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INFLATION kommt--was ist meine Geld noch wert??? ( Seite 13)
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schrieb am 16.01.12 21:26:43
Hallo Targo,
ich habe die Zahlen für diesen für den Zeitraum 1921-1923 noch
einmal überpüft.
Mir war wohl ein Eingabefehler unterlaufen. Deshalb muss ich
einräumen,
dass für diesen Zeitraum, der Aktienindex tatsächlich etwa 70
Prozent besser tendiert hat als der Goldpreis.
Vielen Dank für die Berichtigung meines Fehlers. In einer solchen
Diskussion sollte man ja nach Möglichkeit mit den richtigen Zahlen
arbeiten.
Hierzu hast du einen wichtigen Beitrag geleistet.
schrieb am 18.01.12 18:10:55
Ein bisschen aus dem Kontext gegriffen, aber sehr passend in diesen
Thread:
"...Um der Sackgasse zu entkommen und die Krise des
Finanzkapitalismus kritisch untersuchen zu können, scheint es
angebracht, ganz von vorne anzufangen und die Ausgangssituation der
Finazialisierung zu analysieren, den Punkt, an dem die Profite
begannen, ohne Akkumulation anzuwachsen. Es ist mit anderen Worten
notwendig, die Finanzialisierung als die Kehrseite einer
Entwicklung der Produktionsweise zu begreifen, deren Durchsetzung
in der Krise des Fordismus ihren Anfang nimmt, in einer Situation
also, in der das Kapital nicht mehr in der Lage ist, der lebendigen
Arbeit, der Lohnarbeit in der Fabrik, unmittelbar Mehrwert
abzupressen. Die These, die hier entwickelt werden soll, lautet
also: Die Finanzialiserung ist kein unproduktiver und/oder
parasitärer Umweg zu wachsenden Anteilen des Mehrwerts und der
kollektiven Rücklagen, sondern vielmehr die Form der Akkumulation
des Kapitals, die den neuen Produktions- und
Wirtschaftsschöpfungsprozessen entspricht.
Die aktuelle Finanzkrise ist insofern nicht so sehr als die
Implosion eines ausbleibenden Akkumulationsprozesses, sondern
vielmehr als ein Infarkt der Kapitalakkumulation zu
interpretieren."
Dies und vieles mehr schreibt Christian Marazzi in seinem Buch
'Verbranntes Geld'.
Dies ist keine Werbung, aber ich kann dieses Buch persönlich nur
sehr empfehlen!
schrieb am 22.01.12 15:56:26
Wir konnten in der vorstehenden Diskussion also einen
unterschiedlichen Verlauf in der Reaktion der Sachwerte Aktienindex
und Gold auf das Vorkommen der Hyperinflation feststellen. Im
Anfang der Inflation im Zeitraum 1914-1918 stieg der Goldpreis
unmittelbar mit der Inflation an, wogegen der Aktienindex in diesem
Zeitraum sogar gefallen ist. Erst in den späten Jahren der
Inflation zeigt sich der Aktienindex stärker als der Goldpreis. Ich
habe mir einmal einige Gedanken darüber gemacht, wie dies wohl
fundamental zu begründen ist.
Wir haben festgestellt, dass der Goldpreis in Dollar mit ca. 20
Dollar je Unze im gesamten Zeitraum konstant war. Hieraus kann man
folgern, dass der Anstieg des Goldpreises in Papiermark
ausschließlich auf den Kursverlust der Papiermark gegenüber dem
US-Dollar in dieser Zeit zurück zu führen ist. Als sich dieser
Kursverlust verlangsamte, verlangsamte sich folgerichtig auch der
Anstieg des Goldpreises in Papiermark.
Der Aktienindex hingegen fiel in den Jahren 1914-1918 zunächst
zurück. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Wirtschaft in den
Jahren des Ersten Weltkrieges überwiegend für die deutsche
Kriegswirtschaft und nicht für den Export arbeiten konnte. Nach dem
Krieg änderte sich das und führte auch zu einem Anstieg des
Aktienindexes. Dennoch blieb der Anstieg der Aktien zunächst noch
hinter dem Gold zurück. Dies mag damit zusammen hängen, dass die
Unternehmenssteuern wegen der Reparationsforderungen an das
Deutsche Reich erhöht wurden. Ferner können Unternehmen in der
Anfangsphase einer Inflationsentwicklung - wegen bestehender
Verträge - ihre Preise oft nicht in erheblichem Umfang an die
Inflationsentwicklung anpassen.
Dies ändert sich in der späteren Phase der Inflation. Jetzt können
die Unternehmen ihre Preise anheben. Zusätzlich "verdienen" sie -
je länger die Inflationsphase bzw. der niedrige Kurs der Mark
gegenüber dem US-Dollar anhält - im täglichen Umsatzprozess und im
Zeitablauf gemessen an ihrem ursprünglichen Eigenkapital weiterhin
zusätzliche Einheiten. Dies bedeutet, dass sie auch dann weiterhin
an dieser Entwicklung zusätzlich "verdienen", wenn der Kurs des
US-Dollars dann längere Zeit auf dem dann sehr niedrigen Niveau
verharrt. Für den Goldpreis bedeutet hingegen die Stagnation des
US-Dollars auf diesem niedrigen Niveau ein Ende des Anstieges.
