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Am Sterbebett eines Systems ( Seite 500)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.01.09 17:19:56
von
neuster Beitrag 25.05.12 19:36:37
von

Anzahl Beiträge: 34.270
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Diskussionsnr.: 1.147.722
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schrieb am 19.05.09 06:20:21
Beitrag Nr.4991 
(37.204.818)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.201.752 von Maraho am 18.05.09 18:45:53Ein ...
Interview mit Christoph Butterwegge

"Armut wird normal"

Herr Butterwegge, laut Paritätischem Gesamtverband ist in Teilen Deutschlands jeder vierte arm. Dabei hat die Krise noch gar nicht voll durchgeschlagen. Wie viel schlimmer wird es noch?

Die Armut wird deutlich zunehmen, zum einen wegen der steigenden Arbeitslosigkeit, zum anderen wegen sinkender Löhne. Wir werden soziale Verwerfungen haben, und auch viel schärfere Verteilungskämpfe. Da sehe ich schon Parallelen zur Weltwirtschaftskrise der 30er - auch wenn wir heute einen Sozialstaat haben, der manches abfedert.

Bisher waren vor allem Alleinerziehende und Langzeitarbeitslose von Armut bedroht. Ändert sich das durch die Krise?

Die Krisenverlierer gibt es sicher hauptsächlich in den Bevölkerungsschichten, die ohnehin ein größeres Armutsrisiko tragen: schlecht Qualifizierte, Leiharbeiter, Minijobber und ganz besonders die Alleinerziehenden und ihre Kinder. Auf uns kommt eine riesige Entlassungswelle zu, und als erste verlieren die ihren Job, die schlecht qualifiziert sind und die man für unflexibel hält - wie Frauen mit Kindern. Aber auch der Niedriglohnsektor wird sich aufgrund fallender Löhne weiter ausweiten - und das bedeutet mehr Armut. Und es wird in bestimmten Regionen, die sehr durch industrielle Fertigung geprägt sind, besonders starke Einbrüche geben.

Droht damit eine Verarmung weiter Bevölkerungsteile?

Die Armut ist dabei, zur Normalität in Deutschland zu werden. Und sie trifft auch ganz unterschiedliche Gruppen. Es könnten sogar viele Menschen arbeitslos werden, die hoch qualifiziert sind und ihr ganzes Leben lang in festen Arbeitsverhältnissen waren. Längerfristig fürchte ich zudem, dass wir nach einer Verjüngung der Armut in den letzten Jahren nun wieder verstärkt mit Altersarmut rechnen müssen - das hat aber vor allem mit der Rentenpolitik zu tun.

Der Paritätische Verband kritisiert, dass die Konjunkturprogramme bisher die Spaltung zwischen und Arm und Reich noch vergrößerten. Muss ein drittes Konjunkturpaket her?

Auf jeden Fall - eines, von dem endlich Menschen mit geringer Kaufkraft profitieren. Ein gesetzlicher Mindestlohn zum Beispiel wäre ein ideales Konjunkturprogramm, denn damit würde die Binnennachfrage angekurbelt. Außerdem müssten die Regelsätze bei Hartz IV auf mindestens 450 Euro hochgesetzt werden, denn auch die Hartz IV-Empfänger geben jeden Cent sofort aus, den sie bekommen. Vor allem die Sätze für Kinder müssten deutlich erhöht werden - von 211 auf 300 Euro.

Der Armutsatlas zeigt ein starkes Regionalgefälle. Wie kann man verhindern, dass ganze Länder weiter veröden?

Da wäre eine regionale Strukturpolitik nötig, die den Namen verdient. Statt nach dem Solidaritätsprinzip die Schwachen zu stärken, hat man die Regionen zuletzt stärker sich selbst überlassen oder sogar - neoliberalen Konzepten folgend - im Sinne eines Wettbewerbsföderalismus dafür gesorgt, dass sich die starken Ländern von den schwächeren absetzen konnten. Mehr Armut auf der einen, mehr Reichtum auf der anderen Seite sind die Folge.

