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Goldenes Mittelalter 2.0 - Ein Weg aus der Krise?

Diskussionsstatistik
eröffnet am 25.09.08 09:10:27
von
neuster Beitrag 11.02.09 09:13:12
von

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schrieb am 25.09.08 09:10:27
Beitrag Nr.1 
(35.266.173)
Antwort
Zitat
Das Goldene Mittelalter - bessere Lebensbedingungen als heute

Das Hochmittelalter war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der Montag als arbeitsfrei eingeführt, damit mußten die Handwerker nur 4 Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, daß für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und daß nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluß strebe. Die tägliche Arbeitszeit war z.B. bei Bergwerksknappen in Freiburg auf 6 Stunden begrenzt. Auch auf dem Land war die Ausbeutung zurückgedrängt, weil der geknechtete Bauer die Möglichkeit hatte, in den schnell wachsenden Städten einem Handwerk nachzugehen. Das Einkommen war so hoch, daß sich etwa in Augsburg ein Tagelöhner mit seinem täglichen Verdienst 5-6 Pfund des teuersten Fleisches leisten konnte. In Meißen mußten jedem Maurergesellen wöchentlich 5 Groschen Badegeld gegeben werden, in einer Zeit, in der ein einziger Scheffel Korn 6 Groschen und 5 Pfennige kostete. Der sächsische Scheffel faßte 103,8l. Im Vergleich mit unserer Zeit, in der die Freizeit immer enger beschnitten wird und der Druck am Arbeitsplatz unerträglich zu werden droht, war das Hochmittelalter, mit der größten Kulturblüte unserer Geschichte ein richtiges Paradies.