Zu diesem Zeitpunkt wäre aus anlagetechnischer Sicht also ein
Switch vom Gold zu exportorientierten Aktien das Gebot der Stunde
gewesen. Allerdings war dies praktisch sehr schwierig wegen des
bestehenden Verbotes von Goldbesitz und Goldhandel in dieser Zeit
schrieb am 26.02.12 22:25:32
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.629.368 von kenkennard am 22.01.12
15:56:26

Kommt nicht bald eine Währungsreform
Währungsreform--Bargeld abliefern--wie war das
damals
Ablieferung von Bargeld und Anmeldung von Reichmarkkonten bei
Geldinstituten
am 23.06.1948 wurde das Geld bei uns umgetauscht
schrieb am 27.02.12 19:29:49
Die Geschichte zeigt, dass man eine Währungsreform nie ganz
ausschließen kann.
Wie diese Währungsreform dann zu beurteilen ist, kommt auf die
Gestaltung dieser Währungsreform an.
Für die meisten Bürger der ehemaligen DDR war ihre Währungsreform,
in der sie im Jahre 1990 ihre Ostmark in die wertvolle DM
umtauschen durften, sicherlich eine positive Währungsreform.
Die Währungsreform von 1948 ist ebenfalls differenziert zu
betrachten.
Die Besitzer von großen Geldwerten in Reichsmark waren sicher große
Verlierer. Für die große Masse der besitzlosen Bevölkerung war
diese Währungsreform wohl eher ein positives Ereignis. Vor der
Währungsreform waren die Geschäfte leer und es konnten so gut wie
keine Waren gekauft werden. Nach der Reform waren die Geschäft
wieder voll von guten Waren. Darüber hinaus ermöglichte die DM den
Start des "deutschen Wirtschaftswunders".
Eine neutrale Währungsreform war die Reform von 1958 in Frankreich.
Hier erhielten die Franzosen für 10.000 alte Franken 100 neue
Franken. Es wurden also einfach zwei Nullen gestrichen. Sonst
änderte sich nichts.
Für die mittlere Zukunft wäre die Wiedereinführung der DM denkbar.
Auch dies würde eine Mehrheit der Deutschen Bevölkerung wohl als
positiv beurteilen.
schrieb am 27.02.12 22:58:23
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.814.361 von kenkennard am 27.02.12
19:29:49Für die mittlere Zukunft wäre die
Wiedereinführung der DM denkbar. Auch dies würde eine Mehrheit der
Deutschen Bevölkerung wohl als positiv beurteilen.
Unser Geld wir weg sein, wenn der Euro
stirbt
27.02.2012, 12:27 Uhr | Spiegel Online
Der Mann und die Milliarden-Bombe
Vor gut einem Jahr entdeckte Hans-Werner Sinn ein gigantisches
Risiko in der Bilanz der Deutschen Bundesbank. Seitdem kämpft der
Ökonom dafür, das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.
Doch das Problem ist zu sperrig für eine Talkshow. Sicher ist: Das
Risiko steigt weiter.
500 Milliarden Risiko für Deutschland
Nach Wochen hatte Sinn ein Bild zusammengefügt, das den Betrachter
erschauern lässt: Innerhalb des eigentlich harmlosen Zahlungsystems
zwischen den Notenbanken der 17 Euro-Länder haben sich seit Beginn
der Finanzkrise 2007 gewaltige Ungleichgewichte aufgebaut: Während
die europäischen Krisenstaaten Italien, Spanien, Irland, Portugal
und Griechenland Defizite von insgesamt mehr als 600 Milliarden
Euro aufweisen, sind die
Forderungen der Bundesbank mittlerweile
auf 498 Milliarden Euro gestiegen.
Eurozone aus den Fugen
So viel steht allerdings nur im schlimmsten Fall auf dem Spiel,
etwa wenn der Euro komplett zerbricht. Wesentlich realistischer ist
dagegen ein Austritt eines Landes, zum Beispiel Griechenlands. In
diesem Fall müssten alle anderen Notenbanken gemeinsam die Schulden
der griechischen Notenbank tragen. Die Bundesbank wäre gemäß ihrem
Anteil an der Europäischen Zentralbank (EZB) mit rund 28 Prozent
dabei. Bei 108 Milliarden Euro griechischer Verbindlichkeiten wären
das etwa 30 Milliarden Euro.
Sinn liebt die Provokation. Doch man glaubt ihm, dass er sich in
dieser Sache ernsthaft Sorgen macht. Er sitzt in einem Restaurant
im Berliner Regierungsviertel. Auf dem Tisch hat er seinen Laptop
aufgeklappt. Mit dem unteren Ende seines Kaffeelöffels zeichnet er
die gelben und blauen Linien nach, die sich über den Bildschirm
schlängeln. Sie sollen zeigen, wie sehr die Euro-Zone aus den Fugen
geraten ist. "Das ist gefährlich", sagt Sinn, und seine Augen
blitzen. Durch die Forderungen an die anderen Notenbanken sei
Deutschland erpressbar geworden.