Quelle: http://www.fr-online.de/top_news/1760878_Interview-mit…
Eine kurze Geschichte der Spekulation
Eine kurze Geschichte der Spekulation

John Kenneth Galbraith
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schrieb am 19.05.09 06:28:14
Beitrag Nr.4992 
(37.204.827)
Antwort
Zitat
Moin Chef,

FTD schreibt mal wieder was zur Zockerei.

Das Kapital
Kaufen bei einem KGV von 125

Der Fehler im Bullenmarkt war, dass die Anleger die gewaltigen Gewinnspannen während der Kreditsause in alle Ewigkeit fortgeschrieben hatten. Viele halten die damaligen Margen wohl immer noch für normal.


Fassen wir zusammen: Ohne Staatshilfen und -garantien wäre das komplette Bankensystem bankrott, die Industriefirmen bekommen höchstens noch zu mörderischen Konditionen Fremdmittel, die Kapazitätsauslastung ist rund um die Erde auf das niedrigste Niveau seit Menschengedenken gesunken, die Staatfinanzen laufen unmittelbar vor einem demografischen Schock aus dem Ruder. Und dennoch steigen die globalen Aktienmärkte seit rund zwei Monaten rasant.

Aktien waren nach der Baisse eben unglaublich billig geworden, glauben viele, die daher schon die verminderte Heftigkeit des Konjunktureinbruchs zum Anlass für Zukäufe genommen hatten. Aber was kosten die Märkte denn überhaupt? Nun, gemessen am GAAP-Gewinn über die vergangenen vier Quartale notiert der Welt-Referenzindex S&P 500 mit einem KGV von 125. Zählt nicht, werden die Bullen einwenden, denn für 2010 schätzen die Analysten einen bereinigten Gewinn im Gegenwert von 74,5 Indexpunkten, was einem KGV zum Glossar... von zwölf entspricht. Stimmt, nur gehen die Marktstrategen für 2010 bloß von GAAP-Gewinnen zum Glossar... im Wert von 36 Indexpunkten aus (KGV von 25).


Natürlich wissen wir nicht, wer recht behalten wird, die Mikro- oder die Makroanalysten. Wenn man bedenkt, dass der reale exponenzielle Trend seit 1871 auf Indexgewinne von 50 Zählern hindeutet, bekommt man allerdings eine Ahnung. Es ist jedenfalls zweifelhaft, ob die Mikroanalysten endlich begriffen haben, worauf die gewaltigen Gewinne in den Jahren bis 2007 basierten: Die nichtfinanziellen Sektoren hatten mit dem Druckmittel der Globalisierung die Reallöhne gestutzt, während die Finanzbranche das gemeine Volk bis zu den Ohren mit Kredit vollstopfte. Das sorgte für hohe (aggregierte) Nachfrage bei gleichzeitig niedrigen Kosten und führte zu der wundersamen Gewinnvermehrung, die einigen bis heute die Sinne vernebelt. Dabei hatte die Industrie die erzielten Gewinne noch nicht einmal reinvestiert, sondern ausgeschüttet oder für Übernahmen zur Erhöhung der Marktmacht verwendet, wohingegen die Finanzbranche sich während der Kreditsause sogar wahnwitzige Gehälter spielend leisten konnte. Jetzt, wo die Schulden von Firmen und Verbrauchern beglichen respektive von den Banken abgeschrieben werden müssen, fährt der Zug mit Volldampf in die entgegengesetzte Richtung.

Sicher, Europa bleibt generell etwas billiger, Geld- und Fiskalpolitik zwingen einen nahezu in Aktien, und viele scheinen der Rally seit März nun hinterherzulaufen. Doch mit der Realität haben die Kurse ebenso wenig zu tun, wie das schon seit mehr als zehn Jahren überwiegend der Fall ist.
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schrieb am 19.05.09 06:54:51
Beitrag Nr.4993 
(37.204.849)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.204.827 von kiska am 19.05.09 06:28:14Guten Morgen kiska,

Gedankenübertragung?
Dies ging mir gerade so durch den Kopf.

