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Heidelberger Cement Was nun?

eröffnet am 06.01.09 16:47:51 von
gnuldi

neuester Beitrag 09.04.09 22:02:29 von
honigbaer
Beiträge: 61
ID: 1.147.336
Aufrufe heute: 0
Gesamt: 14.132


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gnuldi
schrieb am 06.01.09 16:47:51
Beitrag Nr. 1 (36.316.203)
Ich schlage vor, diesen Thread zu nehmen.
Fuer Reichelt werde ich auch einen neuen aufmachen.
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kampfhundstreichler
schrieb am 06.01.09 17:16:40
Beitrag Nr. 2 (36.316.531)
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.316.203 von gnuldi am 06.01.09 16:47:51normalerweise sollte der tragische Tod von Herrn Merckle für Heidelberger Zement keine Auswirkungen haben. Normalerweise.
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DOBY
schrieb am 06.01.09 17:32:24
Beitrag Nr. 3 (36.316.708)
sehe ich anders:
a) Erbschaftssteuerproblematik
b) Change of Control Klausel in den Heidelzement-Anleihen
c) Überbrückungskredit

wenn Herr Merckle die zugesagten Sicherheiten noch nicht bereitgestellt hat, könnte der Überbrückungskredit für VEM/Phönix doch noch hinfällig werden und das Schachtelsystem zusammenbrechen. Anscheinend wurden nämlich noch nicht alle Unterschriften geleistet.
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pirmasenser
schrieb am 06.01.09 17:38:57
Beitrag Nr. 4 (36.316.791)
Ich seh die Geier schon kreisen.....
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kockar
schrieb am 06.01.09 17:55:27
Beitrag Nr. 5 (36.316.984)

http://www.ariva.de/VEM_Sprecherin_Merckles_Tod_hat_keine_A…

VEM-Sprecherin: Merckles Tod hat keine Auswirkung auf Sanierung

17:44 06.01.09

ULM (dpa-AFX) - Die Sanierung der Vermögensgesellschaft VEM von Adolf Merckle geht auch nach dem plötzlichen Tod des Industriellen weiter. "Der Tod des Unternehmers hat keine Auswirkungen auf den weiteren Sanierungsprozess", teilte eine VEM-Sprecherin am Dienstag in Ulm mit. Die VEM sei im Rahmen der Finanzkrise zuletzt in einen "Liquiditätsengpass" geraten. "Mit dem Bankenkonsortium wurde bereits eine Stillhaltevereinbarung getroffen."

Merckles Unternehmen - darunter der Pharmakonzern ratiopharm und der Zementhersteller HeidelbergCement - waren durch die Finanzkrise und nach Verlusten bei Spekulationen mit VW-Aktien ins Rutschen gekommen. Zuletzt hatte es Verhandlungen mit den Gläubigerbanken über einen Überbrückungskredit in Höhe von 400 Millionen Euro gegeben.

In der VEM-Erklärung wird gewürdigt, Merckle habe "als Familienunternehmer zahlreiche Unternehmen zu nachhaltigem Wachstum geführt und damit die Voraussetzungen für eine dynamische Entwicklung von Wirtschaftsstandorten in ganz Deutschland geschaffen"./ot/DP/gr
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DOBY
schrieb am 06.01.09 18:43:51
Beitrag Nr. 6 (36.317.489)
Chronik: Wie Merckle in Schwierigkeiten geriet

Mehr als zwei Monate sorgte der Milliardär Adolf Merckle durch seine Fehlspekulationen mit VW-Aktien für Schlagzeilen. Sein Firmenreich drohte zusammenzubrechen. FTD.de zeigt die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge.

28. Oktober 2008

Spekulanten treiben die VW-Aktie auf ein Allzeithoch von 1005,01 Euro. Hedgefonds, die auf fallende Kurse gesetzt haben, verlieren nach Berechnungen der Financial Times bis zu 15 Mrd. Euro an einem einzigen Tag. Sie müssen sich mit VW-Aktien eindecken, um ihre geliehenen Aktien zurückzugeben - das treibt den Kurs.

14. November

Erstmals wird über einen Verkauf des zur Merckle-Gruppe gehörenden Generika-Herstellers Ratiopharm spekuliert. Damit soll nach Medienberichten die Bilanz von Deutschlands größtem Baustoffhersteller Heidelcement aufgebessert werden.

16. November

Jetzt wird bekannt: Nicht nur notorisch risikobereite Hedgefonds haben sich mit der VW-Aktie verkalkuliert - auch der Milliardär Merckle. Er habe nach Leerverkäufen der VW-Aktie einen hohen dreistelligen Millionenbetrag verloren, heißt es. Später wird sogar von 1 Mrd. Euro die Rede sein. Merckle arbeite unter Hochdruck an einer neuen Kreditvereinbarung für seine Investmentfirma VEM Vermögensverwaltung, berichten Medien.

