Antwort auf Beitrag Nr.:
34.111.995 von teecee1 am 16.05.08
16:41:40[urlOnline-Video-Portal Stream-TV
gestartet]http://www.teltarif.de/arch/2008/kw20/s29978.html
Außerdem MSN Video in den Windows Live
Messenger integriert [/url]
17.05.2008
10:53
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[urlTelekosmos]http://www.heise.de/tr/Telekosmos-Version-2008--/artikel/107375,
Version 2008[/url]
Von
Mark Williams
07.05.08
Ende Februar trafen sich 12.000 Mitglieder der vermutlich
wichtigsten Technologieindustrie des Planeten im Kongresszentrum
des damals bereits frühlingshaften, südkalifornischen San Diego.
Seit 2005 hört die dort jährlich stattfindende Veranstaltung auf
den sperrigen Namen "Optical Fiber Communication Conference and
Exposition / National Fiber Optic Engineers Conference". Die
Abkürzung der Konferenz ist ebenso unaussprechlich:
"OFC/NFOEC".
Was dort besprochen wird, betrifft uns allerdings alle: Die nahezu
einen Terameter lange Glasfaserinfrastruktur (1000 Millionen
Kilometer) dieses Planeten ist zum zentralen Nervensystem der
Menschheit geworden – sie trägt den Internet-Datenverkehr und die
gesamte internationale Telekommunikation inklusive Sprachtelefonie,
die inzwischen in Form digitaler Datenpakete übertragen wird. Der
Traffic, den das alles verursacht, verdoppelt sich alle zwei Jahre.
Der Branchenbeobachter Robert X. Cringely glaubt, dass der
einzige Grund, warum die immer beliebter werdenden Videodienste das
US-Internet 2007 nicht überlasteten, an heimlichen
Bandbreitenbeschränkungen lag, die die Breitband-Provider
vornahmen, ohne es zuzugeben. Die Voraussage, dass das Internet
bald zusammenbrechen würde, ist allerdings fast so alt wie das Netz
selbst. Dennoch ist ein rein rechnerische Potenzial vorhanden:
Würden alle YouTube-Benutzer sich entschließen, ihre Videos künftig
in HD hochzuladen, würde das wohl den US-Internetverkehr verdoppeln
und es wäre wohl schnell Schluss mit der Zuverlässigkeit.
Ich fuhr nach San Diego, um mir ein genaueres Bild der Lage des
globalen Telekosmos des Jahres 2008 zu verschaffen. Was ein
Telekosmos ist? Als ich am dritten Morgen der Veranstaltung in das
Konferenzzentrum trat, traf ich einen älteren, bebrillten Herrn in
blauem Blazer und beigen Chinohosen, der ziemlich entnervt
versuchte, in den Hauptsaal zu gelangen. "Sie sind doch George
Gilder", sagte ich, als ich ihn erkannte. Mit mürrischer Miene
knurrte er mir eine Bestätigung. "Das ist wirklich furchtbar",
sagte er mir. "In diese Richtung", zeigte ich – und verließ ihn. Es
war ein fast melancholischer Moment: Nur vor wenigen Jahren hätten
die Konferenzbetreiber wohl eine Limousine geschickt und stets
einen Saaldiener parat, um Gilder zu seinem Sitzplatz zu geleiten.
Damals war er ein reicher, viel geehrter Technologie-Prophet. Kurz
bevor im Jahr 2000 die Aktien der Kommunikationskonzerne und
Infrastrukturlieferanten einbrachen, hatte er ein Buch namens
"Telekosmos" veröffentlicht, dessen ursprünglicher
Untertitel
"Wie unendliche Bandbreite unsere Welt
revolutionieren wird" lautete. In jenen Tagen erlebte jede
Firma aus dem Bereich der Breitbandvernetzung, die in Gilders
monatlichem Newsletter erwähnt wurde, den so genannten
"Gilder-Effekt": Ihr Börsenwert zog teils kräftig an.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Technologie-Cheerleadern jener
Tage war Gilder ein interessanter Typ mit ganz eigener Geschichte.
