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schrieb am 06.01.09 16:47:51
Ich schlage vor, diesen Thread zu nehmen.
Fuer Reichelt werde ich auch einen neuen aufmachen.
schrieb am 06.01.09 17:16:40
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.316.203 von gnuldi am 06.01.09
16:47:51normalerweise sollte der tragische Tod von Herrn
Merckle für Heidelberger Zement keine Auswirkungen haben.
Normalerweise.
schrieb am 06.01.09 17:32:24
sehe ich anders:
a) Erbschaftssteuerproblematik
b) Change of Control Klausel in den Heidelzement-Anleihen
c) Überbrückungskredit
wenn Herr Merckle die zugesagten Sicherheiten noch nicht
bereitgestellt hat, könnte der Überbrückungskredit für VEM/Phönix
doch noch hinfällig werden und das Schachtelsystem zusammenbrechen.
Anscheinend wurden nämlich noch nicht alle Unterschriften
geleistet.
schrieb am 06.01.09 17:38:57
Ich seh die Geier schon kreisen.....
schrieb am 06.01.09 18:43:51
Chronik: Wie Merckle in Schwierigkeiten geriet
Mehr als zwei Monate sorgte der Milliardär Adolf Merckle durch
seine Fehlspekulationen mit VW-Aktien für Schlagzeilen. Sein
Firmenreich drohte zusammenzubrechen. FTD.de zeigt die Ereignisse
in chronologischer Reihenfolge.
28. Oktober 2008
Spekulanten treiben die VW-Aktie auf ein Allzeithoch von 1005,01
Euro. Hedgefonds, die auf fallende Kurse gesetzt haben, verlieren
nach Berechnungen der Financial Times bis zu 15 Mrd. Euro an einem
einzigen Tag. Sie müssen sich mit VW-Aktien eindecken, um ihre
geliehenen Aktien zurückzugeben - das treibt den Kurs.
14. November
Erstmals wird über einen Verkauf des zur Merckle-Gruppe gehörenden
Generika-Herstellers Ratiopharm spekuliert. Damit soll nach
Medienberichten die Bilanz von Deutschlands größtem
Baustoffhersteller Heidelcement aufgebessert werden.
16. November
Jetzt wird bekannt: Nicht nur notorisch risikobereite Hedgefonds
haben sich mit der VW-Aktie verkalkuliert - auch der Milliardär
Merckle. Er habe nach Leerverkäufen der VW-Aktie einen hohen
dreistelligen Millionenbetrag verloren, heißt es. Später wird sogar
von 1 Mrd. Euro die Rede sein. Merckle arbeite unter Hochdruck an
einer neuen Kreditvereinbarung für seine Investmentfirma VEM
Vermögensverwaltung, berichten Medien.
17. November
Merckle ist bemüht, seine Finanznot ohne den Verkauf großer
Beteiligungen zu lösen. "Unterschiedliche Optionen werden geprüft,
um eine geordnete Rückführung der Verbindlichkeiten zu
gewährleisten", teilt Ludwig Merckle, Geschäftsführer der
Merckle-Holding VEM, mit. Gespräche mit Banken, die die Lage
kurzfristig stabilisieren sollten, seien fortgeschritten. Den
Milliardär drücken nicht nur die verzockten Millionen mit Wetten
auf die VW-Aktie - er leidet auch unter der hohen Schuldenlast
seiner Mehrheitsbeteiligung Heidelcement, die in einem
Milliardendeal kurz vor Beginn der Baukrise den Konkurrenten Hanson
erworben hatte.
Banken drängen Merckle, eine seiner Großbeteiligungen zu verkaufen.
Erster Kandidat ist der Arzneikonzern Ratiopharm. Dort versucht der
kurz zuvor angetretene Geschäftsführer Oliver Windholz, die
Mitarbeiter zu beruhigen, und fordert sie in internen Schreiben
auf, sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren.
18. November
Merckle holt sich mit seiner Bitte um Staatshilfen eine Abfuhr der
baden-württembergischen Landesregierung. Nach Zeitungsangaben geht
es um 150 Mio. Euro. Nach einem Treffen mit Merckle sagte
Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP): "Wir sind zuversichtlich,
dass die Banken und das Unternehmen eine tragfähige Lösung finden.
