Beitrag hineinstellen, hineinkopieren,
hineinbringen, hineintun, reinkopieren, reinstellen, reintun,
(r)einbringen, einsetzen, blos nicht selber schreiben,
das können andere viel besser ...

(das Napoleon Prinzip)
Umwelt
Grüner Wahnsinn mit erneuerbaren Energien
16.04.2008 Franz Rother, Wolfgang Kempkens, Susanne Kutter, Jürgen
Rees, Martin Seiwert, Steffi Augter (Berlin), Silke Wettach
(Brüssel), Alexander Busch (São Paulo), Matthias Kamp (Peking) 6
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Die Begeisterung für die erneuerbaren Energien hat sich abgekühlt:
Biosprit schadet dem Klima mehr, als er ihm hilft; Wind- und
Sonnenkraftwerke liefern zu wenig und viel zu teuren Strom.
Notwendig ist eine Generalrevision der Umweltpolitik – die
Techniken und Konzepte für die neue Biovernunft stehen bereit.
Bild vergrößern Windkraft erzeugt erneuerbare Energien REUTERS
Neuerdings befällt Claus Sauter, Chef des Leipziger
Biokraftstoff-Konzerns Verbio, Schwermut beim Anblick seiner
Biospritfabrik im brandenburgischen Schwedt. 60 Millionen Euro hat
der Bau der Anlage Ende 2004 verschlungen, knapp 14 Millionen davon
hat das Land Brandenburg damals zugeschossen. 700.000 Tonnen
Getreide sollten auf dem weitläufigen Gelände im Gewerbepark an der
Passower Chaussee eigentlich jährlich zu Ethanol vergoren werden.
„Pack die Sonne in den Tank“, hieß ein Werbespruch, mit der Verbio
Autofahrer für den Kraftstoff vom Acker zu begeistern suchte. Doch
inzwischen haben die Autofahrer aus der Region, die sich von der
Werbung locken ließen, Probleme, Nachschub zu bekommen. Denn seit
Herbst 2007 arbeitet die Raffinerie nur mit halber Kraft, weil der
Rohstoff zu teuer geworden ist. Die 92 Beschäftigten arbeiten
seitdem kurz.
Auch beim zweiten großen Produzenten von Biosprit in
Ostdeutschland, der Südzucker-Tochter CropEnergies in Zeitz südlich
von Gera, herrscht Katerstimmung. Der Grund ist nicht so sehr die
Entscheidung von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, die
eigentlich für den 1. Januar 2009 geplante Zwangsbeimischung von
zehn Prozent Ethanol zum Benzin zu stoppen. Die dafür benötigte
Menge von jährlich 1,5 Millionen Kubikmeter hätten deutsche
Biospritfabriken ohnehin nicht liefern können, sie hätte deshalb
aus Brasilien importiert werden müssen. Nein, der Grund für die
Probleme in Zeitz ist der gleiche wie in Schwedt: Die Herstellung
von Biokraftstoffen rechnet sich hierzulande nicht mehr. Denn der
Preis für die Tonne Getreide ist im vergangenen Jahr aufgrund der
weltweiten Nachfrage nach diesem wichtigen Rohstoff für die
Biosprit-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie explodiert, von
70 Euro auf 230 Euro.
Die Raffinerie in Schwedt hat deshalb nicht nur ihre Produktion
gedrosselt, um die Verluste in Grenzen zu halten. Verbio-Chef
Sauter hat auch entschieden, den Vorrat von 400.000 Tonnen Weizen,
den sein Unternehmen eingelagert hatte, an einen Mühlenbetrieb zu
verkaufen. Das bringt mehr Geld in die klamme Firmenkasse als die
Weiterverarbeitung zu Ökokraftstoff. Ob die Produktion von
Bioethanol in Schwedt jemals wieder unter Volllast laufen wird –
wer weiß. „Keiner kann derzeit sagen, wo es mit Ethanol hingeht“,
klagt der Manager und verweist auf die USA, wo trotz staatlicher
Subventionen von jährlich bis zu 7,3 Milliarden Dollar die ersten
Ethanolraffinieren den Betrieb einstellen mussten.
