Grünes Licht für "Daimler AG"
Neuer Name - neuer Thread !
Ganze fünf Monate nach der Trennung von der US-Sparte Chrysler hat
sich DaimlerChrysler in "Daimler AG" umbenannt. Fast 99 Prozent der
Aktionäre stimmten dem neuen Namen zu.
Der Autobauer DaimlerChrysler hat die Trennung von seiner
US-Tochter Chrysler nun auch namensrechtlich vollzogen. Auf der
außerordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens am Donnerstag
in Berlin stimmten die Aktionäre mit großer Mehrheit (98,8 Prozent)
dem Antrag von Vorstand und Aufsichtsrat zu, das Unternehmen in
Daimler AG umzubenennen.
"Mit dem Konzernamen Daimler setzen wir ein klares Zeichen, dass
wir ein neues Kapitel aufschlagen und gleichzeitig unsere Tradition
als Erfinder des Automobils würdigen", sagte Vorstandschef Dieter
Zetsche und bekräftigte auf dem Aktionärstreffen zudem seine
Renditeziele für die nächsten Jahre.
Nach der Trennung von der angeschlagenen US-Tochter Chrysler
mussten die Aktionäre über den neuen Namen für das Unternehmen
entscheiden. Der Finanzinvestor Cerberus hatte im August 80,1
Prozent an dem US-Autobauer für rund 5,5 Milliarden Euro
übernommen. Die restlichen 19,9 Prozent bleiben beim bisherigen
Stuttgarter Mutterkonzern. Die transatlantische Autoehe war nach
neun Jahren im Mai geschieden worden.
Mit dem Namen Daimler mache das Stuttgarter DAX-Unternehmen auf
Anhieb klar, dass der Autobauer inzwischen ein neuer,
internationalerer Konzern sei, begründete Zetsche die Entscheidung
des Managements gegen den Namen Daimler-Benz. Der Namen von
Autopionier Carl Benz werde aber nicht an Wert verlieren. Durch die
Umbenennung der Mercedes Car Group in Mercedes-Benz Cars werde der
Name sogar deutlich prominenter platziert. Vor dem Aktionärstreffen
hatte es eine Vielzahl von Aktionen für Benz im Firmennamen
gegeben.
US-VerkäufeAmerikaner fahren auf deutsche Autos ab mehr...Nach
Abschluss der Abstimmung stellten die Stuttgarter auch das neue
Firmenlogo vor. Von diesem Freitag an soll dann damit begonnen
werden, die Schilder an den deutschen Werken des Konzerns
auszutauschen. Den gesamten logistischen Aufwand für das Projekt
"Name Change" der auch den Austausch von Overalls, T-Shirts,
Briefpapier und Visitenkarten sowie des Internetauftritts umfasst,
bezifferte das Unternehmen auf einen mittleren zweistelligen
Millionenbetrag.
Die bisherige Truck Group mit ihren fünf Marken Mercedes-Benz,
Freightliner, Western Star, Sterling und Fuso soll künftig unter
dem Namen Daimler Trucks firmieren, erklärte Zetsche die neue
Daimler- Struktur auf dem Aktionärstreffen, das erstmals von
Manfred Bischoff geleitet wurde. Bischoff hatte den Posten im April
von dem langjährigen Aufsichtsratschef Hilmar Kopper
übernommen.
Laut Zetsche hat das Unternehmen für die Umbenennung in Daimler AG
dem US-Konkurrenten Ford die Rechte am Markennamen Daimler 20
Millionen Dollar (rund 14 Mio Euro) abgekauft. Den Markennamen
Daimler nutzt Ford bislang für besonders große Autos seiner
britischen Luxustochter Jaguar.
Die Kleinaktionäre des Autobauers reagierten überwiegend
erleichtert auf die Trennung Chrysler. "Dafür, dass sie die Ehe mit
Chrysler geschieden haben, gebührt ihnen das Lob und der Dank der
Aktionäre", sagte Hans Richard Schmitz von der Deutschen
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).
Kritisch äußerten sich die Aktionärsvertreter allerdings zu den
Boni für den früheren Chrysler-Chef Tom LaSorda und Vorstand Eric
Ridenour. "Nicht alles, was juristisch möglich ist, scheint
moralisch geboten", sagte Schmitz. "Wir haben Jahre der
Substanzvernichtung hinter uns", kritisierte Lars Labryga von der
Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Bonuszahlungen an die
verantwortlichen Manager seien deshalb nur schwer nachvollziehbar.
Daimler hatte die Prämien für die Vorstände bestätigt, ohne aber
die exakte Höhe zu nennen.
Darüber will das Unternehmen im Geschäftsbericht 2007
informieren.
Vorstandschef Zetsche bekräftigte vor rund 6000 Aktionären die
Renditeziele des Stuttgarter Autobauers für die einzelnen
Geschäftsbereiche: Die Mercedes Car Group (Mercedes, smart,
Maybach) werde spätestens vom Jahr 2010 an eine Umsatzrendite von
durchschnittlich zehn Prozent erwirtschaften. Im Lastwagenbereich
peilt das DAX-Unternehmen dauerhaft eine Rendite von mindestens
sieben Prozent an.
Der Manager bestätigte die Ergebnisprognose für das laufende
Geschäftsjahr: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll in
der neuen Konzernstruktur deutlich auf 8,5 Milliarden Euro
gesteigert (2006 nach IFRS: 5,5 Mrd Euro) werden. Unterm Strich
kommen allerdings Milliardenbelastungen auf die Autoschmiede zu.
Die Scheidung der neunjährigen transatlantischen Autoehe soll
Daimler mit 2,5 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2007 belasten.
Zum offiziellen Ende der Ära DaimlerChrysler trumpft die Mercedes-
Gruppe mit einem Rekordabsatz auf. Die Mercedes Car Group meldete
für September und für die ersten neun Monate des Jahres Bestwerte
bei den weltweiten Verkäufen. Im Jahresvergleich stieg der Absatz
um 7,4 Prozent auf 124 600 Autos. Die Kernmarke Mercedes kam mit
114 100 Fahrzeugen auf ein Plus von 7,1 Prozent. Bei den
smart-Kleinwagen gab es mit der neuen Modellgeneration ein Plus von
11,2 Prozent auf 10 500 Autos. In den ersten drei Quartalen 2007
verkaufte die Mercedes- Gruppe insgesamt 942 300 Fahrzeuge nach 934
200 Autos ein Jahr zuvor.