schrieb am 27.01.09 20:54:50
Deutschfeindlichkeit: Übergriffe auf Deutsche
"Wir schlitzen euch deutsche Schweine auf": "Deutsche häufig
Opfer während Türken überproportional als Täter in Erscheinung
treten"
Deutschfeindliche Angriffe sind in diesem Land keine Obskurität
mehr, keine Einbildung der Jugend, keine Erfindung rechter Kreise.
Es sind immer mehr solcher Vorfälle zu beobachten, wie sie in
Großstädten wie Hamburg, Köln oder Berlin geschehen, und es ist zu
erahnen, dass längt nicht alle Verbreitung in den Medien
finden.
Einige Beispiele für Feindlichkeit und Rassismus gegen Deutsche
finden sich in der nachfolgenden Übersicht. Sie zeigen, dass das
Thema ernst zu nehmen ist. Wie alltäglich diese Angriffe geworden
sind, lässt sich schwer abschätzen. Behördliche Statistiken wie für
den Bereich der fremdenfeindlichen Gewalt existieren nicht.
1. BEISPIEL: 09.05.2006 - 15jähriger Deutscher erhält
Polizeischutz: "Zunächst wurde der 15-jährige Florian B. auf dem
Schulhof vom 13-jährigen Masel Al-Q. (alle Schülernamen geändert)
mit den Worten „Platz da, hier ist nur für Araber“ beleidigt und
mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Weit mehr als die Hälfte der
Schüler haben einen Migrationshintergrund. Nachdem deutsche
Mitschüler dazwischengingen, soll der 13-jährige seine Gang, die
berüchtigte „Steinmetzclicque“, informiert haben. Diese – ohne
Masel – passte Florian Tage später vor der Schule ab, verprügelte
ihn heftig" [1]
2. BEISPIEL: 05.03.2007 - "Das deutsche Pärchen flüchtete sich in
einen Lidl-Supermarkt. [...] 50 junge Männer 'türkischer
Nationalität', die vor dem Supermarkt tobten, zählte die Polizei.
Es herrschte Lynchstimmung. Die Beamten hörten, wie aus der Menge
gerufen wurde: 'Ihr lebt nicht mehr lange, wir schlitzen euch
deutsche Schweine auf!' Die Meute drang in den Supermarkt vor. Kay
L. schnappte sich einen Besen und brach ihn ab, um sich gegen die
Angreifer zu verteidigen. Nur durch den Einsatz zahlreicher Beamter
konnte die Situation einigermaßen beruhigt werden: Polizisten
mussten den Bürgersteig räumen und das Paar aus dem Geschäft unter
Rufen eskortieren, wie 'Wir bringen euch um, ihr deutschen
Drecksschweine! Das ist unser Bezirk, verpisst euch!'" [2]
3. BEISPIEL: 03.05.2006 - Brutaler Übergriff "weil sie eine
Deutsche ist": "eine 15-jährige Schülerin aus Mariendorf ist heute
früh auf dem U-Bahnhof Ullsteinstraße in Tempelhof von einer Gruppe
Jugendlicher attackiert worden. Sie war auf dem Weg zur Schule. An
der Station Ullsteinstraße stieg das Mädchen aus. Dabei trat ihr
einer der drei Jugendlichen mit dem Fuß in den Rücken, wodurch sie
auf den Bahnsteig stürzte. Einer der Täter nahm diesen Angriff mit
einem Handy auf. Nach ihren Angaben sagte einer der Unbekannten
gegenüber der 15-Jährigen, dass sie den Tritt bekommen hat, weil
sie eine Deutsche ist. Das Trio blieb im U-Bahnwaggon und fuhr in
Richtung Kreuzberg weiter. Die Jugendlichen, der Beschreibung nach
südeuropäischer Herkunft, entkamen unerkannt. Die Schülerin begab
sich selbst in ärztliche Behandlung."" [3]
4. BEISPIEL: 31.03.2006 - Pendant zum "Spagettifresser": "Berliner
Schule kapituliert wegen Schülergewalt [...] Selbst die 20 Prozent
Schüler deutscher Herkunft - verspottet als
"Schweinefleischfresser" - sprächen mittlerweile den gebrochenen
Slang ihrer arabischen Kameraden, heißt es." [4]
5. BEISPIEL: November 2005 - Laut eines Islampredigers sind
Deutsche minderwertig: "In einer auszugsweise im ZDF gezeigten
Predigt hatte der Geistliche im November vergangenen Jahres
abfällig über die "Nützlichkeit der Deutschen" gesprochen. Ihr
Schweiß verbreite einen üblen Geruch, und sie würden stinken"
[5]
6. BEISPIEL: 13.06.2006 - "Der erste schwere gewalttätige Übergriff
während der Weltmeisterschaft in Hamburg folgt nicht den erwarteten
Mustern: Weil sich ein 20jähriger Hamburger mit Deutschlandfahnen
auf den Wangen als Fan der Nationalmannschaft zu erkennen gab,
wurde er von vier Südländern, vermutlich Türken, mit Messern
angegriffen und verletzt. Das Opfer mußte im Krankenhaus versorgt
werden. [...] Der Hamburger wurde im Krankenhaus Altona versorgt.
