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Am Sterbebett eines Systems ( Seite 6)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 21.01.09 17:19:56
von
neuster Beitrag 25.05.12 19:36:37
von

Anzahl Beiträge: 34.270
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Diskussionsnr.: 1.147.722
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[ Seite: 123567342534263427neuster Beitrag ]

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schrieb am 22.01.09 18:23:20
Beitrag Nr.51 
(36.429.363)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.428.708 von Maraho am 22.01.09 17:20:38Zum Ausklang noch ein letzter Artikel.

Ich bedanke mich für das Interesse und wünsche euch einen angenehmen Abend.
Maraho


Deutschland in der Krise
IWF hält Konjunkturpaket für zu mickrig
von Tobias Bayer (Frankfurt)

Schallende Ohrfeige für Berlin: 50 Mrd. Euro gegen die Rezession sind laut Währungsfonds nicht genug. Gleichzeitig prophezeit der IWF der deutschen Wirtschaft düstere Zeiten - und senkt seine Wachstumsprognose deutlich.

Statt eines Stimulus von 1,25 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung wären mindestens zwei Prozent wünschenswert gewesen, schreiben die IWF-Experten in dem am Donnerstag vorgestellten jährlichen Deutschlandbericht. Die Wachstumsprognose korrigierte der Fonds deutlich nach unten. Die Vorhersage für 2009 liegt nun bei einem Minus von 2,5 Prozent, zuvor hatte sie bei Minus 0,75 Prozent gelegen.

Das scharfe Urteil dürfte den Kritikern Auftrieb geben, die sich an dem 50 Mrd. Euro schweren zweiten Konjunkturpaket der Regierung stoßen. Dem Mix aus Investitionen, Steuer- und Abgabensenkungen sagen sie nur eine geringe Wirkung voraus - was angesichts der schweren Krise hierzulande ein großer Fehler sei. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erwartet für 2009 ein Minuswachstum von 2,25 Prozent.

Banken droht weiterer Kapitalbedarf

Der Währungsfonds begründete die Revision folgendermaßen: "Ein sich abschwächender Welthandel und Belastungen für die Unternehmen verstärken sich gegenseitig. Deutschland als Exportland ist in dieser Abwärtsspirale gefangen", heißt es in dem IWF-Bericht. Auch für 2010 sind die Experten skeptisch: Die Erholung werde sich aller Voraussicht nach auf sich warten lassen. Für nächstes Jahr rechnen der Währungsfonds mit einem Wirtschaftsplus von 0,1 Prozent.

Den deutschen Banken droht laut IWF weiteres Ungemach. Der anhaltende Wertverlust bei vielen Finanzinstrumenten lege nahe, dass die Finanzinstitute auch noch zukünftig von der Unterstützung des Staates abhängig seien. "Der Kapitalbedarf wird wahrscheinlich steigen", heißt es in dem Bericht. Den staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin lobte der Währungsfonds, kritisierte aber die mangelnde Transparenz. "Regelmäßige Berichterstattung über Transaktionen des Rettungsfonds und über den aktuellen Stand im Genehmigungsverfahren der EU-Kommission würden das Vertrauen stärken", schreiben die Experten.

Quelle: FTD.de, 15:37 Uhr
© 2009 Financial Times Deutschland
Scheißkerle: Warum es immer die Falschen sind
Scheißkerle: Warum es immer die Falschen sind

Roman Maria Koidl
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schrieb am 22.01.09 18:53:54
Beitrag Nr.52 
(36.429.640)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.429.205 von Maraho am 22.01.09 18:06:30 Nach all` den Fehlprognosen dieser Koryphäen in der Vergangenheit halte ich jede "Kaffeesatz-Leserin"
für seriöser.

Meine Aussage kann ich belegen. Dazu ein älterer Artikel, d. h.
eine ebenfalls hinlänglich bekannte Tatsache.
Darin geht es zwar um die "5 Weisen", aber die Richtung stimmt:


Voraussagen der Konjunkturforscher werden immer ungenauer
Stephan Kaufmann

Der Jahresbeginn ist die Zeit der guten Vorsätze, der großen Vorhaben - und der Vorhersagen. Besonders in der Wirtschaft. Die hat zwar derzeit keine Konjunktur, dafür aber die Konjunkturpropheten. Denn alles hängt am Wirtschaftswachstum und Forscher sagen uns, wie es wird. Das heißt - sie versuchen es.

Konjunkturprognosen sind eine schwierige Sache. Das sieht man schon daran, dass sie fast nie stimmen. 2,2 Prozent Wirtschaftswachstum für 2002 versprachen uns die sechs führenden deutschen Forschungsinstitute im Frühjahr 2001. Dann wurde ihnen die Sache anscheinend unheimlich, sie reduzierten ihre Vorhersage im Herbst 2001 auf 1,3 Prozent, ein halbes Jahr später nochmals auf 0,9 und dann auf 0,4 Prozent. In Wirklichkeit waren es wahrscheinlich nur 0,2 Prozent.

