Samstag, 20. Dezember 2008
Mit der Säge durch die Krise
Stihl stellt Mitarbeiter ein
Holz - Es kommt darauf an, was man daraus macht.
Ungeachtet der weltweiten Konjunktursorgen will der
Motorsägenhersteller Stihl im neuen Jahr weitere Mitarbeiter
einstellen. Die Produktion von 100.000 Motorsägen, die derzeit in
den USA und in Brasilien hergestellt werden, werde in das Stammhaus
des Weltmarktführers nach Waiblingen im Rems-Murr-Kreis in
Baden-Württemberg verlagert, kündigte der Vorstandsvorsitzende
Bertram Kandziora in der "Waiblinger Kreiszeitung" an. Dieses
Volumen könne mit der bestehenden Belegschaft nicht produziert
werden. Momentan sind nach Angaben Kandzioras 56 Stellen in
Waiblingen offen; die Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter in der
Fertigung seien in den vergangenen Monaten wieder gestiegen.
In Deutschland beschäftigt Stihl 3500 Mitarbeiter, davon 2800 in
Waiblingen. "Das ist der höchste Stand an Stammbelegschaft seit 20
Jahren", berichtete Kandziora. Die Produkte werden von 32
Vertriebsgesellschaften und 120 Importeuren weltweit an mehr als
35.000 Fachhändler in 160 Ländern verkauft. Konzernweit beschäftigt
Stihl rund 10.000 Mitarbeiter.
Investieren ohne Kredit
Die Finanzkrise sieht Stihl gelassen, weil die
Eigenkapitalquote von 60 Prozent, wie Kandziora
berichtete, weit über dem deutschen Durchschnittswert liege.
Mittelständische Unternehmen in Deutschland verfügen demnach im
Schnitt über eine Eigenkapitalbasis in Höhe von 33 Prozent. "Wir
sind deshalb von der Finanzkrise nicht direkt betroffen, denn wir
brauchen keine Kredite. Wir können unsere Investitionen aus dem
Ertrag des Unternehmens heraus finanzieren."
Rund 200 Mio. Euro habe das Unternehmen für die Weiterentwicklung
der Produkte und den Ausbau des Fertigungs- und Vertriebsverbundes
ausgegeben.
Sägen gehen immer
Der Stihl-Chef geht davon aus, dass zum Jahresende die Zahl der
verkauften Sägen um sechs bis sieben Prozent und der Umsatz um
knapp zwei Prozent über den Vorjahreszahlen liegen werden. Für 2009
werde Stihl seine hohen Wachstumsquoten etwas korrigieren, dennoch
erwarte man weltweit weitere Umsatzsteigerungen. "Die
Konjunkturschwäche trifft uns nur verhalten", sagte Kandziora. Es
gebe immer noch Boom-Märkte wie Osteuropa oder Südamerika.
http://www.n-tv.de/1073997.html