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Am Sterbebett eines Systems ( Seite 5)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.01.09 17:19:56
von
neuster Beitrag 25.05.12 19:36:37
von

Anzahl Beiträge: 34.270
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Diskussionsnr.: 1.147.722
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[ Seite: 123456342534263427neuster Beitrag ]

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schrieb am 22.01.09 16:15:16
Beitrag Nr.41 
(36.427.948)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.425.720 von Maraho am 22.01.09 12:07:56Nachtrag:

Habe gerade während einer Fahrt folgendes im Radio gehört:

China braucht ein Wachstum von mindestens 8 - 9%, damit soziale Unruhen vermieden werden. Böse Zungen sprechen von einem Wachstum
von nur 5,5 - 6% in diesem Jahr.

Na denn...

Der Staatsbankrott kommt!: Hintergründe, die man kennen muss
Der Staatsbankrott kommt!: Hintergründe, die man kennen muss

Michael Grandt
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schrieb am 22.01.09 16:21:33
Beitrag Nr.42 
(36.428.025)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.426.923 von Dorfrichter am 22.01.09 14:39:30Danke für Deine Recherche. Super!

Gruß von Maraho
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schrieb am 22.01.09 16:33:34
Beitrag Nr.43 
(36.428.164)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.811 von Maraho am 21.01.09 19:40:03Die Regierungsprogamme verpuffen...


Weniger Neubauten, weniger Anträge
Rückschritte auf dem US-Häusermarkt
von Tobias Bayer (Frankfurt)

Es ist eine der größten Herausforderungen für Präsident Obama: Er muss den amerikanischen Häusermarkt stabilisieren. Bisher verpufften die Stützungsaktionen der Regierung. Die Zeit drängt, da den Banken wegen Zahlungsausfällen weitere Abschreibungen drohen.

Große Herausforderung für den neuen US-Präsidenten Barack Obama. Ihm muss das gelingen, woran sein Vorgänger gescheitert ist: Die Stabilisierung des amerikanischen Häusermarkts und das Eindämmen von einer Welle an Zwangsvollstreckungen. Es wird erwartet, dass Obama rund 100 Mrd. $ zur Stützung des Immobilienmarktes bereitstellen wird.

Daten vom Donnerstag sind nicht ermutigend: Im Dezember ging die Zahl der Neubauten auf das Jahr hochgerechnet auf 550.000 zurück. Das ist der tiefste Stand seit mindestens 1950. Der Grund: Die Bauunternehmen kämpfen mit einem gewaltigen Angebotsüberhang. Der Bestand an noch nicht verkauften Immobilien reicht elf Monate aus, um die Nachfrage zu decken.

Gleichzeitig geht die Zahl der Schuldner, die ihre Hypotheken refinanzieren oder neue Darlehen aufnehmen, zurück. Das hat damit zu tun, dass die Hypothekenzinsen wieder ansteigen. Der durchschnittliche Zins auf eine Hypothek mit einer Laufzeit von 30 Jahren kletterte auf 5,24 Prozent. Vergangene Woche hatte er noch bei 4,89 Prozent gelegen. Ein weiterer Faktor hinter der Zurückhaltung ist die steigende Arbeitslosigkeit. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe kletterten vergangene Woche auf 589.000. Damit sind momentan 4,6 Millionen Amerikaner arbeitslos gemeldet.

Regierungsprogramme verpuffen

Die Regierung stemmte sich mit aller Kraft gegen den Abschwung. Gleich mehrere Programme legte sie auf, um den Abschwung zu stoppen. Sie hießen "FHA Secure", "Hope Now" und "Hope for Homeowners". Auch die staatliche Einlagensicherung FDIC wurde aktiv und führte im Fall des insolventen kalifornischen Hypothekenfinanzierers Indymac standardisierte Umschuldungen durch, die Behördenchefin Sheila Bair auf den gesamten Markt ausdehnen wollte. Auch die US-Notenbank Fed ist beteiligt. Sie kauft für insgesamt 600 Mrd. $ Hypothekenpapiere auf. Doch bis dahin war den Aktionen kein Erfolg beschienen.