Nicht genug damit, dass die Auguren permanent danebenliegen - es wird immer schlimmer. Zwei Ökonomen vom Forschungsinstitut HWWA haben sich die Prognosen des Sachverständigenrates vorgenommen, der seit 1964 der Bundesregierung jedes Jahr das Wachstum vorhersagt. Sie haben den "standardisierten Prognosefehler" berechnet, den "mittleren Fehler", den "mittleren absoluten" wie auch den "mittleren quadratischen Fehler", ja sogar die "Wurzel des mittleren quadratischen Fehlers".

Und ihr Ergebnis: Die Prognosen der fünf sachverständigen Professoren wurden im Zeitablauf eher schlechter als besser. Trotz größerer Transparenz und wissenschaftlichen Fortschritts, obwohl immer mehr Stimmungs-, Produktions- und Konsum-Indikatoren verfügbar sind, überschätzten die "Fünf Weisen" in den vergangenen zehn Jahren das Wachstum des nächsten Jahres um durchschnittlich 46 Prozent. In den sechziger Jahren lag der durchschnittliche Prognosefehler nur bei acht Prozent.

Für Ökonomen ist das beunruhigend. Aber nicht für alle. "Prognosen", meint der Würzburger Professor Karl-Heinz Brodbeck, "sollen gar nicht die tatsächliche Entwicklung vorhersagen. Sie sollen nur eine gute Stimmung verbreiten." Womit zumindest geklärt wäre, warum die "Fünf Weisen" permanent ein zu hohes Wachstum prophezeien. Und warum Konjunkturforscher nicht mit dem Vorhersagen aufhören, obwohl sie wenig treffsicher sind. Bliebe nur noch eine Frage offen: Warum glauben wir ihnen?

Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bi…

Gute Nacht!
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schrieb am 23.01.09 05:25:17
Beitrag Nr.53 
(36.431.970)
Antwort
Zitat
Guten Morgen,


hier einige Meldungen am Beginn des Tages:


"Unsere" staatlichen Institute...

Pläne für Abwicklungsgesellschaft
Exklusiv WestLB will bis zu 100 Mrd. Euro auslagern
von Meike Schreiber und Nina Luttmer (Frankfurt)

Die WestLB will Vermögenswerte in einem weitaus größeren Umfang auslagern als bislang bekannt. Jetzt ist von bis zu 100 Mrd. Euro die Rede. Über eine neu zu gründende Abwicklungsgesellschaft wird derzeit beraten.

Nach FTD-Informationen aus Eignerkreisen plant die Düsseldorfer Landesbank, Wertpapiere und nichtstrategische Aktivitäten mit einem Volumen von 70 bis 100 Mrd. Euro in eine neu zu gründende, externe Abwicklungsgesellschaft abzugeben. Entsprechende Vorschläge unterbreitete der WestLB-Vorstand am Mittwoch seinen Eigentümern - vor allem dem Land Nordrhein-Westfalen und den dortigen Sparkassen. Bislang war von einer Größenordnung von etwa 50 Mrd. Euro die Rede gewesen.

In Finanzkreisen wird es mittlerweile als notwendige Voraussetzung für eine Konsolidierung im Landesbankensektor angesehen, dass die Institute problembehaftete Wertpapiere, aber auch Randaktivitäten ohne strategische Bedeutung aus ihren Bilanzen auslagern. Nur wenn die Kernbank geschrumpft werde und einigermaßen gesund sei, könne es zu Fusionen unter den noch sieben eigenständigen Landesbanken kommen. Für den Steuerzahler macht es kaum einen Unterschied, ob die Landesbanken ihre Risiken inner- oder außerhalb der Bilanz führen: Am Ende haften sie ohnehin für die Probleme der staatlichen Institute.

Auch die Mitarbeiter wechseln

Die WestLB, die gemäß einer Forderung der EU-Kommission dringend einen neuen Mehrheitseigner braucht, könnte durch eine Auslagerung von Portfolios attraktiver für potenzielle Fusionspartner werden. Dazu zählen vor allem die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die Deka. Mit dem Sparkassenfondsanbieter Deka laufen seit Monaten Verhandlungen. Die Frankfurter Bank ist vor allem an der Übernahme des Kapitalmarktgeschäfts der WestLB interessiert.

Die neue Zweckgesellschaft der WestLB soll nach Plänen des Bankvorstands neben problembehafteten Wertpapieren auch nichtstrategisches Kundengeschäft, etwa in Australien, übernehmen. Auch WestLB-Mitarbeiter würden in das neue Vehikel, das als eigene Bank mit Banklizenz agieren und nach dem Bilanzierungsstandard HGB bilanzieren würde, wechseln. Ziel sei es, das Portfolio der Gesellschaft binnen fünf Jahren abzuwickeln. Dies könnte etwa durch Verkäufe der Vermögenswerte geschehen. Aufsichtsrat berät im Februar

Die Auslagerung würde allerdings teuer werden: Die Gesellschaft bräuchte Eigenkapital in Milliardenhöhe und möglicherweise auch Garantien - das vermutlich von den Eignern der Bank kommen müsste. Historische Beispiele, etwa die Abwicklungsgesellschaften für schwedische Banken in den 90er-Jahren, belegen, dass die Vehikel Verluste machen. Nach FTD-Informationen wollen jedoch sowohl das Land Nordrhein-Westfalen als auch die Sparkassen die Pläne prüfen. Der WestLB-Vorstand will die Pläne Anfang Februar seinem Aufsichtsrat vorstellen.

