Antwort auf Beitrag Nr.:
36.425.693 von Maraho am 22.01.09
12:04:03...und wenn es so weiter geht...
Wegbrechende Exporte
Krise in Asien spitzt sich zu
von Tobias Bayer (Frankfurt)
Ob China, Japan oder Südkorea: Die weltweite Rezession reißt auch
Asien immer tiefer in den Abwärtsstrudel. So wächst die
Volksrepublik um nur noch 6,8 Prozent. Regierungen und Notenbanken
stemmen sich mit Konjunkturpaketen und Zinssenkungen gegen die
Krise.
Die weltweite Rezession reißt auch Asien immer tiefer in den
Abwärtsstrudel. Am Donnerstag meldeten China, Japan und Südkorea
enttäuschende Konjunkturzahlen - und verstärkten die Furcht der
Investoren vor weiteren Schreckensnachrichten.
Die chinesische Volkswirtschaft wuchs im vierten Quartal auf das
Jahr hochgerechnet um nur noch 6,8 Prozent, teilte die
Statistikbehörde Pekings mit. In den vergangenen drei Quartalen
hatte das Wachstum noch bei neun Prozent gelegen. Premierminister
Wen Jiabao kündigte diese Woche an, die Regierung werde alles tun,
um den Abschwung zu stoppen.
Exporte Japans und Südkoreas brechen ein
In Japan wird sich nach Angaben der Bank of Japan (BoJ) die
Rezession bis zum April 2010 fortsetzen. Die Exporte brachen im
Dezember um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Das ist der
größte Rückgang seit 1980. Die BoJ kündigte an,
Unternehmensschulden aufzukaufen und beließ den Leitzins bei 0,1
Prozent.
Südkorea ist mit dem größten Abschwung seit der Asienkrise
konfrontiert. Im vierten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung
des Tigerstaats auf das Jahr hochgerechnet um 5,6 Prozent. Das ist
ein doppelt so starker Einbruch wie von Experten erwartet.
Staatspräsident Lee Myung Bak brachte ein 37 Mrd. $ schweres
Konjunkturpaket auf den Weg, die Zentralbank des Landes senkte den
Leitzins auf ein Rekordtief.
Trotzdem leidet das Land unter den wegbrechenden Exporten: Hyundai
Motor, Kia Motors, GM Daewoo Auto & Technology und Renault
Samsung Motors legten Werke still. Chiphersteller Samsung
Electronics baute den Konzern um und dampfte vier Sparten zu zwei
Geschäftsbereichen zusammen.
Angst vor faulen Krediten in China
Wegen der weiteren Entwicklung Asiens richten sich nun alle Blicke
nach China, den Motor der Region. Eine wichtige Rolle bei der
Krisenpolitik der Volksrepublik kommt den Banken zu. Die
Finanzinstitute sind angehalten, ihre Kreditvergabe deutlich
auszuweiten. Bis jetzt stehen die chinesischen Banken offiziell
solide da: Der Anteil der faulen Kredite an ihrem gesamten
Kreditportfolio sank im vierten Quartal auf 2,45 Prozent gegenüber
5,5 Prozent im Vorquartal, teilte die Finanzaufsicht CBRC mit.
Irene Chow, Analystin von Credit Suisse, warnt aber davor, diese
Zahlen überzuinterpretieren. Sie seien durch Kreditausgliederungen
der Agricultural Bank of China und durch massive Abschreibungen bei
der Sehenzen Development Bank stark verzerrt. "Rechnet man diese
Sondereffekte heraus, hat sich der Anteil der faulen Kredite
erhöht", sagt Chow.
Volkswirte rechnen zudem damit, dass Chinas Notenbank das
Konjunkturpaket mit einer geldpolitischen Lockerung flankieren
wird. Seit September senkte die Zentralbank den Leitzins bereits um
2,16 Prozentpunkte. Macquarie-Ökonom Paul Cavey hält bis Mitte des
Jahres eine weitere Senkung um 81 Basispunkte auf 4,5 Prozent für
wahrscheinlich. "Der Abschwung vollzieht sich erstaunlich rasch",
sagte Cavey.
Quelle:
http://www.ftd.de/politik/international/:Wegbrechende-…