Der neue US-Präsident muss schnell handeln. Der US-Häusermarkt steht im Kern der Finanzmarktturbulenzen. Der Preisverfall war im vergangenen Jahr dramatisch: Der S&P Case/Shiller-Hauspreisindex fiel bis Ende Oktober um 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber der Hochzeit des Booms im Juli 2006 entspricht das einem Rückgang um 23 Prozent.

600 Mrd. $ an Subprime-Verbindlichkeiten

Die Konsequenzen sind hart: Das Platzen der Hauspreisblase führte zu Wertberichtigungen bei hypothekenbesicherten Wertpapieren und Milliardenabschreibungen bei Banken. Weitere könnten folgen. Laut dem Researchhaus Creditsights beliefen sich Ende 2008 allein die Subprime-Verbindlichkeiten bei hypothekenbesicherten Wertpapieren auf 600 Mrd. $.

Nehme man die Entwicklung des Penultimate-AAA-Subindex zugrunde - das ist ein Preisbarometer für Subprime-Papiere -, dann könnten sich die auf die Finanzindustrie zurollenden Verluste auf weitere 240 Mrd. $ belaufen. "Das ist zwar eine vereinfachte Darstellung. Trotzdem zeigt die Rechnung die Dimensionen der potenziellen Verluste auf", sagte Creditsights-Analyst David Watts.

Noch ein viel größeres Fragezeichen steht hinter den Alt-A-Hypotheken. Dahinter verbergen sich zahlreiche Darlehen mit flexibler Rückzahlungsoption. Zu den berüchtigsten zählen die Option-ARMs, bei denen Zinszahlungen in die Zukunft verschoben und der Hauptschuld angerechnet werden könnten. Ausfälle bei diesen Papieren führten zur Schieflage der größten amerikanischen Bausparkasse Washington Mutual.

Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) handelt es sich bei rund einem Drittel aller im ersten Quartal 2007 begebenen Hypotheken um solche flexiblen Darlehensverträge. Sieben Prozent davon erlauben laut BIZ das Aussetzen von Zinszahlungen bis zum Laufzeitende. Gerade hier erwarten Experten steigende Ausfallraten.

Belastung für die US-Wirtschaft

Angesichts der gesunkenen Immobilienpreise stecken zudem viele Häuslebauer tief in den roten Zahlen. Laut dem Datendienstleister First American Corelogic übersteigen bei 41 Prozent der Eigentümer die Verbindlichkeiten den Wert des Eigenheims. Deshalb halten sich die US-Verbraucher mit dem Konsum zurück, was wiederum die US-Wirtschaft belastet.

Die Vereinigten Staaten sind laut dem Ökonomengremium NBER seit Dezember 2007 in der Rezession. Im dritten Quartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent, für das vierte Quartal erwarten Volkswirte sogar ein Minus von mindestens vier Prozent. Laut Paul Volcker, Ex-Präsident der Notenbank Fed und Obama-Berater, ist bei der Rezession "kein Ende in Sicht".

Quelle: http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devi…
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schrieb am 22.01.09 16:37:02
Beitrag Nr.44 
(36.428.205)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.428.164 von Maraho am 22.01.09 16:33:34Kommentar: Vereinigte Staatsbanken