Auf Euphorie folgt Ernüchterung. Um die Folgen des Klimawandels
abzumildern und die fossilen Ressourcen zu schonen, hatte die
Politik nicht nur in Deutschland und den USA auf den massiven
Ausbau der erneuerbaren Energien gesetzt. Investiert und gefördert
wurde nach dem Gießkannenprinzip. Mit Steuermitteln und
Risikokapital haben die Industrienationen in Europa, Amerika und
Asien nicht nur die Kapazitäten zur Produktion von Agrarsprit enorm
ausgebaut. Gleichzeitig schossen überall Windmühlen wie Spargel aus
dem Boden, wurden Millionen Quadratmeter von Dachflächen mit
Solarzellen zugepflastert, Riesenstaudämme aus dem Boden gestampft
und Abertausende tiefe Löcher in den Planeten gebohrt, um die
Erdwärme anzuzapfen. Die Energien aus Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme
und vom Acker wurden zu Wundermitteln stilisiert. Kaum jemand
fragte genau nach, ob sie die hohen Erwartungen tatsächlich
erfüllen können. Untersuchungen, wann die Förderung ökonomisch Sinn
hat und welchen Nutzen die Technologien für das Klima haben, gab es
nur sporadisch und oft auch nur oberflächlich. Doch inzwischen wird
immer deutlicher, dass die Regenerativen in der heutigen Verfassung
nur zum Teil halten, was ihre Verfechter versprachen. Nicht nur der
Ökonom Carl Christian von Weizsäcker will ihnen deshalb den „teuren
Heiligenschein“ nehmen.
Das Ökoimage der Bioenergie wankt, urteilt Professor Johann Köppel
vom Fachgebiet Landschaftsplanung und Umweltverträglichkeitsprüfung
der Technischen Universität Berlin. Doch in den Investitionen hat
sich das noch nicht niedergeschlagen. Nach einer aktuellen Studie
des internationalen Renewable Energy Policy Network (kurz: Ren21)
wurden im vergangenen Jahr weltweit über 100 Milliarden Dollar in
den Ausbau der Kapazitäten gesteckt. Weltweit werden aktuell etwa
240 Gigawatt Strom mithilfe regenerativer Energiequellen erzeugt –
50 Prozent mehr als 2005. „Die Erzeuger erneuerbarer Energien
setzen damit ihren kometenhaften Aufstieg fort“, jubelt Mohamed
El-Ashry, der Vorsitzende des von Politik und Industrie getragenen
Netzwerks.
140 börsennotierte Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von
jeweils wenigstens 40 Millionen Euro zählte das Netzwerk Ren21 im
vergangenen Sommer. Zusammen kamen sie auf einen Börsenwert von
über 100 Milliarden Euro. Zu den Schwergewichten der Branche zählen
auch deutsche Unternehmen: Enercon und Nordex als führende
Hersteller von Windkraftanlagen, Siemens mit Windenergieanlagen,
Voith Siemens Hydro Power mit seinen weltweit eingesetzten
Wasserkraftwerken, Q-Cells aus Sachsen-Anhalt als größter
Solarzellenproduzent der Welt. In der Solarthermie mischt Viessmann
vorne mit, bei den Biogasanlagen Lurgi, in der Wasserstofftechnik
der Linde-Konzern. Hinzu kommen unzählige Mittelständler. Insgesamt
erzielten die deutschen Hersteller 2007 mit Umwelttechnik rund
zwölf Milliarden Euro Umsatz, knapp die Hälfte davon mit
Windenergie, ein Drittel mit Solarenergie. Mit 20 Prozent
Weltmarktanteil bei den erneuerbaren Energien liegt Deutschland –
zusammen mit Japan und den USA – in der Spitzengruppe. Bei
Biogasanlagen kommen die heimischen Produzenten sogar auf 65
Prozent, bei der Fotovoltaik auf 41 Prozent.
Und ihre Perspektiven gelten weiterhin als gut: Der weltweite Markt
für umweltfreundliche Energieerzeugung wird nach Einschätzung der
Unternehmensberatung Roland Berger von jetzt rund 45 Milliarden auf
bis zu 250 Milliarden Euro im Jahr 2020 anwachsen. Allein die
Nachfrage nach Solarzellen soll jährlich um 20 Prozent steigen. Die
Windenergie könnte sogar noch stärker zulegen.
