Erneuter Versuch einer "feindlichen Übernahme" von BP
Ruppe Koselleck verwandelt gefundene Teerklumpen in Kunst, die er
gegen Aktien tauscht
Am 20. September ab 16 Uhr versucht sich der Münsteraner Künstler
Ruppe Koselleck im Dortmunder Kunstverein erneut an einer
feindlichen Übernahme von BP. Dazu will er vor Ort "Ölbilder" aus
an unterschiedlichsten Stränden, Küsten und Meerengen gefundenem
Teerklumpen fertigen und verkaufen – unter anderem mit "ganz
frischem Dänischen Rohöl vom Faröer Strand". Andere "Sorten"
stammen aus Belfast, Eckernförde und Tel Aviv.
Den Käufern dieser Bilder wird garantiert, dass die Hälfte der
Erlöse in einen Aufkauf der Aktiengesellschaft gesteckt wird.
Kosellek selbst erklärt sein Motto "Sie kaufen Kunst, und ich BP"
wie folgt:
"Bei dieser Aktion findet das Verursacherprinzip aus ästhetischen
Gründen auf einen Ölkonzern seine berechtigte Anwendung. Ich
versuche einen Konzern über den Müll zu schlucken, den er selbst
(mit)verursacht hat."
Der Preis einer mit Teerfundstücken verzierten großen Holz- oder
Leinwandfläche bemisst sich dabei nach der Menge an Öl, die zur
Herstellung verwendet wurden. Pro Sorte will Kosellek bis zu drei
Aktien verlangen. Man kann allerdings auch mit Bargeld bezahlen. In
diesem Fall ist der Preis an den Tageskurs der BP-Aktien
gekoppelt.
Aktuell hält Kosellek 355 Aktien, weshalb er nach eigenen Angaben
noch "Millionen und Abermillionen" erwerben muss, um den Konzern zu
schlucken. Trotzdem plant der Aktionskünstler bereits für die Zeit
nach der Übernahme: Dann sollen Gazprom, Mobile, Shell und andere
folgen.
http://www.heise.de/tp/blogs/6/116172