"Jeder weiß
jetzt, dass wir den Euro retten müssen - und zwar um fast jeden
Preis."
http://wirtschaft.t-online.de/bei-der-bundesbank-schlummern-…
schrieb am 27.02.12 23:14:01
Es kann so kommen, wie es in dem vorstehenden Beitrag beschrieben
ist.
Es kann aber alles auch ganz anders kommen.
Dies ist das Risiko mit dem wir leben müssen.
Wenn es denn sicher wäre, dass der Euro in der mittleren Zukunft
zusammenbrechen würde, wäre die Situation ja ganz einfach. In
diesem Fall brauchte man sein Kapital ja nur in stabile Währungen
außerhalb des Euro-Raums - z. B. Australischer Dollar,
Hongkong-Dollar oder Singapur Dollar - zu investieren. Und schon
könnte man den Zusammenbruch des Euros in aller Ruhe abwarten.
Einen Verlust - gerechnet in Euro - würde man dann ja nur erleiden,
wenn - entgegen den Erwartungen - der Euro zu neuen Höhenflügen
ansetzen und gegen die oben genannten Beispielswährungen deutlich
aufwerten würde. In allen anderen Fällen hätte man sein
Euro-Kapital ja in Sicherheit gebracht.
Auch Gold und Silber könnten - da sie ja in US-Dollar - notieren
eine gewisse Sicherheit gegen einen Verfall des Euros bieten.
Bedenklich ist hierbei nur, dass bei einem Euro-Verfall ja zwingend
auch mit einem Anstieg des US-Dollars gegenüber dem Euro gerechnet
werden muss. Zeiten eines starken Dollars waren aber - zumindest in
der Vergangenheit - mit einem Preisverfall des Goldes gerechnet in
US-Dollar verbunden. Für Euro-Anleger könnte dies dann bedeuten,
dass der Goldpreis - gerechnet in Euro - unter dem Strich
unverändert bleibt.
Trotzdem gehört - allein aus Gründen der Sicherheit - auch ein
gewisser Anteil von Gold in die Vermögensaufteilung.
schrieb am 27.02.12 23:27:20
Wenn man die obigen Befürchtungen hat, nutzt untätiges Klagen wohl
nichts.
Man muss sich eine fundierte Meinung bilden und dann entsprechend
dieser Meinung auch handeln.
Eine breite Streuung des Vermögens über mehrere Anlageklassen kann
- nach den Erfahrungen der Vergangenheit - auch hilfreich sein.
Es ist eine alte Erfahrung in militärischen Auseinandersetzungen.
Wer alles behalten will, wird alles verlieren.
Also muss entschlossen aber flexibel gehandelt werden. Erkennt man
einen Irrtum in der eigenen Strategie, so muss man die Kraft haben,
den Irrtum zu korrigieren.
Noch haben wir sicherlich ein gewisses Zeitfenster für
entsprechende Aktionen.
Foren wie dieses hier können zur Meinungsbildung insoweit helfen,
als man die hier gefundenen Meinungen durch eigene Quellenforschung
überprüft und sich dann eine eigene Meinung bildet.
schrieb am 28.02.12 00:59:19
Einige Quellen deuten aber darauf hin, dass man wohl nicht den Weg
einer Währungsreform gehen will.
Vielmehr deutet einiges darauf hin, dass man den weg über eine
Vermögensabgabe gehen will.
Nach den Ermittlungen der Boston Consulting Group beträgt das
Vermögen der Bürger in der Eurozone ca. 18.000 Milliarden Euro.
Ferner hat BCG ermittelt, dass die Eurozone die Staatsschulden um
ca. 6.000 Milliarden Euro senken müßte, um wieder auf eine tragbare
Verschuldungsquote zu kommen. Global über alle Guthaben gerechnet
müßte für die Eurozone also eine einmalige Vermögensabgabe von ca.
34 Prozent auf die vorhandenen Vermögen erhoben werden, um die
Verschuldung der Euro-Länder wieder auf einen tragbaren Level zu
bringen.
Quelle :
Plant das Finanzministerium die Enteignung Deutscher Sparer ?
Artikel von Udo Bergstein, vom 15.12.2011
gefunden auf www.boersennews.de
schrieb am 28.02.12 02:18:32
Diese beiden Lösungsansätze zeigen das Dilemma vor dem die Anleger
zur Zeit stehen.
Einerseits könnte eine Inflationierung kommen an deren Ende
möglicherweise eine Währungsreform steht.
Andererseits könnte das Schuldenproblem auch in einer gewaltigen
Anstrengung durch eine einmalige große Vermögensabgabe gelöst
werden.
Für beide Lösungen gibt es in den öffentlichen Quellen
Anhaltspunkte.
Beide Lösungen bedürfen für den Anleger auch unterschiedliche
Antworten.
Es ist also die Frage, ob wir eine Deflation oder eine Inflation
bekommen. Die Frage ist zur Zeit aus meiner Sicht noch nicht
abschließend zu beantworten.
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