Das goldene Mittelalter

In der Zeit von 1150 bis 1450 gab es in Mitteleuropa eine krisenfreie Zeit, welche durch eine geniale zinsfreie Währung erreicht wurde: Um 1150 begann Erzbischof Wichmann (1110-1192) aus Magdeburg damit, Münzen herauszugeben, welche zweimal im Jahr zum Umtausch aufgerufen wurden. Ziel war es, die Steuern einfach und regelmäßig einzutreiben. Dabei wurden 12 alte Pfennige gegen 9 neue ausgetauscht, die Differenz war Steuer. Anders als heute, mußte damals gerade das Kapital Abgaben entrichten, während die Arbeit davon befreit war. Um die Münzen schnell und ohne viel Aufwand wieder einschmelzen und umprägen zu können, waren sie nur einseitig geprägt und aus dünnem Blech, daher ihr Name " Brakteaten" (bractes = dünnes Blech). Bald schon breitete sich diese Methode über das ganze Land aus. Das führte dazu, daß sich Geldhortung nicht mehr lohnte. Um dem nächsten Umtausch zu entgehen, wurde Geld zinslos weiterverliehen, da nur der Besitzer der Münzen die Umtauschgebühr zahlen mußte. Damit war Geld wieder reines Tauschmittel, nicht mehr Wertaufbewahrungsmittel, das nur durch Zinsangebote wieder in den Wirtschaftskreislauf gelockt werden konnte. Das Ergebnis war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte. Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nachher nie mehr im historischen Verlauf. Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. Das Minimum der arbeitsfreien Tage pro Jahr lag bei 90, oftmals über 150. Sehr bald wurde auch der arbeitsfreie Montag eingeführt. Damit mussten die Handwerker nur vier Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, dass für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und dass nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluss strebe. Die tägliche Arbeitszeit war z.B. bei Bergwerksknappen in Freiburg auf sechs Stunden begrenzt. Auch auf dem Land wurde die Ausbeutung zurückgedrängt, weil der geknechtete Bauer die Möglichkeit hatte, in den schnell wachsenden Städten einem Handwerk nachzugehen. Das Einkommen war so hoch, daß sich etwa in Augsburg ein Tagelöhner mit seinem täglichen Verdienst fünf bis sechs Pfund des teuersten Fleisches leisten konnte. In Meißen mussten jedem Maurergesellen wöchentlich fünf Groschen Badegeld gegeben werden, in einer Zeit, in der ein einziger Scheffel Korn sechs Groschen und fünf Pfennige kostete. Der sächsische Scheffel faßte 103,8l. Wie gewaltig dieser wirtschaftliche Aufschwung gewesen sein muss, zeigt die Entwicklung der Städte in Deutschland (Abb. 9).
Abb. 9: Städteneugründungen in der Geschichte
Um 1300 wurde ein Höhepunkt der Städteneugründungen als Maß für die wirtschaftliche Entwicklung erreicht, welcher in der ganzen Geschichte vor und nach dieser Zeit nie mehr geschah. In der Zeit von 1150-1450 wurden die großen Dome und Kathedralen in Europa gebaut - Finanziert durch freiwillige Spenden der Bürger. Allein schon hieraus wird deutlich, wie zuversichtlich die Menschen damals gewesen sein müssen. Wer spendet schon für ein Jahrhundertprojekt, wenn er nicht weiß, ob er am nächsten Tag noch leben wird?
Die Situation änderte sich, als auf Druck von machtsüchtigen Kaufleuten hin, schrittweise Geld eingeführt wurde, welches nicht mehr verrufen wurde. Das Augsburg der Fugger gehörte mit zu den ersten Plätzen, an denen die Münzverrufung um vier Jahre hinausgeschoben wurde. Nach vollständiger Einführung des Dickpfennigs (beidseitig geprägtes schweres Geld) konnten die Fugger sich zwischen 1480 und 1560 zu einer der mächtigsten Familien der damaligen Welt aufschwingen. Geld wurde dann nur noch hochverzinst verliehen. Beispielsweise brachte eine Anlage von 900 Gulden nach sechs Jahren 30.000 Gulden Zinsertrag. Bei den dem Bauern auferlegten Geldabgaben musste er im Falle von Säumigkeit Zinsen zahlen, und zwar nach dem sogenannten " Rutscherzins" für jeden Tag des Verzuges den verdoppelten Zinssatz. Mit der schrittweisen Einführung des " Ewigen Pfennigs" verschob sich damit die Vermögensverteilung innerhalb weniger Jahrzehnte so drastisch, dass die gotischen Bauten aus Geldmangel in ganz Mitteleuropa nicht mehr fertiggestellt werden konnten. Überall in Europa wurden die Dome mehr als 300 Jahre lang nicht weitergebaut und erst im letzten Jahrhundert vollendet. Die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung verschlechterte sich so stark, dass es Anfang des 16. Jahrhunderts zu blutigen Bauernkriegen kam. Die Zünfte waren nicht mehr für jeden frei, den meisten war der Weg in die Selbständigkeit versperrt, es entstand eine neue Schicht der abhängigen Lohnarbeiter. Gleichzeitig wurden neue Entdeckungen und Erfindungen unterdrückt. So verbot die Zunft beispielsweise den Vorläufer des mechanischen Webstuhls im Jahr 1586 und ermordete deren Erfinder. Da sich die Menschen die schnelle wirtschaftliche Verschlechterung nicht erklären konnten, kam es zu Hexenverbrennungen, die ab 1484 zunehmend veranstaltet wurden. Das finstere Mittelalter zog herauf und hält im Prinzip bis heute an.
Schlußbetrachtung
Die Werte von Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Sozialpartnerschaft werden, wenn die derzeitigen Entwicklungen anhalten, langfristig völlig verschwinden und nur noch in den Erinnerungen der Menschen vorhanden sein. Ursache dafür ist ein wegen des Zinseszinsmechanismus auf ständige Expansion angewiesenes System, in welchem sich die Rendite langfristig nur dann aufrechterhalten lässt, wenn scheinbar überholte Werte verschwinden. Diese Entwicklung führt sowohl zu einer ungerechten, weil nicht mehr an die Leistung gebundenen, Vermögensumverteilung von unten nach oben, wie auch zur Globalisierung, in welcher der Druck auf die Erdenbewohner unvorstellbare Ausmaße annehmen wird. Am Ende wird sogar dieser steigende Arbeitszwang - bei sinkenden Löhnen - nicht mehr ausreichen, um die explodierenden Schulden zu bedienen. Wie schon immer in der Geschichte, zerfällt dann das System durch Kapitalmangel in einer deflationären Abwärtsspirale. Parallelen beispielsweise zum Untergang des antiken Roms lassen sich heute schon finden: Grenzenloser Reichtum weniger bei zunehmender Armut vieler wie auch Brot und Spiele, um Unruhen durch die Ungerechtigkeiten im System zu unterbinden. Es gibt heute keinen Grund, anzunehmen, dass unsere Gesellschaft ein anderes Schicksal zu erwarten hätte, wenn die momentanen explodierenden Entwicklungen im Kapitalsystem andauern. Im Gegenteil: Die entstandenen technischen Möglichkeiten erhöhen sogar das Risiko von Verzweiflungstaten, welche schnell in einer Katastrophe enden könnten. Dass es nicht immer so war, zeigte die kulturelle Blütezeit im Hochmittelalter, in der 300 Jahre lang ein zinsfreies Geld umlief, welches sowohl die Armut beseitigte als auch zu einer Gesellschaft führte, in der Chancengleichheit und Gerechtigkeit nicht bloße Worte, sondern lebendige Tatsache waren. Unsere Verpflichtung ist es, aus der Geschichte zu lernen und eine Ordnung, wenn auch in moderner Form, zu schaffen, welche jedem die freie Entfaltung der Persönlichkeit ohne Druck und Zwang von außen ermöglicht, wie dies auch die Begründer des deutschen Grundgesetzes im Auge hatten.

