Antwort auf Beitrag Nr.:
36.450.998 von Maraho am 26.01.09
17:20:01Wir wissen doch schon Bescheid...
... na dann, auf eine positive Zukunft!
ROUNDUP: HRE-Chef: Bank kann ohne Einstieg des Bundes nicht
überleben
MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Der Chef des Immobilienfinanzierers Hypo
Real Estate (HRE) , Axel Wieandt, hat einen schnellen Einstieg des
Bundes bei der Bank gefordert:
"Die Hypo Real Estate hat nur mit
Unterstützung des Bundes eine positive Zukunft" , sagte Wieandt
der "Süddeutschen Zeitung" (Freitag). Finanzminister Peer
Steinbrück (SPD) hat auch eine Enteignung der HRE-Eigentümer nicht
ausgeschlossen. Die Weichen für eine Mehrheitsübernahme könnten
schon an diesem Freitag gestellt werden. Dann berät der
Lenkungsausschuss des Banken-Rettungsfonds SoFFin über Wege für
eine Staatsbeteiligung.
Steinbrück betonte, man könne nicht auf Dauer Milliarden in ein
großes schwarzes Loch pumpen, ohne dass sich etwas verbessert. Das
dürfe die Regierung schon im Interesse der Steuerzahler nicht.
"Also müssen wir auch die Voraussetzungen für eine mögliche
Verstaatlichung prüfen, um eine grundlegende Sanierung maßgeblich
mitzubestimmen", sagte Steinbrück der "Berliner Zeitung"
(Donnerstag). Auf die Frage, ob die Regierung auch die Enteignung
der HRE-Aktionäre prüfe, sagte Steinbrück: "Ich kann und will
nichts ausschließen."
VERGLEICH MIT LEHMAN BROTHERS
Wieandt erklärte, "wir haben immer gesagt, dass Eigenkapital-
Hilfen nötig sind, um die Fortführung der Bank zu ermöglichen". Er
warnte davor, die HRE fallen zu lassen: "Ein Zusammenbruch unserer
Bank birgt hohe Risiken für andere Elemente des Finanzsystems. Die
Eskalation der Finanzkrise nach dem Fall von Lehman hat gezeigt,
welche Auswirkungen Kettenreaktionen an den Märkten haben
können."
Der HRE-Chef verwies auch darauf, dass die Bilanzsumme der HRE mit
400 Milliarden Euro ähnlich hoch sei wie die der
zusammengebrochenen US-Investmentbank Lehman Brothers. Für die Hypo
Real sei es derzeit schwer möglich, neue Kredite von privaten
Kapitalgebern zu bekommen: "Wenn der Bund einsteigt, wäre dies das
Vertrauenssignal, auf das die Märkte warten. Dann sind wieder ganz
andere Kredite an uns möglich." Im Fall eines Einstiegs des Bundes
sei der Vorstand der HRE zur Absenkung des Gehalts auf 500.000 Euro
bereit: "Der Vorstand würde das natürlich akzeptieren und die
Gehälter, wo erforderlich, auf das notwendige Niveau senken." Die
Bank erwäge zudem, sich umzubenennen.
BEREITS MILLIARDEN ERHALTEN
Angesichts der Finanznöte der HRE arbeiten Regierung und
Koalitionsexperten an Lösungen, um die Mehrheit an dem Münchner
Institut zu übernehmen und angesichts der massiven Staatshilfen die
Kontrolle ausüben zu können. Der frühere DAX-Konzern hat bereits
Hilfen des Staates und der Finanzwirtschaft von 92 Milliarden Euro
erhalten. Mit einer Verstaatlichung will der Bund auch verhindern,
dass ein Investor die HRE mit einem aktuellen Börsenwert von nur
noch 318 Millionen Euro übernimmt und Zugriff auf die Steuergelder
hätte.
Möglich ist, dass der Staat zunächst rund 75 Prozent an der HRE
übernimmt und in einem nächsten Schritt die Beteiligung auf über 90
Prozent aufstockt. Damit der Bund die Mehrheit übernehmen kann,
müsste auch das Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Banken-
Fonds geändert werden. Das begrenzt einen Einstieg des SoFFin auf
maximal 33 Prozent, ohne dass Aktionäre eingebunden werden
müssen.
US-GROSSINVESTOR AN BORD
Für eine Mehrheitsübernahme sind auch die gut 25 Prozent nötig, die
der amerikanische Großaktionär J.C. Flowers hält. Flowers hat -
gemessen am aktuellen Börsenkurs der HRE - mehr als 900 Millionen
Euro in den Sand gesetzt. Er dürfte ein Interesse daran haben,
zumindest einen Teil seines Einsatzes zu einem guten Preis zu
retten.
So könnte der Großaktionär ein Angebot bekommen, das über dem
derzeit niedrigen HRE-Aktienkurs von 1,51 Euro (Donnerstagabend)
liegt. Damit aber würde der Steuerzahler die Altaktionäre
"belohnen" und ihnen das Risiko abnehmen. Als Druckmittel ist daher
auch eine Art allgemeines Enteignungsgesetz im Gespräch. Das kann
aber trotz des Zeitdrucks nicht einfach nebenbei beschlossen
werden./sl/tb/DP/das
Quelle:
http://www.boersen-zeitung.de/index.php?l=5&dpas…