07.02.2012, 13:48 Schriftgröße: AAA
Wachstumsmarkt:
Citigroup landet Coup in China
Es ist ein Prestigeerfolg in einem 1250 Mrd. Euro schweren Markt:
Das US-Geldhaus Citigroup darf als erste westliche Bank
Kreditkarten in China in eigener Regie ausgeben.
Die Citigroup hat in China einen wichtigen Prestigeerfolg errungen:
Als erste westliche Bank darf das US-Geldhaus in der Volksrepublik
unter eigenem Namen Kreditkarten ausgeben. Die Aufsichtsbehörde
China Banking Regulatory Commission habe die entsprechende
Genehmigung gegeben, teilte die Citigroup am Montag mit.
Damit kann das amerikanische Institut seine Position auf dem
chinesischen Bankenmarkt ausbauen, auf dem große
Wachstumshoffnungen ruhen. Bereits im Januar hatte die Citigroup
die vorläufige Erlaubnis bekommen, gemeinsam mit der in Schanghai
ansässigen Brokerfirma Orient Securities ein
Gemeinschaftsunternehmen aufzubauen, das im Kapitalmarktgeschäft
aktiv sein soll. Große Marktanteile dürften westliche Banken
allerdings auf absehbare Zeit in China nicht erringen, unter
anderem aufgrund restriktiver Vorgaben.
Vertreter der US-Bank zeigten sich am Montag hochzufrieden. Das
Institut werde nun in der Lage sein, auf die Bedürfnisse der
wachsenden Zahl von Kunden einzugehen, sagte Andrew Au, Chef von
Citi China, der lokalen Tochtergesellschaft der Bank.
Nach Angaben der Citigroup waren in China im vergangenen September
268 Millionen Kreditkarten im Umlauf - mehr als fünfmal so viel wie
noch Ende 2006. Das Transaktionsvolumen belief sich im Jahr 2010
laut der chinesischen Zentralbank auf 10.400 Mrd. Yuan (1251 Mrd.
Euro). Banken wie die Citigroup setzen darauf, dass der Markt
künftig stark wächst, auch wenn es technische Begrenzungen gibt. So
werden alle Kartenzahlungen über ein einziges Unternehmen namens
Unionpay abgewickelt.
Bisher darf nur ein Institut, das nicht auf dem chinesischen
Festland angesiedelt ist, dort Kreditkarten ausgeben: die Bank of
East Asia aus Hongkong. Westliche Banken wie HSBC und die Citigroup
arbeiten bisher mit chinesischen Geldhäusern zusammen. So geben
HSBC und die Bank of Communications gemeinsam Karten aus. Das
britische Institut ist dabei für die technischen und
administrativen Aufgaben zuständig. Die Citigroup hat eine ähnliche
Partnerschaft mit der Shanghai Pudong Development Bank. Wenn das
US-Institut beginnt, seine eigenen Karten zu vertreiben, werde das
chinesische Haus weiter unter eigenem Namen Karten ausgeben, hieß
es am Montag.
Die Citigroup hat 46 Filialen in China. Das Privatkundengeschäft in
ganz Asien warf 2011 Erträge von rund 8 Mrd. Dollar ab - das
entspricht gut einem Viertel der Gesamteinnahmen im
Konsumentengeschäft.
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