum Ziel führen." Statt Bevormundung sollten Investoren über ein Bonussystem für energetische Sanierung belohnt werden.

Die Bedeutung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt bekommt eine neue Dimension, wenn man die Zwänge der Stadtwerke betrachtet, die lokale Energieversorgung zu optimieren, um den Ausbau von Stromübertragungsnetzen zu verzögern oder zu vermeiden. Denn hier nehmen die Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmespeicher eine zentrale Rolle in einem Querverbund ein, wie Gerhard Weissmüller, Vorstand der TWL (Technische Werke Ludwigshafen), aufzeigte. Letztlich gehe es um einen weitgehenden Ausgleich zwischen Energieerzeugung und Energiebedarf durch lokale Optimierung.

"Wir gehen von einem mengengetriebenen Markt in einen Flexibilitätsmarkt", betonte Weissmüller. Aus überschüssigem Wind- oder Solarstrom erzeugter Wasserstoff könne bis zu 50 % ins lokale Gasverteilnetz eingespeist und bei Bedarf dann in Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden. Dafür seien große Wärmespeicher notwendig. Ziel sei ein im Querverbund optimiertes Stadtwerk mit Parallelbetrieb von dezentralen Energieerzeugungsanlagen mit Strom-, Gas-, und Wärmenetzen.

Saisonale Wärmespeicher nehmen für solare Nah- und Fernwärmesysteme eine bedeutende Rolle ein, hob auch Dirk Mangold hervor. Der Leiter von Solites (dem Steinbeis Forschungsinstitut für solare und zukunftsfähige thermische Energiesysteme) belegte an Hand von Praxisbeispielen, dass so bis zu 50 % des Wärmebedarfs abgedeckt werden könnten. Er räumte aber auch ein, dass Verdrängung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Abwärme durch die Solarthermie sowohl aus Wirtschaftlichkeits- als auch aus Umweltschutzgründen nicht zu empfehlen sei.

Vergleichsweise große Wärmespeicher sind auch wichtig für das Schwarmstrom-Konzept von Lichtblick, wie Vorstand Gero Lücking berichtete. "Sie erlauben es, den Wärmebedarf des Kunden und die Wärme-/Stromerzeugung zeitlich zu entkoppeln." Die bei den Kunden eingesetzten Blockheizkraftwerke von VW mit 20 kW elektrischer und 34 kW thermischer Leistung werden typisch mit drei Speichern je 800 l oder zwei je 1000 l betrieben. "Je mehr Speichervolumen, desto mehr Flexibilität."

"Der Kraftwerkspark der Zukunft muss flexibel auf die erneuerbaren Energien abgestimmt sein", unterstrich Lücking. Die VW-Anlagen seien in weniger als einer Minute auf Nennleistung. Derzeit seien bereits 280 Anlagen in Betrieb. Knapp 400 sollen es Ende 2011 sein. Ziel ist ein "Schwarm" von 100 000 Geräten. ROBERT DONNERBAUER
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schrieb am 01.12.11 18:59:04
Beitrag Nr.363 
(42.427.071)
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01.12.2011 12:20
Technology Review

Rückenwind für Meeresenergie

Nach vielen Jahren des Testens und einigen Rückschlägen scheint jetzt die Zeit reif für die kommerzielle Nutzung von Wellen- und Gezeitenenergie. "Ein Drittel des heutigen Strombedarfs in Europa“ könnte mit Hilfe von Wellen- und Gezeitenströmungstechnologie gedeckt werden", sagte Meeresenergieexperte Jochen Bard vom Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES). Am meisten Energie liefern dabei die Wellen – in Europa liegt deren Potenzial bei jährlich 1000 Terrawattstunden und ist damit um ein Zehnfaches höher als das der Gezeitenströmung, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
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Über Jahrzehnte hinweg galt dieses Potenzial zwar als sehr interessant, aber technisch nicht zu beherrschen. Mittlerweile wollen immer mehr Energieversorger und Konzerne davon profitieren – viele konzentrieren sich dabei zunächst allerdings auf die einfach zu beherrschende Gezeitenenergie. So hat Siemens Anfang November angekündigt, seine Beteiligung an Marine Current Turbines (MCT), einem britischen Hersteller von Gezeitenströmungstechnik, auf 45 Prozent zu erhöhen. Erst im Februar war der Konzern mit knapp 10 Prozent bei MCT eingestiegen, da sich das Unternehmen laut Siemens mittlerweile vom Pionier zum Technologieführer gemausert habe.