Obama und G 20: Alles sollte sich ändern!

Was passiert nun. Alles bleibt so wie es war. Und die Masse zahlt weiterhin, allerdings in Zukunft noch mehr.
Bis zum bitteren Ende ...

Dir einen schönen Tag!
Gruß Maraho
Avatar
schrieb am 19.05.09 07:07:05
Beitrag Nr.4994 
(37.204.870)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.136.553 von Maraho am 09.05.09 13:48:21Auch darum keine Änderung (zumindest hierzulande) ...


Das wollen wir Nichtwähler
von Gabor Steingart

Die Nichtwähler sind rein rechnerisch die drittstärkste Kraft auf Bundesebene, Tendenz steigend. Ein bekennender Stimmverweigerer hat formuliert, was sich ändern müsste, damit er wieder wählen ginge.

1.Keine Listen-Abgeordneten

Jeder zweite Bundestagsabgeordnete hat seinen Wahlkreis an einen Gegenkandidaten verloren und ist lediglich über die Parteiliste in den Bundestag gerutscht. Das widerspricht schon dem heutigen Grundsatz, wonach der Abgeordnete des Bundestags „in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt“ werden und „Vertreter des ganzen Volkes“ sein soll. Der Parteienvertreter auf der Parteienliste ist kein Vertreter des Volkes, sondern Vertreter seiner Partei. Dieses Verfahren ist undemokratisch. Das Mehrheitswahlrecht drückt den Volkswillen besser aus als alle anderen Wahlrechtssysteme. Warum sollten Politiker von Liberalen, Linken und Grünen keine Mehrheit gewinnen können? Sie können es, wie Hans-Christian Ströbele von den Grünen, Gregor Gysi von der Linkspartei und die britischen Liberalen beweisen.

2.Das Leistungsprinzip

Das Ziel von Wahlen muss es sein, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Wird diese nicht erzielt, liegt eine Störung vor. Diese Störung darf nicht – wie heute üblich – vertuscht werden, indem die Parteien trotz hoher Wahlenthaltung 100 Prozent aller Parlamentssitze mit Gefolgsleuten besetzen. In der Weimarer Republik wurden die Parlamentssitze entsprechend der Wahlbeteiligung besetzt – oder eben nicht besetzt. Bei geschrumpfter Wahlbeteiligung schmolz auch die Zahl der Parlamentssitze dahin. Stieg die Wahlbeteiligung, stieg die Zahl der Mandatsträger proportional. Diese Regelung bedeutete die Gültigkeit des Leistungsprinzips für Abgeordnete – und wurde von den Parteien entsprechend gering geschätzt. Es wäre sinnvoll, dieses Leistungsprinzip wieder einzuführen. Wahlenthaltung darf nicht als Zustimmung gewertet werden.

3.Einen Bürger-Präsidenten

Die Rolle des Staatsoberhauptes müsste im Rahmen der demokratischen Erneuerung aufgewertet werden. Das Volk will keinen Ersatzkaiser, aber es will sich in seinem Präsidenten selbst anschauen können. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dem Amt des Bundespräsidenten die Direktwahl durch das Volk zu verweigern. Johannes Rau war der von Schröder gemachte Präsident, so wie Horst Köhler seinen Einzug ins Schloss Bellevue der eigenen Lebensleistung und dem Verhandlungsgeschick der CDU-Chefin verdankte. Eine Verfassungsreform müsste das Amt des Präsidenten von dieser Abhängigkeit befreien.

4.Neustart durch Reform

Eine Verfassungsreform könnte das Fundament für einen demokratischen Neuanfang schaffen. Die Arbeit der Grundgesetzväter würde nicht verworfen, sondern weiterentwickelt. Alle großartigen Bauteile ihrer Verfassung blieben erhalten, die Gewaltenteilung, der Grundrechtekatalog, die Presse- und Meinungsfreiheit, aber auch die Idee des deutschen Föderalismus. Diese Reform beträfe die Parteienfinanzierung, die innere Demokratie der Parteien, die politischen Stiftungen, den Bundespräsidenten und das Wahlrecht.

