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Am Sterbebett eines Systems ( Seite 40)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.01.09 17:19:56
von
neuster Beitrag 25.05.12 19:36:37
von

Anzahl Beiträge: 34.270
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Diskussionsnr.: 1.147.722
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[ Seite: 123394041342534263427neuster Beitrag ]

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schrieb am 01.02.09 11:21:58
Beitrag Nr.391 
(36.489.437)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.489.390 von Maraho am 01.02.09 11:02:08Maraho, ich hab mir den Artikel heute morgen bereits intensiv angeschaut.

Die Denkstrukturen der alten Banker lassen sich in der erforderlichen Zeit nicht ändern.;)

Die der Politiker auch nicht!
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schrieb am 01.02.09 11:22:59
Beitrag Nr.392 
(36.489.442)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.489.415 von Maraho am 01.02.09 11:11:14Warum kennt der denn seinen Halbbruder nicht? :eek:
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schrieb am 01.02.09 11:24:56
Beitrag Nr.393 
(36.489.445)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.489.442 von kiska am 01.02.09 11:22:59Kann sich ja von seinem Halbbruder verteidigen lassen. Der ist doch Jurist.;)
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schrieb am 01.02.09 11:39:34
Beitrag Nr.394 
(36.489.481)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.487.245 von Maraho am 31.01.09 12:40:10... und auf der Insel.

Proteste in Großbritannien
"Britische Jobs für britische Arbeiter"

Wilde Streiks bringen Premierminister Gordon Brown in Bedrängnis.

Über eine Woche demonstrierten Arbeiter vor einer Ölraffinerie in Lincolnshire gegen einen Bautrupp italienischer und portugiesischer Arbeiter. Auf ihren Plakaten stand „britische Jobs für britische Arbeiter“. Doch diese Proteste waren erst der Anfang. Am Freitag wurde in Kraftwerken und Ölraffinerien im ganzen Land gestreikt. 4000 Arbeiter in 19 Werken schlossen sich den Warnstreiks an. Am kommenden Montag sollen die Proteste noch ausgeweitet werden. Auch die Frühschicht im Atomkraftwerk Sellafield stimmt über Streiks ab.

Die Gewerkschaften hielten sich zunächst heraus; Streikaufrufe wurde per Internet und SMS verbreitet. „Das Zeitalter der Unruhen beginnt“, titelte die „Times“. Raffineriestreiks treffen die Wirtschaft ins Herz. Im September 2000 hatten Lkw-Fahrer mit Raffinerieblockaden eine Rücknahme von Benzinpreiserhöhungen erzwungen.

Auslöser der Proteste sind über 100 Arbeiter einer italienischen Firma. Bis zum Ausbruch der Streiks wurden sie morgens von dem Hotelschiff, auf dem sie wohnen, mit Bussen in die Raffinerie gebracht, die sie im Auftrag des Betreibers Total erweitern. Die Gewerkschaft „Unite“ rief nun zum Massenprotest auf und versprach, alles zu tun, „um diese unmoralische, möglicherweise illegale und politisch gefährliche Praxis zu beenden“.

Ausgerechnet Premier Gordon Brown lieferte den Arbeitern ihre Parole, als er 2007 in einem Anflug von populistischem Opportunismus „britische Jobs für britische Arbeiter“ versprach. In den folgenden zwölf Monaten stieg die Zahl billiger Arbeitsplätze für Immigranten aus Osteuropa um 175 000, während die Arbeitslosigkeit britischer Arbeiter um 45 000 zunahm. Allein im Januar gingen im Zuge der Wirtschaftskrise über 200 000 Jobs verloren. Brown erfuhr von den wilden Streiks, als er beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos vor Protektionismus und dem Errichten von Handelsbarrieren warnte. Wirtschaftsminister Lord Mandelson attackierte US-Präsident Barack Obamas Pläne für eine Kampagne, die zum Kauf amerikanischer Produkte ermuntern soll. „Wir haben in der EU einen einheitlichen Markt geschaffen, um Wachstum zu haben, nicht um uns gegenseitig zu bekämpfen“, sagte er.