Mit einem derart finanzstarken Partner hat der MCT nun Rückendeckung für zwei geplante Gezeitenkraftwerke auf Basis der sogenannten SeaGen-Technologie: Hierbei handelt es sich grob vereinfacht um eine "Windturbine unter Wasser", beziehungsweise um eine turmartige Stahlkonstruktion mit Doppelrotor. Die beiden Propeller sitzen auf einem Träger und werden vom Wasserstrom, verursacht durch die Gezeiten, angetrieben.

Bei dem Vorhaben "Kyle Rhea" will MCT SeaGens mit insgesamt 10 MW Leistung in ein strömungsstarkes Gebiet zwischen der Isle of Skye und der Westküste Schottlands platzieren. Im Projekt „The Skerries“ will die Technikschmiede ebenfalls 10 MW vor der Nordwestküste der walisischen Insel Anglesey realisieren. Für beide Projekte hat die britische Liegenschaftsverwaltung "The Crown Estate" – auch zuständig für die Flächenausweisung auf dem Meer – jetzt grünes Licht gegeben, sodass die Projekte voraussichtlich 2014 beziehungsweise 2015 umgesetzt werden können, teilte MCT gegenüber Technology Review mit. Im kommenden Jahr müsse jedoch zunächst die Finanzierung sichergestellt werden. Darüber hinaus hat der Hersteller die Genehmigung erhalten, ein SeaGen-Kraftwerk mit einer Leistung von knapp 100 MW bei Brough Ness an der Südspitze der schottischen Orkney-Inseln zu bauen.

Andere Unternehmen wie die irische OpenHydro sind MCT jedoch bereits auf den Fersen: Mit ihrer Gezeitenströmungsanlage verfolgen sie Pläne in ähnlicher Größenordnung. Die ringförmige Turbine, die das Unternehmen im kanadischen Testfeld in der Bay of Fundy testet, hat inklusive des Fundaments, mit dem sie auf dem Meeresboden fixiert wird, einen Durchmesser von 16 Metern und besteht aus einem Permanentmagnet-Generator mit einem Rotor, der in der Mitte offen ist. Auch OpenHydro plant zurzeit sein erstes großes Gezeitenkraftwerk – und zwar vor der Küste von Paimpol-Bréhat an der Küste der Bretagne. Gemeinsam mit dem französischen Energiekonzern EDF will der Hersteller hier im kommenden Jahr vier seiner Turbinen mit einer Leistung von jeweils 2 MW errichten.

Mehr in TR Online:

[urlMorgendämmerung der Meeresenergie]http://www.heise.de/tr/artikel/Morgendaemmerung-in-der-Meeresenergie-1387741[/url].html

(Tanja Ellinghaus) / (wst)

US-amerikanische Department of Energy (DoE)
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schrieb am 17.01.12 20:32:15
Beitrag Nr.364 
(42.607.089)
Antwort
Zitat
Verbot von Nachtspeicherheizungen kommt 2019

Veröffentlicht: 16.01.2012 Kategorie: Energie


Ein Austausch der Nacht-
speicherheizungen rechnet sich
schon nach wenigen Jahren.


