Antwort auf Beitrag Nr.:
34.021.455 von vermutung am 03.05.08
13:58:04Fortsetzung
Vergleich zur Vorwoche:
S&P 500 +1.14%
DJIA +1.29%
NASDAQ +2.23%
Russell 2000 + 0,54%
Branchen im Vergleich zur Vorwoche:
Tops:
Airlines +14.0%
Handydienstleister +4.82%
Telekommunikation +4.56%
Investmentbanken +4.33%
Internet +3.79%
Flops:
Bau - 4,3%
Goldminen -3,3%
Öldienstleister -2,98%
Tabak - 2,56%
Energie -1,82%
Dow Jones Average: Hoffen auf China
Von den 30 Blue Chips des Dow schlossen immerhin 22 im grünen
Bereich. Der König des Dow war Alcoa mit plus 4,00% auf 36,11
Dollar. Da die Fonds Rohstoffe als "eine Anlageklasse" betrachten,
führte die heutige "türkische" Öl-Rallye zu Rückkäufen bei den
gestern noch gemiedenen Rohstoffwerten. Außerdem erklärte die
Citigroup, China wandele sich beim Aluminium bald vom Exporteur zum
Netto-Importeur, steigere also die Nachfrage und damit den
Weltmarktpreis des leichten Metalls. Außerdem verwies die Bank auf
Lieferprobleme aus Südafrika, wegen der dortigen Stromausfälle.
DuPont belegte mit einem Tagesgewinn von 1,88% auf 49,86 Dollar den
2. Platz. Der breit aufgestellte Spezialchemiekonzern dürfte von
der Konjunkturaufhellung und - als Lieferant von Saatgut und
Pflanzenschutzmitteln - von der heute wieder auflebenden Nachfrage
der Anleger nach Rohstoff- und Agrar-Titeln profitiert haben. Knapp
dahinter lag die American International Group mit plus 1,85% auf
49,04 Dollar. Bei der weltweit größten Versicherung half die sich
seit Tagen abzeichnende Entspannung an den Kreditmärkten.
Der Flop des Dow war American Express mit minus 1,81% auf 50,40
Dollar. Die Kreditkartenfirmen litten heute darunter, dass die
US-Behörden ihre Regulierung verschärfen wollen. Damit könnten
möglicherweise die Zinseinnahmen der Kreditkartenausteller gedämpft
werden. JP Morgan Chase scheint davon aus betroffen zu sein.
Jedenfalls fiel die Großbank 1,20% auf 48,86 Dollar. Wal-Mart sank
0,98% auf 57,50 Dollar. Vielleicht weckte der wieder auferstandene
Ölpreis die Angst um die Kunden.
S&P 500: Sicherheit gegen Risiko
Der breit gefächerte S&P 500 profitierte auch heute wieder von
der Erholung im Finanzsektor. Heute gab es wieder eine Sonderaktion
der Fed bei der die US-Notenbank Liquidität in den Bankenmarkt
pumpte und dabei risikofreie Staatspapiere gegen angeschlagene
durch Immobilien gedeckte Forderungen tauschte. Außerdem erklärte
die Fed, sie wolle im Mai weitere Liquiditätshilfen im
Gesamtvolumen von 150 Milliarden Dollar bereitstellen. Die Cit
Group kletterte 7,67% auf 12,91 Dollar. Das Kreditinstitut, das
unter anderem Projekt- und Exportfinanzierungen bereitstellt,
setzte sein Rallye wegen der Entspannung der US-Kreditkrise fort.
Sallie Mae (SLM Corp.) sprang 8,86% auf 21,75 Dollar. Der
Studentenfinanzierer profitiert von der Absicht der US-Regierung
den - wegen der Kreditkrise - angeschlagenen Markt für
Studentenkredite durch Liquiditätsspritzen wieder aufzupäppeln. Der
Anleiheversicherer Ambac legte 6,96% auf 5,38 Dollar zu.
Jones Apparel sprang 8,66% auf 17,31 Dollar. Der
Bekleidungshersteller wurde bei Merrill Lynch von "Neutral" auf
"Kaufen" aufgewertet. Nordstrom avancierte 2,59% auf 36,46 Dollar.
Die Credit Suisse wertete den Fashionhändler von "Neutral" auf
"Outperform" auf.