Die Sparkassen hatten sich bislang gewehrt, weitere Garantien für die WestLB zu übernehmen. Sie und das Land NRW haften bereits mit bis zu 5 Mrd. Euro für ein ausgelagertes Wertpapierportfolio der WestLB von 23 Mrd. Euro. Viele Sparkassen, die selbst mit Abschreibungen im Eigenhandel zu kämpfen haben, sind jedoch an der Grenze ihrer finanziellen Belastungsfähigkeit angelangt.

Quelle: Aus der FTD vom 23.01.2009
© 2009 Financial Times Deutschland

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schrieb am 23.01.09 05:36:00
Beitrag Nr.54 
(36.431.973)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.421.210 von Maraho am 21.01.09 18:25:53Kommentar: Konstruktionsfehler

Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin ist gerade mal drei Monate alt. Von dem 480 Mrd. Euro dicken Geldtopf ist bislang nur der kleinste Teil an kränkelnde Institute verteilt. Die Lage der Branche bleibt unverändert prekär, weshalb diese eine Bad Bank als Endlager für die stinkenden Krisen-Wertpapiere oder wenigstens eine Garantieübernahme für den Problemmüll fordert. Und nun geht auch noch der Kopf des Leitungsausschusses, Günther Merl. Jetzt will die Bundesregierung wohl bei den Hilfen nachbessern. Dann sollte sie auch gleich die Doppelspitze im Soffin abschaffen, bevor dieser Konstruktionsfehler noch weiter zusätzlich die dringend benötigte staatliche Unterstützung ausbremst. Innerhalb kürzester Zeit haben gleich zwei Mitglieder des Leitungsausschusses, der operativen Führungsspitze des Soffin, offenbar zumindest auch wegen der unklaren Machtverhältnisse die Brocken hingeworfen. Denn letztlich kann der Leitungsausschuss nur ausführen, was die Politik in Form des Soffin-Lenkungsausschusses vorgibt. Dabei gab es wohl immer öfter Streit zwischen der Anstaltsleitung und Berlin, etwa wegen der Teilverstaatlichung der Commerzbank oder der Hilfen für Autobanken. Es ist richtig und wichtig, dass die Politik die Fäden in der Hand behält, wenn sie mit den Steuergeldern um sich wirft. Aber wozu richtet sie dann ein Gremium ein, das nichts zu sagen hat? Bei den Finanzhäusern wird die Soffin-Doppelspitze als "Runder Tisch" abqualifiziert. Auch wird kritisiert, dass die Regierung sich mit dieser undurchsichtigen Konstruktion quasi aus der Verantwortung stiehlt.

Fakt ist, dass in den USA, in Großbritannien oder in Frankreich in Sachen Bankenhilfe eindeutig das Finanzministerium die Hosen anhat. Auch wenn die krisenbedingten Abschreibungen bei den Geldhäusern auch dort noch kein Ende haben - zumindest werden in diesen Ländern nicht unnötig Ressourcen verschwendet, indem viele als Verantwortliche ernannt und dann die dringend nötigen Bankenhilfen durch Kompetenzgerangel der Frühstücksdirektoren untereinander blockiert werden. 300 bis 500 Mrd. Euro an risikoreichen Papieren sollen noch bei den deutschen Banken schlummern - statt alle naslang wie aktuell mit der Kandidatensuche für den Soffin-Leitungsausschuss Zeit zu verschwenden, sollten lieber endlich neue, tragfähige Lösungen auf den Tisch. (Börsen-Zeitung, 23.1.2009)

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schrieb am 23.01.09 05:54:54
Beitrag Nr.55 
(36.431.987)
Antwort
Zitat
Klein, klein...
...und genug Zeit zum streiten...
...und die ausländischen Hersteller wird es freuen...
...und mit einen zukunftstragenden Konzept (neue Technolgien) wartet man nicht auf...



Union und SPD streiten über neue Kfz-Steuer

Wer große Autos fährt, soll deutlich weniger zahlen. Diese Pläne der Regierung zur Kfz-Steuer rufen scharfe Kritik von Umweltschützern hervor. Besser läuft es mit der Abwrackprämie: Nach Tagesspiegel-Informationen ist das Interesse an ihr immens.

In der Koalition gibt es Streit um die geplante Änderung der Kfz-Steuer. Umweltminister Sigmar Gabriel und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD) stellten sich gegen Pläne der Regierung, die Besitzer großer Autos bei der Reform zu entlasten. Es werde „keine Lösung geben, die dem großen, schweren, umweltfeindlichen Gelände-Pkw hilft“, sagte Tiefensee am Donnerstag in Berlin. Stattdessen müssten die Käufer kleinerer Autos mit geringem CO2-Ausstoß entlastet werden. Kritik kam auch aus der SPD-Fraktion und von den Grünen. Die Union dagegen verteidigte die Pläne. Finanzminister Steinbrück will das Vorhaben jetzt noch einmal überarbeiten.