5.Parteienstaat a.D.

Die Parteibuchwirtschaft bei der Besetzung ausnahmslos aller staatlichen Positionen sollte nicht länger toleriert werden. Sie führt zu einer Negativauslese. Es ist nicht einzusehen, warum der Leiter einer staatlichen Musikschule, der Staatsanwalt und der Polizeichef einer Stadt Parteigänger der einen oder anderen Gruppierung sein müssen. Der Musikdirektor sollte etwas von Musik verstehen, der Staatsanwalt als Jurist einen Namen besitzen, der Polizeichef sich mit Verbrecherjagd auskennen. Sie sollten Noten, das Strafgesetzbuch und eine Pistole mit sich tragen, aber nicht das Parteiabzeichen. Das Grundsatzprogramm von CDU und SPD muss keiner der drei kennen.

6.Keine verborgene Vorwahl

Die „innerparteiliche Demokratie“ der Parteien, obwohl bereits in Grundgesetz-Artikel 21 gefordert, ist nie Verfassungswirklichkeit geworden. Heute ist es so: Die Kandidatenaufstellung findet im Hinterzimmer statt. Die einfachen Parteitagsdelegierten treffen sich anschließend zu sogenannten Wahlparteitagen, wo man die wählt, die schon gewählt sind. Diese „verborgene Vorwahl“ (Karl Jaspers) gehört untersagt. Sie ist undemokratisch. An die Stelle der bisherigen Listenaufstellung in Kungelrunden müsste ein für alle transparentes Aufstellungsverfahren treten, das Mitglieder und Nichtmitglieder einbezieht. In Amerika nahmen allein an der Kandidatenaufstellung für die Präsidentschaftswahlen 2008 rund 60 Millionen Menschen teil, Parteimitglieder und Sympathisanten.

7.Das Volk befragen

Nahezu alle entwickelten Demokratien kennen das Recht auf Volksabstimmungen in Einzelfragen. Auch Deutschland ist reif dafür. Die von Helmut Schmidt und anderen vorgebrachten Argumente gegen die Direktbefragung des Volkes – Deutschland würde dann nicht zu Europa gehören und kein Nato-Mitglied sein – sind nicht stichhaltig. Sie unterstellen ein Abstimmungsverhalten, das es in der Wirklichkeit nie gegeben hat. Jedem Votum geht eine öffentliche Debatte voraus. Debatte und Abstimmung zwingen – anders als eine Telefonumfrage im Auftrag von RTL – den Bürger zur Verantwortlichkeit.

Quelle: http://www.cicero.de/97.php?item=3717
Avatar
schrieb am 19.05.09 07:12:56
Beitrag Nr.4995 
(37.204.877)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.204.870 von Maraho am 19.05.09 07:07:05So, ich muß (darf ;) ) nun.
Bis später ....
Avatar
schrieb am 19.05.09 08:43:29
Beitrag Nr.4996 
(37.205.179)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.204.849 von Maraho am 19.05.09 06:54:51Kurz etwas hierzu.
Optimismusoffensive geht voran ...
Nun denn.

6.17 Uhr: Nach dem Senat hat auch das US-Repräsentantenhaus am Montag einem Gesetz zur besseren strafrechtlichen Verfolgung von Hypothekenbetrug zugestimmt. Wie die Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in einer Erklärung mitteilte, votierten 338 Abgeordnete für das Gesetz, 52 stimmten dagegen. Jetzt kann Präsident Barack Obama das Gesetz unterzeichnen. Bereits im vergangen Monat hatte der Senat der Maßnahme mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Im Rahmen dieser besseren Betrugsbekämpfung soll eine zehnköpfige Untersuchungskommission geschaffen werden, die die Ursachen der Finanzkrise unter die Lupe nehmen soll. Das neue Gesetz gelte auch für den Missbrauch von Finanzmitteln aus dem 700 Milliarden Dollar (rund 520 Milliarden Euro) umfassenden Bankenrettungsprogramm und dem 787 Milliarden umfassenden Konjunkturpaket dieses Jahres.