Kaum im Amt, steht Präsident Barack Obama schwer unter Zeitdruck. Ohne Stabilisierung des Bankensektors kann sich die Konjunktur nicht erholen. Kursverluste von 20 % bzw. gar fast 30 %, wie sie am Dienstag Citigroup und Bank of America binnen Stunden hinnahmen, werden die wankenden Bankenriesen aber nicht mehr oft überstehen. Als im Herbst Lehman mehrere solcher Kursverluste in Folge erlitt, endete dies bald in der Insolvenz. Nachdem die bisherigen Stützungsmaßnahmen des Staates, darunter Garantien für weit mehr als 400 Mrd. Dollar an problematischen Vermögenswerten beider Großbanken, bislang ohne durchschlagenden Effekt verpufften, steht in Washington die Gründung einer öffentlichen Bad Bank zur Debatte, die der Branche notleidende Vermögenswerte abkaufen soll. Damit würde die Regierung auf eine Idee zurückkommen, die ExFinanzminister Paulson schon vor vier Monaten propagiert hat. Seither ist kostbare Zeit ins Land gegangen, und der Pferdefuß des Plans ist noch immer derselbe, angesichts dessen Paulson ihn aufgab: die Preisfindung. Wenn nun die Chefin der US-Einlagensicherung, Sheila Bair, anregt, eine Bad Bank solle Papiere zum Bilanzwert übernehmen, sollten die Haushaltspolitiker beider Parteien im Kongress die Alarmglocken klingeln hören. Denn damit würde das Verlustrisiko komplett auf den Steuerzahler abgewälzt. Warum sind denn die problematischen Assets unverkäuflich? Und warum geben private Investoren den US-Banken derzeit kein Eigenkapital: weil keiner weiß, welche Belastungen diese Positionen noch bringen werden. Stimmt eine Schätzung von Goldman Sachs, wonach Finanzinstitute und Anleger weltweit ihre Verluste auf US-Kredite von insgesamt 2 Bill. Dollar erst zur Hälfte realisiert haben, dürften die Vereinigten Staaten kaum umhinkönnen, aus Citigroup und Bank of America eine Art Vereinigte Staatsbanken zu machen. Dies könnte der Höhepunkt der Misere, aber auch der Anfang von ihrem Ende sein. Die Krise der US-Spar- und Darlehenskassen Ende der achtziger Jahre jedenfalls klang erst ab, als die Vermögenswerte havarierter Gesellschaften - und nicht nur deren Problem-Assets - einer öffentlichen Auffanggesellschaft übertragen wurden. Die Aktionäre würden dabei in die Röhre schauen. Sie aber enteignet schon jetzt der Markt.

(Börsen-Zeitung, 22.1.2009)
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schrieb am 22.01.09 16:45:14
Beitrag Nr.45 
(36.428.323)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.210 von Maraho am 21.01.09 18:25:53Zurück zu uns nach Deutschland.
Welch` überzeugendes Krisenmanagement, aber ich vergaß, es sind ja nur Steuergelder, die verbrannt werden...


Nach Abgang von Soffin-Chef
Sorge um Handlungsfähigkeit der Bankenretter
von Dietmar Neuerer

Der überraschende Rücktritt des Chefs des Bankenrettungsfonds Soffin, Günther Merl, ist im politischen Berlin mit Bedauern zur Kenntnis genommen worden. Finanzpolitiker von FDP und Grünen fordern eine rasche Neubesetzung – und eine Klarstellung bei den Zuständigkeiten im Fonds.

DÜSSELDORF. Politiker von FDP und Grünen fordern angesichts des überraschenden Rücktritts des Chefs des Sonderfonds zur Stabilisierung der Finanzmärkte (Soffin), Günther Merl, eine rasche Klärung der Nachfolge. „Die Bundesregierung muss schnellstmöglich eine Nachbesetzung vornehmen“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion im Bundestag, Carl-Ludwig Thiele, am Donnerstag im Gespräch mit Handelsblatt.com. Angesichts der Probleme, die die Kreditwirtschaft habe, sei Zeit im Verzug. „Der Bund muss sicherstellen, dass die Soffin handlungsfähig ist“, betonte Thiele.

Eine „sehr zügige“ Neubesetzung fordern auch die Grünen. In einer Institution, die so „zentral“ sei, dürfe man den früheren baden-württembergischen Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU), der Mitglied im Leitungsausschusses des Fonds ist, „nicht alleine wurschteln lassen“, sagte der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Gerhard Schick, zu Handelsblatt.com. Der neue Soffin-Chef müsse eine Person mit Finanzmarkterfahrung sein. Einen Praktiker fordert auch FDP-Mann Thiele. „Es darf nicht sein, dass nur Verwalter über Anträge der Kreditwirtschaft entscheidet“, sagte er.

Schick hält es überdies für notwendig, die Strukturen des Fonds auf den Prüfstand zu stellen. „Der Personalwechsel zeigt, welches Chaos in der Soffin herrscht“, sagte der Grünen-Politiker. Deswegen müsse nicht nur die personelle Lücke geschlossen, sondern auch die Zuständigkeiten innerhalb des Fonds „eindeutig“ zugewiesen werden. „Klar muss sein, wofür die politischen Akteure im Lenkungsausschuss und wofür der Leitungsausschuss verantwortlich sind“, sagte Schick.