Konkret geht der Streit um die Staffelung der Steuer nach Hubraumgröße. Die Union hatte auf diese Staffelung nach Größe verzichten und nur eine pauschale Grundgebühr verlangen wollen. Der Kompromiss sieht nun vor, dass Benziner je 100 Kubikzentimeter Hubraum mit zwei Euro und Diesel-Fahrzeuge mit zehn Euro besteuert werden – allerdings mit einer Deckelung ab 2,5 Litern Hubraum für Benzin- und drei Litern Hubraum für Dieselautos. Wer größere Autos fährt, soll also nicht mehr dafür bezahlen. Er tut dies dann nur noch für seinen meist auch höheren C02-Ausstoß. Oberhalb von 120 Gramm pro Kilometer sind den Plänen zufolge pro Gramm zwei Euro Steuern fällig.

Auf diese Weise zahlten die Besitzer großer Autos bereits deutlich mehr, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Friedrich (CSU), dem Tagesspiegel. „Der pauschale Kampf gegen große Autos ist albern.“ Die deutschen Hersteller bedienten nun mal mit großen und besonders sicheren Autos das Premium-Segment, und in den Betrieben warteten Tausende auf Klarheit. Es dürfe jetzt keine Verunsicherung der potenziellen Käufer geben, warn te der CSU-Politiker. „Bei seinen Drohungen sollte der Umweltminister bitte bedenken, dass es auch um Arbeitsplätze geht.“ In den Verhandlungen um die Ausgestaltung der Steuer sei die Union „einen großen Schritt“ auf die Umweltpolitiker der SPD zugegangen, betonte der Fraktionsvize. „Wenn wir uns flexibel zeigen, erwarten wir auch, dass der Minister von seinen ökobürokratischen Hirngespinsten abrückt.“

Dem entgegnet der SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber in der „Süddeutschen Zeitung“: „Das eine umweltorientierte CO2- Steuer zu nennen, wäre lächerlich.“ Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) nannte den Vorschlag eine „klimapolitische Katastrophe“. Mit der Begrenzung der Steuer nach oben würden „gerade die größten Spritfresser bevorzugt“. Die Pläne seien auch „ökonomisch fatal“, warnte VCD- Chef Michael Gehrmann. „Wenn die Autoindustrie weiterhin auf schwere Luxuslimousinen setzen kan n, wird sie sich auf dem Weltmarkt, dessen Entwicklung von schrumpfenden Ölreserven und langfristig steigenden Spritpreisen bestimmt ist, nicht mehr lange behaupten können.“ Nach VCD-Berechnungen würden für geländegängige Luxuslimousinen wie den Au di Q7 mit zwölf Zylindern und einem 6-Liter-Hubraum 270 Euro weniger Kfz- Steu er fällig als bisher, bei einem CO2-Ausstoß von 239 bis 298 Gramm pro Kilometer. Der viel gekaufte VW Golf 1.6 dagegen würde 16 Euro teurer. Mit einen Toyota Prius ließen sich gerade mal zwölf Euro Kfz-Steuer sparen, bei einem CO2- Ausstoß von 102 Gramm pro Kilometer.

Die FDP ist der Meinung, der Kauf umweltfreundlicher Autos brauche gar nicht gefördert werden. Der finanzpolitische Sprecher der Fraktion, Hermann-Otto Solms, sagte dem Tagesspiegel, niedriger Verbrauch sei bereits ein wirtschaftlicher Anreiz zum Kauf dieser Fahrzeuge – und dieser habe sich durch die gestiegenen Spritpreise „sogar noch erhöht“.

Bei der Abwrackprämie von 2500 Euro pro Altauto beim Kauf eines Neuwagens wird es aus Sicht der beteiligten Ministerien wohl keine klimapolitischen Nachbesserungen geben. Der Richtlinienentwurf sei fertig, es gehe nun darum, die Prämie „ohne bürokratische Überfrachtung“ auf den Weg zu bringen, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Neu ist, dass es das Geld nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Abschluss eines Leasingvertrags für einen Neu- oder Jahreswagen geben soll. Nach Tagesspiegel-Informationen ist das Interesse immens. Allein am Montag erkundigten sich beim Ministerium 270 000 Anrufer nach der Prämie. Die geplanten 1,5 Milliarden Euro reichen für 600 000 Antragsteller.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 23.01.2009)
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schrieb am 23.01.09 06:06:36
Beitrag Nr.56 
(36.431.997)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.431.970 von Maraho am 23.01.09 05:25:17Und mit diesem Interview war es das erst einmal...

Allen einen angenehmen Tagesbeginn...


Wirtschaftsweise Weder di Mauro

"Bad Bank nur für Landesbanken"



Beatrice Weder di Mauro (Bild: rtr)

Braucht Deutschland eine Bad Bank, die den Geldinstituten toxische Wertpapiere abkauft?

