BILD.de erklärt den Preis-Irrsinn
Wann geht uns das Öl aus?
BILD.de erklärt den Irrsinn am Ölmarkt und, warum unsere
Spritpreise durch die Decke gehen:
Mehr als 80 Prozent der weltweiten Öl-Reserven gehören den
OPEC-Staaten. Die Abkürzung steht für Organization of the Petroleum
Exporting Countries, ein Zusammenschluss der meisten ölfördernden
Staaten.
Nach Schätzung der OPEC gibt's noch 1467 Milliarden Barrel Erdöl
(Stand: Ende 2010). Ein Barrel sind ungefähr 160 Liter. Jeden Tag
verbrauchen wir derzeit weltweit 90 Millionen Barrel. Dieser Wert
ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen!
WANN GEHT UNS DAS ÖL AUS?
Das Fördermaximum, also der Zeitpunkt, zu dem die größte Menge Öl
gefördert wird, ist bei allen Staaten längst erreicht. Heißt: Jedes
Jahr kann weniger gefördert werden als im vergangenen.
Die leicht zugänglichen Öl-Reserven gehen zu Neige. Das sorgt für
hohe Preise.
Hoffnung machen nur Funde größerer Ölvorkommen wie
in Brasilien oder Kanada – teils außerhalb der OPEC.
Seit der Jahrtausendwende hat sich der Bedarf
Chinas fast verdoppelt – von vier auf neun Millionen Barrel pro
Tag!“
Ein kompliziertes Spiel! Denn wenn zu wenig Öl gefördert wird,
steigt der Preis. Und dann werden Forschungen zu alternativen
Energien vorangetrieben, die uns vom Öl unabhängiger machen sollen.
Leschus: „Der Ölpreis wird meiner Meinung nach nicht ins
Unermessliche steigen, weil bereits Alternativen gesucht
werden.“
DAS dürfte den Öl-Multis ganz und gar nicht gefallen. Daher die
erhöhten Fördermengen...
DOCH WARUM SINKT DER PREIS DANN NICHT?
Weil die Nachfrage noch hoch ist. Gerade Schwellenländer wie China
brauchen immer mehr Sprit. Der gestiegene Ölpreis spiegelt sich
auch im Benzinpreis wider. Dazu kommt die Eurokrise.
Bleibt die Frage, welche Rolle die Mineralölkonzerne spielen. Nach
Beschwerden freier Tankstellen über die Preisgestaltung der
Ölmultis hat das Kartellamt gegen fünf Mitglieder des
marktbeherrschenden Oligopols ein Wettbewerbsverfahren eingeleitet.
Den Unternehmen (BP/Aral, Esso, Jet, Shell und Total) sind
förmliche Auskunftsersuchen zugestellt worden.
Fakt ist: Die Schmerzgrenze beim Ölpreis ist fast erreicht. Je
höher er steigt, desto eher finden die Industrienationen Wege aus
ihrer Abhängigkeit vom schwarzen Gold. Und dann wird's bei den
Öl-Multis ganz schnell dunkel...
http://www.bild.de/geld/wirtschaft/erdoel/benzinpreis-irrsin…