Antwort auf Beitrag Nr.:
34.763.895 von olibaer2006 am 19.08.08
14:46:12...mMn. nach wie vor noch aktuell:
-> Watchlist "Stiftung Warentest"
=> wenn schon Private Equity, dann richtig, aber bitte keine
"Spar-Plan-Anbieter" mit völlig intransparenten Kosten...die vor
allem über völlig schmerzfreie "Strukies" verkauft werden.
URL:
http://www.stiftung-warentest.de/online/geldanlage_banken/test/1294060/1294060/1301818.html
hier der ganze artikel:
ONLINE-TEST aus GELDANLAGE + BANKEN
11.10.2005 PDF-Dokument
Schmuckbild Test Private-Equity-Fonds
Private-Equity-Fonds
Riskanter Fischzug
Private Equity klingt nach Wohlstand und Rendite. Nach Geldanlage
für Fortgeschrittene. Die Bezeichnung meint die Beteiligung an
nicht börsennotierten Unternehmen. Lange Zeit waren solche
Geldanlagen speziellen Unternehmen und kapitalstarken Investoren
vorbehalten. Inzwischen tauchen immer öfter Angebote für Normal-
und Kleinanleger auf. Private Equity-Anlagen gibt es schon für 25
Euro im Monat. Doch Vorsicht: Die Kosten und Risiken sind bei
manchem Angebot enorm, und das Geld liegt über viele Jahre hinweg
fest. FINANZtest erklärt, was es mit Private Equity Fonds auf sich
hat, wo sich die Kosten und Risiken verstecken und warum sie
allenfalls in wenigen Einzelfällen eine geeignete Geldanlage
sind.
Angst vor der Pleite
Auch für Investitionen in nicht börsennotierte Unternehmen gilt die
Grundregel: Wo besondere Chancen liegen, gibts auch ein hohes
Risiko. Hinzu kommt: Jenseits der Börse sind die Risiken für
Privatanleger noch schwerer zu beurteilen als bei
Aktiengesellschaften. Kleine und mittlere Unternehmen sind in der
Regel nicht verpflichtet, Geschäftsberichte zu veröffentlichen und
sie prüfen zu lassen. Direkte Investitionen in ein Unternehmen sind
daher viel zu riskant. Was bleibt, ist die Beteiligung an einem
Fonds, der sich selbst wiederum an einer Vielzahl von Unternehmen
beteiligt. Je höher die Zahl der Unternehmen, desto eher lässt sich
eine Pleite verschmerzen. Das gilt auch im Umkehrschluss. So warnt
FINANZtest vor dem Fonds Midas Mittelstandbeteiligung Nr. 2. Er
investiert nur in wenige Unternehmen und birgt daher ein besonders
hohes Risiko.
Totalverlust ist möglich
Viele Private Equity Fonds sind so genannte Dachfonds. Sie
investieren nicht direkt in Unternehmen, sondern beteiligen sich an
anderen Fonds. Das senkt das Risiko dramatischer Verluste, führt
aber gleichzeitig zu zusätzlichen Kosten. Mancher Dachfondsanbieter
behauptet unter Berufung auf zweifelhafte Studien, Verluste seien
ausgeschlossen. Tatsächlich trifft zu, was versteckt so auch im
Kleingedruckten aller Prospekte steht: Möglich ist alles bin hin
zum Totalverlust.
Kosten vor Rendite
Weitererer Nachteil von Private Equity-Anlagen: Bevor das Geld der
Anleger tatsächlich investiert wird, fallen mehr oder weniger hohe
Kosten an. Bei den Innoventure Equity Funds 1 und 2 und den Mig
Fonds 1 und 2 etwa gehen jeweils fast 25 Prozent des Anlegergeldes
für Einmalkosten verloren. Im Klartext: Von 100 Euro werden
überhaupt nur 75 Euro wirklich angelegt. Hinzu kommen noch laufende
Kosten. Sie können je nach Fonds noch mal bis zu 2 Prozent der
Anlagesumme ausmachen. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds muss
schon einen Gewinn machen, damit der Anleger am Ende keinen Verlust
hat. Beispiel Mig Fonds 1: Mit 3,9 Prozent jährlich muss sich die
Geldanlage verzinsen, wenn am Ende kein Verlust stehen soll. Bei
Kündigung der Geldanlage zum 31. Dezember 2014 müssen je 100 Euro
Investition gut 141 Euro bereit liegen, um Anleger verlustfrei
auszuzahlen. Wenn ein Anleger auf eine Rendite von 3 Prozent kommen
soll, muss sich sein Anlagekapital über die gesamte Laufzeit hinweg
mit fast 7 Prozent verzinsen.
Laufzeit bis 2032
Die Geldanlage in Private Equity Fonds ist wenig flexibel. Das Geld
liegt bis zum Ende der Laufzeit oder bis zur ersten
Kündigungsmöglichkeit fest. Wenn überhaupt ein vorzeitiger Ausstieg
möglich ist, bringt er zusätzliche Kosten. Die Mindestlaufzeiten
der Fonds im Test bewegten sich zwischen gut 9 Jahren (Mig Fonds 1)
und 27 Jahren (InnoVenture Equity Fund 2). Während der Laufzeit ist
der Anleger dem Geschick der Fondsmanager ausgeliefert. In welche
Unternehmen oder Fonds sie investieren und nach welchen Kriterien
sie wieder aussteigen, entzieht sich seinem Einfluss. Oft genug
wird er es gar nicht mitbekommen.
Für Kleinanleger nicht geeignet
Fazit: Allenfalls für sehr vermögende Privatleute mit hoher
Risikobereitschaft eignen sich Private Equity Fonds. Zur
Altersvorsorge sind sie ungeeignet. Ratensparpläne für Kleinanleger
sind viel zu teuer. 3. RWB Private Capital Fonds, InnoVenture
Equity Fund 2, Midas Mittelstandsfonds Nr. 2 und Mig Fonds 2 hat
FINANZtest auf die Warnliste Grauer Kapitalmarkt gesetzt. Ihre
hohen fixen Kosten und das mit Private Equity verbundene
Verlustrisiko stehen in einem krassen Missverhältnis zu den
Rendite-Chancen.