Weiteres ... http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,625…


Bis dann ...
Avatar
schrieb am 19.05.09 08:44:48
Beitrag Nr.4997 
(37.205.187)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 37.204.802 von Maraho am 19.05.09 05:40:41Zum Yen:

Beispiel Japan
Krise treibt auch starke Länder in die Schuldenfalle
(49) Von D. Eckert und . Zschäpitz 18. Mai 2009, 19:18 Uhr
Die Ratingagentur Moodys hat die Bonität von Japan um zwei Stufen gesenkt. Der Schritt signalisiert die schwindende Kreditwürdigkeit des Landes und könnte das Vorspiel zu einem Ausverkauf bei Regierungstiteln sein. Anleger sollten sich rechtzeitig gegen einen Crash von Regierungstiteln wappnen.
Von der TV-Sendung „Raus aus den Schulden“ wird es wohl bald einen Ableger geben. Statt um private Zechpreller muss sich Peter Zwegat dann um säumige Regierungen kümmern. Die erste Sendung, so viel steht fest, wird den einfühlsamen Schuldnerberater aus Berlin nach Tokio führen. Nirgends in der industrialisierten Welt drohen die Schulden so aus dem Ruder zu laufen wie in Japan.

Nun erhielt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt einen Warnschuss. Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote Japans gleich um zwei Stufen gesenkt, auf nunmehr Aa2. Der Schritt signalisiert die schwindende Kreditwürdigkeit des Landes und könnte das Vorspiel zu einem kommenden Ausverkauf bei Regierungstiteln sein.
Bereits jetzt betragen die Außenstände der 127-Million-Einwohner-Nation das Doppelte der jährlichen Wirtschaftsleistung. Schätzungen zufolge wird die Schuldenquote 2010 auf 227 Prozent steigen – ein in der neueren Wirtschaftsgeschichte einmaliger Wert.

Auch deutsche Anleger sollten die Geschehnisse aufmerksam verfolgen. Viele Bundesbürger haben ihr Erspartes in Staatspapiere investiert. Japan ist beileibe nicht das einzige Land, das finanziell auf die schiefe Ebene geraten ist. Vereinzelt raten Experten bereits, sich gegen die riskante Schuldenpolitik der Staaten aktiv abzusichern. Statt auf das Wunder zu hoffen, dass sich die Außenstände dank eines starken Wachstums zurückführen lassen, sollten sie sich an Investments halten, die von einem Kollaps bei Regierungspapieren profitieren.

Avatar
schrieb am 19.05.09 10:06:36
Beitrag Nr.4998 
(37.205.919)
Antwort
Zitat
19.05.2009 10:04
Fed: Rekord-Kreditausfälle in den USA
Washington (BoerseGo.de) - In den USA sind die Kreditsäumnisse im ersten Quartal auf das höchste Niveau seit 1991 gestiegen. Dies berichtete am Montagabend die Notenbank. Die Rate an Nichtzahlungen kletterte bei Kreditkarten auf ein neues Rekordniveau. Im Konsumkreditbereich zog die Säumnisrate auf ein Rekordniveau von 4,7 Prozent an. Während sich bei Krediten auf Wohnimmobilien eine weitere Rekordausfallsrate einstellte, zogen die Ausfälle bei Krediten gewerblicher Immobilien auf 6,4 Prozent an. Dies entspricht dem höchsten Niveau seit 1993.