Er fing in den Sechzigerjahren als Redenschreiber an – für
prominente Kunden wie Richard Nixon. In den Siebzigerjahren schrieb
er dann den antifeministischen Schocker "Sexueller Selbstmord", was
dazu führte, dass ihn das "Time"-Magazine "zum führenden männlichen
Chauvinistenschweineautoren der Nation" erklärte. Nach einer
Periode als Lobbyist für die Angebotspolitik der Reagan-Ära
etablierte sich Gilder dann als Technologieexperte: Er schrieb 1989
das Buch
"Microcosm", in dem er die Microchip-Revolution
betrachtete und 1990 schließlich
"[urlLife after
Television]http://www.amazon.com/Life-After-Television-George-Gilder/dp/0393033856",
in dem er so genannte
"[urlTeleputer]http://search.yahoo.com/search?ei=UTF-8&fr=b1ie7&p=%2BTeleputer&fr2=sp-qrw-orig-top&norw=1"[/url][/url]
vorhersagte – Geräte, die dank Glasfaserverbindung das klassische
Fernsehen ersetzen würden. Gilder hatte damit nicht nur zur rechten
Zeit das gesehen, was wirklich kommen würde – er vergrub sich auch
derart in der tatsächlichen technologischen Materie, das ihn auch
Profis ernst nahmen.
Gilder argumentierte damals, dass genauso wie der Mikroprozessor
eine bislang unvorstellbare Rechenleistung in die Hand jedes
Einzelnen brachte, auch der Boom beim Aufbau der Glasfasernetze
eine ganz neue Welt ins Leben rufen würde. In jenem Telekosmos gäbe
es dann eine Kommunikation ohne Verzögerung und eine unendliche
Bandbreite. Gilder sagte voraus, dass damit "die CPU an die
Peripherie, das Netzwerk in die Mitte" rücke – und dass es damit
jedem Menschen möglich werde, ein neues Produkt, eine Firma oder
eine politische Bewegung zu begründen. Doch auf jeden Boom folgt
automatisch auch ein Niedergang und der Crash der
Telekommunikationsindustrie erwies sich, als er dann kam, als
schlimmer als das Platzen der Dot-Com-Blase. Mehr als 500
Milliarden Dollar gingen in wenigen Jahren verloren. Zwischen 2001
und 2004 mussten 216 Telekommunikationsfirmen Insolvenz anmelden –
darunter Giganten wie Worldcom, einst 104 Milliarden Dollar wert.
Firmenboss Bernie Ebbers wurde gar zu 25 Jahren Gefängnis
verurteilt – für den größten Buchhaltungsbetrug in der
US-Geschichte. Währenddessen zitterten auch einstige Branchenriesen
wie AT&T. Unglücklicherweise hatte Gilder seine
High-Tech-Firmen so sehr geliebt, dass er auch sein eigenes Geld in
sie investiert hatte – und riet das auch anderen.
"Ich bin ein Fan von George Gilder, ungeachtet dem Platzen der
Telekom-Blase", meinte Ethernet-Miterfinder Bob Metcalfe nach
seiner Rede ("Auf dem Weg zum Terabit-Ethernet") in San Diego zu
mir. Der Netzwerkguru hatte seinem Publikum zuvor berichtet, dass
optische Netze bald nicht nur 40 bis 100 Gigabit pro Sekunde an
Ethernet-Leistung liefern würden (entsprechende Standards werden
derzeit festgeklopft), sondern bis 2015 auch ein Terabit-Ethernet
möglich sei. Warum, fragte ich, glaube Metcalfe daran? "Letzte
Nacht sprach Gilder vor 300 von uns auf einem Manager-Forum über
sein "Exaflood"-Papier, in dem er bis 2015 ein Zettabyte an
US-Internetverkehr erwartet. Da ich ihn sehr bewundere, habe ich
von dieser Vorhersage ausgehend hochgerechnet."