Die Vertrauenskrise kann nicht ohne eine Bereinigung der Bankbilanzen behoben werden. Aber das sollte nicht über eine staatliche Bad Bank für den gesamten Bankensektor geschehen. Für die öffentlich-rechtlichen Landesbanken, die ja bereits dem Staat gehören, ist eine gemeinsame Bad Bank jedoch sehr sinnvoll. Denn wenn sie in die Schieflage geraten, handelt es sich im Grunde um eine Verteilungsproblematik zwischen den Kommunen als Trägern der Sparkassen, den Ländern und dem Bund. Die Verluste muss am Ende sowieso der Steuerzahler tragen. Es geht darum, sie so gering wie möglich zu halten.

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Aber es ist doch keine Krise der Landesbanken. Die Fälle der Commerzbank und Hypo Real Estate zeigen doch, dass auch Privatbanken in schwere Probleme geraten sind.


Zur Person

Beatrice Weder di Mauro (43) hat so ziemlich alle Karriereziele erreicht, die sich Ökonomen so stecken. Seit 2004 gehört sie dem Sachverständigenrat der Bundesregierung an. In den 90er Jahren arbeitete sie für den Internationalen Währungsfonds und Weltbank.

Als Professorin an der Universität Mainz sind Finanzmärkte und internationale Wirtschaftsbeziehungen Forschungsschwerpunkte der gebürtigen Schweizerin. Das ist zwar richtig, aber eine staatliche Bad Bank für private Banken zu gründen ist ungleich problematischer. Anders als bei einer einer Bad Bank für den öffentlichen Sektor müsste bei einer Bad Bank für den privaten Sektor eine Übertragung von Eigentum und Risiken aus problembehafteten Forderungen stattfinden. Die Schwierigkeit liegt darin, den Preis für die Forderungen festzulegen. Daran krankte bereits der ursprüngliche Rettungsplan des früheren US-Finanzministers Henry Paulson für die Finanzbranche.

Und wie sollen sich die privaten Banken stattdessen behelfen?

Sie könnten die Ausgliederung toxischer Wertpapiere als eine Art Managementtool verstehen und über die Gründung konzerneigener Bad Banks regeln.

Wie sollte denn die Restrukturierung des Bankensektors insgesamt erfolgen?

Der Sonderfonds Finanzmarktstabilität (Soffin) sollte grundsätzlich zwischen A-, B- und C-Banken unterscheiden. A-Banken sind die Institute, die in der Lage sind, die Krise ohne staatliche Hilfe zu überstehen. Alle Banken, die restrukturiert werden müssen und staatliches Kapital benötigen, sind in diesem Schema B-Banken. Und zu den C-Banken gehören alle Institute , bei denen nur noch eine geordnete Abwicklung sinnvoll ist.

Das würde voraussetzen, dass die Banken ihre Bücher offen legen.

Die Bankenaufsicht hat bereits Zugriff auf die relevanten Informationen. Natürlich sollte man bei den C-Banken nicht warten, bis das Management selbst auf die Idee kommt, sich beim Soffin zu melden. Klar ist auf jeden Fall, dass alle Landesbanken B-Banken sind und daher unter den Schirm gehören.

Warum denn das? Es haben ja nicht alle Landesbanken staatliche Hilfe beantragt. Die Helaba zum Beispiel steht doch aus heutiger Sicht vergleichsweise gut da.

Das ist richtig, aber die Landesbanken sind ja bereits staatlich. Der Steuerzahler wird so oder so für ihre Verluste aufkommen müssen: Entweder, weil sie vom Bund rekapitalisiert werden müssen, oder weil die Länder und Sparkassen - und damit indirekt die Kommunen - als Eigentümer unter den Verlusten leiden.

Und nun sollte die Krise für die Konsolidierung der Landesbanken genutzt werden?

Genau. Diesbezüglich scheint mir auch ein Konsens zu bestehen. Wenn die Bundesregierung entscheidet, die systemischen Banken zu retten, sollte man diesen Eingriff für eine aktive Restrukturierung nutzen. Momentan sehe ich die Gefahr, dass die Landesbanken mit Steuergeld rekapitalisiert werden und so weitermachen wie bisher. Eine gemeinsame Bad Bank für die Landesbanken böte die Chance, eine große "Good Bank" zu gründen.

Quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/spezi…
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schrieb am 23.01.09 06:10:30
Beitrag Nr.57 
(36.431.999)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.431.997 von Maraho am 23.01.09 06:06:36Tut mir leid. Hier korrigiert!


Wirtschaftsweise Weder di Mauro

"Bad Bank nur für Landesbanken"


Braucht Deutschland eine Bad Bank, die den Geldinstituten toxische Wertpapiere abkauft?

Die Vertrauenskrise kann nicht ohne eine Bereinigung der Bankbilanzen behoben werden. Aber das sollte nicht über eine staatliche Bad Bank für den gesamten Bankensektor geschehen. Für die öffentlich-rechtlichen Landesbanken, die ja bereits dem Staat gehören, ist eine gemeinsame Bad Bank jedoch sehr sinnvoll. Denn wenn sie in die Schieflage geraten, handelt es sich im Grunde um eine Verteilungsproblematik zwischen den Kommunen als Trägern der Sparkassen, den Ländern und dem Bund. Die Verluste muss am Ende sowieso der Steuerzahler tragen. Es geht darum, sie so gering wie möglich zu halten.