(© BörseGo AG 2007 - http://www.boerse-go.de
Avatar
schrieb am 19.05.09 10:51:29
Beitrag Nr.4999 
(37.206.367)
Antwort
Zitat
19.05.2009 10:36
Anbieter von Bonitätsauskünften Hoppenstedt CreditCheck registriert starken Anstieg der Insolvenzmeldungen - Unternehmen müssen mit größerem Risiko kurzfristiger Zahlungsausfälle rechnen
Darmstadt (ots) -

- Querverweis: Die Pressemitteilung mit Grafik liegt in der digitalen Pressemappe zum Download vor und ist unter http://www.presseportal.de/dokumente abrufbar -

Hoppenstedt Kreditinformationen, Anbieter von Bonitäts- und Risikoinformationen der Marke Hoppenstedt CreditCheck, hat im ersten Quartal einen starken Anstieg von Insolvenzbekanntmachungen und Firmeninsolvenzen registriert. Im März wurden 25 Prozent mehr Insolvenzmeldungen verarbeitet als im Februar; im ersten Quartal 2009 stieg die Zahl der Meldungen um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der tatsächlichen Firmeninsolvenzen ist im März 2009 gegenüber dem Februar um knapp 18 Prozent gestiegen. Hoppenstedt CreditCheck geht davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt und im Laufe der nächsten Monate noch mehr Unternehmen ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Die vorläufigen Zahlen für April weisen auf abermals gestiegene Insolvenzzahlen hin.

Die Differenz zwischen der Zunahme der Insolvenzmeldungen und der Zunahme der tatsächlichen Firmeninsolvenzen ergibt sich daraus, dass nicht alle Insolvenzanträge auch zu einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens führen und es einen zeitlichen Versatz zwischen Anmeldung und Eröffnung des Verfahrens gibt. Der starke Anstieg der Meldungen ist daher auch ein Indikator für weiter steigende Insolvenzverfahren in den Folgemonaten. Darauf weisen auch eigene Auswertungen von Hoppenstedt Kreditinformationen hin: Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage haben sich die Bonitäts- und Risikobewertungen vieler Unternehmen und teilweise ganzer Branchen bereits deutlich verschlechtert. Hoppenstedt CreditCheck aktualisiert derzeit täglich die Risikoeinschätzungen. Für Nutzer von Wirtschaftsauskünften und Bonitätsbeurteilungen ist es daher wichtig, regelmäßige Aktualisierungen zu den beobachteten Geschäftspartnern einzuholen.

"Angesichts der aktuellen Unsicherheiten an den Märkten kann sich die wirtschaftliche Lage einzelner Unternehmen in kürzester Zeit rapide verschlechtern", so Goran Filipovic, Geschäftsführer von Hoppenstedt Kreditinformationen. "Firmen sollten daher die wirtschaftliche Situation aller ihrer Geschäftspartner ständig im Auge behalten. Dazu gehören auch Lieferanten und Technologiepartner, von denen ein Unternehmen ebenso abhängt wie von seinen Kunden.
Avatar
schrieb am 19.05.09 11:22:44
Beitrag Nr.5000 
(37.206.659)
Antwort
Zitat
19.05.2009 11:11
«Ernst & Young European Fraud Survey»: Erhöhtes Betrugsrisiko in der Schweiz wegen zunehmender Rezession
Zürich (ots) - Die heute veröffentlichte Studie «Ernst&Young
European Fraud Survey» zeigt, dass sich im Zuge der sich
verschärfenden Rezession in Europa besorgniserregende Tendenzen
entwickelt haben bezüglich dessen, wie Unternehmensmitarbeiter
angemessenes Geschäftsverhalten definieren.

Die Antworten der über 2'200 Umfrageteilnehmer, die in grossen
Unternehmen in 22 Ländern Europas beschäftigt sind, variieren je nach
Rechtsgebiet. Bei einigen Themen stimmen sie jedoch miteinander
überein. Die Hälfte der europäischen und 40% der Schweizer Befragten stuften eine oder mehrere Arten unethischen Geschäftsverhaltens als akzeptabel ein - ein Ergebnis, das Anlass zur Sorge gibt. So empfinden beispielsweise 25% der europäischen und 20% der Schweizer Teilnehmer Bestechungsgelder, um den Zuschlag für ein Geschäft zu erhalten, als gerechtfertigt.