Das Ende der Nachtspeicherheizung ist besiegelt. Bereits im Jahr 2007 wurde eine entsprechende Verordnung verabschiedet. Doch auch wenn die Gerätehersteller auf die Austauschpflicht der Heizsysteme verweisen, müssen sich die betroffenen Verbraucher nicht verunsichern lassen: Das Verbot von Nachtspeicherheizungen tritt erst 2019 in Kraft. Außerdem sind nicht alle Hausbesitzer dazu verpflichtet, die Nachtspeicheröfen aufgrund der Energiesparverordnung auszutauschen, erklärt Alexander Sperr von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung. Jedoch raten Experten zum baldigen Handeln, um bei der Wärmeversorgung Geld zu sparen.

Ausnahmeregelungen bei Austausch

Die neue Energieverordnung sieht vor, dass alle Geräte ausgetauscht werden müssen, die 30 Jahre oder älter sind, in Wohngebäuden installiert sind, die vor 1994 errichtet wurden und mit mindestens sechs Wohneinheiten ausgestattet sind, berichtet Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Eine Ausnahmeregelung gelte für Nachtspeicherheizungen, die nach 1990 eingebaut wurden: Ein Austausch sei hier erst nach 30 Jahren verpflichtend. Keine Verpflichtung gebe es hingegen für die Besitzer von Ein- oder Zweifamilienhäusern.

Negative Energiebilanz und Asbestrisiko

In den 70er Jahren wurden viele deutsche Wohneinheiten mit Nachtspeicheröfen ausgerüstet. Die Funktionsweise sollte umweltfreundlich und fortschrittlich sein: Das Heizsystem wurde in der Nacht mit Strom aufgeladen und die gespeicherte Wärme am Tag abgegeben. Dadurch sollten die Kraftwerke besser ausgelastet werden. Doch die Energie- und Umweltbilanz viel negativ aus. Zudem sollen verschiedene, vor 1984 installierte Geräte von Asbest belastet sein. Bereits durch einen Stoß gegen solche Geräte könnten Fasern des gesundheitsschädigenden Materials ins Zimmer gelangen, erklärt Hans-Ulrich Raithel vom Münchener Umweltinstitut. Über die Gerätenummer könnten Verbraucher bei einem Elektriker herausfinden, ob ein Asbestrisiko in ihrem Fall besteht. Ein Austausch der Heizung sollte hier so schnell wie möglich erfolgen. Sollte sich der Vermieter gegen die Maßnahme wehren, könnten betroffene Mieter das Gesundheitsamt einschalten.

Alternative Heizsysteme sind wirtschaftlicher

Stolte erklärt, dass sich ein Austausch der Nachtspeicherheizung meist schon nach wenigen Jahren auszahle, da Strom als hochwertiger Energieträger sehr kostspielig für das direkte Heizen sei. Bei der Wahl des neuen Heizsystems sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. So sollten nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Kosten für den Verbrauch, für Reparaturen, Wartung und Pflege beachtet werden. Stolte empfiehlt als Alternativen zum Nachtspeichersystem insbesondere Öl- und Gas-Brennwertgeräte, Wärmepumpen oder auch Holzpelletheizungen. Als weitere Maßnahme, um energieeffizient aufzurüsten, könne auch ein Energieexperte für die energetische Gebäudesanierung herangezogen werden.

Mit Material von dpa
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schrieb am 17.01.12 20:44:20
Beitrag Nr.365 
(42.607.152)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.607.089 von teecee1 am 17.01.12 20:32:15Auslaufmodell Nachtspeicherheizung
dpa/tmn | 16.01.2012
Bild: Hände halten Modellhaus

Berlin/München - Besonders Wohnungen, die in den 70er Jahren gebaut wurden, sind in Deutschland häufig mit einer Nachtspeicherheizung ausgerüstet worden. Nachts wird die Heizung mit Strom aufgeladen und tagsüber gibt sie die gespeicherte Wärme ab. Vor vierzig Jahren galt diese Technik als zukunftsweisend und umweltfreundlich. Sie wurde sogar vom Staat gefördert, damit Kraftwerke, die nachts nicht mal eben heruntergefahren werden konnten, gleichmäßiger ausgelastet wurden. Heute weiß man es besser: Die Nachtspeicherheizung hat keine Zukunft mehr. ... :rolleyes: ... in zehn weiß man nicht mehr warum... :p