In seinem "System der nationalen Ökonomie" entlarvt Friedrich List den händlerischen Ungeist der liberalkapitalistischen Wirtschaftstheorien von Adam Smith und David Ricardo. Nach deren Meinung (bereits vorgeprägt durch David Hume 1691) wird der Wert der Güter nicht durch ihren Gebrauchs -, sondern durch ihren Tauschwert bestimmt. Mithin ist also nicht die werteschaffende Arbeit, sondern der wertevermittelnde Handel das Wesentliche. Entscheidend ist auch nicht, ob Güter sittlich oder unsittlich, nützlich oder schädlich, gesund oder ungesund sind, sondern daß es für sie einen Marktbedarf gibt. Die Übersteigerung des händlerischen Denkens gipfelt in der Forderung nach arbeitsteiligem Umbau aller Volkswirtschaften der Erde zu Absatzplantagen der Weltwirtschaft und Zinskolonien der Hochfinanz. Dieser Umbau soll sie zur nationalen Selbstversorgung unfähig und vom internationalen Zwischenhandel abhängig machen. Alle Wirtschaftsstrukturen sind so umzugestalten, daß sie immer neuen Handel erzwingen. Die Wege zwischen Rohstoffen, Fertigprodukten und ihrem Absatz müssen so verlängert werden, daß sie dem Zwischenhandel riesige Profite verschaffen.

http://www.geldcrash.de/artikel/art-teufelskreis.htm



Was meint die Boardgemeinde? Alles Schwachsinn oder doch realisierbar?



Arthur Spooner


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schrieb am 25.09.08 09:26:33
Beitrag Nr.2 
(35.266.401)
Antwort
Zitat
Das Goldene Mittelalter - bessere Lebensbedingungen als heute


Dazu fällt mir ein netter Witz aus den 70er´n ein: Wie nennen die Deutschen die Jahre der Wirtschaftskrise und Hyperinflation? Die gute, alte Zeit.

Oder anders formuliert: auch die gute, alte Zeit war mal eine schlechte, neue Zeit.
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schrieb am 25.09.08 09:30:50
Beitrag Nr.3 
(35.266.486)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.266.401 von MFC500 am 25.09.08 09:26:33Nicht diese Epoche des Mittelalters mit der darauffolgenden, finsteren Epoche verwechseln...;)


Arthur Spooner
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schrieb am 25.09.08 10:15:42
Beitrag Nr.4 
(35.267.188)
Antwort
Zitat
Ein Satz sagt fast alles aus:

Damit mussten die Handwerker nur vier Tage in der Woche arbeiten. Noch am Ausgang dieses Zeitalters, um 1450, konnte Erzbischof Antonin von Florenz es als selbstverständlich bezeichnen, dass für die Gewinnung des notwendigen Lebensunterhaltes eine kurze Arbeitszeit genüge und dass nur derjenige lange und viel arbeiten müsse, der nach Reichtum und Überfluss strebe.