Nur drei Monate nach Gründung des Sonderfonds zur Rettung angeschlagener Banken (Soffin) hatte der Sprecher des Leitungsgremiums am Mittwoch völlig überraschend seinen Rücktritt erklärt: Günther Merl gibt seinen Posten „aus persönlichen Gründen“ zum 31. Januar ab, wie das Bundesfinanzministerium mitteilte. Die Bundesregierung sei bereits mit potenziellen Nachfolgern im Gespräch.

Das „Manager Magazin“ berichtete, Hintergrund des Rücktritts seien offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Bankenrettungsfonds. Merl ist Sprecher des ursprünglich dreiköpfigen Lenkungsausschusses des Soffin. Im Dezember hatte sich bereits Karlheinz Bentele aus dem Gremium zurückgezogen. Zudem gehört dem Ausschuss der frühere baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus an. Stratthaus sieht unterdessen keinen Anlass, sein Amt als Mitglied des Leitungsausschusses niederzulegen. „Mein Vertrag läuft bis Ende des Jahres, und ich sehe momentan keinen Grund, ihn nicht zu erfüllen“, sagte er laut den „Stuttgarter Nachrichten“. Stratthaus schloss für sich auch aus, Merl zu beereben. „Ich rücke nicht an die Spitze“, sagte er. Wer Nachfolger von Merl werde, entscheide die Bundesregierung. Das werde sicher auch Thema beim nächsten Treffen von Lenkungs- und Leitungsausschuss des Soffin am Freitag in Berlin sein.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/sorge-um…
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schrieb am 22.01.09 16:51:56
Beitrag Nr.46 
(36.428.394)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.428.025 von Maraho am 22.01.09 16:21:33Hier mußte ich nicht "recherchieren", denn das stammt aus einem Thread von mir aus 2005.

Wie gesagt, diesem Thema widme ich mich ausgiebigst seit 2003. Es fing an mit der simplen Frage:

"WAS MACHT EIGENTLICH DIE FED"?

Übrigens mit diesem Thema war schon auch ein anderer User so ziemlich befasst!

wasser_fuer_Alle Dieser Mann fehlt uns gewaltig.
Avatar
schrieb am 22.01.09 17:20:38
Beitrag Nr.47 
(36.428.708)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.059 von Maraho am 21.01.09 18:06:51Ist zwar von gestern, anlässlich des Jahreswirtschaftsberichtes, dennoch aktuell...
Wieso eigentlich "könnte"?


Schuldenberg
Die Wirtschaftskrise könnte den Staat ruinieren

Düstere Rekorde: Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) muss den miestesten Ausblick seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland verkünden. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) blüht der zweifelhafte Titel eines Super-Schuldenministers. Denn in der Krise belastet der Bund den Haushalt – zu stark, sagen Kritiker.

Michael Glos muss den schlimmsten Wachstumseinbruch in der Geschichte der Bundesrepublik vorhersagen. Noch nie hat ein Bundesminister eine so düstere Prognose vorgelegt: Die Wirtschaft wird in diesem Jahr um 2,25 Prozent schrumpfen. 700.000 Arbeitsplätze werden verloren gehen, die Arbeitslosenzahl um eine halbe Million steigen.

Glos, der Wirtschaftsressortchef von Angela Merkel und vorsichtige Kaufmann, hatte in den letzten Jahren stets eine Prognose vorgelegt, die dann von der Realität übertroffen wurde. Im vergangenen Jahr, so musste der Minister einräumen, hat dies erstmals nicht geklappt. Die Wirtschaft wuchs 2008 nur um 1,3 Prozent und nicht um 1,7 Prozent wie vorhergesagt.

„Wir müssen aufpassen, dass das alles keinen Pessimismus auslöst“, sagt der CSU-Politiker und müht sich redlich, Zuversicht zu verbreiten. Bereits im zweiten Halbjahr 2009 soll die Wende zum Besseren geschafft sein. Im Jahreswirtschaftsbericht zeigt die Wachstumskurve sogar schon im zweiten Quartal steil wieder nach oben.