17. November

Merckle ist bemüht, seine Finanznot ohne den Verkauf großer Beteiligungen zu lösen. "Unterschiedliche Optionen werden geprüft, um eine geordnete Rückführung der Verbindlichkeiten zu gewährleisten", teilt Ludwig Merckle, Geschäftsführer der Merckle-Holding VEM, mit. Gespräche mit Banken, die die Lage kurzfristig stabilisieren sollten, seien fortgeschritten. Den Milliardär drücken nicht nur die verzockten Millionen mit Wetten auf die VW-Aktie - er leidet auch unter der hohen Schuldenlast seiner Mehrheitsbeteiligung Heidelcement, die in einem Milliardendeal kurz vor Beginn der Baukrise den Konkurrenten Hanson erworben hatte.

Banken drängen Merckle, eine seiner Großbeteiligungen zu verkaufen. Erster Kandidat ist der Arzneikonzern Ratiopharm. Dort versucht der kurz zuvor angetretene Geschäftsführer Oliver Windholz, die Mitarbeiter zu beruhigen, und fordert sie in internen Schreiben auf, sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren.

18. November

Merckle holt sich mit seiner Bitte um Staatshilfen eine Abfuhr der baden-württembergischen Landesregierung. Nach Zeitungsangaben geht es um 150 Mio. Euro. Nach einem Treffen mit Merckle sagte Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP): "Wir sind zuversichtlich, dass die Banken und das Unternehmen eine tragfähige Lösung finden. Ein Antrag auf eine Landesbürgschaft wurde nicht gestellt."

20. November

Der Milliardär bekommt in Kreditverhandlungen mit Banken zwei Wochen Zeit, um seine Finanznöte in den Griff zu bekommen. Ziel ist, in dieser Zeit einen Überbrückungskredit zustande zu bringen. Nach FTD-Informationen braucht Merckle akut frische Mittel in der Größenordnung von 700 Mio. Euro.

Die Merckle-Holding VEM gibt bekannt, sie habe mit rund 30 Geldinstituten ein Stillhalteabkommen geschlossen. Weitere Quellen sprechen davon, dass auf der VEM Schulden in Höhe von mindestens 3 bis 5 Mrd. Euro lasten.

25. November

Der von Merckle gehaltene Arzneihersteller stellt sich auf einen Verkauf ein. "Die Chancen, dass Ratiopharm bei Merckle bleibt, sind sehr gering", sagt Gewerkschaftssekretär Peter Stolhofer der FTD nach einer Betriebsversammlung.

1. Dezember

Das Land Baden-Württemberg verweigert Merckle Hilfe in Millionenhöhe: "Es gibt keine Bürgschaft des Landes für das Haus Merckle", sagt der baden-württembergische Wirtschaftsminister Pfister. Nach Auffassung der Stuttgarter Landesregierung kommt Merckle um einen Verkauf Ratiopharms wohl nicht mehr herum. Der Druck auf den Milliardär steigt. Gleichzeitig läuft das Stillhalteabkommen mit rund 30 Banken aus, mit denen er in Kreditverhandlungen für seine Holding VEM steht.

3. Dezember

Merckle legt den Banken ein verbessertes Angebot vor und stellt Sicherheiten aus dem privaten Vermögen zur Verfügung.

Heidelberg Cement bekommt die Probleme seines Großaktionärs zunehmend zu spüren. Am 3. Dezember schraubt die Ratingagentur Moody's die Bonitätsbewertung von 3,3 Mrd. Euro Heidelcement-Schulden um zwei Stufen auf "Ba3" zurück. "Das neue Rating bezieht die Unsicherheiten bei der Merckle-Gruppe mit ein, bei der es Besorgnisse hinsichtlich deren Liquidität und Verschuldungsgrad gibt", begründet Moody's die Abwertung. Der Kurs der Heidelcement-Aktien fällt in Frankfurt um 11,6 Prozent auf 32,25 Euro: Eine schlechtere Einstufung der Kreditwürdigkeit verteuert die Refinanzierung der Unternehmen.

4. Dezember

Merckles Verhandlungen geraten zur Zitterpartie. Am Tag nach der grundlegenden Einigung mit den fünf führenden Banken bleibt unklar, ob auch der erweiterte Gläubigerkreis zustimmen wird. Aus Kreisen der Banken ist zu hören, dass sich die Gespräche noch mindestens "24 bis 48 Stunden" lang hinziehen würden.

8. Dezember

Der Unternehmer unterbreitet den Banken ein neues Angebot. Es enthält die Anteile an den Unternehmen Ratiopharm, Heidelcement und dem Pharmagroßhandel Phoenix.