Er ist laut Polizei nicht aus der Neo-Nazi-Szene bekannt und war
nicht erkennbar alkoholisiert. [...] Nach Einschätzung des
renommierten Kriminologen Christian Pfeiffer paßt der Übergriff in
das typische Schema von Jugendgewalt in Großstädten. Zwei Drittel
der Taten ereigneten sich zwischen Jugendlichen verschiedener
Ethnien, wobei Deutsche überproportional häufig als Opfer, und
Türken als Täter in Erscheinung träten." [6]
7. BEISPIEL: November 2006 - "Scheiß-Christ,
Schweinefleisch-Fresser - das sind Begriffe, die richtig in Mode
sind. Neulich ist uns von einer Schule berichtet worden, wo ein
Eingang von den Schülern inoffiziell nur für Türken und Araber
reserviert wurde. Da durften deutsche Schüler nicht durch. Als ein
Kind gegen eine der Regeln verstieß, wurde das Mädchen mit
Kopulationsbewegungen an die Wand gedrückt und es wurde ihm
gedroht: 'Du darfst deinen Blick nicht heben. Eine deutsche
Schlampe darf mich nicht angucken.'" [7]
8. BEISPIEL: November 2006 - Die Direktorin der
Fichtelgebirgs-Grundschule berichtet von "Streitigkeiten unter
Kindern, bei denen immer häufiger Schimpfworte wie 'Christ' und
'Schweinefresser' fallen." [8]
9. BEISPIEL: Februar 2005 - "Hatun Sürücü hatte schon Jahre zuvor
das Kopftuch abgelegt, sie kleidete sich wie ihre Berliner
Freundinnen und lebte viele Monate mit einem deutschen Freund
zusammen. Die Familie hatte ihren Lebenswandel missbilligt. Nach
den Ermittlungen der Polizei sollen ihre Brüder sie in den Jahren
zuvor bedroht und auch misshandelt haben." [9a] Kurz nach der Tat
rechtfertigten junge Türken an einer Neuköllner Schule den Mord mit
den Worten: "Die hat doch selber Schuld, die Hure lief rum wie eine
Deutsche." [9b]
10. BEISPIEL: 23.11.2006 - „Zivilisatorische Standards gelten nicht
mehr“. Richter Kirsten Heisig: "Wir stellen bei den Gewalttätern
seit einiger Zeit eine unverblümte Deutschenfeindlichkeit fest. Da
werden Mädchen beleidigt, angefasst, getreten und in den Akten
liest man dann auch immer: 'Deutsche Schlampe!'" [10]
11. BEISPIEL: 2003 - "Immer häufiger kommt es zu Übergriffen
muslimischer Jugendlicher auf deutsche Mitschülerinnen wie im Fall
Lena. Sie wurde acht Monate lang von türkischen und iranischen
Mitschülern in der Schule vergewaltigt. [...] Der Haupttäter zwang
Lena zum Sex mit seinen Freunden auf der Schultoilette und
kassierte. In der Schule ging sogar eine Preisliste um." Dazu
Ursula Woywodt von der Beratungsstelle Wildwasser: "Lena ist eine
Deutsche. Und ich denke, mit ihren eigenen Mädchen oder Frauen
hätten sie das nicht gemacht, weil die Entwertung der deutschen
Mädchen und Frauen noch einmal eine andere ist als die der
eigenen." [11]
12. BEISPIEL: 2006 - "Morgen eröffnet das erste türkische Altenheim
in Berlin. 'Türk Huzur Evi' - 'Haus des Wohlbehagens' heißt es und
bietet Platz für 155 SeniorInnen - Deutsche sind dabei ausdrücklich
nicht erwünscht, heißt es seitens des Betreibers, der
Marseille-Kliniken." [12]
[1]
http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/09.05.2006/2516831.asp
[2]
http://www.focus.de/panorama/welt/migranten-gewalt_aid_125798.html
[3]
http://www.hierberlin.de/index.php?site=news_ex1&news_ID=109
[4] http://www.netzeitung.de/deutschland/389712.html
[5] http://www.welt.de/data/2005/03/22/614924.html
[6] http://www.welt.de/data/2006/06/13/912653.html
[7]
http://www.tagesspiegel.de/berlin/archiv/23.11.2006/2915719.asp
[8] Link
[9a]
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=722559&search=monheim
[9b]
http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/474/48426/print.html
[10] http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2190900
[11] http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/6/0,1872,3913126,00.html
[12] http://www.taz.de/pt/2006/12/14/a0282.1/text.ges,1
schrieb am 27.01.09 21:29:26
Mehr als 140 Todesopfer rechtsextremer
Gewalt im Zeitraum 1990-2005
Mehr als 140 Menschen mussten seit dem Mauerfall ihr Leben
lassen, weil Rechtsextreme sie oft auf brutalste Weise getötet
haben. Nachfolgend eine Dokumentation ihrer Schicksale, die mehr
als 130 dokumentierte Fälle bis Ende 2005 aufzählt. Angefügt sind
Ergänzungen der Mut-Redaktion seitdem. Das Foto zeigt Amadeu
Antonio Kiowa, der 1990 in Eberswalde von Neonazis ermordet
wurde.
