Eine Währungsreform in Europa geht nicht--,daß große internationale
Konzerne robuster sind ist unbestritten,habe ich auch nicht
gemeint, aber der Bürger,einzelne Kapitalanleger erwischt es,durch
nationale Regelungen/Steuern/Abgaben in Verbindung mit weniger
Leistungen des Staates-so wird es wohl kommen.
kenkennard
schrieb am 19.04.12 02:24:13
Beitrag Nr.142
(43.057.970)
Antwort
Zitat
Sobald die bisherigen für die Euro-Rettung gegebenen Bürgschaften
sich in zu leistende Barzahlungen umwandeln, ist auch aus meiner
Sicht mit erhöhten Steuerbelastungen und auch Abgabenbelastungen in
den Geberländern zu rechnen.
Wie dies dann im einzelnen ausgestaltet wird, ist sicherlich noch
Gegenstand harter politischer Auseinandersetzungen.
lalin1972
schrieb am 29.04.12 10:59:11
Beitrag Nr.143
(43.101.490)
Antwort
Zitat
Zitat von kenkennardDeshalb
bleiben Aktien solcher Gesellschaften für den Anleger eine gute
Möglichkeit, agressiven Maßnahmen des Staates zu
entgehen.
Das stimmt zwar für die Gesellschaften, berücksichtigt aber nicht
mögliche agressiven Maßnahmen gegenüber dem Anleger. Eine
Sonder-Gewinn- und Dividendensteuer von 50+x%, eine Einschränkung
der Handelbarkeit oder andere "Daumenschrauben" sind weiterhin
möglich.
Man sollte überlegen, ob es sinnvoll ist, seine Aktien usw.
innerhalb der EU(ro-Zone) zu halten oder ob man nicht ein Depot
außerhalb dieses Raumes eröffnet, auf welches der Staat keinen
Zugriff hat.
Zum Gold:
Der private Goldbesitz war in den USA von 1933 bis 1973 (also 40
Jahre!) verboten. Was nützt Gold, wenn man es nicht verwerten kann,
weil man Gefahrläuft, denunziert und bestraft zu werden?
Wer ganz sicher gehen will, sollte auch kaum denkbare "Lösungen"
zur Schuldenkrise in Betracht ziehen.....
kenkennard
schrieb am 29.04.12 13:36:52
Beitrag Nr.144
(43.101.750)
Antwort
Zitat
Dies stimmt alles.
Ich habe darauf eindeutig im Forum über die Hyperinflation
hingewiesen.
Als Lösung für den kleinen Geldbeutel habe ich dort seinerzeit eine
Investition in Dosennahrung, Zigaretten oder alkoholische Getränke
empfohlen. Diese sind sehr langlebig und haben - im Gegensatz zu
Papiergeld - stets einen gewissen Tauschwert. Auch war das Eigentum
an diesen Gegenständen in der mir bekannten Geschichte niemals
illegal.
Für den größeren Geldbeutel wäre eine Investition in einen
Bauernhof mit genügend Fläche zur Erzeugung von Nahrung zu
empfehlen. Ergänzend wäre hier an eine Nutztierhaltung zu denken.
Auch landwirtschaftliche Maschinen mit ausreichend Ersatzteilen
wären empfehlenswert.
Diese Investitionen müssen ja nicht unbedingt in Europa
stattfinden. Auch die klugen Chinesen tätigen ja als Staat solche
Investitionen beispielsweise in Afrika oder Südamerika.
Sollte das Papiergeld wirklich durch Inflation oder gar
Hyperinflation einen großen Teil seines Wertes verlieren besteht
für die Menschen das vorrangige Problem in der Nahrungsbeschaffung.
Die Geschäfte werden dann leer sein, weil die Geschäftsinhaber
natürlich nicht mehr bereit sein werden, ihre Sachwerte in Form von
Nahrungsmitteln gegen Tausch in Papiergeld abzugeben.
Dies konnten die Zeitgenossen leidvoll in den Krisen nach den
beiden Weltkriegen erfahren.
kenkennard
schrieb am 29.04.12 13:55:45
Beitrag Nr.145
(43.101.763)
Antwort
Zitat
Aktien waren während dieser Krisen tatsächlich nicht die geeignete
Anlage zur Überwindung dieses Nahrungsmitteschaffungsproblems. Aber
nach der Krise war das dann anders. Ab Mitte der 1950er Jahre
entwickelten Aktien dann wieder ihren vollen Wert und haben ihren
Besitzern wieder den Wert der Vorkriegszeit - und teilweise sogar
mehr als das - erbracht.
Bei Gold führte das Besitzverbot und noch viel mehr das
Handelsverbot dazu, dass die Goldbesitzer nicht den vollen Wert
ihres Goldes erhalten konnten.
