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Spitzel immer noch aktiv - Die Stasi macht mobil

Diskussionsstatistik
eröffnet am 29.03.08 12:50:57
von
neuster Beitrag 27.04.08 21:49:48
von

Anzahl Beiträge: 70
Aufrufe gesamt: 5.277
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[ Seite: 123567neuster Beitrag ]

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schrieb am 29.03.08 12:50:57
Beitrag Nr.1 
(33.757.571)
Antwort
Zitat
Ehemaliger Spitzel stoppt Stasi-Ausstellung

Mit Unterstützung der Linkspartei

In Sachsen hat ein ehemaliger IM eine Ausstellung über die Stasi verbieten lassen. Ein Gericht sah seine Persönlichkeitsrechte verletzt – dabei bestreitet der Mann gar nicht, für die Stasi gearbeitet zu haben. Die Empörung in der Region ist groß. Der Vorgang könnte zum folgenschweren Präzedenzfall werden.

"IM Schubert" könnte 18 Jahre nach der Wende für einen Präzedenzfall sorgen. Der einstige inoffizielle Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit hat eine kleine, von Schülern und ihrem Religionslehrer gestaltete Ausstellung im Rathaus von Reichenbach (Sachsen) über "Christliches Handeln in der DDR" faktisch verbieten lassen. Das Landgericht Zwickau untersagte mit Hinweis auf das Persönlichkeitsrecht Anfang März per einstweiliger Verfügung, dass der Klarname des Ex-Spitzels öffentlich genannt wird. Die Schau wurde abgebaut. Beide Seiten bereiten sich nun auf eine lange juristische Auseinandersetzung vor.

Die Empörung in Sachsen ist groß. Mit Hilfe von Gerichten würden frühere Spitzel nun Aufklärung und Aufarbeitung behindern, statt sich zu ihrer Schuld zu bekennen, heißt es in erbosten Briefen an Regionalzeitungen.

Die Täter von einst stellten sich nun als Opfer dar.

Der Leiter der Chemnitzer Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde, Martin Böttger, spricht von einem bislang beispiellosen Vorgang: „Das habe ich noch nicht erlebt, dass ein IM, der seine Tätigkeit nicht bestreitet, einen Anspruch auf Anonymität durchsetzt.“ Für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte sei es wichtig, dass die Täter beim Namen genannt werden.

„Nicht einmal zwei Jahrzehnte nach dem Ende des SED-Regimes wollen die Stasi-Zuträger eine Aufarbeitung ihrer Spitzeltätigkeit verhindern und ihre Kritiker mundtot machen“, so die CDU Zwickau in einem Spendenaufruf unter der Überschrift „Die Stasi macht mobil - wehret den Anfängen“. Die Partei will Geld für den Initiator der Ausstellung, den früheren Zwickauer Dompfarrer Edmund Käbisch, sammeln und ihn so bei der weiteren juristischen Auseinandersetzung unterstützen.

Käbisch selbst spricht von bisher nicht gekannten „Einschüchterungsversuchen“. Die Ausstellung sei seit 2005 an 13 Orten gezeigt worden, habe aber nun erst eine solche Aufregung ausgelöst. Mit seinen Schülern hatte er Stasi-Akten gewälzt und für die Reichenbacher Präsentation noch einen ausführlichen Teil zu „IM Schubert“ beigefügt.

Der wurde Käbischs Recherchen zufolge 1979 von der Stasi angeheuert. Der Vogtländer machte sich offenbar gut und durfte ein Jahr später als Belohnung zu den Olympischen Spielen nach Moskau reisen. Schließlich sollte er auch Kirchengruppen bespitzeln. Um Vertrauen zu erschleichen, ließ er sich offenbar sogar taufen, wie der Pfarrer recherchierte. Mehrere Menschen seien aufgrund der Hinweise von „IM Schubert“ festgenommen worden.

Inzwischen hat der Mann selbst Angst vor Repressalien, sagt sein Anwalt Thomas Höllrich. „In Reichenbach herrscht Pogromstimmung.“ Dagegen bestreitet der Chemnitzer Vertreter der Birthler-Behörde, Böttger, dass frühere Spitzel bei einer Veröffentlichung um Leib und Leben fürchten müssen. „Mir ist noch kein solcher Fall bekannt.“


Dass ausgerechnet Höllrich das Mandat für den IM übernahm, hat für viele Reichenbacher ein Geschmäckle. Denn dieser sitzt für die Linkspartei in Stadtrat und Kreistag.

„Das zeigt wieder einmal, dass sich die Linke nicht von ihrer Vergangenheit und dem SED-Stasi-Unrechtsstaat getrennt hat“, schreibt eine Leserbriefschreiber in der „Freien Presse“.

http://www.welt.de/politik/article1821558/Ehemaliger_Spitzel…
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schrieb am 29.03.08 12:57:59
Beitrag Nr.2 
(33.757.597)
Antwort
Zitat
Ist es in Ordnung, dass ein ehemaliger Spitzel eine Ausstellung über die DDR verbieten lassen kann?

