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    JP Morgan Chase: Profiteur der Krise

    eröffnet am 23.10.08 13:56:59 von
    Dantyren

    neuester Beitrag 02.10.12 23:13:18 von
    mule99
    Beiträge: 164
    ID: 1.145.439
    Aufrufe heute: 0
    Gesamt: 49.941


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    Avatar
    Dantyren
    schrieb am 23.10.08 13:56:59
    Beitrag Nr. 1 (35.673.716)
    2,25 Billionen Dollar
    JP Morgan überholt alle


    JP Morgan Chase hat die Citigroup als größte US-Bank nach Vermögenswerten abgelöst. Wie die Citigroup mitteilte, verfügte das Institut per Ende September über Vermögenswerte in Höhe von 2,05 Billionen Dollar.

    Zuvor hatte JP Morgan erklärt, den Monat mit 2,25 Billionen Dollar an Vermögenswerten beendet zu haben. Grund für den Sprung von JP Morgan war die Übernahme des Bankgeschäfts von Washington Mutual, der ehemals größten US-Sparkasse.

    JP Morgan droht die Spitzenposition jedoch schon bald wieder zu verlieren: Die Bank of America könnte nach Abschluss der Übernahme von Merrill Lynch in einigen Monaten die neue Nummer eins nach Vermögenswerten sein.

    Schwankender Marktwert

    Citigroup versucht derzeit Teile des Unternehmens zu verkaufen, um Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Im vergangenen Jahr hat das Institut Nettoverluste von mehr als 20 Mrd. Dollar verbucht.

    JP Morgan ist Reuters-Daten zufolge derzeit auch die größte US-Bank nach Marktwert, gefolgt von der Bank of America, Wells Fargo und Citigroup.

    Quelle: n.tv
    Avatar
    Dantyren
    schrieb am 23.10.08 13:59:26
    Beitrag Nr. 2 (35.673.740)
    KRISENGEWINNLER JP MORGAN CHASE
    Wiederaufstieg einer Wall-Street-Ikone


    Von Michael Kröger

    Nach 75 Jahren endlich wieder Nummer eins: Mit der Übernahme der insolventen US-Sparkasse Washington Mutual wird JP Morgan Chase erneut zum Primus der US-Bankenwelt. Die Grundlage hatte der Firmengründer einst mit Geschäftssinn und Rücksichtslosigkeit gelegt.

    Berlin - John Pierpont Morgan hätte den Zeitpunkt genau so gewählt. Seit Monaten hatte sich die Schieflage der Washington-Mutual-Gruppe abgezeichnet. Auf der Suche nach einem solventen Käufer klapperte der US-Einlagensicherungsfonds FDIC eine Top-Adresse nach der anderen ab. Es galt, den Ernstfall zu vermeiden und für die Guthaben von Millionen von Kunden einstehen zu müssen. Auch das Bankhaus JP Morgan Chase wurde umworben. Doch dessen Chef James Dimon wartete ab - bis die Ereignisse sich überschlugen.

    Zentrale von JP Morgan Chase: Ruf als Retter der Wall Street
    DPA


    Zuerst machte am Donnerstagnachmittag die Nachricht die Runde, dass der Krisengipfel im Weißen Haus geplatzt sei. Das 700 Milliarden Dollar schwere Rettungspaket für die Wall Street, das Stunden zuvor als beschlossene Sache gehandelt wurde, steht plötzlich wieder zu Disposition. Wenige Stunden später schreckten die Börsianer noch einmal auf: Die US-Behörden hatten die Washington Mutual, die zweitgrößte Geschäftsbank der USA, geschlossen.

    Und plötzlich erscheint Dimon als Retter in letzter Not auf der Bildfläche. Er übernimmt beide Banken der Gruppe, die Washington Mutual Bank und die Washington Mutual FSB. Der Übergang werde "nahtlos" sein, verkündeten die Verantwortlichen. Die Kunden könnten davon ausgehen, dass die Geschäfte am Freitag ganz normal weitergingen. JP Morgan Chase aber steigt damit, gemessen an den Einlagen, zur größten Bank der USA auf. Insgesamt verfügt das Institut inzwischen nach eigenen Angaben über mehr als 900 Milliarden Dollar.

