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Am Sterbebett eines Systems ( Seite 2)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.01.09 17:19:56
von
neuster Beitrag 25.05.12 19:36:37
von

Anzahl Beiträge: 34.270
Aufrufe gesamt: 956.096
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Diskussionsnr.: 1.147.722
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schrieb am 21.01.09 18:06:51
Beitrag Nr.11 
(36.421.059)
Antwort
Zitat
Zum Abschluss meinerseits für heute dies...
Mal sehen, ob die Prognosen sich erfüllen.
Aber: In einem Jahr sind wir schlauer!

Einen schönen Abend von
Maraho



Jahreswirtschaftsbericht
Wann geht der Abschwung zu Ende?
Die Wirtschaft schrumpft 2009 um 2,25 Prozent

21. Januar 2009 Die Bundesregierung erwartet bereits für dieses Frühjahr ein Ende des Konjunktureinbruchs in Deutschland. Die tiefe Rezession werde aber zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um 500.000 bis Jahresende führen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte schon zwischen April und Juni gegenüber dem Vorquartal erstmals seit einem Jahr wieder steigen, wie aus dem am Mittwoch von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) in Berlin vorgelegten neuen Jahreswirtschaftsbericht hervorgeht. Auch für das dritte und vierte Quartal erwartet die Regierung ein leichtes Plus.

Trotz der Konjunktur-Trendwende rechnet die Bundesregierung für das gesamte Jahr 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,25 Prozent. Das ist die schärfste Rezession seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Zahl der Arbeitslosen wird aus Sicht der Bundesregierung bis Jahresende auf 3,5 Millionen steigen. Die Regierung hofft, dass mit den Konjunkturpaketen 2010 „Wachstum und Beschäftigung wieder auf einen positiven Pfad“ einschwenken.

Tiefe Rezession in Deutschland

„Deutschland befindet sich in einer tiefen Rezession“, heißt es in dem Bericht. Bei der Bewältigung der Krise profitiere die deutsche Wirtschaft aber von einer erheblich besseren Verfassung, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen habe sich erhöht. Auch durch die Beschäftigungspolitik habe die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zugenommen.

Mit Blick auf die Konjunkturpakete hieß es, zusammen mit den schon im Jahr 2008 beschlossenen Maßnahmen setze die Politik mehr als 80 Milliarden Euro gegen die Wirtschaftskrise ein. „Das ist auch im internationalen Vergleich ein massiver Wachstumsimpuls.“ Ohne die bereits beschlossenen Maßnahmen wäre ein deutlich stärkerer Rückgang der Wirtschaftsleistung Ende des vergangenen Jahres wahrscheinlich gewesen. Das zweite Konjunkturpaket von 50 Milliarden Euro setze wirksame Wachstumsimpulse, „so dass sich die wirtschaftliche Aktivität im Jahresverlauf stabilisiert“. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hatte den Wachstumsimpuls des zweiten Pakets kürzlich auf 0,5 bis 0,8 Prozent geschätzt.

Bis Ende dieses Jahres 3,5 Millionen Arbeitslose

Im Jahresverlauf 2009 werde sich der Abschwung auch auf dem Arbeitsmarkt deutlich bemerkbar machen. „Dennoch dürfte im Jahresdurchschnitt ­ gemessen am erwarteten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ­ der Abbau der Beschäftigung weniger ausgeprägt sein als in vorangegangenen Abschwungphasen“, heißt es. Die Zahl der Arbeitslosen werde sich bis Ende dieses Jahres um 500.000 auf 3,5 Millionen erhöhen, die Arbeitslosenquote werde von 7,8 auf 8,4 Prozent klettern. Die Zahl der Erwerbstätigen sinke im Jahresverlauf um 700.000 wieder unter die 40-Millionen-Marke.