So bedeuten die Streiks ein Dilemma für den Premier. Ein Vermittlungsausschuss soll nun prüfen, ob das Bauvorhaben gegen Gesetze verstößt. Aber Brown stand an der Spitze der Forderung nach offenen Märkten in der EU. Als einziges großes Wirtschaftsland gewährte Großbritannien Arbeitern aus Osteuropa freien Zugang zu seinen Arbeitsmärkten. Doch das war in den guten Zeiten. Nun prognostiziert der Internationale Währungsfonds Großbritannien die schwerste Rezession aller Industrienationen mit einem Wachstumsverlust von 2,8 Prozent. In Meinungsumfragen ist Brown wieder weit abgeschlagen.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 01.02.2009)
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schrieb am 01.02.09 11:42:57
Beitrag Nr.395 
(36.489.491)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.489.437 von kiska am 01.02.09 11:21:58 Die Denkstrukturen der alten Banker lassen sich in der erforderlichen Zeit nicht ändern.

Die der Politiker auch nicht!


... und die der Mehrheit der Bevölkerung auch nicht! Leider.
Aber wahrscheinlich soll es so sein!
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schrieb am 01.02.09 11:44:35
Beitrag Nr.396 
(36.489.500)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.489.442 von kiska am 01.02.09 11:22:59 Warum kennt der denn seinen Halbbruder nicht?

Wer weiß, wie groß die Familie ist...
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schrieb am 01.02.09 12:09:39
Beitrag Nr.397 
(36.489.584)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.487.942 von Maraho am 31.01.09 17:01:58Auch eine Meinung...


Die Weltwirtschaft meldet sich krank
Bill Bonner

Die Ökonomen sehen die längste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg vor uns liegen", ist eine Schlagzeile bei Reuters. Die Ökonomen sind immer die, die am wenigsten wissen, was los ist. Wenn sie eine lange Rezession sehen, dann ist sie vielleicht schon vorbei? Aber nein... diesmal denke ich, dass es sogar die Ökonomen richtig erfasst haben.

Das ist schlimmer als die Sparkassenkrise", sagte mein alter Freund Jim Rogers vor einem Jahr. Das ist das erste Mal - das ist die schlimmste Kreditblase, die wir je in der amerikanischen Geschichte hatten. Nein - noch nie in der amerikanischen Geschichte waren die Leute in der Lage, ein Haus zu kaufen, ohne Geld auf den Tisch zu legen, niemals. Das ist zu keiner Zeit irgendwo auf der Welt so gewesen. Also haben wir die schlimmste Kreditblase.

Es wird viel Zeit vergehen, ehe wir da wieder herausgefunden haben werden. Man kann eine Blase nicht innerhalb von nur sechs Monaten heilen... dazu braucht man fünf oder sechs Jahre."

Die Weltwirtschaft kränkelt ganz deutlich. Aber was stimmt hier wirklich nicht?"

Im Jahr 1945 war die Kriegswirtschaft plötzlich nicht mehr im Geschäft. Die Bestellungen für Panzer und Schusswaffen kamen nicht mehr. Die Wirtschaft fühlte sich nicht gut. Die Wirtschaftwissenschaftler befürchteten, dass die Vereinigten Staaten zurück in eine Rezession im Stile der Rezession der Dreißiger fallen könne. Die Investoren haben in Erwartung dessen ihre Aktien ausverkauft.

Stattdessen sind die Soldaten nach Hause zurückgekehrt und sie haben geheiratet. Die Frauen haben ihre Jobs aufgegeben und keine Flugzeuge mehr gebaut und sie haben angefangen, Familien zu gründen. Dann fingen die neugegründeten Familien an, das Geld auszugeben, das sie in den Kriegsjahren gespart hatten. Und dann kamen die Bestellungen für Kühlschränke, Häuser und Autos... und die Krankheit ist wieder verschwunden.

