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21.11.2008
Inbev feiert Anheuser-Busch-Übernahme
Caro Detzer
O'zapft is! Auch nach dem Oktoberfest gibt es noch wahrlich Gründe
ein Fass aufzumachen. Zumindest für den Beck's-Brauer InBev, der
die 52 Milliarden Dollar schwere Übernahme seines US-Konkurrenten
Anheuser-Busch abgeschlossen hat und damit zum mit Abstand größten
Bierkonzern der Welt aufsteigt.
Kurz zuvor war Tauziehen angesagt, so zierte sich nicht nur
Anheuser Busch längere Zeit gegen eine Übernahme, auch die Zusage
der US-Kartellbehörden über den Verkauf der Inbev-Marke Labatt
stand noch aus. Am Dienstag gab die Behörden dann grünes Licht für
die Komplettübernahme. Der neue Branchenprimus Anheuser-Busch-Inbev
stößt mit einem Umsatz von 36 Milliarden Dollar die einstige Nummer
eins - das britische Brau-Unternehmen SABMiller mit einem Umsatz
von 21 Milliarden Dollar – vom Thron. Die Übernahme stellt alle
bisherigen Transaktionen in der Brauereigeschichte in den Schatten,
sowohl vom Volumen her als auch von der Cash-Quote.
Ermutigende Quartalszahlen
Die letzten Quartalszahlen des belgischen-brasilianischen
Bierbrauers konnten sich angesichts des rückläufigen Bierkonsums
dennoch sehen lassen. Der Nettogewinn nach Abzug von
Minderheitsanteilen sank zwar um 14 Prozent auf 447 Millionen Euro,
was auf schwache Umsatzzahlen in Westeuropa und gestiegenen
Energie-, Getreide- und Verpackungskosten zurückzuführen war.
Analysten hatten mit einem Gewinn von 541 Millionen Euro gerechnet.
Der Umsatz konnte dagegen um 7,7 Prozent auf 3,95 Milliarden Euro
zulegen, ebenso das EBITDA, das mit einem Anstieg von über vier
Prozent auf 1,39 Milliarden Euro kletterte.
Auf Wachstumskurs
Für 2009 erwartet Inbev ein ähnlich moderates Wachstum des
Absatzvolumens wie in diesem Jahr. Dies honorierte die Société
Générale und bewertet die Bieraktie nach Abschluss der Übernahme
von Anheuser-Busch mit 'buy' und einem Kursziel von 36,00 Euro. Als
Gründe werden vor allem das ermutigende Quartalsergebnis und die
richtige Langfrist-Strategie genannt. Seit Jahresbeginn hat sich
die Aktie mehr als halbiert und könnte nach der Übernahme wieder
zur Erholung ansetzen. Mit einem 2009-er KGV von acht ist der
Bierkonzern zudem ein wahres Schnäppchen. Na dann, Prost!