Die Airline-Titel wurden wieder Opfer der Ölpreisexplosion. AMR
Corp, Mutter der American Airlines, sackte um 5,25% auf 9,38 Dollar
ab, Continental Airlines trudelte 2,39% auf 18,79 Dollar. Nortel
Networks verlor 2,41% auf 8,49 Dollar Der Netzwerkausrüster war
noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Gap Inc. gab 1,79% auf
18,60 Dollar ab. Die kalifornische Fashionkette wurde heute von der
Bank of America von "Kaufen" auf "Neutral" gekappt. In den
vergangenen Monaten hätten die Margen noch von Kostensenkungen
profitiert. Deren positiven Wirkungen liefen aber jetzt aus, heisst
es. Außerdem verliere die Marke "Old Navy" Marktanteile.
Mastercard fiel 3,03% auf 285,04 Dollar. Auch dort belastete - wie
bei dem Rivalen American Express - die drohende Verschärfung der
staatlichen Regulierung. Der Branchenkollege Visa sank deswegen
3,10% auf 82,75 Dollar.
Nasdaq: Schnelles Kino
Die Nasdaq stand im Schatten von Sun Microsystems. Das Papier
implodierte 22,61% auf 12,64 Dollar. Der Spielverderber des Tages
hatte die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Analysten wurden weit
verfehlt. Die Analysten reagierten darauf recht negativ. "Wir raten
weiterhin von der Aktie ab", kommentierte Analyst David Bailey von
Goldman Sachs. Trotz der Behauptung des Sun-Managements, die
Konjunktur sei schuld, glaubt Bailey, dass das Versagen weitgehend
unternehmensspezifische Ursachen hat. Der Konzern verliere etwa bei
seinen Servern Marktanteile an IBM. Goldman Sachs bleibt bei dem
offiziellen Urteil "Neutral" , kürzte aber das Kursziel von 17
Dollar auf 15 Dollar. Der Broker Cowen wies darauf hin, dass die
Computer Systeme von Sun bereits schon seit 2006 enttäuschend
Zuwachsraten haben, in fünf Quartalen jeweils nur 2 Prozent oder
darunter. Bear Stearns kappte die Aktie von "Outperform" auf "Peer
Perform".
Der Philadelphia Semiconductor Sector Index, der 19
Halbleiter-Titel erfasst, bröckelte 0,11% auf 399,85 Punkte. Nvidia
kletterte allerdings 4,74% auf 22,52 Dollar. Lehman Brothers
beförderten den Chip-Titel heute von "Gleichgewichten" auf
"Übergewichten" und änderten das Kursziel auf 25 Dollar (vorher: 24
Dollar). Begründet wurde die Korrektur mit der "attraktiven
Bewertung" und einem günstigen Risiko/Chance-Verhältnis.
Langfristig sollte der Spezialist für Grafik-Chips von neuen
Wachstumsfeldern profitieren, dazu zählten Server, High-Performance
Computer und drahtlose Anwendungen.
Adobe Systems avancierte 3,51% auf 40,38 Dollar. Bereits gestern
hatte das Softwarehaus (Photo Shop, Flash) wegen eines
optimistischen Ausblicks 4,6% zugelegt. Heute hoben Kaufman Bros
das Kursziel von 43 Dollar auf 45 Dollar und bekräftigen ihre
Kaufempfehlung.
Apple legte 0,52% auf 180,94 Dollar zu. Möglicherweise half
nochmals ein bereits gestern gemeldeter Schachzug der Kalifornier.
Der Technologie- und Medienkonzern schloss mit führenden
Hollywood-Studios, darunter Warner Bros., Paramount Pictures, 20th
Century Fox und Walt Disney Studios, einen wichtigen Deal ab.
Danach können die Nutzer über das iTunes-Portal Hollywood-Filme
bereits ab dem selben Tag downloaden, wenn die Streifen als DVD
veröffentlicht werden.