    75 Jahre Dornröschenschlaf

    Genaugenommen müsste man eher von einem Wiederaufstieg sprechen. Denn bis zu seiner Entflechtung nach der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts war J. P. Morgan die größte Bank im Land und ihr Gründer Pierpont Morgan der mächtigste Bankier, der nicht nur die weltweiten Aktienkurse nach Belieben nach oben oder nach unten trieb, sondern sich auch für epochale Umwälzungen in der Industrie verantwortlich zeichnete.

    Die Geschichte J. P. Morgans begann 1838 als Pierponts Vater Junius Spencer Morgan gemeinsam mit einigen Geschäftspartnern die George Peabody & Co. aus der Taufe hob. Er selbst begann seine Karriere in der Londoner Filiale und bewies schon nach kurzer Zeit sein Talent, die Gesetzmäßigkeiten des Marktes zu seinem Vorteil zu nutzen. Nahezu unbemerkt gelang es ihm, Gold im Wert von rund zwei Millionen Dollar aufzukaufen und aus dem Markt zu ziehen. Der zwangsläufigen Preisexplosion für das Edelmetall folgte der Kursverfall an den Aktienmärkten. Diese nutzte Morgan aus, um Aktien zu kaufen. Schließlich gab er das Gold wieder in den Markt und profitierte anschließenden Aufschwung am Aktienmarkt.

    Umwälzung der Eisenbahn- und Stahlbranche

    Ähnlich rücksichtslos setzte er sich später bei der Neuordnung der amerikanischen Eisenbahnen durch. Während der schweren Wirtschaftskrise ab 1873 gerieten viele Linien in finanzielle Schwierigkeiten und waren billig zu haben. Morgan kaufte fleißig ein und machte dann seinen Einfluss in der Hochfinanz geltend, um sich jede Konkurrenz vom Leibe zu halten - und wurde so zum mächtigsten Eisenbahnmagnaten in den USA.

    Auch in der Stahlbranche kämpfte er mit harten Bandagen. Durch versteckte Aktienaufkäufe gelang ihm die feindliche Übernahme der Carnegie-Werke, die damals weitaus größer waren, als seine eigene Brücken- und Röhrenfabrikation. Als Gebühren für Beratung und Abwicklung des Zusammenschlusses soll er danach insgesamt 160 Millionen Dollar kassiert haben - "annähernd die Hälfte des Wertes aller Betriebsanlagen und Besitztümer der betroffenen Unternehmen", zitiert der Schweizer Autor Fritz Schwarz in seinem Buch "Morgan - der ungekrönte König der Welt" einen Bericht der Untersuchungskommission des Kongresses.



    Als zwiespältig gilt auch seine Rolle in der schweren Depression zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Als sich an der Wall Street ein handfester Crash anbahnte, rief Morgan die wichtigsten Bankiers der Wall Street zusammen und überzeugte sie, sich an einer Rettungsaktion zu beteiligen. Eine allgemeine Panik konnte so vermieden werden. Laut Schwarz soll Morgan die Krise allerdings selbst herbeigeführt haben, indem er dem Markt große Geldmengen entzogen hatte. Trotzdem wurde der Bankier damals als Held der Wall Street gefeiert.

    Trennung von Kredit- und Wertpapiergeschäft

    Mit dem Börsenkrach von 1929 änderte sich auch die Geschäftsgrundlage des mächtigen Bankhauses. Um Spekulationsblasen in der Zukunft zu verhindern, hatte der Kongress das Glass-Steagall-Gesetz verabschiedet, das eine strikte Trennung von Kredit- und Wertpapiergeschäft vorsah. Nach der erzwungenen Aufspaltung entwickelten sich J. P. Morgan, die Investmentbank Morgan Stanley und für das Auslandsgeschäft Morgan Grenfell als getrennt organisierte Institute, die ihre Vormachtstellung in der Branche verloren.


    JP Morgan Chase Washington Mutual James Dimon Pierpond Morgan
    zu SPIEGEL WISSEN
    Dass die späten Nachfolger von John Pierpont Morgan ebenso kühl kalkulieren, wie die ersten Gründergenerationen, hat Dimon inzwischen bereits doppelt bewiesen - zum einen mit dem Kauf von Bear Stearns im März und jetzt mit der Übernahme von Washington Mutual. Beim Deal von gestern bleiben Einlagen der Kunden zwar gesichert, doch Stammkapital und Schulden der Holding gehen in die Insolvenz - Aktionäre und Gläubiger der Holding dürften damit leer ausgehen. Im Falle Bear Stearns dagegen steht die US-Notenbank mit 30 Milliarden Dollar für die gefährlichsten Papiere gerade.