Allerdings muss sich die Branche auf eine Kappung der üppig
sprudelnden Fördergelder einstellen. Die Bundesregierung hat Ende
2007 eine Novelle des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG)
beschlossen. Das Gesetz garantiert den Betreibern von Wind-,
Biomasse- und Solaranlagen, dass sie ihren Strom in unbegrenzter
Höhe ins öffentliche Netz einspeisen dürfen – zu festen Tarifen,
die teils deutlich über den Marktpreisen liegen. Während der
Börsenpreis für konventionell erzeugten Strom bei etwa sechs Cent
pro Kilowattstunde liegt, kostet Windstrom rund acht Cent pro
Kilowattstunde – und ist damit im Vergleich zu Solarstrom noch
relativ günstig. Doch das EEG sieht heute für Strom aus Sonne eine
Einspeisevergütung von bis zu 50 Cent pro Kilowattstunde vor, also
mehr als das Achtfache des Börsenpreises – und das, obwohl noch
nicht einmal ein Prozent der Elektrizität aus Fotovoltaikanlagen
stammt. Das könnte sich nun ändern. Der Gesetzentwurf von
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel soll in den nächsten Wochen im
Bundestag verabschiedet werden.
Er sieht vor, die
Einspeisevergütung 2009 um neun Prozent zu kürzen, im Folgejahr um
sieben und von 2011 an um jährlich acht Prozent.
Für Gabriel bedeutet das einen schwierigen Spagat. Einerseits
sollen die Kosten für den Steuerzahler sinken. Auf der anderen
Seite aber soll der Anteil von Wind, Sonne, Wasser und Biomasse an
der Stromerzeugung in Europa bis zum Jahr 2020 von derzeit 8,5 auf
20 Prozent steigen. Die EU-Kommission hat dazu allen 27
Mitgliedstaaten konkrete Ziele vorgegeben. Alle Länder müssen bis
dahin mindestens 5,5 Prozent mehr erneuerbare Energien einsetzen.
In Deutschland soll der Anteil erneuerbarer Energie auf 18 Prozent
steigen – heute liegt er bei neun Prozent. Beim Biostrom betrug der
Anteil nach Erhebungen des Bundesverbandes Erneuerbare Energie
(BEE) 2007 schon 14 Prozent. Bis 2020 will Gabriel auf 40 Prozent
kommen.
Ehrgeizige Ziele. Doch ob sie sich erreichen lassen, ist fraglich.
Denn einige der Ökoenergien stoßen in Europa schon an
Wachstumsgrenzen. „Wind hat von allen erneuerbaren Energien bisher
die vielversprechendsten Ergebnisse geliefert“, findet
EU-Energiekommissar Andris Piebalgs und weist darauf hin, dass Wind
bereits vier Prozent der EU-Stromnachfrage deckt. Bis 2020 soll der
Anteil von Wind am Strommix auf zwölf Prozent steigen, ein Drittel
davon sollen Offshore-Anlagen vor der Küste liefern. Der Verband
der Europäischen Windenergiehersteller (EWEA) bezweifelt aber, ob
der starke Anstieg der vergangenen Jahre aufrecht erhalten werden
kann. „Ich denke nicht, dass wir so hohe Wachstumsraten wie in den
vergangenen Jahren sehen werden“, sagt EWEA-Chef Christian Kjaer.
In Deutschland beispielsweise fehlt es dazu an Netzinfrastruktur.
Außerdem leidet die Windkraftbranche unter steigenden Kosten für
Kupfer und Stahl. In Europa fehlen außerdem Techniker und
Ingenieure mit den benötigten Fachkenntnissen. Obendrein wirft die
Einspeisung des Windstroms in die Netze große Probleme auf. Kjaer:
„Das sind enorme Herausforderungen.“
Vor denen steht auch die Solarenergie. Rund 1,8 Milliarden Euro
haben die heimischen Stromverbraucher 2007 in Form von
Einspeisevergütungen für Solarstrom bezahlt. Dass es nicht noch
mehr wurde – auf Windstrom entfielen 3,6 Milliarden Euro –, lag am
schlechten Wetter hierzulande.