Diese Zusammenstellung der Todesopfer rechtsextremer Gewalt von
1990 bis Januar 2004 entstand zu der Wanderausstellung "Opfer
rechter Gewalt seit 1990" der Künstlerin Rebecca Forner und der
Opferperspektive e.V. und wurde uns freundlicherweise zur Verfügung
gestellt. Mehr zu den Quellen und Kriterien der Zusammenstellung
unter der nachfolgenden Auflistung öffentlich gewordener
Fälle.
1990
Mahmud Azhar, 40 Jahre
Am 7. Januar 1990 wurde er auf dem Heimweg von der Freien
Universität Berlin von einem Mann mit ausländerfeindlichen Parolen
beschimpft und bedroht. Als er sich in ein Gebäude der Universität
flüchtete, um Hilfe zu rufen, schlug ihm der Angreifer einen
Feuerlöscher auf den Kopf. Am 6. März 1990 erlag er seinen
Verletzungen.
Andrzej Fratczak
Am 7. Oktober 1990 wurde er bei einem Überfall durch drei
Jugendliche vor einem Nachtclub in Lübbenau (Brandenburg)
totgeschlagen und -getreten.
Amadeu Antonio Kiowa, 28 Jahre
Am 25. November 1990 wurde er in Eberswalde (Brandenburg) bei einem
Angriff von 60 Rechtsextremisten auf Afrikaner vor einem Gasthof
mit Knüppeln ins Koma geprügelt. Er starb elf Tage später.
Klaus-Dieter Reichert, 24 Jahre
Am 11. Dezember 1990 wurde er in seiner Wohnung in
Berlin-Lichtenberg von drei Skinheads, die beauftragt waren,
Schulden einzutreiben, zusammengeschlagen. In Panik sprang er aus
dem Fenster, fiel zehn Stockwerke tief und starb.
Nihad Yusufoglu, 17 Jahre
Er wurde am 28. Dezember 1990 in Hachenburg (Rheinland-Pfalz) von
einem gleichaltrigen Skinhead mit einem Messerstich ins Herz
getötet.
Obdachloser, 31 Jahre
Er wurde am 31. Dezember 1990 in Flensburg (Schleswig-Holstein) von
jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen und -getreten. Er starb
sechs Tage später an seinen Verletzungen.
Alexander Selchow, 21 Jahre, Bundeswehrsoldat
Am 31. Dezember 1990 wurde er in Rosdorf (Niedersachsen) von zwei
18-jährigen Skinheads, die der FAP (Freiheitliche Deutsche
Arbeiterpartei) angehören, mit mehreren Messerstichen
erstochen.
1991
Jorge Gomondai, 28 Jahre
Am 31. März 1991 wurde er in Dresden (Sachsen) während einer
Auseinandersetzung mit Skinheads aus einer fahrenden Straßenbahn
gestoßen oder aus Angst dazu gezwungen, aus der Bahn zu springen.
Er starb an seinen schweren Kopfverletzungen.
Matthias Knabe, 23 Jahre
Am 8. Mai 1991 wurde der Punk in Gifhorn (Niedersachsen) von 15
Skinheads angegriffen, zur Bundesstraße 4 getrieben und von einem
Auto angefahren. Er starb am 4. März 1992 an seinen
Hirnverletzungen.