    Quelle: Spiegel-online
    Avatar
    Dantyren
    schrieb am 23.10.08 14:09:22
    Beitrag Nr. 3 (35.673.837)
    JP Morgan fährt überraschend Gewinn ein

    © ZEIT ONLINE, Reuters, dpa 15.10.2008 - 17:47 Uhr

    Die US-Großbank macht im dritten Quartal Gewinne - obwohl sie Milliarden abschreiben und die Kosten für die Übernahme der Washington Mutual schultern muss:

    http://www.zeit.de/online/2008/42/jp-morgan-chase-quartalsge…
    Avatar
    Kirschkern1
    schrieb am 23.10.08 14:33:06
    Beitrag Nr. 4 (35.674.122)
    Hier eine Info zum Verständnis:

    Source: PRLog.Org - Global Press Release Distribution
    J.P. Morgan Chase buyout of Bear Stearns – A Trillionaires Delight
    By Jordan Christopher, Ivy Hollow Media
    Dated: Mar 20, 2008
    The buyout of Bear Stearns by Morgan is the culmination of two centuries of persistent work by the families
    of Rothschild, Morgan and Rockefeller to effectively control the Federal Reserve. This article highlights the
    history of the quest..
    Somewhere in the trillionaires room of Heaven three old codgers are sitting around a table smoking cigars
    and chuckling over the J. P Morgan Chase & Company buyout of Bear Stearns for a paltry $2.00 a share.
    Not so much because the price had been over $130 a share a few weeks earlier but because the Federal
    Reserve Board put up $30 billion of the government’s money to guarantee the sale.
    Yes, Mayer Amschel Rothschild, J. P. Morgan and John D. Rockefeller, patriarchs of three of the most
    powerful family fortunes in history have waited nearly two centuries to see their dreams fulfilled. Perhaps
    such patience is why their families have remained successful by steadfastly maintaining the rules of the
    game as set down by their founders.
    It was 248 years ago, in 1760 that Mayer Amschel Rothschild created the House of Rothschild that was to
    pave the way for international banking and control of the world’s resources on a scale unparalleled and
    somewhat mysterious to this date. He disbursed his five sons to set up banking operations throughout
    Europe and the various European empires.
    "Give me control of a nation's money
    and I care not who makes the laws."
    Mayer Amschel Rothschild
    In time the House of Rothschild was able to take control of the Bank of France and Bank of England and
    relentlessly pursued an effort over two centuries to control a national bank in the USA. By 1850 it was said
    the Rothschild family was worth over $6 billion and owned one half of the world’s wealth.
    From oil (Shell) to diamonds (DeBeers) to gold (from 1919 until 2004 a Rothschild was permanent
    Chairman of the London Gold Fixing committee which met twice a day in the Rothschild offices in
    London) the Rothschild’s quietly accumulated a foothold in critical industries and commodities throughout
    the world.
    A master at building impenetrable walls around his family assets the current value of the Rothschild
    holdings are estimated to be between $100 and $300 trillion, yes that is trillion dollars! Now for a point of
    reference the current United States National Debt is $9.4 trillion.
    J. P. Morgan began as the New York agent for his father’s business in London in 1860 and by 1877 was
    floating $260 million in US Bonds to save the government from an economic collapse. In 1890 he
    inherited the business and in 1895 bought $200 million in US Bonds with gold to again save the US
    economy.
    “If you have to ask how much it costs,
    you can't afford it.”
    J. P. Morgan
    Page 1/3
    Source: PRLog.Org - Global Press Release Distribution
    By 1912 he controlled $22 billion and had started companies such as US Steel and General Electric while
    he owned several railroads. Morgan was also an American agent for the House of Rothschild in London
    and used the Rothschild resources to help people like John D. Rockefeller.
    Rockefeller, who started Standard Oil in 1863 with the help of Morgan, grew his company into the largest
    oil company in the world and by 1916 Rockefeller was the first billionaire in American history. In 1909 he
    had set up the Rockefeller Foundation with $225 million and donated nearly a billion more dollars to
    various causes. The Rockefeller family fortune is estimated to be around $11 trillion today.
    “The way to make money is to buy
    when blood is running in the streets.”
    John D. Rockefeller
    So what did they have in common these extraordinary capitalists? They all were dedicated to owning a
    national bank in America so they could determine the fiscal policies of the nation and earn interest on the
    debt of the nation.
    Rothschild agents in 1791 formed the First Bank of the United States but intense opposition to foreign
    ownership by President Jefferson and others helped kill it by 1811. A Second Bank of the United States
    was formed in 1816 once again by Rothschild agents and this time they secured a 20-year charter.
    However, President Andrew Jackson was also opposed to foreign ownership and withdrew the federal
    deposits in 1832 as part of his plan to kill the bank charter in 1836.
    An attempt to assassinate Jackson in 1834 left him wounded but more determined than ever to stop the
    central bank. Thirty years later President Lincoln refused to pay international bankers extremely high
    interest rates during the Civil War and ordered the printing of government bonds. With the help of Russian
    Czar Alexander II who also blocked a similar national bank from being set up in Russia by the international
    bankers they were able to survive the economic squeeze.
    Lincoln said, "The money powers prey upon the nation in times of peace and conspire against it in times of
    adversity. The banking powers are more despotic than a monarchy, more insolent than autocracy, more
    selfish than bureaucracy. They denounce as public enemies all who question their methods or throw light
    upon their crimes. I have two great enemies, the Southern Army in front of me and the bankers in the rear.
    Of the two, the one at my rear is my greatest foe. Corporations have been enthroned, and an era of
    corruption in high places will follow. The money power of the country will endeavor to prolong its reign by
    working upon the prejudices of the people until the wealth is aggregated in the hands of a few, and the
    Republic is destroyed."
    Both Lincoln and Alexander II were assassinated. In 1881 James Garfield became president and he was
    dedicated to restoring the right of the federal government to issue money like Lincoln did in the Civil War
    and he was also assassinated.
    Finally along came 1913 and the US was again suffering from a weak economy and there was a threat of
    another costly war, a world war this time, and business tycoons J.P. Morgan, John D. Rockefeller and E.H.
    Harriman were part of a group that got Woodrow Wilson to sign into law the Federal Reserve Act creating
    a network of 12 privately owned banks as part of a new Federal Reserve network.
    One of the largest stockholders in the new Federal Reserve was the House of Rothschild through their
    direct and indirect holdings. A few years later it was disclosed that the Rothschilds also owned about 20%
    of J. P. Morgan. In time Morgan would merge with the Chase Manhattan Bank of the Rockefellers.
    Page 2/3
    Source: PRLog.Org - Global Press Release Distribution
    Years later John F. Kennedy opposed a private national bank and was assassinated in 1963 and Ronald
    Reagan opposed a private national bank and in 1981 an attempt was made to assassinate him. Coincidence
    or not the opposition to a privately owned national bank was a common characteristic to all these successful
    assassinations and assassination attempts.
    Which brings us full circle to the present bailout of Bear Stearns by J.P. Morgan Chase & Company and
    we find the Rothschild, Morgan and Rockefeller families are all conveniently part of the same group
    benefiting from the bailout and the $30 billion guarantee by the Federal Reserve. This is the third time the
    J. P. Morgan Company has come to the rescue of the American banking system and economy.
    Email Click to email author
    Website http://ColtonsPointTimes.blogspot.com
    Phone 301-769-2027
    Address 20276 Park Place
    PO Box 21
    City/Town Coltons Point
    State/Province Maryland
    Zip 20626
    Country United States
    Page