Neuartige Solarzellen, die hoch konzentriertes Sonnenlicht
umwandeln, verdoppeln den Wirkungsgrad zwar fast. Die Technik, die
von der Münchner SolarTec und Concentrix Solar aus Freiburg zur
Marktreife gebracht wurde, lässt sich allerdings nur in
sonnenreichen Regionen effektiv nutzen, weil sie direkte Strahlung
braucht. Viel wäre also gewonnen, stünden die Solarkraftwerke in
Südspanien, besser noch in Nordafrika. Dann wäre der Stromertrag
deutlich mehr als doppelt so hoch. Umgewandelt in Gleichstrom ließe
sich die dort erzeugte Energie über spezielle Leitungen ohne große
Verluste in die europäischen Ballungsräume transportieren, so eine
Vision des Energiekonzerns ABB und des Deutschen Zentrums für Luft-
und Raumfahrt. Eine Realisierung der Pläne würde allerdings
Jahrzehnte brauchen.
Visionen ganz anderer Art plagen die Politiker beim Thema Biosprit.
Denn der angeblich so umweltfreundliche Kraftstoff ist bei näherem
Hinsehen ein ökologischer Albtraum: Der Energieaufwand für die
Herstellung ist größer als der Energiegehalt des gewonnenen
Benzins, hinzu kommen Belastungen für die Böden und der Luft durch
Düngemittel. Und obendrein bedroht der massenhafte Anbau der für
die Erzeugung des Biosprits nötigen Pflanzen den Regenwald in
Amazonien – was allerdings von der brasilianischen Regierung heftig
zurückgewiesen wird.
Zudem drohen soziale Verwerfungen: Die weltweite Verarbeitung von
Mais, Zuckerrüben, Raps, Soja, Zuckerrohr oder Getreide zu
Kraftstoff hat überall die Preise für Lebensmittel kräftig in die
Höhe getrieben (siehe Grafik Seite 102). Vergangene Woche brachen
wegen der dramatisch gestiegenen Nahrungsmittelpreise in Haiti,
Indonesien und einem halben Dutzend afrikanischer Staaten Unruhen
aus. Auch die Regierungen Chinas und anderer asiatischer Länder
sind alarmiert: Viele Bauern dort steigen auf den Anbau von Mais,
Weizen und Ölsaaten um, weil sich mit dem Verkauf der Ernte an
Biosprithersteller höhere Erlöse erzielen lassen als etwa mit Reis.
China hat deshalb bereits die Herstellung von Ethanol aus Getreide,
Reis und Mais verboten.
Jean Ziegler, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für das
Recht auf Nahrung, kritisiert die derzeitige Praxis, Lebensmittel
zu Biosprit zu verarbeiten, als „katastrophal“. Sein Fazit:
„Fruchtbares Ackerland der Kraftstoffproduktion zu widmen ist ein
Verbrechen.“ Kritik kommt auch aus der Lebensmittelindustrie. Für
Peter Brabeck, den Chef des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé,
ist es „unverantwortlich und moralisch inakzeptabel, dass man
enorme Subventionen zahlt, um aus Lebensmitteln Biotreibstoff zu
machen. Wenn man 20 Prozent des steigenden Erdölbedarfs mit
Biotreibstoffen decken will, dann gibt es bald nichts mehr zu
essen“. Das sei politischer Wahnsinn.
Allmählich dämmert das auch den Politikern in Brüssel. Das
EU-Klimapaket enthält derzeit noch die Vorgabe, den Anteil des
Biosprits bis 2020 auf zehn Prozent zu erhöhen. Dadurch sollten die
CO2-Emissionen in Europa um 35 Prozent gesenkt werden. Doch
inzwischen gibt es Forderungen, von diesem Ziel abzurücken:
Abgeordneten und nationalen Regierungen wird zunehmend bewusst,
dass das ehrgeizige Biosprit-Ziel der Umwelt alles andere als gut
tut. Es sei völlig unklar, ob die höhere Beimischung weltweit
überhaupt CO2-Emissionen senke, sagen auch Forscher der Gemeinsamen
Forschungsstelle der Europäischen Kommission, einem Institut mit
2700 Experten. Schaden entstünde zum Beispiel durch die intensive
Düngung, die notwendig ist, um den Raps, Weizen oder Mais wachsen
zu lassen. In der Düngemittelproduktion und beim Einsatz von
Stoffen auf dem Feld aber werden große Mengen Lachgas freigesetzt.