Aber es ist doch keine Krise der Landesbanken. Die Fälle der Commerzbank und Hypo Real Estate zeigen doch, dass auch Privatbanken in schwere Probleme geraten sind.

Das ist zwar richtig, aber eine staatliche Bad Bank für private Banken zu gründen ist ungleich problematischer. Anders als bei einer einer Bad Bank für den öffentlichen Sektor müsste bei einer Bad Bank für den privaten Sektor eine Übertragung von Eigentum und Risiken aus problembehafteten Forderungen stattfinden. Die Schwierigkeit liegt darin, den Preis für die Forderungen festzulegen. Daran krankte bereits der ursprüngliche Rettungsplan des früheren US-Finanzministers Henry Paulson für die Finanzbranche.

Und wie sollen sich die privaten Banken stattdessen behelfen?

Sie könnten die Ausgliederung toxischer Wertpapiere als eine Art Managementtool verstehen und über die Gründung konzerneigener Bad Banks regeln.

Wie sollte denn die Restrukturierung des Bankensektors insgesamt erfolgen?

Der Sonderfonds Finanzmarktstabilität (Soffin) sollte grundsätzlich zwischen A-, B- und C-Banken unterscheiden. A-Banken sind die Institute, die in der Lage sind, die Krise ohne staatliche Hilfe zu überstehen. Alle Banken, die restrukturiert werden müssen und staatliches Kapital benötigen, sind in diesem Schema B-Banken. Und zu den C-Banken gehören alle Institute , bei denen nur noch eine geordnete Abwicklung sinnvoll ist.

Das würde voraussetzen, dass die Banken ihre Bücher offen legen.

Die Bankenaufsicht hat bereits Zugriff auf die relevanten Informationen. Natürlich sollte man bei den C-Banken nicht warten, bis das Management selbst auf die Idee kommt, sich beim Soffin zu melden. Klar ist auf jeden Fall, dass alle Landesbanken B-Banken sind und daher unter den Schirm gehören.

Warum denn das? Es haben ja nicht alle Landesbanken staatliche Hilfe beantragt. Die Helaba zum Beispiel steht doch aus heutiger Sicht vergleichsweise gut da.

Das ist richtig, aber die Landesbanken sind ja bereits staatlich. Der Steuerzahler wird so oder so für ihre Verluste aufkommen müssen: Entweder, weil sie vom Bund rekapitalisiert werden müssen, oder weil die Länder und Sparkassen - und damit indirekt die Kommunen - als Eigentümer unter den Verlusten leiden.

Und nun sollte die Krise für die Konsolidierung der Landesbanken genutzt werden?

Genau. Diesbezüglich scheint mir auch ein Konsens zu bestehen. Wenn die Bundesregierung entscheidet, die systemischen Banken zu retten, sollte man diesen Eingriff für eine aktive Restrukturierung nutzen. Momentan sehe ich die Gefahr, dass die Landesbanken mit Steuergeld rekapitalisiert werden und so weitermachen wie bisher. Eine gemeinsame Bad Bank für die Landesbanken böte die Chance, eine große "Good Bank" zu gründen.
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schrieb am 23.01.09 06:55:46
Beitrag Nr.58 
(36.432.030)
Antwort
Zitat
Hie noch etwas für die "Kopfmenschen" unter euch...



Philosoph sieht Krise als Riesenchance

Der Kulturwissenschaftler und Privatdozent Dr. Ludger Heidbrink: Der westliche Lebensstil hat sich als falsch erwiesen. Jetzt entscheiden die Konsumenten über neue Wege der Wirtschaft.

Herr Heidbrink, in Ihrem Buch „Verantwortung als marktwirtschaftliches Prinzip“ sehen Sie eine wachsende Zahl von Firmen, die den Leitlinien der „Corporate Social Responsibility“ folgen, sich ihrer sozialen Verantwortung stellen und für öffentliche Belange engagieren. Wo kann man das denn konkret ablesen?

Die Größenordnung von Wohltätigkeiten von Firmen in Deutschland hat im Jahr etwa zehn Milliarden Euro erreicht. Man muss natürlich genau hinschauen, ob das soziale Engagement nur in den Hochglanzbroschüren steht. Doch tatsächlich sind es immer mehr Unternehmen, die in ganz unterschiedlichen Bereichen von der Entwicklungshilfe bis zum Klimaschutz aktiv sind. Die Corporate Social Responsibility wächst. Firmen bauen Kindergärten, spenden Computer, schicken eigene Berater in Schulen, um deren Management zu verbessern. Mitarbeiter werden freigestellt, um in sozialen Brennpunkten zu arbeiten.

Für all das gibt es zwei Gründe: Der Staat ist finanziell nicht mehr in der Lage, alle seine Aufgaben zu erfüllen. Public Private Partnership heißt das Stichwort – Aufgaben für das Gemeinwohl werden an Firmen weitergegeben. Der zweite Grund liegt in der Änderung der internationalen Gepflogenheiten. Es gehört zum guten Ton, dass sich das Großunternehmen für soziale und ökologische Zwecke engagiert. Dafür wird freiwillig viel Geld in die Hand genommen. Sehen Sie sich Shell, McDonalds oder IBM an.