    Gibt halt immer jemand der das große "Rad" dreht
    und sich dabei die Taschen füllt!
    Das es dabei auch viele Verlierer gibt, wenn wunderts?


    Gruß Kirschkern;)
    Avatar
    I-need-money
    schrieb am 23.10.08 15:59:38
    Beitrag Nr. 5 (35.675.176)
    Die warn doch schon in den 30igern der Profiteur und werdens auch diesmal sein
    Avatar
    Dantyren
    schrieb am 23.10.08 16:04:13
    Beitrag Nr. 6 (35.675.241)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 35.675.176 von I-need-money am 23.10.08 15:59:38Ja, damals waren es noch 2 Banken:


    J.P.Morgan und Chase Manhattan schließen Fusion ab
    Die beiden US-Finanzhäuser J.P. Morgan und Chase Manhattan gaben heute bekannt, ihre Fusion zum 31.12.2000 abgeschlossen zu haben. Die dadurch entstandene Firma wird unter dem Namen J.P. Morgan & Chase gelistet werden und weiterhin das alte Kürzel JPM von J.P. Morgan haben.
    Chase Manhattan gab im vergangenen September bekannt, J.P. Morgan für ca. 30 Mrd. Dollar zu übernehmen.
    Avatar
    Kirschkern1
    schrieb am 24.10.08 12:59:27
    Beitrag Nr. 7 (35.687.023)
    Krimminelle Energie!