Beim Export rechnet die Bundesregierung - nach teils zweistelligen Zuwachsraten in den Vorjahren - in diesem Jahr mit einem Einbruch um 8,9 Prozent. Die Ausrüstungsinvestitionen dürften 2009 um 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgehen. Rückläufige Preise, höhere Löhne sowie Steuer- und Abgabensenkungen könnten den privaten Konsum stützen und damit die Konjunktur insgesamt etwas stabilisieren.

Quelle: http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE…

Eine kurze Geschichte der Spekulation
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schrieb am 21.01.09 18:17:33
Beitrag Nr.12 
(36.421.143)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.059 von Maraho am 21.01.09 18:06:51So, so. Die Bundesregierung sieht den Abschwung also demnächst als beendet an.

Wenn eine dermaßen unfähige Institution (konfuse Gesetzgebung - s. z.B. ständige Verkomplizierung des Steuerrechts - , beharrliche Unterstützung des EU-Wahns, Festhalten am Euro, kein Abbau - auch schon vor der Finanzkrise - , sondern Ausweitung der Staatsverschuldung, tatenlose Hinnahme des Kriminalitätswachstums usw.) eine derartige Aussage macht, wird die Krise wohl erst noch richtig losgehen.

Die Bundesregierung wäre ja vielleicht noch als Kontraindikatorin zu gebrauchen.
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schrieb am 21.01.09 18:20:34
Beitrag Nr.13 
(36.421.169)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.143 von raceglider am 21.01.09 18:17:33Guten Abend raceglider,

erinnert an 1945. Der Endsieg ist uns sicher! Dabei standen die Russen schon vor der Reichskanzlei! ;)

Schönen Abend
Maraho
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schrieb am 21.01.09 18:25:53
Beitrag Nr.14 
(36.421.210)
Antwort
Zitat
Das muß noch sein.
Kam gerade herein...


SOFFIN-FONDS
Deutschlands oberster Bankenretter wirft hin

Querelen gab es schon länger - jetzt zieht er Konsequenzen: Günther Merl tritt als Chef des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin zurück. Hintergrund sind politische Streitereien und Kompetenzgerangel.


Berlin - Der Chef des Bankenrettungsfonds SoFFin, Günther Merl, tritt zurück. Er werde aus persönlichen Gründen zum 31. Januar ausscheiden, teilte das Bundesfinanzministerium am Mittwoch mit. Die Bundesregierung sei mit potentiellen Nachfolgern im Gespräch.

Hintergrund sind offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Bankenrettungsfonds, der im Oktober eingerichtet worden war. Wichtige Entscheidungen sollen in den vergangenen Monaten von Berliner Spitzenbeamten getroffen worden, die im Lenkungsausschuss der neuen Behörde sitzen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,602714,00.ht…
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schrieb am 21.01.09 18:35:31
Beitrag Nr.15 
(36.421.308)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.210 von Maraho am 21.01.09 18:25:53a) finde Deine Mühe lobenswert und lese gerne mit! Danke

b) zu dem Artikel: kann doch nur besser werden wenn Subjekte die Führung übernehmen die außer Diäten&Pensionen keine Sorgen haben :keks:
Das ist quasi das bedingunglose Grundeinkommen für Pseudoeliten
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schrieb am 21.01.09 18:37:35
Beitrag Nr.16 
(36.421.322)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.308 von Bernd_das_Brot am 21.01.09 18:35:31Danke Dir!

Schönen Abend von Maraho
Avatar
schrieb am 21.01.09 19:02:36
Beitrag Nr.17 
(36.421.516)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.308 von Bernd_das_Brot am 21.01.09 18:35:31Hier, für Dich, noch ein Nachschlag:

Karlheinz Bentele
Soffin: Zum Lächeln ist es zu spät
von Robert Landgraf

Acht Wochen lang versuchte Karlheinz Bentele die Finanzmärkte zu stabilisieren, nun gibt der Finanzexperte entnervt auf und verlässt den Leitungsausschuss des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung. Immer wieder hatte sich Politik in die Arbeit der Sonderfonds eingemischt.