15% Ja

85% Nein, das ist das Ende der Aufklärung
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schrieb am 29.03.08 13:05:51
Beitrag Nr.3 
(33.757.622)
Antwort
Zitat
Ich habe vollstes Verständnis für den Mann, schließlich könnte er nicht mehr wirksam in der von der Linkspartei neu aufgebauten Stasi als Spitzel arbeiten, wenn sein Klarname bekannt geworden ist.
Avatar
schrieb am 29.03.08 13:07:59
Beitrag Nr.4 
(33.757.625)
Antwort
Zitat
8000 Mark für die Tötung von DDR-Flüchtlingen


http://www.welt.de/politik/article1835583/8000_Mark_Praemie_…


Ehemalige Stasi-Spitzel feiern sich selbst

Avatar
schrieb am 29.03.08 13:23:58
Beitrag Nr.5 
(33.757.692)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.757.571 von Sexus am 29.03.08 12:50:57Tja, Täter erklären sich immer gerne zu Opfern. Das war schon nach der Hitlerdiktatur so, und bei der roten Diktatur ist das nicht anders.

Leute denunzieren und und in den Knast bringen, dafür aber später flennen, dass die Leute böse sind. Na ja, das hat schon ein Geschmäckle...

Ich kann allerdings nicht erkennen, dass die Linkspartei hier aktiv Vertuschung unterstützt, denn der Anwalt ist zwar in der Linkspartei, tritt aber wohl nicht als Anwalt der Linkspartei, sondern als Anwalt des IM auf. Das ist - eigentlich - schon ein Unterschied...

Wiewohl ich sehr sicher bin und dies hier schon oft geschrieben habe, dass in der Linkspartei revisionistische Kräfte im Hintergrund sehr stark sind. Man zeigt es derzeit nur nicht so in der Öffentlichkeit...
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schrieb am 29.03.08 13:36:28
Beitrag Nr.6 
(33.757.741)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.757.692 von mausschubser am 29.03.08 13:23:58natürlich ist es blödsinn mit unterstützung der linkspartei zu schreiben,der spitzel wird nicht gerade horst mahler als anwalt wählen.
das dem spitzel sein persönlichkeitsrecht geschützt sein soll,ist ein skandal erster ordnung.
diese ausstellung muss in alter ausführung weiter gezeigt werden,anderenfalls dürfte es genug möglichkeiten geben,diesen spitzel eine besondere ehre des bekannt werdens angedeihen zu lassen.
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schrieb am 29.03.08 13:37:28
Beitrag Nr.7 
(33.757.745)
Antwort
Zitat
Tagung in Odense / Dänemark

Sie "kämpften für den Frieden" und "waren erfolgreich": Auf einer Tagung in Dänemark ziehen frühere Stasi-Größen eine recht eigenwillige Bilanz ihrer Arbeit.

Der frühere Stasi-Offizier Horst Behnke meinte: „Es ist eine gute Sache, wenn man als Zeitzeuge wieder eingeladen wird, das Wort zu ergreifen.“

Einem Vertreter der Birthler-Behörde allerdings wurde es untersagt, einen Beitrag und damit mögliche kritische Fragen zu formulieren.

Ehemalige SED-Agenten seien "Kundschafter des Friedens" gewesen, sagte Werner Großmann, der letzte Chef der DDR-Auslandsaufklärung. „Dafür achten und ehren wir sie nach wie vor“.


Eine völlige Verklärung der Vergangenheit. Selbst die "zukünftige Elite", Jurastudenten an der FU Berlin, wissen nicht mehr recht, wer Erich Honecker überhaupt war und wer letztendlich die Mauer erbauen ließ. Schüler glauben mittlerweile sogar, daß die Alliierten den "antifaschistischen Schutzwall" erbauen und auf Flüchtlinge schießen ließen.
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schrieb am 29.03.08 13:37:29
Beitrag Nr.8 
(33.757.746)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.757.741 von shitpalaver am 29.03.08 13:36:28;)
Avatar
schrieb am 29.03.08 13:45:39
Beitrag Nr.9 
(33.757.777)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.757.692 von mausschubser am 29.03.08 13:23:58Es ist skandalös wie verherrlicht diese verachtenswerte Personengruppe wird. Sie sind sogar noch so dreist, sich selbst zu feiern und sich als Friedensstifter auzugeben. Viel erschreckender ist jedoch wie wenig die Bevölkerung über den Unrechtsstaat DDR und ihre Handlanger weiß. Das ist der ideale Nährboden für das Wiederaufkeimen totalitärer Ideologie.
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schrieb am 29.03.08 13:53:34
Beitrag Nr.10 
(33.757.811)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 33.757.777 von Sexus am 29.03.08 13:45:39Viel erschreckender ist jedoch wie wenig die Bevölkerung über den Unrechtsstaat DDR und ihre Handlanger weiß.

Das ist in der Tat erschreckend, das hat aber unter anderem auch etwas damit zu tun, dass gerade nach der Wende im Westen häufig die Meinung zu finden war, irgendwie ist jeder aus dem Osten komisch und unterlegen, vielleicht auch der Diktatur verdächtig. Insofern hat das erst recht den Drang nach einer Ostalgie beflügelt, die eigentlich gar nichts Böses ist, denn auch die Menschen im Osten hatten ein Leben, das nicht ständig durch Schrecken und Angst vor der Stasi geprägt war. Diese Ostalgie auch von vollkommen der Stasi nicht zugeneigten Leuten fördert das Bild der DDR als Kuschelstaat. Und da ist auch der Westen nicht ganz unschuldig, wie ich selbst als ehemaliger West-Berliner sage.

[ Seite: 123567neuster Beitrag ]

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