Wieder einmal fühlt sich die Wirtschaft so, als habe sie sich eine Grippe eingefangen. Und wieder einmal kann der Grund dafür auf eine Wetteränderung zurückgeführt werden. Nach so vielen Jahren, in denen die Amerikaner weit über ihren Verhältnissen lebten, fangen sie jetzt zögerlich damit an, unter ihren Verhältnissen zu leben. Anstatt jeden Nickel auszugeben, den sie verdienen und dazu noch einige, die sie nicht verdient haben, fangen sie jetzt endlich wieder an zu sparen. Nicht dass sie das wollten, aber sie müssen. Die leichten Kredite sind verschwunden.

Und deswegen kommen die Neubestellungen für Autos, Küchen mit Granitarbeitsplatten und neue Fernseher nicht mehr herein.

Doch diesmal gibt es keine Soldaten, die wieder nach Hause kommen -oder wenigstens nicht so viele, dass es einen Unterschied machen würde. Und es gibt keine Frauen, die ihre Stelle bei den Flugzeugbauern aufgeben, um eine Familie zu gründen. Und keinen Zunder um das Feuer unter einem neuen Ausgabenboom der Verbraucher zu entzünden - die Leute haben heute triefende Schulden und keine Ersparnisse.

Das ist nicht nur für die Vereinigten Staaten ein Problem. Es ist ein Problem für die ganze Welt. Die Amerikaner waren die Konsumenten der Welt. Man konnte sich darauf verlassen, dass sie Geld ausgeben würden - selbst dann noch, als sie schon kein Geld mehr hatten, das sie hätten ausgeben können. Und sie kauften die Elektronikgeräte, die von den Chinesen hergestellt wurden, den Wein aus Chile, die Autos aus Japan.

Und sie waren die Dummköpfe des letzten Auswegs für den gesamten Planeten. Jetzt kommen die amerikanischen Verbraucher wieder zu Sinnen, und die gesamte Weltwirtschaft fühlt sich ein wenig kränkelnd.

Auf sich selbst zurückgeworfen, versuchen die Leute sich anzupassen. Die chinesischen Fabriken schalten nach und nach um. Anstatt das Zeug für die Leute in Minnesota herzustellen, stellen sie heute Produkte für die Leute im Reich der Mitte her. Entlassene japanische Autoherstellern könnten anfangen, Nudelstände zu eröffnen. Auf die eine oder andere Art wird sich alles ergeben... und die Krankheit wird vorübergehen.

Doch die Quacksalber drohen, die Krankheit noch viel schlimmer werden zu lassen.

Sie liefern natürlich nur die üblichen Elixiere - in gewaltigen Dosen.

Was die fiskalischen Konjunkturprogramme" anbelangt, sagt der neu gewählte Präsident, dass er das TARP-Programm dahingehend ändern wird, dass noch mehr Steuerzahler davon verleitet werden - und nicht nur einige der ganz Großen an der Wallstreet. Er sagt, dass er darauf abzielt, 4,1 Millionen neue Arbeitsplätze zu schaffen. Schon jetzt geht das Haushaltsbüro des Kongresses davon aus, dass die amerikanischen Defizite im Jahr 2009 bei 1,18 Billionen liegen werden - noch ehe Obamas neues Konjunkturprogramm berücksichtigt wurde.

Was die monetären Konjunkturprogramme anbelangt, ist nichts mehr übrig; die Zentralbank kann die Zinssätze nicht noch weiter senken. Wenn sie die Raten noch weiter nach unten drücken wollten, dann müssten sie die Kreditnehmer dafür bezahlen, dass sie das Geld nehmen.

Aber das neue Supermedikament der Zentralbank ist die Politik der quantitativen Erleichterung." Was soll das sein, werden Sie sich jetzt sicher fragen? Es beschreibt den letzten Plan der Zentralbank, die giftigen Assets von den Banken zu kaufen. Die Banken werden so ihre Reserven erhöhen.

Wenn sie weiter das gleiche Verhältnis zwischen Krediten und Reserven aufrecht erhielten, dann würden sie mehr Geld verleihen müssen, das erzeugt Geld aus dünner Luft". Mit anderen Worten, gibt es zwischen der quantitativen Erleichterung" und dem Drucken von Geld" nicht mehr genug Platz, um ein U-Bahn-Ticket dazwischen schieben zu können.