Wegen des Hungers waren die Goldbesitzer nach dem Zweiten Weltkrieg
gezwungen ihr Gold zu einem Bruchteil des vormaligen Wertes an die
Nahrungsbesitzer - hier also die Bauern - im Tausch gegen
Nahrungsmittel abzugeben.
Allerdings hat auch dies die Goldbesitzer dann oftmals vor der
Verhungern bewahrt.
Zu diesem Thema wurde in dem Forum über die Hyperinflation bereits
ausführlich diskutiert.
Es kommt also sehr darauf an, welche Art der Krise der Anleger
erwartet. Erwarten wir lediglich eine starke Inflationierung - ohne
den Zusammenbruch des Systems - wie etwa in den 1970er Jahren. Oder
erwarten wir einen Zusammenbruch - wie etwa nach den beiden
Weltkriegen.
Während der 1970er Jahre waren bestimmte Aktiengruppen - Ölaktien,
Goldminen und andere Rohstoffwerte - ein ganz ausgezeichneter
Schutz gegen die Inflation. Dies zeigte eine kürzlich im
Handelsblatt veröffentlichte Studie der österreichischen
Raiffeisen-Centro-Bank. Nach dieser Studie war allerdings der beste
Inflationsschutz mit den US-amerikanischen Immobilienaktien während
dieser Zeit zu erreichen.
Nun sind die USA aber niemals in einen solchen Zusammenbruch - wie
Deutschland nach den beiden Weltkriegen - geraten. Erwartet man
eine solche Entwicklung ist die Anlage in Aktien tatsächlich nicht
die vorrangige Anlage.
Dann bleibt es bei den obigen Empfehlungen. Kommt es dagegen ganz
anders und Staaten brechen unter ihrer Schuldenlast zusammen - wie
es gegenwärtig in Griechenland zu sehen ist - führt dies zur
Schrumpfung der Geldmenge und damit zur Deflation.
Bei Deflation würden alle Sachwerte und auch Gold deutlich an Wert
verlieren. Dies war im Jahre 2008 zu beobachten, als der Ölpreis in
kurzer Zeit von ca. 147 US-Dollar auf ca. nur noch 40 US-Dollar je
barrel sank.
Auch die Frage ob wir Deflation oder Inflation bekommen werden ist
letztlich noch nicht entschieden.
Dies macht die Anlage so schwierig. Schon Wilhelm Busch wußte, dass
es meistens immer anders kommt, als man denn erwartet.
kenkennard
schrieb am 29.04.12 14:16:06
Beitrag Nr.146
(43.101.792)
Antwort
Zitat
Eine gute Alternative zu reinen Rohstoffinvestments können auch
Währungen der Rohstoff-Länder sein.
Als Kronzeugen für eine solche Verhaltensweise kann ich den
bekannten Anlageexperten Jim Rogers benennen.
Sehen wir uns einmal den Australischen Dollar an. Australien hat
einerseits kaum Schulden und zahlt andererseits höhere Zinsen als
die Länder des Euro-Raums.
Australien fördert Rohstoffe wie Gold, Öl, Gas, Kohle und
verschiedene Industriemetalle in hohem Umfange. Auch in der
Nahrungsmittelerzeugung mittels Landwirtschaft ist das Land
tätig.
Wenn man davon ausgeht, dass die aufstrebenden Länder wie China
diese Produkte weiterhin in immer höheren Mengen kaufen wollen,
werden diese immer mehr australische Dollar benötigen, um diese
Produkte zu kaufen.
Hierdurch wird der australische Dollar langfristig weiter gegen
andere Nicht-Rohstoff-Währungen ansteigen.
Gold werden die Australier wohl kaum annehmen, denn sie wollen ja
gerade das von ihren Goldminen verkaufte Gold loswerden. Auf den
Tauschhandel werden sie - wegen der Unzweckmäßigkeit - auch nicht
umsteigen. Also werden sie von den Käufern ihrer Rohstoffe
australische Dollar verlangen.
Somit könnte man den Australischen Dollar als eine
Rohstoffinvestition in Papierform ansehen.
Eine Alternative wäre also, sich Australische Dollar in den Tresor
zu legen. Dies erscheint mir sinnvoller als Gold- oder
Silberanlagen, die in Deutschland in der Zeit von 1923 bis 1955 -
wie in den USA - ebenfalls verboten waren.
kenkennard
schrieb am 29.04.12 15:40:58
Beitrag Nr.147
(43.101.934)
Antwort
Zitat
Aber auch für reine Goldfans gibt es ja einen gangbaren Weg.