Der Rivale Research in Motion, Hersteller des BlackBerry, gewann
3,06% auf 131,92 Dollar. Der Black Berry Hersteller Research in
Motion sonnte sich heute im Wohlwollen der Analysten. Die Citigroup
riet den Anlegern in die Aktie zu investieren ("long zu sein"). Die
Bank verweist optimistisch auf den am 12. Mai anstehenden
Analystentag der Kanadier. Historisch betrachtet habe die Aktie in
den 25 Tagen, die auf solche Veranstaltungen folgen, jeweils 14%
gewonnen. Der Broker Canaccord Adams hob sein Kursziel auf 190
Dollar (vorher: 180 Dollar). Man rechne mit einem 3G BlackBerry im
2. Quartal des Geschäftsjahres (bis Ende August), heisst es. Neue
Smart Phone-Modelle könnten das Wachstum der Kanadier
wiederbeschleunigen
Internet: Endspiel bei Yahoo?
Zu den Lichtblicken der Nasdaq zählte heute ausnahmsweise mal
wieder Yahoo mit plus 6,92% auf 28,67 Dollar. Der TV-Kanal CNBC
meldete, Microsoft und Yahoo hätten offizielle Fusionsgespräche
eingeleitet. Allerdings lägen die Preisvorstellungen noch
auseinander. Microsoft biete jetzt 33 Dollar (vorher: 31 Dollar),
Yahoo wolle 37 Dollar. (Microsoft bröckelte heute 0,54% auf 29,24
Dollar). Die Aktionäre der Rivalen schien das zu erschrecken,
jedenfalls verlor Google 1,99% auf 581,29 Dollar. Baidu.com, Chinas
Marktführer bei den Suchmaschinen, gab 2,30% auf 361,50 Dollar
ab.
Amazon.com rutschte 2,58% auf 77,31 Dollar. Das Onlinewarenhaus
hatte heute den US-Bundesstaat New York verklagt. Anlass ist ein
neues Gesetz für den Staat New York. Danach müssen Onlinehändler im
Staat New York für die über sie abgewickelten Lieferungen an Bürger
des Staates eine Verkaufssteuer abführen. Nach dem bisher geltenden
US-Recht sind zwar die Käufer steuerpflichtig, aber nicht die
Händler. Danach müssen nur die in dem betreffenden Bundesstaat
ansässigen Händler eine Verkaufssteuer abführen. Internethändler
waren dagegen bislang von der Verkaufssteuer befreit, wenn sie die
Waren aus einem anderen US-Bundesstaat verschicken, beispielsweise
von New Jersey nach New York. Die jetzt in New York, aber nicht in
anderen US-Bundesstaaten, eingeführte neue Steuer, wird von den
dortigen Offiziellen auch als "Amazon-Steuer" bezeichnet. Amazon
sieht sich daher diskriminiert. Die Steuerfrage hatte die Aktie von
Amazon.com bereits in den vergangenen Tagen belastet. Ebay scheint
aber auch betroffen zu sein, jedenfalls verlor der virtuelle
Auktionator 2,11% auf 31,11 Dollar.
Priceline sank 1,45% auf 126,37 Dollar. Die Citigroup senkte den
Onlineauktionator für Reisen von "Kaufen" auf "Halten", behielt
aber das Kursziel 137 Dollar. Monster Worldwide Inc klettere
dagegen 3,60% auf 26,48 Dollar. Der Betreiber des
Online-Jobvermittlers Monster.com hat mit seinem gestern gemeldeten
Quartalszahlen besser als erwartet abgeschnitten.
Energie: Krieg gegen die Kurden steigert Ölpreis
Für die Ölspekulation gab es heute wieder einen Tag zum feiern.
Türkische Bombenangriffe auf kurdische Dörfer im Norden des Irak
ließen wie gewohnt den Ölpreis scharf anziehen, weil dadurch die
Öllieferungen aus dem Irak beeinträchtigt werden könnten. Der
Crude-Kontrakt für Juni explodierte 3,80 Dollar auf 116,32 Dollar
je Barrel.
Gold: An das Öl gekoppelt
Das Gold hat seinen Kursrutsch gestoppt - für heute jedenfalls.
Händler verweisen auf die Preisexplosion beim Öl. Häufig würde der
Goldpreis einfach an den Ölpreis gekoppelt - so auch heute. Der
Gold-Kontrakt für Juni stieg heute 7,10 Dollar auf 858 Dollar. Im
Vergleich zur Vorwoche fiel der Kontrakt aber 31,70 Dollar, also
3,6%.