Das Ende der Geräte ist schon seit 2007 besiegelt - und viele Gerätehersteller werben mit Zwang zum baldigen Wechsel. Doch "bald" ist erst im Jahr 2019, wenn die entsprechende Verordnung greift. Und viele müssen sich zudem keine Sorgen machen: "Denn nicht jeder Hausbesitzer ist zum Austausch von Nachtspeicheröfen durch die Energieeinsparverordnung verpflichtet", sagt Alexander Sperr von der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung in Berlin.

Besitzer von Einfamilienhäusern haben die Wahl

Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Berlin, erläutert: "In der Regel müssen Nachtspeicherheizungen, die 30 Jahre und älter sind, in allen älteren Wohngebäuden, errichtet vor 1994, mit sechs und mehr Wohneinheiten bis 2019 ausgetauscht werden." Ausnahmen gelten für Geräte, die nach 1990 eingebaut wurden. Diese Geräte müssen erst 30 Jahre nach Einbau ausgetauscht werden. Für Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern gibt es keine Verpflichtung.

Schlechte Umweltbilanz, Asbestrisiko

Der Grund für das Ende war die negative Umwelt- und Energiebilanz. Auch war das positive Image von Nachtspeicherheizungen schon bald angekratzt - verschiedene alte Geräte, die vor 1984 gebaut wurden, sollen mit Asbest belastet gewesen sein. Durch einen Stoß gegen das Gerät könnten Asbestfasern ins Zimmer entweichen, erläutert Hans Ulrich-Raithel vom Umweltinstitut in München. Er rät: Über die Nummer am Gerät könne ein Elektriker herausfinden, ob es ein Asbestrisiko gibt.

Solche Heizungen sollten möglichst rasch ausgetauscht werden. "Mieter sollten hierüber mit ihrem Vermieter sprechen", empfiehlt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Weigere der Vermieter sich, die Heizung auszutauschen, sollte sich der Mieter an das Gesundheitsamt wenden.

Passende neue Heizung finden

Welche Heizungstechnik der passende Nachfolger einer Nachspeicherheizung ist, finde man durch einen Vergleich aller Kosten heraus, erläutert die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Dabei müssten neben den Anschaffungskosten auch die Kosten für Wartung, Reparaturen und Pflege sowie die Verbrauchskosten berücksichtigt werden.

Wer seinen Nachtspeicherofen mit einer elektrisch betriebenen Direktheizung austauschen will, sollte auch auf seinen Stromtarif schauen. Die Strahlungs- oder Infrarotheizung werde in der Regel mit dem teureren Tagstrom versorgt. Auch der bauliche Zustand des Gebäudes sowie der davon abhängige Wärmeverlust seien Größen, die bei der Berechnung des künftigen Energieverbrauchs eine Rolle spielen.

Austausch ist meist wirtschaftlich lukrativ

Grundsätzlich lohne sich diese Investition aber: "Der Austausch einer Nachtspeicherheizung ist meist sehr wirtschaftlich, da Strom ein hochwertiger Energieträger ist, der zum direkten Heizen teuer ist", erläutert Energieexperte Christian Stolte. Als Alternativen zu Nachtspeicherheizungen kommen seiner Meinung nach vor allem Öl- oder Gas-Brennwertgeräte, Holzpelletheizungen oder Wärmepumpen in Betracht. Der Austausch des Heizsystems rechnet sich meist schon nach wenigen Jahren. Ob gegebenenfalls gleich weitere Maßnahmen, zum Beispiel an der Gebäudehülle, sinnvoll sind, sollte am besten mit einem Energieberater besprochen werden.
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schrieb am 10.03.12 19:50:59
Beitrag Nr.366 
(42.882.711)
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09.03.2012
„Erster Unterwasserturbinen- Park der Welt“

Meeresenergie: Zufriedene Gesichter von Technikern und Wissenschaftlern an der bretonischen Küste des Ärmelkanals – eine Unterwasserturbine zur Stromproduktion lief monatelang „in stärkster Strömung“ erfolgreich.