Hier kann man dem bekannten Anlageexperten Marc Faber folgen.
Er sagte vor einiger Zeit in einem Interview, dass er nach wie vor
zu einem guten Teil seines Vermögens noch auf physisches Gold
setzt.
Ergänzend fügte er aber hinzu, dass er sich zwar oft in den USA
aufhalte, sein Gold aber in den Tresoren von Banken in Thailand und
Singapur aufbewahren lasse.
Vielleicht möchte er hiermit ja ein von ihm befürchtetes
Goldhandelsverbot in den USA umgehen. Jedenfalls ist in der
bekannten Geschichte in den obigen Ländern wohl noch niemals ein
solches Goldhandelsverbot ausgesprochen worden.
Ein solches Verhalten wäre zur Zeit auch für die Bürger von
EU-Staaten noch legal. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft,
kann man auf diese Weise auch nicht der Steuerhinterziehung
beschuldigt werden.
Interessant ist übrigens, dass auch der Erlass des Goldverbotes in
den USA des Präsidenten Roosevelt vom 09.03.1933 nur ein
Inlandsverbot von Gold vorsah. Die US-Bürger, die im Ausland
Goldbestände unterhielten, waren von dem Goldverbot also nicht
betroffen.
Ob dies bei künftigen Goldverboten dann auch noch so ist, kann man
natürlich nicht vorhersehen.
kenkennard
schrieb am 29.04.12 15:56:41
Beitrag Nr.148
(43.101.948)
Antwort
Zitat
In wirklich ernsten Krisen - wie zum Ende der beiden Weltkriege -
kann man also zwei Phasen des Krisenmanagements erkennen.
In der akuten Phase der Krise geht es um das "reine Überleben".
Dies bedeutet, man muss für sich und seine Familie genügend
Nahrungsmittel beschaffen. Da in solchen Zeiten häufig auch das
Rechtssystem zusammenbricht, muss man zusätzlich noch geeignete
Maßnahmen treffen, sich und seine Familie und das Eigentum zu
schützen. So war die Deutsche Polizei nach dem Zweiten Weltkrieg
von den Siegermächten in der Anfangsphase entwaffnet worden und
nicht mehr im Einsatz. Die Alliierte Militärpolizei war in den
ersten Wochen nach dem Krieg nicht in der Lage diese Lücke zu
füllen.
In dieser akuten Krisenzeit helfen vorhandene Lebensmittel - wenn
man sie vor der Krise angesammelt hat - am meisten. Gold und andere
Edelmetalle können bedingt helfen, wenn man in die Rechnung
einbezieht, dass man nur einen Bruchteil des Vorkriegswertes dieser
Metalle in Lebensmittel umtauschen kann.
Sobald die Krise vorüber ist, entwickeln Gold und Aktien ihren
vollen Wert als Krisenschutz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden
Geldanlagen wie Anleihen oder Lebensversicherung nahezu wertlos.
Gold und Aktien hingegen konnten ihren Vorkriegswert nach einiger
Zeit wieder übertreffen.
Dies ist aber eines der schlimmsten denkbaren Szenarien. Persönlich
denke ich nicht, dass sich zur Zeit ein solches Szenario wieder
abspielen könnte. Dafür sind die Bürger der EU-Staaten im Vergleich
zur Nachkriegszeit viel wohlhabender.
Man wird die Krise wohl durch Leistungskürzungen, Steuererhöhungen
und Zwangsanleihen vergleichsweise schonend lösen können.
zeoxfan
schrieb am 29.04.12 20:53:55
Beitrag Nr.149
(43.102.383)
Bewertung: 1 x
Antwort
Zitat
Damit wir uns mal auf das wesentliche hier konzentrieren, stelle
ich heute mal ein gutes Video von Roland Baader (meinem Vorbild)
ein, welches wenige Tage vor seinem Tod aufgenommen worden ist.
"Roland Baader: "Schlußendlich werden sie alle
fallen, weil das gesamte System marode ist"
Gruss
Zeolein
zeoxfan
schrieb am 02.05.12 06:34:58
Beitrag Nr.150
(43.108.868)
Bewertung: 1 x
Antwort
Zitat
Unser gesamtes Weltfinanzsystem wird gegen die Wand gefahren. Was
ist dann noch euer Geld wert? Warum es sinnvoller erscheint in
Gold/Silbersparplänen anzulegen als in Riester- oder
Rentensparplänen, sollte allen hier hoffentlich klar sein......
Anbei ein sehr interessantes Interview von Frank Meyer mit Thorsten
Polleit.
Auch an Feiertagen wird eben gearbeitet - lobenswert.
Thorsten Polleit: Das nahende Ende des Papiergeldes