    SdK: JP Morgan Chase sind die Bank-Räuber des Jahres 2004:mad:
    Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger hat die JP Morgan Chase Bank zu den "Bank-Räubern des Jahres 2004" erklärt. Mit der Negativauszeichnung "Bank-Räuber des Jahres" macht die SdK auf Kreditinstitute aufmerksam, die sich durch besondere Abzockerei, Dreistigkeit und Vorteilnahme zum Nachteil von Aktionären oder Anlegern profiliert haben.

    Die Jury der SdK hat entschieden, dass die unrühmliche Auszeichnung dieses Jahr der JP Morgan Chase Bank für ihr Verhalten gegenüber den Aktionären der PrimaCom AG verliehen wird.
    Begründung:
    Im Jahr 1999 freute sich die heute JP Morgan Chase genannte Bank über den Börsengang der PrimaCom. Schließlich war die Bank schon vorbörslich mit rund 5 Prozent beteiligt und musste nicht die von den Zeichnern verlangten 29 Euro berappen. (PrimaCom betreibt Kabelnetze, die hauptsächlich mittelgroße und kleine Gemeinden in Deutschland versorgen. Diese Netze dienen der Übermittlung von analogem Kabelfernsehen, Digital-TV, Telekommunikation, Internet- und Datendiensten.) Die operative Geschäftsentwicklung der Gesellschaft war äußerst positiv. PrimaCom ist sowohl in einem attraktiven Wachstumsmarkt tätig und profitiert andererseits von einem stabilen Kundenstamm, der konjunkturell unabhängige Erlöse liefert. Der Kurs stieg in den folgenden Monaten bis auf über 100 Euro. Die JP Morgan Chase Bank verabschiedete sich jedoch als Aktionär und verkaufte sämtliche Papiere.
    Doch dabei sollte es nicht bleiben. In der Folge bemühte sich JP Morgen Chase, die Kabelgesellschaft regelrecht ausbluten zu lassen; offensichtlich mit dem Ziel, das Geschäft der PrimaCom anschließend billigst an sich zu reißen. Das sollte so gehen: Im Jahr 2000 erwarb PrimaCom den niederländischen Kabelnetzbetreiber Multikabel für 375 Mio. Euro. Multikabel könnte derzeit für 530 Mio. Euro verkauft werden. Unter normalen Umständen also ein glänzendes Geschäft, das auch fremdfinanziert gut funktioniert hätte. Doch die Umstände waren nicht normal. Denn der damalige PrimaCom-Vorstand Paul Thomason arbeitete sehr eng mit JP Morgan Chase zusammen. Mit seiner Zustimmung und unter maßgeblicher Führung der JP Morgan Chase Bank wurden die Kreditarrangements mehrfach - mitunter wirtschaftlich völlig unsinnig - umfinanziert. Dabei wurde die exorbitant hohe Summe von über 80 Mio. Euro an Berater- und Bankgebühren berechnet. Die exzessiv teure Beratung hatte zum Ergebnis, dass der Kredit über 375 Mio. Euro - der durch Zinseszinsen sukzessive anwächst - mit Belastungen von sage und schreibe 20 Prozent pro Jahr zu Buche schlägt.
    Auf Dauer kann selbst das gesündeste Unternehmen eine derartige Zinsbelastung nicht schultern. Weil PrimaCom trotzdem tapfer weiterexistierte, wollte JP Morgan Chase am 16. April 2004 zum letzten Streich ansetzen: Gemeinsam mit dem amerikanischen Geierfonds Apollo Management planten sie, den Geschäftsbetrieb der PrimaCom AG ganz zu übernehmen. Die Aktionäre sollten mit 25 Cent je Papier abgespeist werden. Der Kurs der Aktien brach nach Bekanntwerden dieser Pläne drastisch ein.
    Vor der entscheidenden Hauptversammlung im Juni veröffentlichte der Geschäftsführer des neuen Gemeinschaftsunternehmens der JP Morgan Chase und Apollo mehrfach Falschmeldungen, in denen er behauptete, dass PrimaCom unmittelbar von der Insolvenz bedroht sei, die unmittelbar nach der HV angemeldet werden müsse, falls die Aktionäre dem Plan nicht zustimmen. Sogar eine Medienagentur wurde eingeschaltet, um diese angebliche Insolvenzmeldung so weit wie möglich zu verbreiten. (Dass Kreditgeber einer besonderen Fürsorgepflicht unterliegen, schien JP Morgan Chase nicht zu stören.) Die Falschmeldungen hatten nach Meinung der SdK zwei Ziele: Die Zustimmung der Aktionäre sollte erpresst werden und gleichzeitig sollte die Kreditwürdigkeit der PrimaCom derart beschädigt werden, dass eine Umfinanzierung unmöglich werden sollte.
    Maßgeblich durch das Engagement der SdK konnte dieses Vorhaben auf der Hauptversammlung im Juni verhindert werden.
    Das Ergebnis der Hauptversammlung brachte dann auch die Wende: Der Aufsichtsrat wurde neu besetzt, der Vorstand ausgetauscht.
    Inzwischen arbeitet die PrimaCom AG an einer Restrukturierung - der Aktienkurs notiert mit Kursen über 2,50 Euro bei mehr als dem 10fachen des Bankangebots. Der hochverzinste Kredit der JP Morgan Chase Bank wird von zwei renommierten Gutachtern als "in Deutschland sittenwidrig" bezeichnet. Daraufhin hat PrimaCom eine Klage auf Rückzahlung der Gelder angestrengt.
    Die Gesellschaft bemüht sich inzwischen auch um den Verkauf der Multikabel. Mit den Erlösen von 530 Mio. Euro könnte ein Großteil der Kredite zurückgeführt werden. Derzeit, so scheint es zumindest, wollen JP Morgan Chase und Apollo den Verkauf blockieren. Sie hoffen wohl immer noch, die Restrukturierung zu verhindern und wie geplant die Aktionäre enteignen zu können.
    Fazit:
    Die dreisten Versuche der JP Morgan Chase Bank, durch ihre Stellung als Kreditgeber Aktionäre zu enteignen, sind in dieser Form bisher einmalig und verdienen nach Ansicht der SdK den Titel "Bank-Räuber des Jahres".
    Um auch bei anderen Unternehmen Gefahren aufzuspüren, die offensichtlich bei Geschäftsbeziehungen börsennotierter Aktiengesellschaften mit der JP Morgan Chase Bank entstehen können, wird die SdK auf den wesentlichen der von ihr besuchten 800 Hauptversammlungen die eventuellen Beziehungen der Gesellschaften mit dem "Bank-Räuber des Jahres" detailliert hinterfragen.