Bislang hat diese neue Behandlungsmethode noch keine Anzeichen einer Erholung erkennen lassen. Aber keine Sorge, die Quacksalber werden nicht aufgeben. Sie werden immer höhere Dosen verschreiben -bis der Patient gestorben sein wird.

Quelle: http://zeitenwende.ch/bill-bonner/die-weltwirtschaft-melde…

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schrieb am 01.02.09 12:39:36
Beitrag Nr.398 
(36.489.686)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.489.206 von kiska am 01.02.09 09:12:17Geldanlage
Den Steueroasen wird langsam die Luft abgedrückt

Mehr als elf Billionen Dollar haben gut betuchte Anleger weltweit vor ihren Finanzbehörden versteckt – Tendenz steigend. Doch der Druck auf die Steueroasen wächst. Sie sind gezwungen, ihre Regeln deutlich zu verschärfen. Auch in der Europäischen Union bröckelt das Bankgeheimnis.


Peer Steinbrück geht in die Offensive. Vergangene Woche verschickte der Finanzminister den Referentenentwurf für das „Gesetz zur Bekämpfung schädlicher Steuerpraktiken und der Steuerhinterziehung“ an die Ministerien. Sein Ziel: Die Austrocknung möglichst vieler Steueroasen. Deutschlands oberster Kassenwart schreckt dabei auch vor drakonischen Maßnahmen nicht zurück. Zeigen sich die betreffenden Staaten, zu denen unter anderem auch die Schweiz und Liechtenstein zählen, nicht kooperativ, dürfen deutsche Konzerne die Dividenden ihrer Tochtergesellschaften in diesen Ländern zukünftig nicht länger steuerfrei kassieren. Im Extremfall soll der gesamte Geschäftsverkehr mit den Staaten lahmgelegt werden, die nicht die von der OECD aufgestellten Kriterien der behördlichen Zusammenarbeit erfüllen.

„Das käme einem Handelskrieg gleich“, fürchtet der Münchner Steuerexperte und Buchautor Hans-Lothar Merten, „die geplante Neuregelung schränkt die Grundfreiheiten des EU-Vertrages ein.“ Doch so weit dürfte es nicht kommen. „Das neue Gesetz sollte sich als zahnloser Tiger erweisen“, meint Steuerberater MBA Anton-Rudolf Götzenberger, Autor des Buches „Der gläserne Steuerbürger“. Er hält es „für fraglich, ob es den Deutschen gelingt, die Geschäftsbeziehungen zu Staaten und Gebieten einzuschränken, die sich nicht an die Abmachung halten“.

So dürfte sich die Jagd nach Steuersündern vorerst weiterhin auf Privatanleger konzentrieren. Einer der prominentesten Fälle von Steuerhinterziehung wurde in der vergangenen Woche abgeschlossen. Das Landgericht Bochum verurteilte den früheren Post-Chef Klaus Zumwinkel zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren und einer Geldstrafe von einer Million Euro. Zumwinkel habe zwischen 2002 und 2006 über eine Stiftung in Liechtenstein knapp eine Million Euro Steuern hinterzogen.

Ob das Beispiel abschrecken wird, ist jedoch fraglich. Aus Liechtenstein immerhin ziehen viele Kunden jetzt ihr Geld ab. Ansonsten hält die Kapitalflucht ins Ausland weiter an. Expertenschätzungen zufolge haben Bundesbürger derzeit rund 600 Milliarden Euro Schwarzgeld im Ausland gebunkert. „Davon liegen rund 200 Milliarden bei Schweizer Banken, über 100 Milliarden in Luxemburg und 75 bis 80 Milliarden in Österreich“, schätzt Finanzprofi Merten. John Christensen von der Nichtregierungsorganisation Tax Justice Network geht davon aus, dass weltweit die gigantische Summe von rund 11,5 Billionen Dollar in verschiedenen Steueroasen gebunkert wird.