Freiwillig? Meistens geschieht das doch nur durch Druck.

Ja, das stimmt. Vor allem Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben diesen Druck erzeugt. Sie weisen auf Umweltschäden hin, auf unmenschliche Arbeitsbedingungen. Firmen werden heute kritischer beobachtet als noch vor 20 Jahren. Green washing – auf Grün machen, aber nur nach außen, das läuft heute nicht mehr. Jüngstes Beispiel ist BP. Sie erfanden sich als beyond petrol – jenseits des Öls – neu, indem sie sich als Solarunternehmen präsentierten. Doch in Wirklichkeit kommen über 90 Prozent der Gewinne vom Erdöl. Die Kampagne ging nach hinten los.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum Firmen Verantwortung zeigen: Es lässt sich damit Geld verdienen. Klimaschutz, Nachhaltigkeit, soziale Taten – das zahlt sich nachweislich aus. Es erhöht die Gewinnmarge. Der Ruf des Unternehmens verbessert sich, es gilt als attraktiver Arbeitgeber. Bis zu 40 Prozent der Marktkapitalisierung geht auf das öffentliche Ansehen einer Firma zurück. Das ist doch beachtlich.

Gibt es ein Beispiel?

Global Compact ist ein weltweiter Pakt, der 1999 vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, ins Leben gerufen wurde. Mehr als 2.500 Firmen gehören heute dem Pakt an und halten bestimmte soziale und ökologische Mindeststandards ein. Es geht auch um Menschenrechte, umweltfreundliche Technologien und die Abschaffung der Kinderarbeit.

Heute wollen viele Menschen ihr Geld nur da anlegen, wo sicher ist, dass damit kein Waffenhandel betrieben wird, keine Drogengeschäfte laufen oder der Klimaschutz eingehalten wird. Doing well by doing good – gut sein, indem man Gutes tut. Oder: Ethics pays – ethisches Verhalten zahlt sich aus. Wir haben es mit einer „Moralisierung der Märkte“ zu tun, wie es der Soziologe Nico Stehr formuliert hat. Seit zehn bis 15 Jahren wird Moral immer mehr zum Wirtschaftsfaktor.

In der Wirtschaftskrise ist das plötzlich alles unwichtig. Da zählen nur Arbeitsplätze. Jedenfalls ist das jetzt zu hören. Fallen da nicht die ganzen schönen Ideale schlagartig weg?

Wenn es keine klaren Kriterien gibt, die die Politik vorgibt, besteht die Gefahr in der Tat. Die Finanzkrise drängt die Klimakrise an die Seite. Die Akteure auf den Märkten werden auf ihre Kostenvorteile achten. Es sind gesetzliche Standards gefragt, die dafür Rahmenregeln vorgeben. Der neue amerikanische Präsident will ja ganz offensichtlich den Klimaschutz vorantreiben und dabei gleichzeitig neue Arbeitsplätze schaffen. Das ist der Weg. Der Klimawandel ist ein hochgradiger Risikoprozess, der nicht nur uns, sondern auch die nachfolgenden Generationen massiv betrifft.

Was wir brauchen, ist ein kultureller Wandlungsprozess. Eine lebenswerte Gesellschaft, neue Vorstellungen von dem, was wir als „gutes Leben“ bezeichnen. Wir nehmen Abschied von einem bestimmten Niveau des Wachstums und des Verbrauchs an Rohstoffen. Dazu brauchen wir keinen Ökoterror, keine Rückkehr zur Armut und Bescheidenheit. Nur hat sich vieles, was wir für erstrebenswert hielten, als falsch erwiesen.

Wir müssen uns eingestehen, dass wir mit unserem westlichen Lebensstil falsch gelebt haben, auf Kosten der Entwicklungsländer, im Überdruss und letztlich in Unzufriedenheit. In dieser Krise steckt eine Riesenchance, diese Unzufriedenheit durch die Änderung unseres Lebensstils loszuwerden.

Wo steckt denn in der jetzigen Krise die Chance zur Korrektur, zum Neustart und zur Weichenstellung?

Jeder kann durch mentale Neuorientierung sein Leben ändern. Was brauche ich im Alltag, was ist wichtig und was unwichtig? Das sind Fragen, die den Verbraucher heute beschäftigen. Muss ich mit dem Flugzeug fliegen? Verzichte ich ein Jahr lang auf den Fernurlaub? Bleibe ich vielleicht im Lande und fahre Zug oder radel von Berlin aus in die Mark Brandenburg? Millionen von Entscheidungen werden täglich getroffen. Sie alle betreffen unsere Wirtschaft und Umwelt.