Helmut Leja, 39 Jahre, Obdachloser
Am 4. Juni 1991 wurde er in einem Waldstück bei Käsdorf
(Niedersachsen) von einem jugendlichen Skinhead, der ihn als
»Abschaum« bezeichnet hatte, erstochen.
Agostinho Comboio, 34 Jahre
Am 16. Juni 1991 wurde er in Friedrichshafen (Baden-Württemberg)
von einem Rechtsextremisten verprügelt und erstochen.
Samuel Kofi Yeboah, 27 Jahre
Am 19. September 1991 verbrannte er in einem Asylbewerberheim in
Saarlouis (Saarland), auf das ein Brandanschlag verübt worden
war.
Gerd Himmstädt, 30 Jahre
Am 1. Dezember 1991 wurde er von sieben Jugendlichen in
Hohenselchow (Brandenburg) mit Baseballschlägern so schwer
verprügelt, dass er drei Tage später an seinen Verletzungen
starb.
Timo Kählke, 29 Jahre
Er wurde am 12. Dezember 1991 in Meuro (Brandenburg) von
Mitgliedern einer Wehrsportgruppe erschossen, als diese sein Auto
für einen geplanten Überfall stehlen wollten.
1992
Dreiköpfige Familie aus Sri Lanka
Sie starben am 31. Januar 1992 bei einem Brandanschlag auf ihre
Flüchtlingsunterkunft in Lampertheim (Hessen).
Dragomir Christinel, 18 Jahre, Asylbewerber
Er wurde am 15. März 1992 bei einem Überfall von 25 Skinheads auf
ein Asylbewerberheim in Saal (Mecklenburg-Vorpommern) aus Rache für
eine Auseinandersetzung zwischen Deutschen und Rumänen zu Tode
geprügelt.
Gustav Schneeclaus, 52 Jahre, Seemann
Weil er Hitler als »großen Verbrecher« bezeichnet hatte, wurde er
am 18. März 1992 in Buxtehude (Niedersachsen) von Skinheads so
schwer misshandelt, dass er an den Folgen seiner Verletzungen
starb.
Ingo Finnern, 31 Jahre, Obdachloser
Nachdem er sich gegenüber einem Skinhead als Sinto zu erkennen
gegeben hatte, wurde er am 19. März 1992 in Flensburg
(Schleswig-Holstein) von diesem ins Hafenbecken gestoßen und
ertrank.
Erich Bosse
Er kam am 4. April 1992 bei einem Brandanschlag auf ein
Asylbewerberheim in Hörstel (Nordrhein-Westfalen) ums Leben.
Nguyen Van Tu, 24 Jahre
Am 24. April 1992 wollte er zwei vietnamesischen Freunden helfen,
die in Berlin-Marzahn von einer Gruppe rechter Jugendlicher
verprügelt wurden. Er wollte mit den Jugendlichen diskutieren und
wurde dabei von einem von ihnen mit einem Messer erstochen.
Thorsten Lamprecht, 23 Jahre
Am 9. Mai 1992 wurde er in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) bei einem
Überfall von 60 Skinheads auf eine Punk-Fete mit Baseballschlägern
getötet.
Emil Wendtland, 50 Jahre, Obdachloser
Er wurde am 1. Juli 1992 von drei Skinheads, die sich zum »Penner
klatschen« verabredet hatten, im Rosengarten von Neuruppin
(Brandenburg) zusammengeschlagen und anschließend erstochen.
Sadri Berisha, 56 Jahre
Am 8. Juli 1992 wurde der Kosovo-Albaner von sieben Skinheads, die
»Polacken klatschen« wollten, bei einem Angriff auf seine
Unterkunft in Ostfildern-Kemnat (Baden-Württemberg) mit einem
Baseballschläger ermordet.
Dieter Klaus Klein, 49 Jahre, Obdachloser
Weil er sich über den Lärm und die »Sieg Heil«-Rufe beschwert
hatte, wurde er am 1. August 1992 im Stadtpark von Bad Breisig
(Rheinland-Pfalz) von zwei Skinheads zusammengetreten und danach
mit einem Kampfmesser erstochen.
Ireneusz Szyderski, 24 Jahre, Erntehelfer
Nach dem Besuch eines Diskozeltes am 3. August 1992 in Stotternheim
(Thüringen) wurde er beim Versuch, das Gelände über den Zaun zu
verlassen, von drei Ordnern, die der Skinheadszene angehörten, so
schwer verprügelt, dass er an den Verletzungen an Kopf und Rücken
starb.