Konrad Hummler, Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers und Teilhaber der Privatbank Wegelin, geht davon aus, dass die Reisetätigkeit in die Steueroasen zunehmen wird. In vielen Ländern sei aufgrund der hohen ausgewiesenen und vor allem versteckten Staatsverschuldung eine „Konfiskation der privaten Vermögen absehbar“. Sein Credo: Viele Menschen, die ihr Geld ins Ausland bringen, wollen ihr Vermögen vor der künftigen hohen, enteignungsähnlichen Steuer schützen. „Rund 90 Prozent der Bundesbürger tendieren dazu, Kapitaleinkünfte nicht ordentlich zu deklarieren“, bringt es Bankkaufmann Hans-Lothar Merten auf den Punkt.

Die Schweiz ist dabei für diskrete Geldverstecker allerdings nur noch zweite Wahl. „Wenn Sie Ihr Geld in die Hände der sogenannten Finanzexperten in Zürich legen“, sagt ein Insider in Zürich, „können Sie es auch gleich in die Hände von weiß Gott wem legen, der weiß Gott was damit macht.“ Für Aufsehen sorgte zuletzt die Großbank UBS, die US-Bürgern bei der Tarnung ihrer Auslandsvermögen geholfen haben soll. Dabei ging es um Guthaben im Wert von 18 Milliarden Dollar. Jetzt müssen 250 amerikanische UBS-Kunden mit einer Offenlegung gegenüber den US-Behörden rechnen und riskieren hohe Strafen. Als Hort für Steuerflüchtlinge aus den USA kann die Schweiz also nicht mehr dienen. „Wenn EU und USA gemeinsam gegen das Bankgeheimnis der Schweiz vorgehen, wird der Druck enorm sein“, glaubt Finanzfachmann Merten.

Für Stephan Eschmann, Gründer und Inhaber der gleichnamigen Anwaltskanzlei für Finanz- und Wirtschaftsrecht in Zürich, ist das Bankgeheimnis hingegen „sehr wichtig für die Schweiz und mit Sicherheit langfristig haltbar. Ob dies auch im Zusammenhang mit der Forderung nach Rechts- oder Amtshilfe bei Steuerhinterziehung zutrifft, sei jedoch eine andere Frage.“

Auch Liechtensteins Ruf als besonders verschwiegene Alpenfestung schwindet wie Almbutter in der Sonne. Lagen Ende 2007 noch mehr als 110 Milliarden Euro auf Bankkonten in dem 35.000-Einwohner-Land mit seinen 70.000 Stiftungen, ziehen verunsicherte Kunden nun reihenweise ihr Geld ab. Die EU setzt Liechtenstein massiv mit der Forderung unter Druck, bei der Jagd auf Steuerflüchtlinge zu kooperieren. „Langfristig werden die Nachbarländer Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, und die Schweiz mit ihrem Bankgeheimnis nicht durchkommen“, sagt Steuerexperte und Buchautor Hans-Lothar Merten – und sieht die EU am längeren Hebel. Vor allem die Schweiz und Liechtenstein hält er für Wackelkandidaten.

Das Geschäft mit Tipps bleibt attraktiv

Jetzt setzen Steueroasen in Übersee mit speziell auf Steuerstraftäter zugeschnittenen Anlagemodellen und der Pflicht zur Verschwiegenheit das Katz-und-Maus-Spiel fort. Und das Geschäft mit heiklen Tipps zur Vermögensverschiebung bleibt attraktiv. Merten selbst nahm die neue Fahndungsoffensive der Finanzbehörden zum Anlass, ein neues Buch herauszubringen. In der vergangenen Woche erschien im mittlerweile 14. Jahr sein Kompendium „Steueroasen 2009“. Ganz unverhohlen macht er auf die „Gefahren“ in weit entfernten Steueroasen aufmerksam. Dort gebe es eine Reihe von nationalen Besonderheiten zu beachten. „Wo Nullsteuern locken, lauern nur zu oft auch Risiken – und die sollte man unter Kontrolle haben“, sagt er. Für besonders diskret hält er neben Dubai vor allem Hongkong und Singapur. In seinem Ende März in einer Neuauflage im Wiener Linde-Verlag erscheinenden Werk „Anlagestrategien vor der neuen Abgeltungsteuer“ gibt der Steuerberater Anton-Rudolf Götzenberger Gestaltungstipps für die steuereffiziente Geldanlage im In- und Ausland.