Ein Antrag auf eine Landesbürgschaft wurde nicht gestellt."
20. November
Der Milliardär bekommt in Kreditverhandlungen mit Banken zwei
Wochen Zeit, um seine Finanznöte in den Griff zu bekommen. Ziel
ist, in dieser Zeit einen Überbrückungskredit zustande zu bringen.
Nach FTD-Informationen braucht Merckle akut frische Mittel in der
Größenordnung von 700 Mio. Euro.
Die Merckle-Holding VEM gibt bekannt, sie habe mit rund 30
Geldinstituten ein Stillhalteabkommen geschlossen. Weitere Quellen
sprechen davon, dass auf der VEM Schulden in Höhe von mindestens 3
bis 5 Mrd. Euro lasten.
25. November
Der von Merckle gehaltene Arzneihersteller stellt sich auf einen
Verkauf ein. "Die Chancen, dass Ratiopharm bei Merckle bleibt, sind
sehr gering", sagt Gewerkschaftssekretär Peter Stolhofer der FTD
nach einer Betriebsversammlung.
1. Dezember
Das Land Baden-Württemberg verweigert Merckle Hilfe in
Millionenhöhe: "Es gibt keine Bürgschaft des Landes für das Haus
Merckle", sagt der baden-württembergische Wirtschaftsminister
Pfister. Nach Auffassung der Stuttgarter Landesregierung kommt
Merckle um einen Verkauf Ratiopharms wohl nicht mehr herum. Der
Druck auf den Milliardär steigt. Gleichzeitig läuft das
Stillhalteabkommen mit rund 30 Banken aus, mit denen er in
Kreditverhandlungen für seine Holding VEM steht.
3. Dezember
Merckle legt den Banken ein verbessertes Angebot vor und stellt
Sicherheiten aus dem privaten Vermögen zur Verfügung.
Heidelberg Cement bekommt die Probleme seines Großaktionärs
zunehmend zu spüren. Am 3. Dezember schraubt die Ratingagentur
Moody's die Bonitätsbewertung von 3,3 Mrd. Euro
Heidelcement-Schulden um zwei Stufen auf "Ba3" zurück. "Das neue
Rating bezieht die Unsicherheiten bei der Merckle-Gruppe mit ein,
bei der es Besorgnisse hinsichtlich deren Liquidität und
Verschuldungsgrad gibt", begründet Moody's die Abwertung. Der Kurs
der Heidelcement-Aktien fällt in Frankfurt um 11,6 Prozent auf
32,25 Euro: Eine schlechtere Einstufung der Kreditwürdigkeit
verteuert die Refinanzierung der Unternehmen.
4. Dezember
Merckles Verhandlungen geraten zur Zitterpartie. Am Tag nach der
grundlegenden Einigung mit den fünf führenden Banken bleibt unklar,
ob auch der erweiterte Gläubigerkreis zustimmen wird. Aus Kreisen
der Banken ist zu hören, dass sich die Gespräche noch mindestens
"24 bis 48 Stunden" lang hinziehen würden.
8. Dezember
Der Unternehmer unterbreitet den Banken ein neues Angebot. Es
enthält die Anteile an den Unternehmen Ratiopharm, Heidelcement und
dem Pharmagroßhandel Phoenix.
Gleichzeitig hat sich der Marktwert Ratiopharms deutlich
verringert. Der Konzern geht beim Wettbieten um Rabattverträge mit
Deutschlands größter Krankenkasse AOK komplett leer aus, erfährt
die FTD. Die Banken drängen Merckle weiterhin zum Verkauf
Ratiopharms. Das Ulmer Unternehmen dürfte bei einem Umsatz von
zuletzt 1,8 Mrd. Euro im Falle eines Verkaufs bislang etwas über 3
Mrd. Euro wert gewesen sein.
Teil 2: Der Weg zum Überbrückungskredit
11. Dezember
Merckle droht nach Informationen aus Branchenkreisen damit, seine
Holding VEM in die Insolvenz gehen zu lassen, sollte er keinen
Kredit bekommen.
