Ich kann es wieder nicht lassen, aber hier noch das
"Betthupferl"
für die Leser:
Auch eine Ansicht, so hab`ich das auch noch nicht gesehen.
Aber der Demokrat Obama wird`s schon richten...
Die Linken sind schuld
von Dennis Sewell
Warum gierige Banker die Finanzkrise nicht verursacht haben
Die Schuld an der Krise gierigen Bankern und unfähigen
Aufsichtsinstanzen zuzuschieben, mag im Durcheinander der
vergangenen Tage plausibel gewirkt haben. Folglich scheint dies
kaum der geeignete Moment, um den Kapitalismus im Allgemeinen und
amerikanische Banker im Besonderen gegen die Bedrohung durch
aufdringliche Politiker und Überregulierungen in Schutz zu nehmen.
Aber was soll’s. Lasst uns Klartext reden: Diese Krise wurde nicht
an der Wall Street gemacht – sondern im Weißen Haus. Das
Grundproblem war kein finanzielles, sondern ein politisches, und
die wahren Verantwortlichen für das Fiasko sind nicht Banker, sind
nicht einmal die Bush-Republikaner: Es sind die Demokraten unter
Clinton.
Über Generationen haben die amerikanischen Banken konsequent all
denen Kredite verweigert, die sie für unwürdig hielten. Doch das
giftige Gebirge der Subprime-Verschuldung, das schon das gesamte
Finanzsystem zu erdrücken drohte, und die erschreckende Zahl der
Zwangsvollstreckungen aus Hypothekenverträgen überall in den USA
sind der Beweis, dass die Banken irgendwann in der jüngeren
Vergangenheit ihre Praxis radikal geändert haben müssen und
begannen, im großen Stil Kredite an Kunden zu vergeben, die keine
realistische Aussicht hatten, mit den Rückzahlraten Schritt zu
halten. Was kann die Banken dazu getrieben haben, so
verantwortungslos, so sehr gegen ihre eigenen Prinzipien zu
handeln? Die allzu einfache Antwort lautet: Gier, die Verlockung
des schnellen, leichten Geldes. Die korrekte Antwort aber lautet:
Die Banken wurden von Politikern aus ideologischen Motiven dazu
überredet, gedrängt und genötigt, ihre Kriterien zur
Kreditgewährung aufzuweichen.
Spulen wir zurück ins Jahr 1993. Die Hauptstoßrichtung von Clintons
Baupolitik war, für mehr Wohneigentum unter der armen Bevölkerung,
vor allem unter Schwarzen und Hispanics zu sorgen. Hohe Quoten an
Wohneigentum sollten einen Rückgang von Gewaltverbrechen, bessere
Schulleistungen und gesteigerten Gemeinschaftssinn herbeiführen.
Doch der Verwirklichung dieses Traums stand die konservative
Kreditvergabepraxis der Banken im Weg, die an so umständliche und
altmodische Bedingungen wie Barsicherheiten oder regelmäßige
Rückzahlungen geknüpft war.
Inzwischen war Roberta Achtenberg, Ministerialdirektorin für
gerechtes Wohnen und Chancengleichheit im Bauministerium, damit
beschäftigt, über das ganze Land ein Netz von Vollzugsbüros zu
spannen, in denen Anwälte und Ermittler eine groß angelegte Attacke
auf die Hypothekenbanken lancierten, indem sie jeden Verdacht einer
rechtswidrigen Diskriminierung wegen Rasse, Geschlecht oder
Behinderung zur Anklage brachten.
Die Hypothekenbanken, verantwortlich für rund drei Viertel der
Subprime-Darlehen, die nun solchen Ärger machen, verstanden
schnell, was die Stunde geschlagen hatte. Seit Mitte der neunziger
Jahre gaben sie ihre rigide Kreditpolitik auf. Hypothekenverträge
mit nur dreiprozentiger Einlagensicherheit wurden angeboten,
schließlich auch welche ganz ohne Depotanforderungen. Die Banken
überboten sich darin, Darlehen an Haushalte mit geringem Einkommen
zu vergeben, vor allem, wenn die Kunden einer ethnischen Minderheit
angehörten. Zwischen 1994 und 1999 wuchs die Zahl der Hausbesitzer
unter den Schwarzen und Hispanics um zwei Millionen.
Die Nationalbanken, von denen das verbleibende Viertel der
Subprime-Darlehen kam, wurden von der Clinton-Mannschaft in anderer
Weise unter Druck gesetzt, die Kreditvergabe an Geringverdiener und
Minderheiten massiv zu steigern. Durch eine Modifizierung des
Community Reinvestment Act (CRA) wurden die Banken nun danach
bewertet, wie viel Darlehen sie in Stadtteilen mit wenig
zahlungskräftiger Einwohnerschaft gewährten. Auf eine gute
CRA-Bewertung war eine Bank angewiesen, wenn sie die behördliche
Genehmigung für eine Fusion, eine Expansion oder auch nur die
Eröffnung einer neuen Dependance haben wollte. Eine schlechte
Bewertung konnte für den Geschäftsplan einer Bank katastrophale
Folgen haben.
Und so waren am Ende des 20. Jahrhunderts die meisten der Zutaten,
die sich zur heutigen Subprime-Krise vermengen sollten, schon
beisammen. Um die Verbindung zwischen der damaligen Situation und
den Ereignissen von heute zu begreifen, muss man sich klarmachen,
dass nur ein geringer Teil der Subprime-Darlehen, die gewährt
wurden, seit George W. Bush als Präsident antrat, an Neukunden
ging. Der Großteil diente dazu, ältere Kredite zu refinanzieren und
Hypothekenverträge zu ersetzen, die schon acht, zehn oder zwölf
Jahre zuvor geschlossen wurden.
So sieht der Weg von dort nach hier aus, von den hitzigen frühen
Clinton-Jahren zum Wall-Street-Tumult von heute. Bill Clintons
Mannschaft gab sich, ähnlich wie viele Progressive hier in
Großbritannien, nicht damit zufrieden abzuwarten, welche Früchte
die Chancengleichheit bringen würde. Es ging ihnen darum, das ihnen
genehme Ergebnis von vornherein sicherzustellen, auch um den Preis,
dabei Institutionen zu missbrauchen, ganze Berufszweige zu
korrumpieren und Marktmechanismen zu verzerren. Dies aber kann nur
zum Chaos führen.
Übersetzung: Michael Ebmeyer
Quelle:
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=3217
…
P.S.: Wem es zuviel wird, Ausdrucke sind auch möglich!