Für Steuerflüchtlinge ist kein Weg zu weit. Die Geldanlage in der Ferne hat den Hauch des Exotischen längst verloren. Expertenschätzungen zufolge werden zwischen sechs und acht Prozent des weltweiten Vermögens fern der Heimat ihrer Eigentümer an sogenannten Offshore-Standorten verwaltet. Beispiel Jungfraueninseln (Virgin Islands): Dort leben nur 108.605 Einwohner, aber 700.000 Offshore-Gesellschaften sind registriert. Die Finanzbehörden der entwickelten Staaten haben noch viel Arbeit vor sich.

Quelle: http://www.welt.de/finanzen/article3125268/Den-Steu…
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schrieb am 01.02.09 14:10:39
Beitrag Nr.399 
(36.489.972)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.486.663 von Maraho am 31.01.09 08:26:54"Wie bei einem Erdbeben"

Warum Währungen verschwinden werden und wie "Konsumgeld" aus der Krise helfen könnte. Fünf Wirtschaftswissenschafter auf der Suche nach einer neuen Weltordnung

Fünf unabhängige Wirtschaftswissenschafter prangern die Praxis der Rechnungslegung an, sehen aber auch in der Finanzkrise eine Chance zu einem "Multiparadigmenwechsel".


Wien - Ursachenforschung in der Finanz- und in weiterer Folge der Wirtschaftskrise hat im Moment Hochkonjunktur. Auch Prognosen, wie es denn weitergeht oder wann die Krise überwunden ist, scheinen zur Lieblingsbeschäftigung von Analysten und Forschern geworden zu sein.

Fünf Wissenschafter, die sich dezidiert als "unabhängig" verstanden wissen wollen, gehen noch einen Schritt weiter und hinterfragen gleich die gesamten Wirtschaftswissenschaften. Worin sich diese Unabhängigkeit begründet, erklärt Franz Hörmann, Professor für Unternehmensrechnung und Revision an der Wirtschaftsuniversität Wien, am Donnerstag vor Journalisten: "Wissenschaftler agieren als Lobbyisten, um ihren finanziellen Lebensstandard aufrecht zu erhalten oder zu verbessern. Die Ökonomie wird zu einer instrumentalisierten Wissenschaft." Aus wissenschaftlicher Sicht seien die theoretischen Grundlagen großteils widerlegt, kritische Literatur werde aber "totgeschwiegen".
Und damit ist gleich die erste Ansage umrissen: Wirtschaftswissenschafter, die sich in der freien Wirtschaft ein Zubrot verdienen oder als Berater arbeiten, hätten laut Hörmann wenig Interesse, am bestehenden System etwas zu ändern.

Fragwürdige Bilanzen
Die Praxis der Geschäfts- und Quartalsberichte sei nach Ansicht der Experten schon prinzipiell fragwürdig. "Relevante Informationen sind darin nicht enthalten, weil auch die Konkurrenz Einblick hat." Letztendlich sei die Finanzkrise auch auf die "falschen" Konzernabschlüsse zurückzuführen. "Das so genannte Fair Value Accounting hat eine arge Verstärkung der Finanzkrise herbeigeführt. In volatilen Zeiten auf der Aktivseite aktuelle Tagespreise ausweisen zu müssen, wenn zugleich strenge Mindestvorschriften für das Eigenkapital gelten, kann für Banken nur in der Katastrophe enden", so Herbert Haeseler, ebenfalls Professor an der WU Wien.
Finanzielle Kennzahlen seien zur Steuerung von Unternehmen aus wissenschaftlich-mathematischer Sicht grundsätzlich ungeeignet, erklärt der EDV- und Prozessmanagement Consulter Christian Fichtenbauer. "Diese Kennzahlen sind eindimensional und unvollständig, uneindeutig und manipulierbar."
Auch Basel II habe laut Haeseler die Kreditvergabe drastisch behindert und die Volkswirtschaften - insbesondere die mittelständische Wirtschaft - negativ beeinflusst. "Die USA wollten Basel II, haben es aber bis heute nicht eingeführt und werden es meiner Meinung nach auch nie. Die Damen und Herren in der EU fühlten sich aber bemüßigt, zu salutieren", führt Haeseler aus.