12. Dezember
Die Banken unterbreiten Merckle ein Gegenangebot. Der Unternehmer
akzeptiert das Angebot nach Zeitungsangaben weitgehend. Er soll
sogar zu einem Ratiopharm-Verkauf bereit sein.
19. Dezember
Die Rettung der Merckle-Gruppe droht einem Pressebericht zufolge am
Widerstand der Royal Bank of Scotland zu scheitern. Demnach weigert
sich das britische Kreditinstitut, frische Mittel für die zum
Merckle-Konglomerat gehörende Phoenix-Pharmahandelsgruppe zur
Verfügung zu stellen.
23. Dezember
Merckle und seine Gläubigerbanken einigen sich auf Eckpunkte eines
Sanierungskonzepts. Eine endgültige Entscheidung, ob er das Angebot
der Banken annehmen wird, will der 74-Jährige aber erst Anfang 2009
treffen. Einem Medienbericht zufolge bieten die Banken dem
Unternehmer einen Überbrückungskredit bis Ende März an. Bis dahin
soll ein Sanierungsplan für die Unternehmensgruppe ausgearbeitet
und ein längerfristiger Kredit ausgehandelt werden. Im Gegenzug
dazu soll Merckle dem Bericht zufolge die Kontrolle über wichtige
Teile seiner Firmengruppe abtreten.
27. und 28. Dezember
Merckles Kreditgeber zögern an diesem Wochenende die endgültige
Einigung über das geplante Rettungspaket hinaus. Am Samstag und
Sonntag laufen nach FTD-Informationen weitere Verhandlungen über
den Plan. Mehrere Geldinstitute haben noch nicht unterschrieben -
ein Indiz für das äußerst langwierige Hin und Her beider Seiten in
den Verhandlungen.
Bei Ratiopharm laufen nach einem Zeitungsbericht die Vorbereitungen
für einen Verkauf des Unternehmens. Einen Tag später dementiert ein
Unternehmenssprecher die Spekulationen.
30. Dezember
Alle beteiligten gut 30 Gläubigerbanken unterzeichnen eine
Kreditstundung für die nächsten Monate.
5. Januar 2009
Merckle und seine angeschlagene Holding VEM können mit frischen
Mitteln von den Gläubigerbanken rechnen. Die Institute sind nach
Informationen aus Finanzkreisen bereit, etwas mehr als 400 Mio.
Euro als Überbrückungskredit bis März bereitzustellen. Eine
endgültige Vereinbarung darüber sei in Kürze zu erwarten, heißt
es.
Am späten Nachmittag wird Merckle in der Nähe seines Wohnortes in
Blaubeuren südwestlich von Ulm von einem Zug erfasst und getötet.
Er hinterlässt einen Abschiedsbrief. Die Ermittler gehen von
Selbstmord aus.
Von Annette Berger (Hamburg)
Quelle: Financial Times Deutschland
schrieb am 06.01.09 18:44:19
auch wenn es im Moment pietätlos klingt, ich finde es vorsichtig
ausgedrückt, sehr schwach, wenn man sich als Unternehmer auf diese
Art seiner Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern entzieht.
Aufbauen ist eines, Erhalten und mit Würde verlieren wohl aber die
grössere Tat.
meine Meinung
schrieb am 06.01.09 19:02:58
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.317.495 von Fullhouse1 am 06.01.09
18:44:19Aufbauen ist eines, Erhalten und mit Würde
verlieren wohl aber die grössere Tat.
Tja, das sagt sich so einfach...
schrieb am 06.01.09 20:16:30
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.316.531 von kampfhundstreichler am
06.01.09 17:16:40Stolz, Geiz, Neid, Zorn, Wollust,
Völlerei und Faulheit: Die sieben Todsünden der katholischen Kirche
gibt es seit dem Mittelalter.
Manchmal ist es nur ein Tropfen, der das Faß zum Überlaufen
bringt.
Fehlt in der Aufzählung die Gier ?
Nein, es ist die Völlerei, die den guten M. empfahl.
schrieb am 06.01.09 20:30:35
wahrscheinlich werden in den nächsten Tagen etliche Gerüchte
gestreut, die dann auch kursbeeinflußend sein werden ..
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