Heute arbeitet, wer nach Reichtum und Überfluss strebt überhaupt nichts mehr, er presst den aus, der den notwendigen Lebensunterhalt verdienen will.

Die Ausgeglichenheit und Fairness in den Lebensverhältnissen hatten wir nach dem Krieg nocheinmal für ein ganz kurzes Zeitfenster. Die fürchterlichen Erfahrungen des Krieges ermöglichten das Wirtschaftswunder, auch (neben anderen Faktoren), weil zwischenmenschliche Werte wieder einen Stellenwert hatten.

Die heutigen Wirtschaftstheorien, egal aus welcher Ecke sie kommen, kranken an zwei Systemfehlern:

1. Der Staat ist nicht mehr das von den Bürgern ernannte Ordnungsforum, der Staat ist längst Selbstzweck der sich das Volk ernennt und "ordnet" wie er es braucht.
Insoweit ist es ökonomisch für die Bürger auch völlig egal ob sich das staatliche System sozialistisch oder kapitalistisch schimpft, da das spürbare Ergebnis für die Masse der Bevölkerung erst einmal ein "ausgepresst werden" ist.

Der Staat wollte ein Wohlfahrtsstaat sein und geriert sich als Almosenstaat.

2. Die Gesellschaft hat absolut keine Werte mehr. Und zwar weder Werte im sozialen Individualverhalten noch im übergreifenden Sinne abstrakter Gebilde der Kommune wie Politik, Ökonomie und Verantwortung.
Über spezifisch menschliche Werte wie Mitleid, Bescheidenheit, Ehrlichkeit (!), Anstand und Respekt brauchen wir nicht (mehr) zur reden da eine kannibalistische Gesellschaft auf dem Weg ihrer Evolution in die Vergangenheit dies mit falsch verstandenem modernistischem Verständnis längst eliminiert hat.

Ein Weg aus der Krise müsste somit an ganz anderer Stelle ansetzen, da man aus der Vergangenheit sicher mehr lernen könnte als nur den überheblichen Spruch: "die Erfahrung lehrt uns daß uns die Erfahrung nichts lehrt".
Die Realität scheint eher zu sein daß man ohne Erfahrung nichts lernt und alles falsch macht.
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schrieb am 25.09.08 10:37:51
Beitrag Nr.5 
(35.267.557)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.266.173 von ArthurSpooner am 25.09.08 09:10:27in den angesprochenen zeitraum fallen die beiden grossen pest wellen.
in manchen landstrichen vielen über 50% der bevölkerung der pest zum opfer.
während dieser krise kam es zu einer unglaublichen umverteilung der materiellen vermögen.
die vorher als leibeigene betrachteten landarbeiter mussten zb. erstmalig für ihre arbeit entlohnt werden, aus mangel an arbeitskräften.
dass der text dieses singuläre ereignis nicht mal erwähnt, macht ihn sehr unglaubwürdig.

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schrieb am 25.09.08 11:41:56
Beitrag Nr.6 
(35.268.579)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.266.173 von ArthurSpooner am 25.09.08 09:10:27Ich gebe zu bedenken, daß damals etwas unter 1 MRD Menschen lebten. Die Population "Mensch" hat sich inflationär entwickelt und somit auch die Probleme.

Angst macht mir die Zukunft in keinster Weise, denn man sollte bedenken:

Unsere Probleme bewegen sich auch dem Niveau zwischen der "Bestandssicherung" und der "Angst vor Veränderung", aber das ist normal.

