Noch gibt es keine Indizien für einen Gewinnrückgang der
Firmen,
das ist momentan alles hypothetisch!
Aber genau hier liegt die Riesenchance, denn kommt es anders, woran
ich trotz der Turbulenzen immer noch glaube, dann habt ihr locker
Verdopplungspotential bei diesen Werten!
Die Auftragslage ist zumindest immer noch hervorragend...

--------------------------------------------------------------------------------
Insider im Fokus: Leoni
von Cindy Bach
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die rasante Talfahrt mit Historienpotenzial an den internationalen
Börsen scheint dank des „In die Presche springen“ der
amerikanischen Notenbank mit ihrer außerordentlichen Zinssenkung um
75 Basispunkte (übrigens der größte Zinsschritt nach unten
innerhalb des letzten Viertel-Jahrhunderts) vorerst gestoppt.
Zeit, sich wieder mit möglichen Kandidaten für den Einstieg zu
beschäftigten, wenn ich auch zunächst noch zur Vorsicht rate.
Zwar kann man schon hier und da erste Positionen in „ausgebombte“
Werte starten, doch alles ist noch immer mit einem nötigen Maß an
Bedacht.
Die Märkte beleiben anfällig, solch ein Crash wie wir in den
vergangenen beiden Tagen gesehen haben, hackt man nicht mal eben so
ab, denn er barg für uns ein eindeutiges Zeichen: Die Aktienmärkte
sind angeschlagen und das Zittern wird noch eine Weile anhalten.
Doch Fakt ist: Selten war das Chance-Risiko-Verhältnis so
attraktiv wie jetzt. Das sehen auch viele Unternehmensinsider so.
Und deshalb möchte ich mir heute gemeinsam mit Ihnen einen
spannenden Insider im Fokus anschauen.
Sie haben es sicher gestern in meiner Übersicht zu den
Insidertransaktionen der vergangenen Woche gesehen.
Bei der
Leoni AG wurden gleich von drei Mitgliedern des Vorstandes Käufe
eigener Aktien gemeldet. In vier Tranchen erwarben
Vorstandsvorsitzender Klaus Probst und dessen Ehefrau sowie
Finanzvorstand Dieter Bellé und Vorstand Uwe H. Lamann insgesamt
16.000 Leoni-Papiere für umgerechnet etwas mehr als 400.000 Euro.
Ein beachtliches Paket. Doch ein Einstieg der Unternehmenseigenen
scheint auf dem aktuell völlig unterbewertetem Niveau fast
selbstverständlich.
Denn wenn man von zu unrecht ausverkauften Nebenwerten spricht,
dann kommt man an der Leoni AG nicht vorbei und im Falle des
renommierten Kabelspezialisten aus Nürnberg kann man dies sogar mit
Überzeugung gefütterter Stimme tun. Denn die im MDAX notierte Leoni
präsentierte sich bisher als Aktienwert erster Güte, hinter der
sich ein solide wachsender Traditionskonzern mit insgesamt
glänzender fundamentaler Verfassung verbirgt.
Unbändiger Wachstumshunger
Die Firmengeschichte von Leoni reicht zurück bis ins Jahr 1596.
Damals begann der Franzose Anthoni Fournier mit einer Handvoll
Mitarbeitern in Nürnberg mit der Herstellung feinster Gold- und
Silberdrähte für kostbare Stickereien, sog. Leonische Waren. Aus
dieser kunstvollen Drahtwerkstatt wurde 1917 die Leonische Werke
Roth-Nürnberg AG. Von da an ging es mit der Gesellschaft rasant
voran. Man steigt erfolgreich in die Kabelfertigung ein und gründet
Vertriebsgesellschaften in Frankreich, Großbritannien sowie
Tochtergesellschaften in Tunesien, Portugal, Ungarn, Tschechien,
Polen und den USA. Parallel dazu wachsen die Geschäftsbereiche des
Konzerns. Heute ist Leoni ein weltweit aktiver System- und
Entwicklungslieferant für Draht, Kabel, und Bordnetz-Systeme.
Hauptabnehmer sind Unternehmen der Automobil- sowie der
Kommunikations- und Elektroindustrie. Zu den zahlreichen namhaften
Kunden zählen Audi, Porsche, BMW, Bosch Siemens und Ericsson.
Der Chart der Leoni-Aktie hatte seinen investierten Anlegern bis
vor kurzem noch echte Tränen der Freude in die Augen getrieben.