Frank Bönisch, 35 Jahre, Obdachloser
Er starb am 24. August 1992, als ein 23-jähriger Skinhead auf dem
Zentralplatz in Koblenz (Rheinland-Pfalz) die gesamte Munition
seiner Smith&Wesson auf eine Gruppe Obdachloser, Punks und
Drogenabhängiger abfeuerte.
Günter Schwannecke, 58 Jahre, Obdachloser
Am 29. August 1992 wurden er und ein weiterer Obdachloser auf einer
Parkbank in Berlin-Charlottenburg von einem Mitglied des
Ku-Klux-Klan mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen. Er
erlag am 5. September 1992 seinen Verletzungen.
Waltraud Scheffler, Aushilfskellnerin
Sie versuchte, bei einem Überfall von Neonazis auf ein Lokal in
Geierswalde (Sachsen) am 11. Oktober 1992 auf die mit »Sieg
Heil«-Rufen Eindringenden einzureden und wurde dabei mit einer
Holzlatte auf den Kopf geschlagen. An ihren schweren Verletzungen
starb sie 13 Tage später.
Rolf Schulze, 52 Jahre, Obdachloser
Am 7. November 1992 wurde er bei Lehnin (Brandenburg) von zwei
Skinheads getreten, geschlagen, mit einer Propangasflasche
verprügelt und mehrmals im Kölpinsee untergetaucht. Seine Leiche
wurde mit Benzin übergossen und angezündet.
Karl-Hans Rohn, 53 Jahre, Metzger
Am 13. November 1992 wurde er in Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) in
einem Lokal von zwei Rechtsextremisten geschlagen, angezündet und
erstickt, nachdem er sich als Jude ausgegeben hatte.
Silvio Meier, 27 Jahre, Drucker
Er gehörte zu einer Gruppe von vier Linken, die am 21. November
1992 in Berlin in eine Auseinandersetzung mit fünf Neonazis
gerieten, als sie einen von ihnen aufforderten, den Aufnäher »Ich
bin stolz, ein Deutscher zu sein« abzunehmen. Zwei der Begleiter
Silvio Meiers wurden schwer verletzt, er selbst mit Stichen in die
Lunge getötet.
Bahide Arslan, 51 Jahre
Am 22. November 1992 verbrannte sie in Mölln (Schleswig-Holstein)
bei einem durch Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das
von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.
Ayse Yilmaz, 14 Jahre
Am 22. November 1992 verbrannte sie in Mölln (Schleswig-Holstein)
bei einem durch Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das
von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.
Yeliz Arslan, 10 Jahre
Am 22. November 1992 verbrannte sie in Mölln (Schleswig-Holstein)
bei einem durch Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das
von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.
Hans-Jochen Lommatsch, 51 Jahre, Baumaschinist
Er wollte am 18. Dezember 1992 in Oranienburg (Brandenburg) nach
seinem Auto sehen, als er von zwei Skinheads angegriffen und von
einem der beiden mit Tritten und Faustschlägen getötet wurde.
Sahin Calisir, 20 Jahre
Er wurde am 27. Dezember 1992 auf der Autobahn 57 bei Meersbusch
(Nordrhein-Westfalen) von einem Rechtsradikalen mit dem Auto
verfolgt und gerammt. Aus Angst verließ Sahin Calisir seinen Wagen,
wurde von einem vorbeifahrenden Auto überfahren und
starb.
1993
Karl Sidon, 45 Jahre, Parkwächter
Am 18. Januar 1993 geriet er in Arnstadt (Thüringen) mit rechten
Jugendlichen, mit denen er schon mehrfach Auseinandersetzungen
gehabt hatte, in Streit und wurde bewusstlos geschlagen. Danach
zogen ihn die Jugendlichen auf die Straße, wo er von
vorbeifahrenden Autos überfahren wurde. Er starb im
Krankenhaus.
Mario Jödecke, 23 Jahre
Am 24. Januar 1993 kam es in Schlotheim (Thüringen) vor einer
Pizzeria während eines »Heavy-Metal-Abends« zu einer Schlägerei
zwischen einer Gruppe linker Punks und einer Gruppe rechter Heavy
Metals. Im Verlauf der Schlägerei vor dem Haus wurde Mario Jödecke,
der mit einem Baseballschläger bewaffnet war, von einem 17-jährigen
Skin durch einen Messerstich ins Herz getötet.
Mike Zerna, 22 Jahre
Er wurde am 19. Februar 1993 in Hoyerswerda (Sachsen) bei einem
Überfall von rechten Skinheads auf linke Jugendliche
zusammengeschlagen. Danach kippten die Skinheads einen Wagen auf
den am Boden liegenden Mike Zerna. Er starb sechs Tage später an
seinen Verletzungen.
