Komisch, auch kein Handel bei Tradegate.
Hat sich denn hier irgendjemand mal mit dem Unternehmen
beschäftigt?
Hier ein paar Infos von Börse Online:
Ein wenig holprig ist die Kommunikation zwischen den chinesischen
Vertretern von Greater China Precision Components (GCPC) und den
heimischen Investoren schon noch, doch die Botschaft kommt an: GCPC
ist ein junges stark wachsendes Unternehmen und sucht sein
Börsenheil in Deutschland. Insgesamt will die Company bis zu 28,5
Millionen Euro einsammeln.
Noch bis zum 15. November 2007 bietet GCPC unter Führung der VEM
Aktienbank bis zu 7,5 Millionen Aktien in einer Preisspanne von
3,40 bis 3,80 Euro an. Auf Basis der oberen Preisspanne käme das
Anfang 2004 gegründete Unternehmen auf einen Börsenwert von knapp
105 Millionen Euro. Dabei streben die Chinesen ein Listing im eher
gering regulierten Entry Standard an. Alle wichtigen Informationen
finden sich allerdings im 252 Seiten umfassenden Wertpapierprospekt
mit deutscher Zusammenfassung.
Um die Aktionäre auch künftig zeitnah zu informieren, plant GCPC
eine quartalsweise Berichterstattung, wobei auch hier die
wesentlichen Punkte in deutscher Sprache präsentiert werden sollen.
Pluspunkt des IPO: Es handelt sich um eine beinahe reinrassige
Wachstumsfinanzierung, das komplette angebotene Material stammt aus
einer Kapitalerhöhung.
Lediglich die Hälfte der Mehrzuteilungsreserve (Greenshoe) stammt
vom Management. Die Erstnotiz peilt das Unternehmen für den 20.
November an. Von den insgesamt 27,5 Millionen Anteilscheinen
befinden sich dann gut 27 Prozent im freien Umlauf. Vorzeitiges
Kassemachen wollen die Verantwortlichen ausschließen, in dem eine
Lock-Up-Frist von 18 Monate für 75 Prozent der von den
Altaktionären gehaltenen Papiere vereinbart wurde.
Für das erste Viertel gilt eine Verkaufssperre von immerhin zwölf
Monaten. Mit dem Emissionserlös will GCPC den Ausbau der
Produktionsanlagen finanzieren und somit weiteres Wachstum
sicherstellen. „Der chinesische Markt für Mobiltelefone verfügt
über enormes Potenzial“, sagt Baoyu Wu gegenüber BÖRSE ONLINE.
Noch ist GCPC allerdings ein recht kleines Unternehmen: Im
vergangenen Jahr kam das von der Branche mit dem SDAX-Konzern Balda
vergleichbare Unternehmen erst auf einen Umsatz von umgerechnet
15,6 Millionen Euro. Immerhin erzielten die Chinesen bereits damals
einen Gewinn von 2,2 Millionen Euro, was einer Nettomarge von 14
Prozent

entspricht. Für 2008 prognostizieren die Analysten der
konsortialführenden VEM Aktienbank einen Umsatz von gut 29
Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 8,6 Millionen Euro.


Den fairen Wert für die GCPC-Aktie setzt VEM bei 4,45 Euro an. Das
liegt rund 17 Prozent über dem oberen Ende der Angebotsspanne. Bei
aller China-Euphorie sollte Anlegern bewusst sein, dass der Markt
für Handyschalen hart umkämpft ist und um jeden Prozentpunkt in der
Marge gekämpft wird.
So hat Balda kürzlich bekannt gegeben, dass die Europa-Aktivitäten
komplett veräußert werden sollen, um sich in der Produktion ganz
auf Asien zu fokussieren. Bis Ende des Jahres soll die Transaktion
abgeschlossen sein. Vor einigen Monaten musste Balda sogar die
Gewinnprognose angesichts des Wettbewerbsdrucks kürzen.
GCPC-Chef Baoyu Wu ist dennoch optimistisch für sein Vorhaben
Börsengang: „Es ist ein guter Zeitpunkt, um in GCPC zu
investieren.“ Unter Bewertungsaspekten klingt der Titel nicht
überzogen. Das Emissions-KGV auf Basis der Schätzungen für 2008
liegt bei 12,3. Zum Vergleich: Balda kommt auf ein Multiple von
knapp zehn. Eigentlich wäre ein Abschlag angemessen, aber mutige
Investoren können sich dennoch ein paar Stücke ins Depot legen. Die
Vorzeichen stehen jedenfalls gut, dass sich die GCPC-Aktie besser
schlägt als die erste China-Emission aus dem Hause VEM. Die
Anteilscheine des Holzmaschinenherstellers GongYou haben seit der
Erstnotiz im März 2007 nämlich rund 30 Prozent an Wert
eingebüßt.