Vor allem auf dem Konsum ruhen die Hoffnungen des Ministers und seiner Beamten. Die Verbraucher sollen in diesem Jahr 0,8 Prozent mehr ausgeben als 2008. Ein Anspringen des Konsums wurde auch schon im vergangenen Jahr vorausgesagt. Um 1,1 Prozent sollte der private Verbrauch wachsen. Doch daraus wurde nichts. Der Konsum stagnierte, weil Energie- und Nahrungsmittelpreise kräftig stiegen und die Verbraucher ihr Geld zusammen hielten.

Dieses Mal wird alles anders, sagt Glos. Denn die Energiepreise sinken und statt einer Inflationsrate von 2,6 Prozent wie 2008 müssen die Verbraucher nur einen Preisanstieg um 0,5 Prozent verkraften. Wie ein riesiges Konjunkturprogramm wirke der Preisverfall beim Öl, sagt Glos – und das ohne neue Schulden.

Dazu komme noch das Konjunkturpaket der Bundesregierung, das die Bürger bei Steuern und Abgaben entlastet. Auch dies werde den Konsum stützen. Insgesamt 80 Milliarden Euro will die Regierung zur Stützung der Konjunktur in die Hand nehmen, rechnet der Minister vor und drängt auf eine rasche Verabschiedung des Pakets. „Jetzt kommt es darauf an, die beschlossenen Maßnahmen nicht zu zerreden, sondern rasch und konsequent umzusetzen.“

Dank der staatlichen Konjunkturmaßnahmen im In- und Ausland könnte sich die Weltwirtschaft nach dem synchronen Abschwung sogar schneller als erwartet erholen, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht. Die Konjunkturprogramme in allen Industrieländern könnten sich dabei gegenseitig verstärken – davon würde Deutschland, der Exportweltmeister, besonders profitieren.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass es uns gelingen wird, mit dieser Krise fertig zu werden“, versichert Glos. Doch manchmal rutschen dem Minister Sätze heraus, die dann so gar nicht zum regierungsamtlichen Optimismus passen wollen. „Die Talsohle ist noch nicht erreicht“, sagt er mit Blick auf die Turbulenzen bei Banken und an den Finanzmärkten. „Da wird es noch schlechte Nachrichten geben“, sagt der Minister.

Schlechte Nachrichten wird in den nächsten Tagen auch der Bundesfinanzminister zu verkünden haben. Denn angesichts der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte droht Peer Steinbrück (SPD) als größter Schuldenminister in die Geschichte einzugehen. Am 27. Januar wird das Bundeskabinett den durch das 50 Milliarden Euro teure zweite Konjunkturpaket notwendig gewordenen Nachtragshaushalt beschließen.

Der Wirtschaftsminister ist indes trotzdem guter Hoffnung, dass Deutschland den EU-Stabilitätspakt nicht verletzen wird. Die Regeln sehen vor, dass das gesamtstaatliche Defizit nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen darf. Die Konsolidierungserfolge der vergangenen Jahre machten es möglich, solche umfänglichen Konjunkturpakete zu schnüren, ohne dass die Verschuldungsgrenze des Maastricht-Abkommens in diesem Jahr verletzt würde, sagt Glos.

Die Opposition sieht das freilich ganz anders. „Deutschland wird 2009 die Drei-Prozent-Hürde reißen“, sagt der Vorsitzende des Haushaltsausschusses, Otto Fricke (FDP). Die Liberalen befürchten, dass die Neuverschuldung des Bundes in diesem Jahr auf das Rekordniveau von 60 Milliarden Euro in die Höhe schnellt – deutlich höher als die 40 bis 50 Milliarden Euro, die von der Koalition genannt werden.

Die bisherige Haushaltsplanung beruht noch auf der Wachstumsprognose der Regierung vom Herbst 2008. Damals ging Glos davon aus, Deutschland würde mit einem Nullwachstum davon kommen. In Folge des Wirtschaftseinbruchs drohten nun nicht nur geringere Einnahmen, sondern auch höhere Ausgaben etwa für Hartz-IV-Empfänger, warnt Fricke.