Multiparadigmenwechsel
Aber nicht nur Schwarzmalen wollen die Wissenschafter, schließlich sehen sie die "Finanzkrise auch als Chance zum Multiparadigmenwechsel". In zehn Jahren würden sowohl das Gesellschafts- als auch das Wirtschaftssystem völlig anders aussehen als heute.
Als Alternative zum derzeitigen Wirtschaftssystem schlagen die Experten "Netzwerke" vor. Offene, elektronisch unterstützte Basen sollen die Grundlage bilden. Wichtig sei vor allem, dass es keine Anonymisierung gebe, um eine Vertrauens-Basis zu schaffen. Als Beispiel aus der Praxis verweist Hörmann auf das so genannte "social lending". Unter diesem Schlagwort versteht man Privatkredite, die (meistens) über Online-Plattformen ohne Banken zustande kommen. Was gerade in Deutschland für private Anleger und private Kreditsuchende immer attraktiver wird, könnte als Blaupause für die Gesamtwirtschaft herhalten.
Erhard Glötzl von der Universität Linz sieht die Hauptursache für die derzeitige Wirtschaftskrise im dramatischen Unterschied zwischen Kapital- und Arbeitseinkommen. Während beim Kapital ein exponentielles Wachstum zu beobachten wäre, gab es nur ein lineares bei den Arbeitseinkommen. Die Schere sei immer weiter auseinander gegangen. "Was wir jetzt mit der Finanzkrise sehen, ist ein unkontrollierter Ausgleichsvorgang, wie zum Beispiel bei einem Erdbeben."

Kapitalbesteuerung
Gefordert sei jetzt ein gezieltes Eingreifen, meint dazu Rainer Born vom Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie der Johannes-Kepler-Universität in Linz. Konjunkturpakete oder Bankenhilfspakete würden zwar gebraucht, um nicht das gesamte System wie ein Kartenhaus einstürzen zu lassen, eine höhere Staatsverschuldung löse die Krise aber sicher nicht, sind sich die Wissenschafter einig. Zumindest mittelfristig müsse das Geld mit Kapitalsteuern finanziert werden.
Neben der Kreditklemme sehen die Experten auch die Konsumflaute als potenziellen Verstärker der Wirtschaftskrise. Wenn Unternehmen und Konsumenten beginnen, ihr Geld zu horten, statt es auszugeben, sei das keine Lösung. Hörmann schlägt daher vor, die Politik solle eine Art "Konsumgeld" für Endverbraucher einführen. "Sagen wir, der Staat stellt jedem Konsumenten pro Monat einen bestimmten Betrag zur Verfügung, der zur Ankurbelung des Einzelhandels dienen sollen. Nicht bar auf die Hand, sondern in elektronischer Form - und was nicht innerhalb eines Monats verbraucht wird, geht wieder zurück." Damit würde man nicht nur den Konsum wieder anheizen, sondern könne auch sehr genau sehen, in welche Branchen und Produkte investiert werde, so Hörmann weiter.
Das Geld solle ausgegeben werden, "solange es noch was wert ist", fügt Haeseler hinzu. Seine Prognose für den Geldmarkt ist düster: Große Währungen werden verschwinden, und durch Gutscheine oder Ähnliches ersetzt werden. Der Euro beispielsweise werde die Defizite der Mitgliedsstaaten nicht lange aushalten können. Außerdem sei generell ein Crash "ärger als 2008" für das laufende Jahr zu erwarten.