Und Lachgas ist 310-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid.
Die Biospritförderung wäre auch mit enormen finanziellen
Belastungen verbunden. Die Nettokosten der Biospritpolitik im
Zeitraum 2007 bis 2020 schätzt die EU-Forschungsstelle auf 33 bis
65 Milliarden Euro: „Diese Größenordnung deutet darauf hin, dass
das Biospritprogramm nicht zum Ziel führt.“ Arbeitsplätze in Europa
entstünden unterm Strich kaum, weil der Sprit größtenteils aus
anderen Ländern wie Brasilien eingeführt werden müsste.
Was also tun? Die Hoffnungen der Politik ruhen auf den
Anstrengungen von Forschern in aller Welt, die Kraftstoffe entweder
aus Zellulose oder mithilfe von Algen gewinnen wollen. „Die
Bioethanolproduktion ist heute weder nachhaltig noch innovativ“,
wettert Holger Zinke, einer der Pioniere der industriellen
Biotechnik und Gründer der Brain AG im hessischen Zwingenberg. „Wir
verwenden die winzige Menge Ethanol, die die Hefen als Abfallstoff
ausscheiden und werfen die große Menge an Biomasse, nämlich die
Hefezellen, ungenutzt auf den Müll.“
Choren will das ändern. Das Unternehmen hat kürzlich die weltweit
erste großtechnische Anlage, in der synthetischer Dieselkraftstoff
aus Biomasse gewonnen wird, im sächsischen Freiberg in Betrieb
genommen (WirtschaftsWoche 11/2008). Hier wird Biomüll, Stroh und
Holz – zunächst in Synthesegas, später in sogenanntes Synfuel
umgewandelt. Die Freiberger Anlage hat eine Jahreskapazität von 15
000 Tonnen. Die mit 200 000 Tonnen nächstgrößere Produktionsstätte
soll ab 2009 in Schwedt an der Oder entstehen. Für den Nachschub an
Rohstoffen werden dort Plantagen mit Pappeln, Ahornbäumen und
anderen Nutzpflanzen sorgen. Erwartet wird ein Ertrag von gut 4000
Litern Sprit von einem Hektar Fläche. Zum Vergleich: Ein Hektar
Raps liefert heute lediglich 1300 Liter Biodiesel.
...

.. wiviel Prozent vom Kraftstoffverbrauch wären
das ...

...
[urlKleckerkram]http://www.n-tv.de/949143.html[/url],
[urlKinkerlitzchen]http://de.wikipedia.org/wiki/Kinkerlitzchen[/url]
Synthetischen Dieselkraftstoff soll auch eine Anlage liefern, die
das deutsche Unternehmen Zibo Treichel Industry & Trade in der
chinesischen Provinz Shandong vorbereitet. Ausgangsstoff ist hier
Stroh. In einem BioLiq genannten Verfahren, das Wissenschaftler des
Forschungszentrums Karlsruhe entwickelt haben, wird das Stroh in
eine erdölähnliche Masse umgewandelt. In weiteren Schritten können
aus dieser Masse unterschiedliche Treibstoffe – neben Diesel auch
Kerosin – hergestellt werden. Das kanadische Unternehmen Iogen
verfolgt bei der Verarbeitung von Stroh noch ehrgeizigere Pläne: Es
setzt nicht nur bei der Vergärung auf Biotechnik, sondern auch beim
sogenannten Aufschluss, der Abtrennung der Zellulose von Lignin.
Das ist der Stoff, der die Pflanzenfasern wie ein Klebstoff
miteinander verbindet. Ähnliche Versuche laufen in Brasilien. Dort
liefern Eukalyptuspflanzen die Zellulose.
„Die Technik ist durchaus vorhanden, um Zellulose-Ethanol
herzustellen“, sagt McKinsey-Energieexperte William Ceasar. „Aber
bislang ist es noch niemandem gelungen, dies auch wirtschaftlich zu
tun.“
Das gilt auch für den Einsatz von Öl produzierenden Algen zur
Spritproduktion. Bislang ist dies nur im Labormaßstab gelungen.