Auf die Folgen des eigenen Handelns achten, heißt Verantwortung übernehmen. Ich muss mir auch über langfristige, gar nicht beabsichtigte Folgen Gedanken machen. Soll ich den Apfel aus Chile und den Wein aus Australien kaufen? Wenn ich mein Verhalten ändere, habe ich auch ein besseres Gewissen. Das alles hat direkte praktische Auswirkungen. Denken Sie an die Lohas. Das heißt übersetzt: „Die Ausrichtung der Lebensweise auf Gesundheit und Nachhaltigkeit“. Da öffnen sich große Märkte für Käufer und Unternehmen. Die Kulturwissenschaft hat die Aufgabe, zu schauen, wie sich die Gesellschaft auf neue Referenzen und Notwendigkeiten verständigt. Sie kann die Richtung aufzeigen.

Dazu habe ich gerade etwas vom Pilotentraining für Flugzeuge gelesen: Auch erfahrene Flugkapitäne leiden zum Beispiel bei schwierigen Landemanövern oft unter einem Tunnelblick. Das bedeutet: Sie sagen sich, „ich setze jetzt die Maschine auf, egal, was passiert“. Der Verantwortliche ist zu sehr in seinem Tun gefangen. Dann kommt es auf den Co-Piloten an. Er hat eher den Überblick und kann die Maschine wieder hochziehen, um das mögliche Desaster zu verhindern. Der Vorgesetzte muss in diesem Fall gehorchen. Wie ist das bei uns in der Politik, in der Gesellschaft – brauchen wir nicht mehr Co-Piloten?

Ein sehr schönes Beispiel. Man braucht mehr kluge Beobachter. Die sehen Dinge, die man selbst nicht sieht. Der blinde Fleck in der eigenen Wahrnehmung ist oft das Problem, denn dem Handelnden ist meist nicht bewusst, dass er ihn hat. Aufhellen tut not. Mehr Co-Piloten. Ja.

Quelle: http://www.goethe.de/ges/soz/de4066555.htm …
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schrieb am 23.01.09 10:10:03
Beitrag Nr.59 
(36.433.156)
Antwort
Zitat
Wir stehen gerade an einem Wertewandel, der auch die Umwelt und die natürlichen Ressourcen mit einbezieht. Wir haben bereits die Technologien, oder sind gerade dabei, sie zu nutzen, auszubauen oder weiter zu erforschen.

Gewöhnlicherweise müßte man ja in eine Lethargie verfallen bei all den Wirren um die Wirtschafts/Finanz/ und Währungskrise. Aaaber, bei mir will sich eine solche Lethargie einfach nicht einstellen...ist es die Sicht auf eine bessere Zukunft, die uns gewiß ist, wenn wir konsequent das erlernte umsetzen?

Rückschläge wie jüngst die im Juli inkraft tretende KFZ-Steuer, die ja völlig daneben ist, können da auch nicht viel mehr ausrichten. Politiker wie ein Michael Glos, -solche Bremser und Bewahrer alter Systeme, die künftig chancenlos sind- sie können nur für eine kurze Dauer die Vernunft aufhalten.

Muß es denn erst zum Kollaps kommen? Ich glaube ja,denn zu hohe buchhalterische Summen an Schulden stehen der neuen Zeit dagegen. Was heißt das aber für die nächste Zukunft? Angenommen es käme tatsächlich zu einem RESET...dann würden erstmal all Jene fast alles verlieren, was sie per Saldo auf ihren Konten als Plus ausgewiesen sehen.

Unser bisheriges Wertesystem wäre erstmal auf den Kopf gestellt-jedoch nur bei ungenauer Betrachtung. Aufräumarbeiten würden folgen und eine Neuausrichtung könnte stattfinden. Ich weiß aber nicht, ob auch jene Nationen bereit wären, diesen Weg zu gehen, die jetzt als die Gläubiger dastehen.

Dennoch bin ich der festen Überzeugung, daß dies friedlich geschehen könnte, wenn der Westen zusammen diesen Weg verfolgte.

In diesem Sinne sind die Ansichten eines Dr. Ludger Heidbrink durchaus nachvollziehbar.
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schrieb am 23.01.09 12:44:42
Beitrag Nr.60 
(36.434.900)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.433.156 von Dorfrichter am 23.01.09 10:10:03Guten Tag Dorfrichter,

Muß es denn erst zum Kollaps kommen? Ich glaube ja,denn zu hohe buchhalterische Summen an Schulden stehen der neuen Zeit dagegen.

... und die dafür Verantwortlichen.

Was heißt das aber für die nächste Zukunft? Angenommen es käme tatsächlich zu einem RESET...dann würden erstmal all Jene fast alles verlieren, was sie per Saldo auf ihren Konten als Plus ausgewiesen sehen.

... und darum geht es. Der Staat entschuldet sich auf Kosten "seiner" Bürger. Zumindest auf Kosten derer, die Vermögen besitzen und das sind nicht wenige (wobei ich hier nicht die "oberen Zehntausend" meine).

Ich weiß aber nicht, ob auch jene Nationen bereit wären, diesen Weg zu gehen, die jetzt als die Gläubiger dastehen.

Ich befürchte , nein. Eher werden sie den Weg vorzugeben versuchen.

... wenn der Westen zusammen diesen Weg verfolgte.

Unter Führung der USA? Gott bewahre.


Maraho

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