Ein Exabyte entsprechen 10 hoch 18 Bytes, ein Zettabyte 10 hoch 21.
Metcalfe sieht Videoanwendungen, neue mobile Dienste und
integrierte Systeme als Hauptfaktoren hinter diesem riesigen neuen
Datenstrom. "Video wird zum Hauptverkehr im Netz – und das ist noch
vor der Durchsetzung von HD der Fall. Das mobile Internet
überschritt erst kürzlich eine Milliarde neuer Handys pro Jahr.
Dann existieren auch noch völlig neue Datenverkehrsquellen wie die
10 Milliarden Microkontroller, die inzwischen jedes Jahr
ausgeliefert werden." Glaubt Metcalfe denn daran, dass die
existierende Infrastruktur, die in den Boomjahren aufgebaut wurde
und zu einem Überschuss an Glasfaserkapazität führte, ein
Terabit-Ethernet unterstützen kann? "Das Dark Fiber, das man damals
vergraben hat, wird nun aktiviert und einige Routen sind inzwischen
voll belegt", antworte er. "Das macht den zusätzlichen Druck aus,
auf 40 und 100 Gigabit pro Sekunde zu gehen. Es sieht so aus, als
könnten wir diese Geschwindigkeiten mit grundsätzlich gleichen
Fasern, Lasern, Fotodetekoren und 1500 Nanometer-Wellenlängen
erreichen, die wir heute jetzt haben – danke Verbesserungen bei der
Modulation." Es sei aber zu bezweifeln, dass sich dort noch ein
zusätzlicher Faktor 10 herausholen lasse. Deshalb müssten auch die
Backbone-Netze überholt und neue Technologien implementiert
werden.
Der Sprecher nach Metcalfe, Hervig Kogelnik, beschrieb den
Fortschritt auf dem Gebiet und zeigte die Technologien, die nicht
nur 10 oder 40 Gigabit pro Sekunde ermöglichen sollen, sondern auch
Terabits. Kogelnik, der in mehr als 40 Jahren bei Bell Labs
verschiedenste Forschungsprojekte leitete, in denen Laser,
Holographiesystem und optische Wellenleiter getestet wurden, hat
mehr Universitäts- und Branchenehrentitel gesammelt, als auf eine
Seite passen. Er erklärte, dass aktuelle Forschungsvorhaben die
derzeit verwendete Glasfaser-Übertragungstechnik WDM (Wavelength
Division Multiplexing) auf eine wirtschaftlich vertretbare
Übertragung von 10 Kanälen gebracht hätten – mit enorm gesteigertem
Durchsatz. Auf der die Konferenz begleitenden Messe wurde für jeden
sichtbar, dass die Komponenten, die Gilder vor einem Jahrzehnt
vorhergesagt hatte – ein globales Netzwerk mit unendlicher
Bandbreite und verzögerungsloser Übertragung – inzwischen Realität
werden. Die Firmen zeigten Produkte, die auf die Silizium-Photonik
setzen – das so genannte Lightwire beispielsweise, das die derzeit
zur Verbindung von Servern und Netzwerken verwendeten SFP+-Module
deutlich verbessert. Weil sich Photonen wesentlich schneller
bewegen und auch keine so große Hitze wie Elektronen erzeugen,
könnte sich so die Leistungsaufnahme bald halbieren.
Die Besucher der Konferenz und selbst die Aussteller zeigten sich
jedoch eher durchwachsen optimistisch. Natürlich sei das alles
spannend, hieß es allenthalben. Gleichzeitig sprach man aber leise
darüber, wie die Wirtschaft derzeit kollabiere und die Industrie
vor einer neuen Konsolidierungswelle stünde. Und wer, fragten sie,
werde die Investitionskosten für die Netze der nächsten Generation
tragen?