Gleichzeitig hat sich der Marktwert Ratiopharms deutlich verringert. Der Konzern geht beim Wettbieten um Rabattverträge mit Deutschlands größter Krankenkasse AOK komplett leer aus, erfährt die FTD. Die Banken drängen Merckle weiterhin zum Verkauf Ratiopharms. Das Ulmer Unternehmen dürfte bei einem Umsatz von zuletzt 1,8 Mrd. Euro im Falle eines Verkaufs bislang etwas über 3 Mrd. Euro wert gewesen sein.


Teil 2: Der Weg zum Überbrückungskredit

11. Dezember

Merckle droht nach Informationen aus Branchenkreisen damit, seine Holding VEM in die Insolvenz gehen zu lassen, sollte er keinen Kredit bekommen.

12. Dezember

Die Banken unterbreiten Merckle ein Gegenangebot. Der Unternehmer akzeptiert das Angebot nach Zeitungsangaben weitgehend. Er soll sogar zu einem Ratiopharm-Verkauf bereit sein.

19. Dezember

Die Rettung der Merckle-Gruppe droht einem Pressebericht zufolge am Widerstand der Royal Bank of Scotland zu scheitern. Demnach weigert sich das britische Kreditinstitut, frische Mittel für die zum Merckle-Konglomerat gehörende Phoenix-Pharmahandelsgruppe zur Verfügung zu stellen.

23. Dezember

Merckle und seine Gläubigerbanken einigen sich auf Eckpunkte eines Sanierungskonzepts. Eine endgültige Entscheidung, ob er das Angebot der Banken annehmen wird, will der 74-Jährige aber erst Anfang 2009 treffen. Einem Medienbericht zufolge bieten die Banken dem Unternehmer einen Überbrückungskredit bis Ende März an. Bis dahin soll ein Sanierungsplan für die Unternehmensgruppe ausgearbeitet und ein längerfristiger Kredit ausgehandelt werden. Im Gegenzug dazu soll Merckle dem Bericht zufolge die Kontrolle über wichtige Teile seiner Firmengruppe abtreten.

27. und 28. Dezember

Merckles Kreditgeber zögern an diesem Wochenende die endgültige Einigung über das geplante Rettungspaket hinaus. Am Samstag und Sonntag laufen nach FTD-Informationen weitere Verhandlungen über den Plan. Mehrere Geldinstitute haben noch nicht unterschrieben - ein Indiz für das äußerst langwierige Hin und Her beider Seiten in den Verhandlungen.

Bei Ratiopharm laufen nach einem Zeitungsbericht die Vorbereitungen für einen Verkauf des Unternehmens. Einen Tag später dementiert ein Unternehmenssprecher die Spekulationen.


30. Dezember
Alle beteiligten gut 30 Gläubigerbanken unterzeichnen eine Kreditstundung für die nächsten Monate.


5. Januar 2009

Merckle und seine angeschlagene Holding VEM können mit frischen Mitteln von den Gläubigerbanken rechnen. Die Institute sind nach Informationen aus Finanzkreisen bereit, etwas mehr als 400 Mio. Euro als Überbrückungskredit bis März bereitzustellen. Eine endgültige Vereinbarung darüber sei in Kürze zu erwarten, heißt es.

Am späten Nachmittag wird Merckle in der Nähe seines Wohnortes in Blaubeuren südwestlich von Ulm von einem Zug erfasst und getötet. Er hinterlässt einen Abschiedsbrief. Die Ermittler gehen von Selbstmord aus.

Von Annette Berger (Hamburg)
Quelle: Financial Times Deutschland
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Fullhouse1
schrieb am 06.01.09 18:44:19
Beitrag Nr. 7 (36.317.495)
auch wenn es im Moment pietätlos klingt, ich finde es vorsichtig ausgedrückt, sehr schwach, wenn man sich als Unternehmer auf diese Art seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern entzieht.

Aufbauen ist eines, Erhalten und mit Würde verlieren wohl aber die grössere Tat.

meine Meinung:(
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bamster
schrieb am 06.01.09 19:02:58
Beitrag Nr. 8 (36.317.725)
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.317.495 von Fullhouse1 am 06.01.09 18:44:19Aufbauen ist eines, Erhalten und mit Würde verlieren wohl aber die grössere Tat.

Tja, das sagt sich so einfach... :rolleyes:
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seblas
schrieb am 06.01.09 20:16:30
Beitrag Nr. 9 (36.318.625)
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.316.531 von kampfhundstreichler am 06.01.09 17:16:40Stolz, Geiz, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei und Faulheit: Die sieben Todsünden der katholischen Kirche gibt es seit dem Mittelalter.
Manchmal ist es nur ein Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt.
Fehlt in der Aufzählung die Gier ?
Nein, es ist die Völlerei, die den guten M. empfahl.
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Elrond
schrieb am 06.01.09 20:30:35
Beitrag Nr. 10 (36.318.772)
wahrscheinlich werden in den nächsten Tagen etliche Gerüchte gestreut, die dann auch kursbeeinflußend sein werden .. :rolleyes: