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ROUNDUP/Medien: USA prüfen Schutz für Hypothekenfinanzierer -
Kursdebakel
NEW YORK (dpa-AFX) - Die ausufernden Probleme der beiden größten
amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac
lassen bei der US-Regierung die Alarmglocken schrillen: Die
Regierung erwägt laut US-Medien, eines oder gar beide Institute
unter staatlichen Schutz zu stellen.
Dies könnte bei einer weiteren Talfahrt der Finanzierer nötig sein.
Nach neuen Spekulationen über eine Pleite reagierten die Anleger
entsetzt, die Aktien der Gesellschaften befanden sich am Freitag
zum Börsenstart im freien Fall.
US-Branchenführer Fannie Mae und Nummer zwei Freddie Mac stehen
hinter mehr als der Hälfte aller Hypotheken in den USA. Schon jetzt
belasten ihre Schwierigkeiten die Finanzmärkte schwer. Ein Ausfall
wäre laut Experten kaum verkraftbar, der Staat würde dies daher
nicht zulassen, betonten hochrangige Politiker. US-Notenbank-Chef
Ben Bernanke sprach von einer 'entscheidenden Rolle' der beiden
Institute für die US-Wirtschaft.
Sollte die öffentliche Hand einspringen, würden die Aktien
praktisch wertlos und der US-Steuerzahler müsste für weitere
Ausfälle bei Hypothekenkrediten geradestehen, berichtete am Freitag
die 'New York Times'. Eine völlige Verstaatlichung sei letztlich
verworfen worden, da sich durch die enormen Außenstände beider
Banken die Staatsschulden zu stark erhöhen würden. Schon jetzt
besitzen die vom Staat gegründeten Institute allerdings gewisse
Garantien, die sie bei Kapitalengpässen unter staatliche Kontrolle
stellen würden.
In den vergangenen neun Monaten schrieben die Finanzierer zusammen
Verluste von rund 11 Milliarden Dollar. Fannie Mae besorgte sich
zudem eine milliardenschwere Kapitalspritze, Freddie Mac war damit
bislang erfolglos. Seit Beginn der US-Immobilienkrise brach der
Aktienkurs von Fannie Mae um mehr als 80 Prozent ein, bei Freddie
Mac sogar um 90 Prozent. Zum Wochenschluss fielen die bereits am
Vortag massiv abgestürzten Papiere praktisch ins Bodenlose: Fannie
verlor zum Handelsauftakt 45 Prozent auf 7,25 Dollar, Freddie sogar
fast 48 Prozent auf nur noch 4,20 Dollar.
Der ehemalige Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis,
William Poole, hatte am Donnerstag in einem Interview die beiden
Finanzierer als praktisch zahlungsunfähig bezeichnet. Regierung und
Aufsichtsbehörde bemühten sich anschließend die Märkte zu beruhigen
und versicherten, Fannie und Freddie könnten ihr Geschäft trotz der
Probleme weiter betreiben./fd/DP/edh
Quelle: dpa-AFX