Eine beachtliche Minderheit (8%) der europäischen Befragten hielt es sogar für vertretbar, die finanzielle Performance ihres
Unternehmens zu verfälschen, um im derzeitigen turbulenten
Wirtschaftsumfeld überleben zu können.
Bei den Schweizer Befragten waren lediglich 2% dieser Meinung.

Dr. Michael Faske, Leiter Fraud Investigation&Dispute Services
bei Ernst&Young Schweiz, hält fest: «Obwohl die Schweizer Befragten
zum Thema Betrug teilweise andere Ansichten haben, zeigen die
Ergebnisse dieser Studie, dass unter den Mitarbeitenden von
Unternehmen innerhalb Europas eine enttäuschende und erschreckende
Toleranz gegenüber unethischem Verhalten herrscht. Die Zahlung von
Bestechungsgeldern, um den Zuschlag für ein Geschäft zu erhalten, und die willkürliche Manipulation der finanziellen Performance zur
Vertuschung schlechter Ergebnisse wurden von einer beunruhigend hohen Anzahl der Befragten befürwortet


Ein zunehmend gravierendes Problem

Bei einem Konjunkturabschwung wird einerseits vermehrt Betrug
aufgedeckt, da dieser nicht mehr hinter dem Wirtschaftswachstum
verborgen bleibt. Andererseits sieht sich das Management zunehmend
gezwungen, die Gewinne und Erträge aufrechtzuerhalten, wodurch die
Bereitschaft steigt, Betrug zu begehen.

Dr. Michael Faske erläutert: «Im derzeitigen Umfeld stehen die
Manager unter unglaublich starkem Druck, um ihre jeweiligen Geschäfte
zu stabilisieren und ihre finanziellen Ziele zu erreichen -sowohl auf
personeller als auch auf Unternehmensebene.»


Eine sich häufig ändernde Organisationsstruktur und unklare
Verantwortlichkeiten in Bezug auf die Berichterstattung schaffen
bereits in wirtschaftlich guten Zeiten Gelegenheiten für
betrügerisches Verhalten. In Zeiten einer Rezession, in denen solche
Probleme vermehrt auftreten, erhöht sich das Betrugspotenzial noch
zusätzlich.

Dr. Michael Faske erklärt hierzu: «Wenn Schweizer Unternehmen
Mitarbeitende entlassen oder wenn im Unternehmen ein
Eigentümerwechsel stattfindet, können bei den Finanzkontrollen Lücken
entstehen.» 30% der Schweizer Befragten (gegenüber 45% der
europäischen Umfrageteilnehmer) sind der Ansicht, dass Fusionen und
Übernahmen den Betrug fördern. Den meisten Schweizer Befragten
zufolge (88%) sind Betrugsfälle im Zusammenhang mit Fusionen
hauptsächlich auf Entlassungen zurückzuführen. 37% der
Umfrageteilnehmer in der Schweiz glauben, dass im Fall von
Mitarbeiterentlassungen geltende Richtlinien und Vorschriften häufig
nicht beachtet werden. Mehr als die Hälfte (60%) der europäischen
Befragten sind der Meinung, dass abweichende Verhaltensstandards
zwischen zwei fusionierenden Unternehmen im Hinblick auf die
Betrugsbekämpfung problematisch sind.

Ausblick für Europa durchweg pessimistisch

Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer (53% der Schweizer und 55%
der europäischen Befragten) rechnen für die nächsten Jahre mit
zunehmendem Unternehmensbetrug. Grund dafür sind Veränderungen, denen
die Unternehmen aufgrund des Wirtschaftsabschwungs ausgesetzt sind:
geringerer Fokus auf Betrugsbekämpfung sowie der Druck, die Zukunft
des Unternehmens zu schützen und die Boni sowie die Vergütung zu
erhöhen. In der Schweiz rechneten lediglich 5% der Befragten mit
einer Abnahme des Unternehmensbetrugs. Dr. Michael Faske erläutert:
«Die geografische Lage oder die jeweilige wirtschaftliche Solidität
haben kaum Einfluss auf die Erwartungen zunehmender Betrugsfälle
innerhalb Europas. Die Rezession ist global. Deshalb ist auch das
Thema Betrug ein globales Problem.»