"Niemand will zahlen", meint Jag Bolaria, Analyst bei der
amerikanischen Linley Group und zuvor Direktor der
Ethernet-Abteilung bei Intel. "Deshalb ist die British Telecom in
Großbritannien gerade dabei, die Regierung zu bitten, Subventionen
für die Installation von DSL-Bandbreiten zu genehmigen. Ähnliches
läuft in Frankreich und Italien und bei uns bald auch." Besonders
die US-Provider betrachtet Bolaria dabei kritisch:
"Testen Sie
mal, was Sie hier an Bandbreite durch ihre Broadband-Leitung
kriegen. Bei einem oder zwei Megabit ist meistens Schluss. In
Europa und einigen Teilen Asiens erhält man viel mehr – vielleicht
10 Megabit."
... 2 Mbs Anschluß Download Geschwindigkeit um die 200 Kbs.
In Amerika besäßen die großen Carrier die Leitungen und es gäbe
kaum mehr Wettbewerb. "Wenn sie einem keine Bandbreite geben
wollen, geben sie einem auch keine. Für T1-Standleitungen verlangen
AT&T und Co. immer noch einen großen Batzen." Außerdem wollten
die Provider inzwischen Inhalte kontrollieren und dafür
zusätzliches Geld verlangen. Sollte die US-Regierung den Konzernen
nun tatsächlich Steuermittel genehmigen, sollte sie dementsprechend
knallharte Regeln aufstellen, dass Inhalterestriktionen und so
genannte "tiered services", bei denen nur die Lieblingsdienste der
Provider mit voller Geschwindigkeit durchgelassen werden, verboten
sind.
Was die Zukunft anbetrifft, bleibt Bolaria vorsichtig optimistisch.
"Wir bewegen uns langsam in Richtung von mehr als 25 Megabit ins
Heim, wenn man über eine Glasfaserhausleitung verfügt. Wenn man
dann endlich Uploads von zwei bis fünf Megabit hat, können die
Leute endlich anfangen, auch hochauflösende Videos ins Netz zu
stellen." Das könne Hollywood so radikal verändern, wie dies
das Internet bereits im Zeitungsmarkt getan habe, meint der
Analyst. "Insgesamt freue ich mich auf eine Zeit, in der man
ernsthaft auswählen kann, welche Inhalte man wünscht oder ob man
sie sich selber schafft. Ganz im Gegensatz zum jetzigen
Standardmodell: Hier ist, was Du kriegst und hier, wie viel es
kostet."
Fazit nach meinem Konferenzbesuch: Der Telekosmos des Jahres 2008
entspricht tatsächlich in großen Teilen dem, was Gilder Anfang des
Jahrhunderts vorhergesagt hat. Das ist ja schon einmal etwas.
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[urlDer Wind dreht
sich]http://www.heise.de/tr/Der-Wind-dreht-sich--/blog/artikel/107504[/url]
Von
Niels Boeing
07.05.08
(...) Endlich setzt sich die Erkenntnis durch, dass Infrastrukturen
in rein privaten Händen doch nicht so gut aufgehoben sind, wie
immer behauptet. Denn immer wieder folgte der behaupteten
Ineffizienz von Staatsmonopolisten die Untätigkeit von privaten
Monopolisten. Für die waren im Zeitalter des neuen
Finanzkapitalismus Investitionen in die Infrastruktur Kosten, die
sich nicht mit Expansionsplänen oder den Gewinnerwartungen der
Shareholder vereinbaren ließen. (...)
(...) Die Privatisierung der Telekommunikation in Deutschland ist
ebenfalls kein Ruhmesblatt gewesen. Weil man das Netz nicht vom
Betrieb trennte, konnte die Telekom jahrelang der Konkurrenz viel
zu hohe Durchleitungsgebühren abknöpfen. Und den Kunden auch:
Unvergessen ist die anfängliche Bündelung von DSL mit dem damals
teuren ISDN-System, für die es keinen technischen Grund gab. Das
wäre doch besser für die Kunden, wenn sie beides hätten, hieß es
1999 bei der Telekom als lapidare Begründung, warum DSL nicht über
analoge Anschlüsse angeboten werde. (...)