Auch die Finanzlage der Länder und Kommunen verschlechtert sich konjunkturbedingt. Noch ist zudem nicht absehbar, welche Haushaltsrisiken sich aus dem Debakel der Landesbanken für die jeweiligen Bundesländer ergeben. Unklar ist auch, wie viele Mittel 2009 aus dem Banken-Rettungsfonds abfließen.

Nach Ansicht vieler Haushaltsexperten droht sich der Bund daran zu überheben, dass er immer mehr Steuermittel in die Sozialversicherungen pumpen will, um die Beitragszahler zu entlasten. So hat die Bundesregierung – trotz des drohenden Anstiegs der Arbeitslosigkeit – eine Beitragssatzgarantie für die Arbeitslosenversicherung abgegeben.

Sollte die Bundesagentur für Arbeit mit dem Beitragseinnahmen nicht auskommen, muss der Bund einspringen. Diese Garantie ist auch deshalb gewagt, weil der Bund der Bundesagentur zusätzliche Ausgaben aufgedrückt hat. So sollen künftig die Arbeitsagenturen die Sozialabgaben beim Kurzarbeitergeld mindestens zur Hälfte übernehmen. Mit dieser Maßnahme will man es den Unternehmen schmackhaft machen, ihre Mitarbeiter lieber in Kurzarbeit zu schicken als zu entlassen.

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung soll ab Juli 2009 mit Hilfe zusätzlicher Steuermilliarden aus dem Bundesetat abgesenkt werden. Drei Milliarden Euro sind dafür im Konjunkturpaket vorgesehen. Sollte der neue Gesundheitsfonds mit dem Geld nicht auskommen, muss der Bund noch einmal nachschießen.

Und was ist, wenn sich Glos’ Prophezeiung als falsch erweist, und die Konjunktur zur Mitte des Jahres nicht anzieht? Haushaltsexperte Fricke warnt: „Dann sieht es für die Staatsfinanzen ganz düster aus.“

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article3068266/Die-Wi…
Avatar
schrieb am 22.01.09 17:22:43
Beitrag Nr.48 
(36.428.731)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.428.394 von Dorfrichter am 22.01.09 16:51:56Ja, hier ab es schon einige "Gute"! Aber leider geht alles nur für eine gewisse Zeit.

Maraho
Avatar
schrieb am 22.01.09 17:33:13
Beitrag Nr.49 
(36.428.834)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.428.708 von Maraho am 22.01.09 17:20:38Die Aussagen von Poltikern sind in solchen extremen Zeiten wahrlich unbrauchbar.

Ein Beispiel: Die Staatshaushalte werden im Fiskaljahr 2009 mit gigantischen Steuerausfällen konfrontiert durch das rasante einbrechen der Wirtschaft. Für 2010 rechne ich mit Zahlungen des Fiskus an die AG`S, aber auch bei den mittelständischen Betrieben in ungeahntem Ausmaß. Auch die Vorausleistungen werden zeitgleich zusammenschmelzen.

Auf der anderen Seite muß der Staat immer höhere Leistungen erbringen, die die wieder anwachsende Arbeitslosenzahl verursacht.

2010 rechne ich dennoch mit einem "angepaßten Aufschwung" auf ganz niedrigem Niveau, der ganz sicher verursacht wird von einer ins Kraut schießenden Inflation, denn die ist zwangsläufig bei all der Problematik.
Avatar
schrieb am 22.01.09 18:06:30
Beitrag Nr.50 
(36.429.205)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.428.834 von Dorfrichter am 22.01.09 17:33:13 2010 rechne ich dennoch mit einem "angepaßten Aufschwung" auf ganz niedrigem Niveau, der ganz sicher verursacht wird von einer ins Kraut schießenden Inflation, denn die ist zwangsläufig bei all der Problematik.

Das sehe ich ähnlich.
Was die Aussagen der Politiker betrifft, so soll der eingestellte Artikel einem "Dokument" gleichkommen, auf das man zu gegebener Zeit zurückgreifen kann. Nach all` den Fehlprognosen dieser Koryphäen in der Vergangenheit halte ich jede "Kaffeesatz-Leserin"
für seriöser.

Einen schönen Abend wünscht Dir
Maraho

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