FRANKFURT. Karlheinz Bentele ist das Lächeln vergangen, das er normalerweise auf den Lippen hat. Nichts zu spüren von dem gutmütigen Bären, dessen rundes Gesicht von einer randlosen Brille und einem Rauschebart umrahmt wird. Bentele ist genervt. Seine Arbeit als Teil des Leitungsausschusses des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) hat er sich anders vorgestellt. Er wollte die deutsche Finanzindustrie retten. Doch laufend kommt Bentele die Politik in die Quere. Er zieht die Konsequenzen und geht, wie der Soffin bestätigt. Nach nur acht Wochen seit der Gründung scheidet er aus „persönlichen Gründen“ aus.

Irgendwie legten Politik und Bundesbank den Grundstein für das Übel im Soffin schon bei der Namensfindung für den 480 Mrd. Euro starken Sonderfonds. Klar war, keiner wollte das Wort „Anstalt“ im Namen des Rettungsfonds lesen. Die Nähe zur Nervenanstalt lag zu nahe. Einer Nervenanstalt, in der sich so mancher im Soffin in diesen Tagen versetzt fühlt. Mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilität, kurz Soffin, wurde dann ein Name gefunden, der beste Chancen auf das Unwort des Jahres 2009 besitzt. Denn was ist das? Der, die, das Soffin. Der Soffin natürlich. Überall ist wie hier die Zeitenge zu spüren, in der der Sonderfonds einschließlich Gesetz aus dem Boden gestampft wurde. Das Problem: Das ging auf Kosten der Klarheit und schmerzt heute mehr denn je.

Eine Aufgabenteilung scheint sich jedoch eingespielt zu haben - ganz zum Ärger des Soffin: Die Lorbeeren der Arbeit erntet die Politik, der Ärger wird beim Soffin abgeladen. Wenn es Probleme gibt, dann ist der Soffin schuld. Punkt. Während Bentele daraus Konsequenzen zieht und sich lieber seinen Ehrenämtern etwa bei der Lebenshilfe widmet, staut sich der Frust inzwischen auch bei Soffin-Chef Günther Merl auf, auch wenn er das öffentlich nie zugeben würde.

Fakt ist jedoch, dass Merl auch nach Monaten seinen Vertrag noch nicht unterschrieben hat. Ein Schelm, wer Böses denkt. Aber Insider berichten, dass es ihn mächtig nervt, wenn Landesfürsten beim Soffin aufschlagen und Regeln, Voraussetzungen und Kosten für die gewünschten Garantien oder Kapitalspritzen für ihre Landesbanken diktieren wollen. Doch Jürgen Rüttgers & Co. stoßen auf Granit und versuchen postwendend ihr Glück in Berlin, um danach wieder in Frankfurt beim Soffin zu landen. Dennoch: Etwas Hängen bleibt schon und der wichtige Lenkungsausschuss des Soffin mit Staatssekretär Axel Nawrath an der Spitze greift doch Woche für Woche massiv in die Diskussionen über mögliche Hilfen ein, obwohl er eigentlich vor allem die Maßnahmen prüfen und danach absegnen sollte.

Damit nicht genug. Es gibt auch noch einen neunköpfigen parlamentarischen Kontrollausschuss, der immer wieder für Unmut sorgt. Zwar ist der Vorsitzende Albert Rupprecht (CSU) Oberpfälzer wie Merl, doch die landsmannschaftliche Verbundenheit hilft in diesem Fall rein gar nichts. Im Gegenteil, es nervt den Soffin-Chef, wenn Rupprecht von einem „blinden Fleck im Finanzmarktstabilisierungsgesetz“ und von einer baldigen Mittelerschöpfung spricht, obwohl bislang noch nicht einmal ein Viertel der Garantien verteilt sind, ist aus seinem Umfeld zu hören. Angesichts des heftigen politischen Gegenwindes werden es sich sicherlich auch die beiden Ersatzkandidaten für Bentele zweimal überlegen, ob sie den „Dienst für das Vaterland“ antreten sollen.