VDI nachrichten, Paris, 9. 3. 12, swe

Die Unterwasserspezialisten des Projektführers Electricité de France (EDF) reiben sich die Hände: Im nächsten Herbst soll der Prototyp einer Unterwasserturbine (Durchmesser: 16 m, Gewicht: 1000 t) in 30 m bis 40 m Meerestiefe verankert werden und eine Stromleistung von 2 MW liefern. Den getesteten Maschinen sollen drei weitere Turbinen mit einer Einzelleistung von 500 KW folgen. Sie bilden dann ab 2013 nach EDF-Angaben den „ersten Unterwasserturbinen-Park der Welt“.

Paris erhofft sich eine herausragende Stellung in der Stromgewinnung aus dem Atlantik, Mittelmeer und dem Ärmelkanal. Die Briten gelten als Konkurrenten, weil der Turbinenbau dort weit fortgeschritten ist. Der EDF-Konzern rechnet damit, an der gesamten nationalen Stromproduktion einen Anteil von 3 % bis 4 % erreichen zu können.

Es ist Frankreichs erster Versuch mit einer Unterwasserturbine in den Ärmelkanalgewässern um die Insel Bréhat im nördlichen Département Côtes-d''Armor. Die Insel liegt in der malerischen Bucht des Seebades Paimpol. Am 22. Oktober wurde das Gerät in 4 h auf 30 m tiefen Meeresboden gesetzt.

Projektingenieure stellten Fischern, Touristikmanagern, Umweltorganisationen und lokalen Körperschaften das Ergebnis vor. Die Gäste von EDF sollen nach einem Bericht der bretonischen Tageszeitung „Le Télégramme“ auf die Präsentation der Testresultate „verhalten optimistisch“ reagiert haben.

Im Blickpunkt der Tester stand der Einfluss der starken Strömung in diesem Meeresabschnitt nördlich der Kleinstadt Saint-Brieuc auf den Turbinenantrieb, weiter ihre elektrische Leistungskraft, die Energieproduktion (sie würde bei einer Leistung von 2 MW über 5000 Haushalte versorgen) sowie das Verhalten der Fischschwärme.

Die von der Brester Werft DCNS gebaute Turbine wurde jetzt gehoben und nach Brest transportiert, wo vor allem der Materialverschleiß untersucht werden soll. Im Sommer kehrt sie an ihren Standplatz zurück. Im Herbst werde sie, so EF, „definitiv“ auf dem Meeresboden verankert. Danach wird ein gelbes, 11,4 cm dickes und 16 km langes Stromkabel zum Teil unter Gestein und Sand verlegt. Welche Ortschaften zuerst Meeresstrom erhalten ist noch nicht entschieden.

Die Region Bretagne ist an der Nutzung der starken Strömung vor ihren Küsten brennend interessiert. Sie erwartet von dem 40-Mio.-€-Projekt des EDF-Versorgers einen Schub für die eigene industrielle Entwicklung und eine Sicherung des Strombedarfs.

In den eiskalten Wintermonaten mussten die Bretonen wegen des exzessiven Verbrauchs einen täglichen Stromausfall befürchten. Frühere Pläne der Regierung, in der Region einen Atomreaktor zu bauen, um den Elektrizitätstransport über Starkstromleitungen auf weiten Strecken einzuschränken, scheiterten am entschlossenen Widerstand der Bewohner und Umweltgruppen gegen die Kernkraft. LUTZ HERMANN

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