Mustafa Demiral, 56 Jahre
Am 9. März 1993 wurde der Herzkranke in Mülheim/Ruhr
(Nordrhein-Westfalen) von zwei Deutschen angepöbelt. Als er sich
zur Wehr setzte, zielten sie mit einer Gaspistole auf seinen Kopf.
Mustafa Demiral brach zusammen und starb kurz darauf an einem
Herzanfall.
Matthias Lüders, 23 Jahre, Wehrpflichtiger
Bei einem Überfall von 40 rechten Skinheads auf eine Diskothek in
Obhausen (Sachsen-Anhalt) am 24. April 1993 erhielt er zwei Schläge
auf den Kopf und erlag zwei Tage später seinen Verletzungen.
Belaid Baylal 42 Jahre, Asylbewerber
Am 4. November 2000 starb er an den Spätfolgen eines Angriffs
zweier Skinheads am 8. Mai 1993 in einer Gaststätte in Belzig
(Brandenburg). Er wurde beschimpft, geprügelt und musste mit
lebensgefährlichen Verletzungen am Dünndarm ins Krankenhaus
eingeliefert werden. Er starb am dritten Darmverschluss.
Gürsün Inçe, 27 Jahre
Sie starb am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der
Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).
Hatice Genç, 18 Jahre
Sie starb am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der
Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).
Hülya Genç, 9 Jahre
Sie starb am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der
Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).
Saime Genç, 4 Jahre
Sie starb am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der
Familie Genç bewohnte Haus in Solingen Nordrhein-Westfalen).
Gülüstan Öztürk, 12 Jahre
Sie starb am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der
Familie Genç bewohnte Haus in Solingen Nordrhein-Westfalen).
Horst Hennersdorf, 37 Jahre, Obdachloser
Am 5. Juni 1993 wurde er in Fürstenwalde (Brandenburg) von zwei
jungen Rechtsextremisten zu Tode gequält. Mehrere Zeugen
beobachteten die Tat ohne einzuschreiten.
Obdachloser, 33 Jahre
Der Schlafende wurde am 16. Juli 1993 in Marl (Nordrhein-Westfalen)
als »Judensau« beschimpft und von einem rechten Skinhead mit
Schlägen und Tritten bewusstlos geschlagen. Er starb drei Monate
später, ohne das Bewusstsein wieder zu erlangen.
Hans-Georg Jakobson, 35 Jahre
Am 28. Juli 1993 wurde der Schlafende von drei rechten Skinheads in
einer S-Bahn nahe Strausberg (Brandenburg) geschlagen und getreten.
Anschließend warfen sie ihn aus der fahrenden S-Bahn. Er starb an
seinen Verletzungen.
Michael Gäbler, 18 Jahre
Am 19. November 1993 kam es in einem Zittauer Jugendklub (Sachsen)
während einer Party zu einem Streit mit einem Gast, der auf Grund
nationalistischer Sprüche Hausverbot erteilt bekam. Gäbler und ein
Begleiter führten danach eine verbale Auseinandersetzung mit ihm,
150 Meter vom Klubhaus entfernt. Als sich der Begleiter zum Gehen
abwandte, stach der bekennende Nazi mehrmals auf Gäbler ein, der an
den schweren Verletzungen starb.
Kolong Jamba, 19 Jahre, Asylbewerber
Er wurde am 7. Dezember 1993 im Eilzug von Hamburg nach Buchholz
(Niedersachsen) von einem 54-jährigen Deutschen durch einen
Messerstich in den Bauch tödlich verletzt, weil sich dieser durch
den Asylbewerber gestört fühlte.
1994
Klaus R., 43 Jahre
Er geriet am 28. Mai 1994 mit einer Gruppe von sechs Skinheads, die
eine Wohnung in einem Leipziger Mietshaus (Sachsen) besetzt hatten,
in Streit und wurde von diesen zu Tode geprügelt.
Beate Fischer, 32 Jahre, Prostituierte
Am 23. Juli 1994 wurde sie von drei Skinheads getötet und vor die
Mülltonnen eines Hauses in Berlin-Reinickendorf gelegt. Sie war den
Tätern zunächst freiwillig gefolgt, wollte nach einer Misshandlung
jedoch gehen. Daraufhin wurde sie mehrfach vergewaltigt und
anschließend erwürgt.
Jan W., 45 Jahre, Bauarbeiter
Am 26. Juli 1994 wurde der Pole von einer Gruppe junger Deutscher
in die Berliner Spree getrieben, gewaltsam daran gehindert, ans
Ufer zurückzuschwimmen, und ertrank.