Im Gespräch ist der Berliner Hannes Rehm, der bisherige Chef der Norddeutschen Landesbank, der dort altersbedingt abtritt, berichten Politikkreise. Wie es aussieht, schafft es Rehm als einziger Landesbanker in diesem Jahr, mit seiner Bank einen Gewinn auszuweisen. Außerdem wird über Thilo Sarrazin (SPD) als Alternative diskutiert. Der Berliner Finanzsenator hat maßgeblich die Privatisierung der Landesbank Berlin vorangetrieben. Doch diese Diskussionen sind nicht mehr Benteles Problem.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sof…


Gute Nacht!
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schrieb am 21.01.09 19:40:03
Beitrag Nr.18 
(36.421.811)
Antwort
Zitat
Ich kann es wieder nicht lassen, aber hier noch das "Betthupferl"
für die Leser:


Auch eine Ansicht, so hab`ich das auch noch nicht gesehen.
Aber der Demokrat Obama wird`s schon richten...

Die Linken sind schuld
von Dennis Sewell

Warum gierige Banker die Finanzkrise nicht verursacht haben

Die Schuld an der Krise gierigen Bankern und unfähigen Aufsichtsinstanzen zuzuschieben, mag im Durcheinander der vergangenen Tage plausibel gewirkt haben. Folglich scheint dies kaum der geeignete Moment, um den Kapitalismus im Allgemeinen und amerikanische Banker im Besonderen gegen die Bedrohung durch aufdringliche Politiker und Überregulierungen in Schutz zu nehmen. Aber was soll’s. Lasst uns Klartext reden: Diese Krise wurde nicht an der Wall Street gemacht – sondern im Weißen Haus. Das Grundproblem war kein finanzielles, sondern ein politisches, und die wahren Verantwortlichen für das Fiasko sind nicht Banker, sind nicht einmal die Bush-Republikaner: Es sind die Demokraten unter Clinton.

Über Generationen haben die amerikanischen Banken konsequent all denen Kredite verweigert, die sie für unwürdig hielten. Doch das giftige Gebirge der Subprime-Verschuldung, das schon das gesamte Finanzsystem zu erdrücken drohte, und die erschreckende Zahl der Zwangsvollstreckungen aus Hypothekenverträgen überall in den USA sind der Beweis, dass die Banken irgendwann in der jüngeren Vergangenheit ihre Praxis radikal geändert haben müssen und begannen, im großen Stil Kredite an Kunden zu vergeben, die keine realistische Aussicht hatten, mit den Rückzahlraten Schritt zu halten. Was kann die Banken dazu getrieben haben, so verantwortungslos, so sehr gegen ihre eigenen Prinzipien zu handeln? Die allzu einfache Antwort lautet: Gier, die Verlockung des schnellen, leichten Geldes. Die korrekte Antwort aber lautet: Die Banken wurden von Politikern aus ideologischen Motiven dazu überredet, gedrängt und genötigt, ihre Kriterien zur Kreditgewährung aufzuweichen.

Spulen wir zurück ins Jahr 1993. Die Hauptstoßrichtung von Clintons Baupolitik war, für mehr Wohneigentum unter der armen Bevölkerung, vor allem unter Schwarzen und Hispanics zu sorgen. Hohe Quoten an Wohneigentum sollten einen Rückgang von Gewaltverbrechen, bessere Schulleistungen und gesteigerten Gemeinschaftssinn herbeiführen. Doch der Verwirklichung dieses Traums stand die konservative Kreditvergabepraxis der Banken im Weg, die an so umständliche und altmodische Bedingungen wie Barsicherheiten oder regelmäßige Rückzahlungen geknüpft war.
Inzwischen war Roberta Achtenberg, Ministerialdirektorin für gerechtes Wohnen und Chancengleichheit im Bauministerium, damit beschäftigt, über das ganze Land ein Netz von Vollzugsbüros zu spannen, in denen Anwälte und Ermittler eine groß angelegte Attacke auf die Hypothekenbanken lancierten, indem sie jeden Verdacht einer rechtswidrigen Diskriminierung wegen Rasse, Geschlecht oder Behinderung zur Anklage brachten.