E.On, Bluebio Tech aus dem schleswig-holsteinischen Kollmar und
Laurenz Thomsen, Professor für Geowissenschaften an der Jacobs
Universität Bremen, haben 2005 und 2006 am Bremer Kraftwerk Farge
Mikroalgen aus dem Meer mit den Abgasen des Kraftwerks gefüttert.
Bis zu 70 Prozent ihrer Masse bestand zum Schluss aus Öl, das
herausgepresst und in Biodiesel umgewandelt werden konnte.
Thomsen rechnet mit Investitionen von bis zu 15 Millionen Euro pro
Hektar Fläche für eine Algenzucht, die jährlich bis zu zwölf
Millionen Liter Biodiesel erzeugen könnte.
Das wären weniger
als 0,5 Prozent des Kraftstoffverbrauchs in Deutschland.
Dazu kämen noch Betriebskosten von bis zu vier Millionen Euro pro
Jahr. Im günstigsten Fall lägen die Produktionskosten bei 45
Eurocent pro Liter.
Genaueren Aufschluss könnte ein Projekt von E.On und der Hamburger
SSC Strategic Science Consult bringen. Auf dem Gelände des
Erdgaskraftwerks in Hamburg-Reitbrook bauen sie derzeit eine
Algenzuchtanlage, die mit Kraftwerkskohlendioxid versorgt wird. Die
Investitionssumme für die im Endausbau 10.000 Quadratmeter große
Anlage liegt bei 2,2 Millionen Euro. Das erste Modul auf einer
Fläche von 100 Quadratmetern geht im kommenden Monat in Betrieb.
„Anfangs produzieren wir aber nur ein paar Eimer voll“, warnt
Projektleiter Martin Kerner vor überzogenen Erwartungen.
Auch Biotechnik-Pionier Holger Zinke hat ein Faible für Algen. Vor
allem für jene kleinen, die sich wie Hefen in modernen Braukesseln,
den sogenannten Biofermentern, züchten lassen. Sein Unternehmen
versucht für einen europäischen Industriepartner gerade einige
dieser Algen mit gentechnischen Veränderungen so umzuerziehen, dass
sie besonders viel Speicherstoffe wie Öle und Fette produzieren.
„Es wird eines Tages möglich sein, die Energie, die Pflanzen und
Algen durch die Fotosynthese aus dem Sonnenlicht aufnehmen und
speichern, in flüssiger und für Fahrzeuge verdauliche Form wieder
zurückzugewinnen“, ist Zinke überzeugt.
Bei allen vielversprechenden Ansätzen für die Zukunft: Bis die
neuen Techniken und Verfahren ausgereift sind und im großen Maßstab
Strom und Kraftstoffe liefern, werden noch viele Jahre vergehen. Um
den Subventionswahn zu stoppen und den Klimazielen näherzukommen,
ohne die Energieversorgung in Deutschland zu gefährden, fordern
Experten wie der Bonner Ökonom von Weizsäcker eine gründliche
Revision der gegenwärtigen Energie- und Umweltpolitik. Ihr Ansatz:
Weg mit den ideologischen Scheuklappen, stattdessen mehr
Realismus.
Die preiswerteste Energiequelle ist dabei das Sparen. Bei Gebäuden,
in industriellen Prozessen und im Verkehr etwa gibt es noch jede
Menge wirtschaftlich nutzbarer Potenziale. Eine längere Laufzeit
der Kernkraftwerke und der Bau von relativ sauberen,
hocheffizienten neuen Kohlekraftwerken würden die
Versorgungssicherheit halbwegs umweltverträglich garantieren, bis
regenerative Energien verlässlich, bezahlbar und im ausreichenden
Maß zur Verfügung stehen. Weizsäckers Warnung fällt deutlich aus:
„Wir können in Deutschland nicht alles auf eine Karte setzen und
uns aus der Kohle- und Kernenergie zurückziehen. Das ist völlig
unsinnig.“
[urlUSA: Großer Schwindel
Bio-Kraftstoff]http://www.wiwo.de/technik/grosser-schwindel-mit-bio-kraftstoffen-272598/[/url]
Biosprit sollte doch am Anfang eigentlich eine Alternative zum
teuren Ol sein ... oder irre ich mich da ...

... und den Treibstoff billiger machen ...