Gunter Marx, 42 Jahre
Am 6. August 1994 wurde er in Velten (Brandenburg) von einer Gruppe
von Rechten, die ihn ausrauben wollten, vom Fahrrad getreten. Als
er ihnen sagte, dass er kein Geld bei sich habe, wurde er von einem
der Rechten mit einem schweren Schraubenschlüssel erschlagen.
Piotr Kania, 18 Jahre
Am 6. November 1994 geriet er auf dem Bahnhof von Rotenburg/Fulda
(Hessen) in eine Auseinandersetzung mit fünf Bundeswehrrekruten.
Nach Zeugenaussagen war einer der Soldaten eindeutig als Rechter
erkennbar, weswegen ihn Kania als »Nazischwein« bezeichnete. Er
verfolgte ihn bis zum Bahnhofsvorplatz, wo dieser sich plötzlich
umdrehte und Kania einen Stoßdolch gezielt ins Herz rammte.
1995
Horst Pulter, 65 Jahre, Obdachloser
Am 5. Februar 1995 wurde der auf einer Parkbank im Stadtpark von
Velbert (Nordrhein-Westfalen) Schlafende von sieben
rechtsextremistischen Jugendlichen durch Tritte verletzt. Einer der
Jugendlichen versetzte ihm zum Schluss einen tödlichen
Messerstich.
Peter T., 24 Jahre, Bundeswehrsoldat
Am 25. Mai 1995 wurde er bei einem Ausflug an einen Stausee bei
Hohenstein/Ernstthal (Sachsen) von etwa 20 Skinheads, die zuvor
Pakistanis angegriffen hatten, zusammengeschlagen. Er starb neun
Tage später.
Dagmar Kohlmann, 25 Jahre
Im Juli 1995 wurde sie von dem Neonazi Thomas Lemke und seiner
Freundin getötet. Der zu diesem Zeitpunkt schon mit Haftbefehl
gesuchte Neonazi wollte seine Freundin in den Mord verwickeln, um
sich vor belastenden Aussagen zu schützen.
Klaus-Peter Beer, 48 Jahre
In der Nacht zum 7. September 1995 wurde der Homosexuelle von zwei
Skinheads in Amberg (Bayern) in die Vils geworfen und ertrank.
1996
Maiamba Bunga
Nsuzana Bunga
Françoise Makodila
Christine Makodila
Miya Makodila
Christelle Makodila
Legrand Makodila
Jean-Daniel Makodila
Sie verbrannten in der Nacht zum 18. Januar 1996 bei einem
Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck
(Schleswig-Holstein).
Rabia El Omari
Er verbrannte in der Nacht zum 18. Januar 1996 bei einem
Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck
(Schleswig-Holstein).
Sylvio Amoussou
Er verbrannte in der Nacht zum 18. Januar 1996 bei einem
Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck
(Schleswig-Holstein).
Sven Beuter, 23 Jahre
Am 15. Februar 1996 wurde er in Brandenburg/Havel (Brandenburg) von
einem Skinhead so schwer verprügelt, dass er fünf Tage später
starb. Der Täter wollte an ihm seinen Hass auf »Zecken«, wie Linke
und Punks von der rechten Szene genannt werden,
ablassen.
Patricia Wright, 23 Jahre
Im Februar 1996 wurde sie in Bergisch Gladbach
(Nordrhein-Westfalen) von dem Neonazi Thomas Lemke erstochen, weil
sie einen »Nazis Raus«- Aufnäher auf der Jacke hatte.
Martin Kemming, 26 Jahre
Am 15. März 1996 wurde der Aussteiger aus der rechten Szene in
Dorsten Rade (Nordrhein-Westfalen) von dem Neonazi Thomas Lemke
erschossen. Er hielt Kemming für einen Verräter, da er ihn
angezeigt und belastet hatte.
Bernd G., 43 Jahre, Geschäftsmann
Am 8. Mai 1996 wurde er in Leipzig-Wahren (Sachsen) nach einer
Sauftour mit drei Rechtsextremisten von ihnen zusammengeschlagen
und erstochen. Die Leiche versenkten die drei Täter im Ammelshainer
See, wo sie eine Woche später gefunden
wurde.
Boris Morawek, 26 Jahre
Am 11. Juli 1996 wurde er auf einem Platz in Wolgast
(Mecklenburg-Vorpommern) von zwei Skinheads mit Tritten und
Schlägen traktiert, weil er als »Kinderschänder keine Rechte mehr
habe«. Von Zeugen gerufene Polizisten verhinderten nicht, dass
weiterhin auf ihn eingetreten wurde. Zwei Tage später starb er an
seinen schweren Kopfverletzungen.