Quelle: Daniela Rom, derStandard.at, 29.1.2009

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schrieb am 01.02.09 14:36:48
Beitrag Nr.400 
(36.490.033)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.487.942 von Maraho am 31.01.09 17:01:58So ähnlich sehe ich dies auch:


Obamas Monopoly
von Wolfram Weimer

Er legt los wie das tapfere Schneiderlein. Sieben Riesenthemen erledigt Barack Obama gleich zum Amtsantritt auf einen Streich: Das größte Konjunkturprogramm der Weltgeschichte, eine neue Arabienpolitik, das Ende des Irakkriegs, die Schließung von Guantanamo, eine Radikalwende in der Umweltpolitik, eine Steuerreform, Friedenssignale an Russland. Obama regiert erst ein paar Tage, doch die Geschwindigkeit, mit der er sich an die Arbeit macht, ist atemberaubend. Noch sieht die Welt in ihm nur den Popstar, den Anti-Bush, den schwarzen Kennedy. Wir applaudieren jeder seiner Entscheidung, weil Amerika nach den bleiernen Bush-Jahren nun endlich wieder so leicht auftritt, wie wir Europäer das großartig finden. Außenpolitisch haben wir den guten, alten Verbündeten wieder.

Doch bei aller Faszination für die Rückkehr des Pathos in die Politik, für Stil und Rhetorik, für Inszenierung und Glamour – das Herzstück der Obama-Politik ist reines Monopoly. Dieser Präsident spielt Vabanque, weil er die Überschuldungsprobleme seines Landes mit einer gigantischen Zusatzverschuldung erledigen will.

Die USA haben als Staat bereits 10,7 Billionen Dollar Schulden, dazu addieren sich knapp 24 Billionen Dollar Verbindlichkeiten des amerikanischen Privatsektors. Die aktuelle Weltwirtschaftkrise ist ein Kind genau dieses Überschuldungsfiaskos. Amerika hat viele Jahre lang dramatisch über seine Verhältnisse gelebt. Anstatt nun aber eine Vision solider Zukunftsentwicklung zu formulieren, macht Obama finanzpolitisch das gleiche wie George Bush: neue Schulden und eine Nullzinspolitik der Notenbank sollen akute politische Probleme bewältigen. Was bei Bush noch nach texanischer Wurstigkeit einer Finanzpolitik nach Gefahrenlage aussah, droht unter Obama zur Staatsdoktrin zu werden. Obamas erstes Konjunkturprogramm hat das unglaubliche Volumen von 819 Milliarden Dollar, der amerikanische Staatshaushalt gerät aus allen Fugen, die Geldmenge der US-Notenbank explodiert. Das einstige Sponti-Motto „Raus mit den Milliarden“ wird System. Während Bush nur wie ein Wilder neues Schuldenöl ins amerikanische Feuer spritzte, legt Obama nun richtige Pipelines an.

Schon kurzfristig erwächst für diese Strategie ein Problem: Wer soll die neuen Obama-Anleihen zeichnen? Wer gibt einem überschuldeten Halbbankrotteur freiwillig so viel neues Geld? Die Chinesen, die Araber, die Deutschen? An den internationalen Rentenmärkten zeichnet sich ab, dass auch Staaten es immer schwerer haben, sich über Anleihen zu refinanzieren.

Angesichts dieser Gefahr hat die US-Notenbank kurzerhand beschlossen, Staatsanleihen auch selber zu kaufen. Damit tritt das Monopolyspiel in eine völlig neue Dimension. Wenn eine Regierung sich überschuldet und sich selber die Schulden auch noch abkauft, dann riskiert sie im günstigsten Fall das Vertrauen in die Währung, im schlechten Fall die totale Inflation. Was die Finanzpolitik der USA anbetrifft, fühlt man sich ein wenig an die finalen Tage von Ludwig XIV. erinnert. Der Staatsbankrott droht, also drucken wir Geld.

Da die USA schon jetzt zwei Drittel der gesamten Weltsparleistung zur Finanzierung ihrer Schulden absorbieren, stellt sich Frage nach dem Ausgang des Schulden-Monopolys. Wenn man die historisch übliche Lösung einer derartigen Konstellation - Krieg und Revolution – für unwahrscheinlich hält, dann bleibt eine massive Dollarabwertung die einzige Chance der Amerikaner, ihr Spiel noch zu gewinnen. Sie inflationieren ihre Währung und entledigen sich so der dramatischen Schulden im Ausland. Die plötzliche Flucht viele Kapitalanleger in das Gold ist ein erstes Alarmsignal für die kommende Krise des Obama-Dollars.

Quelle: http://www.cicero.de/1725.php?ress_id=18&kol_id=1082…

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