"Hinterm Berg gehts weiter" ...immer weiter. Zuerst aber müssen wir auf den Berg.
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schrieb am 25.09.08 11:46:55
Beitrag Nr.7 
(35.268.664)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.266.173 von ArthurSpooner am 25.09.08 09:10:27#1

"...Das Hochmittelalter war die größte Entwicklungsperiode der deutschen Geschichte... :laugh:

Inklusive Hexenverbrennung usw...

"...Damals waren die sozialen Unterschiede so ausgeglichen wie nie mehr im historischen Verlauf..." :laugh:

Abgesehen von den verskalvten Leibeigenen, den unermesslich reichen Adeligen und den nahezu allmächtigen Geistlichen...

"...Wer viel hatte, erwarb den Wohlstand durch Arbeit, nicht durch leistungslose Zinsen. ..." :laugh:

Fugger, Medici...

---
Den Rest zu kommentieren erspare ich mir, wo doch schon die ersten drei Sätze nur Unsinn sind.

Jedenfalls zeigt der Beitrag in #1 mal wieder, dass wir in D ein massives Bildungsproblem haben, insbesondere was Geschichte angeht.

:eek:
Avatar
schrieb am 25.09.08 11:54:16
Beitrag Nr.8 
(35.268.794)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.267.188 von farniente am 25.09.08 10:15:42Das "Wirtschaftswunder" hatte nichts damit zu tun, daß Fairness oder zwischenmenschliche Werte einen höheren Stellenwert hatten als heute, sondern war einzig und allein deshalb möglich, weil nach dem Neustart des Währungssystems die Schulden und die damit verbundenen Zinsverpflichtungen noch minimal waren.
In dem Maße, wie sich Verschuldung und Zinsverpflichtungen beginnen aufzutürmen, schwindet auch die Fairness aus der Gesellschaft, weil das System, das diese Entwicklung zwangsläufig hervorbringt, selber alles andere als fair ist. Zu jedem Zeitpunkt war der durchschnittliche Zinssatz höher als der Zuwachs an wirtschaftlicher Leistung. Die Zinsen sind also nie erarbeitet worden, sondern aus der Substanz, durch neue Schulden oder durch Erpressung anderer zur Zahlung aufgebracht worden. Dieser Verteilungskampf wird mit zunehmend rabiateren Methoden ausgetragen. Am Ende wird von Fairness und menschlichen Werten nichts mehr übrig sein, sondern Raub, Mord und Krieg als Normalität den Alltag bestimmen.

Annuliere alle Schulden und Zinsverpflichtungen, und sofort startet die so entlastete Wirtschaft in ein neues Wirtschaftswunder.
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schrieb am 25.09.08 12:11:41
Beitrag Nr.9 
(35.269.108)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.268.664 von Blue Max am 25.09.08 11:46:55"Fugger, Medici..."

... waren die Leute, die diesem "goldenen Mittelalter" ein Ende gesetzt haben. ArthurSpooner redet von dem Zeitraum, der davor lag, und wo auch Fugger noch ein ehrlicher Handwerksmeister war.
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schrieb am 25.09.08 12:18:59
Beitrag Nr.10 
(35.269.237)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 35.268.794 von Borealis am 25.09.08 11:54:16Ich habe die Nachkriegszeit erlebt.
Also kein Hörensagen - schlicht Erfahrung.

Ich habe das entscheidende Wort "auch" geschrieben. D.h., das Nachkriegstrauma war nur ein Teilaspekt einer "wir haben überlebt-Gesellschaft".

Natürlich sind deine Argumente wichtig. Aber glaubst Du daß die Nachkriegsbanker wie z.B. ein Hermann Josef Abs solche raffgierigen, dummen Deppen waren wie dieser Bande völlig verkommener Möchtegernbanker, die Zertifakte handeln die sie nicht verstehen und Überweisungen tätigen an Kollegen die pleite sind ?
In früheren Jahren haben sich solche Vollidioten wenigstens noch erschossen.

Es ist nie ein Faktor alleine. Und noch etwas, ich habe es als kleines Zeitfenster bezeichnet, der Wandel kam nämlich seh sehr schnell.

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