Das Management als Teil des Problems

In Bezug auf die Rolle des Managements sind sich die Schweizer
Befragten weitgehend mit den europäischen Umfrageteilnehmern einig:
Anstatt als Vorbild zu fungieren, stellen sämtliche Führungsebenen
einen Teil des Problems, wenn nicht sogar die Hauptrisikoquelle von
Betrug dar. So ist 38% der Umfrageteilnehmern zufolge das obere
Management und 36% der Befragten zufolge das mittlere Management die
Organisationsstufe, auf der das Betrugsrisiko am grössten ist. Rund
71% der Schweizer Befragten hatten Gründe, die Seriosität des
Managements ihres Unternehmens in Frage zu stellen. Auf europäischer
Seite waren es durchschnittlich 69%. Zudem sind 88% der Befragten der
Ansicht, das Management könnte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
dazu neigen, an allen Ecken und Kanten zu sparen. Lediglich 22% der
Schweizer Befragten (und 24% der europäischen Befragten) waren
überzeugt, das Management ihres Unternehmens demonstriere ein hohes
Mass an persönlicher Integrität.

Aufgrund des fehlenden Vertrauens in das Management weist die
Studie darauf hin, dass sich die Mitarbeitenden von den
Aufsichtsorganen und anderen Regulierungsbehörden einen verstärkten
Schutz erhoffen. Die Studie betont, dass die Schweizer
Umfrageteilnehmer im Vergleich zum Durchschnitt der europäischen
Befragten der Präsenz und den Kontrollmassnahmen der Regierung und
Aufsichtsbehörden zur aktiven Bekämpfung und Reduktion des
Betrugsrisikos eine viel grössere Bedeutung zuschreiben.

Gemäss Dr. Michael Faske zeigten sie sich mit Recht darüber
besorgt, dass «das obere Management der Umfrageteilnehmer im
Vergleich zu rangtieferen Mitarbeitenden eher dazu tendiert,
Bestechung und Betrug beim Rechnungsabschluss zu tolerieren. Durch
unsere Zusammenarbeit mit den Aufsichtsorganen stellte sich heraus,
dass sich diese der Vernachlässigung der Corporate Governance völlig
bewusst sind und sich darauf vorbereiten, künftig weitaus
aggressivere Zwangsmassnahmen ergreifen zu müssen.» Darüber hinaus
waren sich 66% der Schweizer Befragten einig, dass die
Unternehmensspitze für Fehler im Zusammenhang mit Betrug, die unter
ihrer Aufsicht erfolgen, selbst haften sollte.

Ein Warnsignal?

Wie Dr. Michael Faske abschliessend feststellt, hat der
mittlerweile in Unternehmen so häufig vorkommende Betrug auch eine
positive Seite: «Das Gute ist, dass die momentane Krise vielleicht
die Gelegenheit bietet, schneller und effizienter einen Wandel
voranzutreiben als während einer Wohlstandsphase. Nun ist es für das
Management an der Zeit, unverzüglich und entschieden zu handeln, um
die Bedeutung der ethischen Geschäftsführung in den Vordergrund zu
stellen».

Informationen zur Studie

Im Februar 2009 wurden Telefon- bzw. Online-Interviews mit
insgesamt 2'246 Mitarbeitenden in 22 Ländern Europas durchgeführt. An
der Umfrage nahmen Beschäftigte von börsennotierten und/oder
multinationalen Unternehmen mit mehr als 1'000 Mitarbeitenden teil.
Davon arbeiteten 48% für Unternehmen mit über 5'000 Mitarbeitenden
und 92% für Unternehmen mit über 500 Beschäftigten.

Protektionismus wird es nicht geben sagen uns die Politiker. Wenn ich mir das alles zu Gemüte führe, sehe ich verdammt schwarz, da die Kriese sich in der Realwirtschaft noch verstärken wird.

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