    Gruß Kirschkern
    Avatar
    angoli77
    schrieb am 25.10.08 21:50:56
    Beitrag Nr. 8 (35.699.255)
    Ich denke die Überschrift ist falsch gewählt :


    JP Morgan Chase: Raubritter der Krise


    wäre wohl eher angebracht ;)
    Avatar
    suedwester
    schrieb am 19.11.08 23:11:36
    Beitrag Nr. 9 (36.010.794)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 35.699.255 von angoli77 am 25.10.08 21:50:56JPMorgan hat das Kursziel für die Royal Bank of Scotland (RBS) von 120 auf 50 Pence gesenkt und die Einstufung auf "Underweight" belassen. Die bestehenden Probleme seien nun endlich erkannt worden und erste Maßnahmen getroffen worden, schrieb Analystin Carla Antunes da Silva in einer Studie vom Mittwoch. Da die britische Regierung sich jedoch nicht passiv verhalten werde, dürfte das alte Profitabilitätsniveau für einen langen Zeitraum nicht erreicht werden. Zudem dürfte es für den Finanzkonzern schwer werden, den Personalbestand aggressiv zu reduzieren.

    JPM seems to be quite :mad: aggressive, tststs ... :rolleyes:
    Avatar
    suedwester
    schrieb am 19.11.08 23:13:09
    Beitrag Nr. 10 (36.010.800)
    Antwort auf Beitrag Nr.: 35.687.023 von Kirschkern1 am 24.10.08 12:59:27Der Bock :eek: wird zum Gärtner :laugh: gemacht, und der Gärtner ist immer der :mad: Mörder ...




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