Seit fünf Jahren hatte der Kurs der Leoni-Aktie in einem
andauernden langfristigen Aufwärtstrend befunden, der bei 7 Euro in
der zweiten Hälfte 2002 gestartet war und bei etwas über 45 Euro im
November vergangenen Jahres sein abruptes Ende fand. Dazwischen:
Eine traumhafte Kursrally, welche die Leoni-Aktie ein Allzeithoch
nach dem anderen in den eigenen Schatten stellen ließ. Doch wie so
viele solide MDAX-Werte kam auch für die Leoni-Aktie Anfang
November 2007 die eiskalte Dusche.
Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei einem Kursniveau um 25
Euro.
Im Sog des Ausverkaufes im Nebenwertebereich kam das
Traditionsunternehmen unter die Räder und brach scheinbar haltlos
ein. Die traurige Bilanz: In nur zwei Monaten ist der Kurs auf das
Niveau von 2006 zurück gefallen. Leoni wurde abgestraft wie ein
überspekulierter Technologiewert zu Neue Markt-Zeiten, 45 Prozent
Marktkapitalisierung wurden einfach so hinweggefegt.
Als Grund für den Ausverkauf sehen viele Börsenexperten die
angespannte Marktlage im internationalen Automobilsektor. Die in
den letzten Jahren stark gestiegenen Produktionskosten machen den
Autobauern rund um den Globus zu schaffen. Und daran haben
letztlich und vor allem auch die Zulieferer zu knabbern. Steigende
Fertigungskosten werden nämlich nur allzu gerne an diese weiter
gegeben.
Offenbar wird befürchtet, Leoni könnte künftig zu
Preiszugeständnissen gegenüber seinen Kunden gezwungen werden. Doch
das halten wir für reine Spekulation. Denn längst haben sich die
Nürnberger eine unabhängige Marktstellung erkämpft.
Mit Expansion und organischem Wachstum in den Rebound
Mit mehr als 35.000 Mitarbeitern an rund 80 Standorten erzielte die
Unternehmensgruppe bereits 2006 einen Konzernumsatz von rund 2,1
Mrd. Euro. Und es wird in schier unendlicher Wachstumsorientierung
immer weiter investiert und expandiert. So auch in 2007. Im Mai
vergangenen Jahres kündigte Leoni zunächst die mehrheitliche
Übernahme der norditalienischen Silitherm an. Dann übernahm man
wenige Monate später auch die Aktivitäten der spanischen Furas. Bei
der Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von 43 Mio. Euro handelt es
sich um einen Hersteller von gummiisolierten und textilumflochtenen
Kabeln und Netzanschlussleitungen. Mit dem Erwerb dieser beiden
Gesellschaften baut Leoni die Präsenz im europäischen Markt weiter
aus.
Valeo-Bordnetzsparte und günstiges KGV sorgen für neue Fantasie
Dann der Coup schlechthin: Der Spezialist für Kabel, Drähte und
Bordsysteme gibt im August bekannt die Bordnetzsparte der
französischen Valeo übernehmen zu wollen. Die EU-Kommission gibt im
Dezember ihr Jawort zu der Übernahme und Leoni rückt mit dem 244
Mio. teuren Spartenkauf zur europäischen Nummer 1 für
Bordnetz-Systeme in der Automobilindustrie auf und gewinnt auch
Land im Automobilmarkt Frankreich mit Unternehmen wie PSA, Renault
und Fiat. Auch im Bereich Nutzfahrzeuge gewinnt Leoni mit der
Valeo-Sparte wichtige Kunden wie Paccar und Volvo. Zudem bedeutet
der Zusammenschluss das Potenzial markanter Verbesserungen, denn
etwa zwei Drittel der Werke liegen in Ländern mit niedrigen
Lohnkosten.
Doch damit nicht genug: Denn nicht ausschließlich durch Zukäufe,
sondern auch durch organisches Wachstum zeigt der Trend von Leoni
klare Tendenz nach oben. Das untermauerten bereits die
Halbjahreszahlen 2007: Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr 2007
um 19 Prozent auf 1,177 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss konnte um
15,8 Prozent auf von 44,6 Mio. Euro gesteigert werden.
Vorstandschef Klaus Probst hob daraufhin die Jahresprognose für das
Gesamtjahr 2007 leicht auf 2,3 Mrd. Euro beim Erlös und 130 Mio.
Euro beim operativen Gewinn an. 2008 soll der Leoni-Umsatz laut
Expertenmeinung sogar bis auf 2,6 Mrd. Euro vorankommen, das ist
das Dreifache des derzeitigen Börsenwertes von Leoni.
Da kann man zusammenfassend eigentlich nur eines anfügen: Mit
einem KGV von aktuell knapp unter 9 ist die Aktie von Leoni
gnadenlos unterbewertet. Hält die nächste wichtige charttechnische
Unterstützung bei 25 Euro, ist es hier definitiv an der Zeit
einzusteigen. 

Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach