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gute, günstige ETF auf DAX und Emerging Markets? Wer hat Erfahrungen?

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.05.08 11:20:31
von
neuster Beitrag 31.01.10 21:35:26
von

Anzahl Beiträge: 86
Aufrufe gesamt: 82.729
Aufrufe heute: 10
Diskussionsnr.: 1.141.414
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[ Seite: 123789neuster Beitrag ]

Avatar
schrieb am 21.05.08 11:20:31
Beitrag Nr.1 
(34.140.751)
Antwort
Zitat
Hallo Leute
Habe mir als Risikostreuung überlegt einen Dax-ETF und einen Brasilien/Indien/Südkorea/event. China - ETF ins Depot zu legen. Da ich noch keine Erfahrungen mit ETF s habe wollte ich mich mal nach eurer Meinung und euren ETF s die meiner Auswahl ähnlich sind erkundigen.
Gibt es unterschiede die man bei den Emitenten beachten sollte?
Wie ist das mit den kosten wenn ich sie normal über Frankfurt kaufe, zahl ich dann nur die normale Ordergebühr?
Bekomme ich Dividenden bei jedem Dax-ETF dazu gerechnet?

Mir sind im Forum ein paar einträge aufgefallen, bei denen angemerkt wurde dass die ETF langrfristig eine niedrigere Performance als ihre Basiswerte aufweisen, hat das mit irgendwelchen fortlaufenden kosten durch den emitenten zu tun?

Woran erkenne ich ob ein ETF gut/günstig bewertet ist? Habe mir gedacht, dass ich beim DAX am einfachsten einen mit bezugsverhältniss 100:1 aussuche, damit ich mir den Wert gut vergegenwertigen kann, ist der gedanke gut überlegt oder muss man mehr beachten?

danke für jeglichen konstruktiven Kommentar :)

mfg
Avatar
schrieb am 21.05.08 12:23:29
Beitrag Nr.2 
(34.141.395)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.140.751 von freshprince87 am 21.05.08 11:20:31Gibt es unterschiede die man bei den Emitenten beachten sollte?
Ja, es gibt Unterschiede. Je nach Anbieter und Produkt schuettet der ETF aus oder thesauriert, manche bilden den Index ueber Aktien ab, manche benutzen Swaps *. Und natuerlich gibt es inlaendische und auslaendische ETFs, sowie in Deutschland nicht zugelassene (von denen man wegen der Strafsteuer besser die Finger laesst).

* Swaps sind Tauschgeschaefte zwischen Banken und fallen unter Termingeschaefte/Derivate.

Wie ist das mit den kosten wenn ich sie normal über Frankfurt kaufe, zahl ich dann nur die normale Ordergebühr?
Du zahlst die Gebuehren deines Brokers, Boersengebuehren und Courtage.
Ueber XETRA (dort werden die meisten ETFs gehandelt) ist es guenstiger.

Bekomme ich Dividenden bei jedem Dax-ETF dazu gerechnet?
Ja, sie werden thesauriert, da der DAX ein Performance-Index ist. Bei Kursindizes werden Dividenden entweder ausgeschuettet oder thesauriert (sogenannte Total Return (TRN) Varianten).

Mir sind im Forum ein paar einträge aufgefallen, bei denen angemerkt wurde dass die ETF langrfristig eine niedrigere Performance als ihre Basiswerte aufweisen, hat das mit irgendwelchen fortlaufenden kosten durch den emitenten zu tun?
Es liegt an den Kosten (Verwaltungsgebuehr) sowie dem Trackingerror.

Woran erkenne ich ob ein ETF gut/günstig bewertet ist?
ETFs orientieren sich immer nahe am Underlying und sind damit eigentlich immer fair bewertet, egal ob vom Anbieter A oder B.

Habe mir gedacht, dass ich beim DAX am einfachsten einen mit bezugsverhältniss 100:1 aussuche, damit ich mir den Wert gut vergegenwertigen kann, ist der gedanke gut überlegt oder muss man mehr beachten?
Das Bezugsverhaeltnis ist eigentlich egal, kann auch 1000:1 oder 33,5:1 sein.

Worauf man achten sollte:
- Gebuehren
- Trackingerror
- Konstruktion

Vor allem der letzte Punkt ist wichtig in Bezug auf die Steuer: Swap-ETFs generieren nach heutigem Recht keine oder geringe steuerpflichtige Ertraege, es gibt aber hier ein Risiko wenn der Swap-Partner ausfaellt, denn nicht das gesamte Kapital ist Sondervermoegen (Swaps duerfen bis zu 10% ausmachen).
Andere ETFs benutzen keine Swaps und bilden den Index nur ueber Aktien nach, und sind somit zu 100% Sondervermoegen.

Grober Ueberblick:
db x-tracker - meist Swaps und Thesaurierer
ETFlab - keine Swaps
ishares - keine Swaps ausser da wo es drauf steht (alte Indexchange ETFs)
Lyxor - machen, was sie wollen (benutzen Swaps, schuetten manchmal aus, manchmal thesaurieren sie - auch beim gleichen Fonds)
Avatar
schrieb am 21.05.08 13:13:26
Beitrag Nr.3 
(34.141.905)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.141.395 von Rascal@WSO am 21.05.08 12:23:29wau, danke für die sehr ausführliche Antwort :)

Eines Noch
Wann spricht man bei ETF von hohen Gebuehren oder Trackinerrors?


Werde mich mal informieren, ob der Unterschied Swap nicht Swap auswirkungen auch bei mir in Österreich hat.

danke nochmal
Avatar
schrieb am 21.05.08 14:05:02
Beitrag Nr.4 
(34.142.327)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.141.905 von freshprince87 am 21.05.08 13:13:26so wie es rascal erklärt hat, kann ich es 100% unterschreiben.


Werde mich mal informieren, ob der Unterschied Swap nicht Swap auswirkungen auch bei mir in Österreich hat.


Steuervorteil bei den Swaps hin oder her. Bei den db x-trackers sollte dir bewusst sein, dass das Sondervermögen der ETF's momentan zu 100% aus japanischen Aktien besteht.:eek: Geswappt wird bei den dbx mit TRN dann die Indexperformance (incl. Nettodividenden) des entsprechenden Index (z.B. MSCI World).

Durch das Swapping der Indexperformance sind nach heutiger (deutscher) Rechtslage die ordentlichen Erträge tatsächliche steuerfrei (niedrige Div. der jap. Aktien im Sondervermögen, denen div. Kosten gegengerechnet werden können):

www.ebundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet?session.sessioni…

Aber dauerhaft kalkulieren würde ich mit diesen Steuervorteilen nicht. Jederzeit kann der Gesetzgeber diesen Steuervorteil streichen.

Die Frage, ob du (1) im ETF das drinhaben willst was draufsteht, nämlich vorwiegend die Originalaktien ohne Swaps (Full-Replication) oder (2) synthetische ETF (die auch relativ kompliziert sind u. evtl. Steuer- u. Kostenvorteile haben).

Bei (1) kommen ishares u. ETFlab in Frage
Bei (2) hauptsächlich die db x-trackers

Lyxor sind für mich auch undurchsichtig u. unkalkulierbar. Diese können ausschütten oder thesaurieren oder ein Mix von beiden - idR wird ausgeschüttet. Auch keine Full-Replication.

Für einen Fondsvergleich z.B. mit Onvista sind die Lyxor eigentlich unbrauchbar, da man nie weiss ob und in welcher Höhe Ausschüttungen berücksichtigt sind.


Wann spricht man bei ETF von hohen Gebuehren oder Trackinerrors?

Es kommt immer drauf an, was du willst. Es gibt ja inzwischen auch schon aktive ETF wie z.B. die intelligenten Indizes von powershares. Würd ich aber aus div. Gründen abraten - hier schlägt die Kostenfalle zu - Mehrwert ist zweifelhaft. Passive Marktkapitalisierungs-ETF wie z.B. Eurostoxx 50, Stoxx 600, DAX, MSCI World, MSCI EM haben eine jährl. Verw.geb. von 0,15% bis 0,75%.

Europäische ETF sind am günstigsten zu haben: 0,15% - 0,35%
MSCI World: ca. 0,50%
MSCI Emerging Markets: ca. 0,70%

Gegenüber aktiven Fonds sehr günstig, im Vergleich zu den USA noch teuer! Gerade ETF auf aussereuropäische Indizes.

Exoten-ETF halte ich für nicht sinnvoll. Kommt aber immer mehr, da hier hohe Gebühren verlangt werden können.


Bei Full-Replication wird immer ein Tracking-Error da sein, bei den dbx wird dieser minimal sein. Ich für meinen Teil will im ETF drinhaben was draufsteht => Investiere nur in das was du verstehst. Die Swap-Dinger hab ich zwar jetzt einigermassen verstanden, aber gerade wg. dieser Komplexität u. Intransparenz lass ich die Finger davon. Heute jap. Aktien, morgen ???


Gruss
Cash72


Avatar
schrieb am 21.05.08 20:32:42
Beitrag Nr.5 
(34.146.135)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.142.327 von cash72 am 21.05.08 14:05:02super beitrag

daumen hoch
Avatar
schrieb am 22.05.08 00:40:21
Beitrag Nr.6 
(34.147.852)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.146.135 von Oakatzl am 21.05.08 20:32:42
danke für die Blumen!

die Frage lautet, warum schaffen es langfristig 80%-90% der aktiven Fonds nicht, den entsprechenden langweiligen u. pobligen Marktkapitalisierungs-Index nach Kosten zu schlagen?

Warum empfehlen Experten, Nobelpreisträger (Warren Buffet, Swensen, Kommer, Malkiel, Markowitz, etc.) Indexfonds für den normalen Anleger?

Wem soll der geplagte Anleger vertrauen? Unabhängigen Experten oder der Fondsindustrie oder der Pornopresse?

Das perverse ist, dass der uninformierte Anleger niemals "langweilige" u. nicht aktiv beworbene ETF kaufen wird. Wenn man den Hochglanzprospekten der Fondsindustrie u. der Presse glauben kann, ist jeder aktive Fonds einzigartig u. schlägt den entsprechenden Vergleichsindex. Warum soll der Anleger in langweilige ETF anlegen?


Indexfonds – Das 12-Schritte-Programm für aktive Investoren (www.ifa.com):

http://www.ifa.com/pdf/12step_overview_Deutch.pdf

Das Buch von Kommer ist sehr zu empfehlen. Gerade für Einsteiger u. Anfänger, leicht u. verständlich geschrieben:

Souverän investieren mit Indexfonds, Indexzertifikaten und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen

http://www.amazon.de/Souver%C3%A4n-investieren-Indexfonds-In…


Zu den aktiven, intelligenten ETF von powershares:

Was mir hier überhaupt nicht gefällt ist der monatliche Analyseprozess mit entsprechenden monatlichen Indexanpassungen.:eek: Was soll das bringen ausser Transaktionskosten? Ändern sich die Daten in einem Monat so stark? Fährt man mit jährlichen Indexanpassungen nicht evtl. besser u. kostengünstiger?

Es fliessen Bilanzen, Analystenprognosen u. Kurstrends in den Analyseprozess mitein. :eek:

Wer beruflich mit Bilanzen zu tun hat, der weiss dass Bilanzen wenig Aussagekraft haben. Bilanzen sind dehnbar ohne Ende (Wahlrechte ohne Ende). Analystenprognosen - haben die Analysten recht? Haben aktive Fondsmanager recht, die riesige Research-Abteilungen haben? Schlagen diese den Vergleichsindex langfristig?
Kurstrends - the trend is your friend - bis er fällt :laugh:
Diese Analysekriterien sind für mich zu subjektiv u. undurchsichtig.

Obige Strategien müssen sich erst noch beweisen - nach Kosten.


Was bei powershares auffällt: In den USA bietet powershares unglaublich viele ETF an. Fast ausschliesslich Exoten auf alles mögliche. Fast keine Marktkapitalisierungs-Indizes. So können höhere Kosten verlangt werden. Ist aber auch üblich in den USA, dass fast auf alles ein ETF angeboten wird. Leider.


Frohes Anlegen.

Gruss
Cash72
Avatar
schrieb am 22.05.08 06:53:30
Beitrag Nr.7 
(34.148.079)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.142.327 von cash72 am 21.05.08 14:05:02Wann spricht man bei ETF von hohen Gebuehren oder Trackinerrors?
Fuer Index-ETFs ist alles ueber 1% zu teuer (siehe auch die Uebersicht von cash72), andernfalls vergleicht man halt die Gebuehr von Anbieter A und B und nimmt den, der billiger ist - unter Beruecksichtigung der anderen Punkte.
Trackingerror bedeutet die Abweichung vom Index, die Angabe sollte dem Jahresbericht zu entnehmen sein. Je niedriger, desto besser.
Avatar
schrieb am 22.05.08 11:58:48
Beitrag Nr.8 
(34.149.983)
Antwort
Zitat
Danke noch mal herzlichst für die vielen weiteren infos

Ich werde mir wohl keinen etf mit swaps gönnen, aus dem oben genannten grund und weil ich gerade den sinn eines dax etf darin sehe, dass man an jeder dax aktie beteiligt ist.

werde mich jetzt mal, da ja wieder bessere kaufkurse sind um einen DAX etf von ishares umschauen :)

habt ihr da welche im depot?

habt ihr erfahrungen mit guten websites zum vergleich von etf mit all ihren wichtigen kennzahlen? bei onvista war ich nämlich nicht sehr zufrieden

lg
Avatar
schrieb am 22.05.08 12:06:13
Beitrag Nr.9 
(34.150.054)
Antwort
Zitat
DE0005933931 dieser hier scheint mir ganz vernünftig
was sagt ihr?
thesaurierend TF zuletzt bei 0,17% wenn ich das richtig verstanden habe
und von ishares also ohen swaps, obwohl ich verkaufsprospekt steht, dass ishares auch mit derivaten im sondervermögen handeln darf und daruch höheres risiko besteht
Avatar
schrieb am 22.05.08 12:15:51
Beitrag Nr.10 
(34.150.144)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 34.150.054 von freshprince87 am 22.05.08 12:06:13habt ihr erfahrungen mit guten websites zum vergleich von etf mit all ihren wichtigen kennzahlen? bei onvista war ich nämlich nicht sehr
http://www.smarter-investieren.de/informations/etfs_alle_xtf…

DE0005933931 dieser hier scheint mir ganz vernünftig
was sagt ihr?

Den DE0005933931 kannst du nehmen, ist der alte Indexchange ETF.

und von ishares also ohen swaps, obwohl ich verkaufsprospekt steht, dass ishares auch mit derivaten im sondervermögen handeln darf und daruch höheres risiko besteht
Jeder Fonds darf bis zu 10% in Derivate investieren. Macht aber halt nicht jeder, und Derivate muessen ja auch nicht immer Swaps sein.

[ Seite: 123789neuster Beitrag ]

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