Die Hypothekenbanken, verantwortlich für rund drei Viertel der Subprime-Darlehen, die nun solchen Ärger machen, verstanden schnell, was die Stunde geschlagen hatte. Seit Mitte der neunziger Jahre gaben sie ihre rigide Kreditpolitik auf. Hypothekenverträge mit nur dreiprozentiger Einlagensicherheit wurden angeboten, schließlich auch welche ganz ohne Depotanforderungen. Die Banken überboten sich darin, Darlehen an Haushalte mit geringem Einkommen zu vergeben, vor allem, wenn die Kunden einer ethnischen Minderheit angehörten. Zwischen 1994 und 1999 wuchs die Zahl der Hausbesitzer unter den Schwarzen und Hispanics um zwei Millionen.

Die Nationalbanken, von denen das verbleibende Viertel der Subprime-Darlehen kam, wurden von der Clinton-Mannschaft in anderer Weise unter Druck gesetzt, die Kreditvergabe an Geringverdiener und Minderheiten massiv zu steigern. Durch eine Modifizierung des Community Reinvestment Act (CRA) wurden die Banken nun danach bewertet, wie viel Darlehen sie in Stadtteilen mit wenig zahlungskräftiger Einwohnerschaft gewährten. Auf eine gute CRA-Bewertung war eine Bank angewiesen, wenn sie die behördliche Genehmigung für eine Fusion, eine Expansion oder auch nur die Eröffnung einer neuen Dependance haben wollte. Eine schlechte Bewertung konnte für den Geschäftsplan einer Bank katastrophale Folgen haben.

Und so waren am Ende des 20. Jahrhunderts die meisten der Zutaten, die sich zur heutigen Subprime-Krise vermengen sollten, schon beisammen. Um die Verbindung zwischen der damaligen Situation und den Ereignissen von heute zu begreifen, muss man sich klarmachen, dass nur ein geringer Teil der Subprime-Darlehen, die gewährt wurden, seit George W. Bush als Präsident antrat, an Neukunden ging. Der Großteil diente dazu, ältere Kredite zu refinanzieren und Hypothekenverträge zu ersetzen, die schon acht, zehn oder zwölf Jahre zuvor geschlossen wurden.

So sieht der Weg von dort nach hier aus, von den hitzigen frühen Clinton-Jahren zum Wall-Street-Tumult von heute. Bill Clintons Mannschaft gab sich, ähnlich wie viele Progressive hier in Großbritannien, nicht damit zufrieden abzuwarten, welche Früchte die Chancengleichheit bringen würde. Es ging ihnen darum, das ihnen genehme Ergebnis von vornherein sicherzustellen, auch um den Preis, dabei Institutionen zu missbrauchen, ganze Berufszweige zu korrumpieren und Marktmechanismen zu verzerren. Dies aber kann nur zum Chaos führen.

Übersetzung: Michael Ebmeyer

Quelle: http://www.cicero.de/97.php?ress_id=1&item=3217 …


P.S.: Wem es zuviel wird, Ausdrucke sind auch möglich!

Avatar
schrieb am 21.01.09 21:13:22
Beitrag Nr.19 
(36.422.475)
Antwort
Zitat
Sehr Informativ.Auf einen Klick hat man alles.
Avatar
schrieb am 22.01.09 04:51:19
Beitrag Nr.20 
(36.423.678)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.422.475 von AHEO am 21.01.09 21:13:22Danke! ;)

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