Werner Weickum, 44 Jahre, Elektriker
Er wurde am 19. Juli 1996 am Bahnhof von Eppingen
(Baden-Württemberg) von einer rechtsgerichteten Jugendbande
überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt.
Andreas Götz, 34 Jahre
Er starb an den Folgen eines Überfalls durch sechs rechte
Jugendliche am 1. August 1996 in Eisenhüttenstadt (Brandenburg).
Sie erbeuteten 90 DM und Erpressten die Geheimnummer seiner
EC-Karte, indem sie auf ihn einschlugen und ihm auf den Kopf
sprangen.
Achmed Bachir, 30 Jahre, Asylbewerber
Er wurde am 23. November 1996 in Leipzig (Sachsen) vor einem
Gemüseladen mit einem Messerstich ins Herz getötet, als er zwei
deutschen Kolleginnen zu Hilfe kommen wollte, die von zwei
Skinheads attackiert und als »Türkenschlampen« bezeichnet worden
waren.
1997
Phan Van Toau, 42 Jahre
Er wurde am 31. Januar 1997 am Bahnhof von Fredersdorf
(Brandenburg) von einem Deutschen hochgehoben und mit dem Kopf auf
den Betonboden geworfen. Er starb drei Monate später in einer
Rehabilitationsklinik.
Frank Böttcher, 17 Jahre
Er wurde am 8. Februar 1997 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) von einem
Gleichaltrigen mit Springerstiefeln getreten. Am Boden liegend
stach dieser ihm mit einem Butterfly-Messer mehrmals in den Rücken.
Frank Böttcher starb kurz darauf im Krankenhaus.
Antonio Melis, 37 Jahre
Er wurde am 13. Februar 1997 in Caputh (Brandenburg) von einem
18-Jährigen und einem 25-Jährigen mit Schlägen und Tritten schwer
misshandelt und anschließend von dem 18-Jährigen in der Havel
ertränkt.
Stefan Grage, Polizist
Am 23. Februar 1997 wurde er auf dem Autobahn-Parkplatz Roseburg
(Schleswig-Holstein) vom flüchtigen Rechtsextremisten Kai Diesner
erschossen.
Horst Gens, 50 Jahre, Arbeitsloser
Am 22. April 1997 wurde er in Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern) von
vier jungen Männern entführt, geschlagen und in einen Straßengraben
geworfen. Die Täter kamen später nochmals zurück und erschlugen ihn
mit einem 30 Kilogramm schweren Stein.
Augustin Blotzki, 59 Jahre, Arbeitsloser
Am 8. Mai 1997 wurde er in Königs-Wusterhausen (Brandenburg) von
einer Gruppe junger Rechtsextremisten zweimal innerhalb weniger
Stunden in seiner Wohnung überfallen und zu Tode geprügelt.
Matthias S., 39 Jahre
Am 23. September 1997 wurde er in Cottbus (Brandenburg) von einem
19-jährigen Skinhead erstochen, nachdem er diesen als »Nazisau«
beschimpft hatte.
Erich Fisk, Obdachloser
Am 23. September 1997 wurde er in Angermünde (Brandenburg) mit
schweren Kopfverletzungen aufgefunden, die ihm junge Männer
zugefügt hatten. Am 30. August 1998 starb Erich Fisk im
Krankenhaus, ohne aus dem Koma aufgewacht zu sein.
Georg V., 46 Jahre
Er wurde am 27. September 1997 vom selben Skinhead, der vier Tage
zuvor Matthias S. erstochen hatte, in Cottbus (Brandenburg) wegen
geringfügiger Geldschulden getötet.
Josef Anton Gera, 59 Jahre, Rentner
Am 14. Oktober 1997 wurden ihm von zwei 26- und 34-jährigen
Skinheads mit einem Stahlrohr schwere innere Verletzungen zugefügt,
denen er am 17. Oktober 1997 erlag.
1998
Jana Georgi, 14 Jahre
Sie wurde am 26. März 1998 in Saalfeld (Thüringen) auf offener
Straße von einem 15-Jährigen erstochen.
Nuno Lourenco, Zimmermann
Im Juli 1998 wurde er von acht Männern zwischen 18 und 20 Jahren in
Leipzig (Sachsen) zusammengeschlagen. Er starb am 29. Dezember 1998
in Portugal an den Folgen der Verletzungen.
1999
Farid Guendoul (alias Omar Ben Noui), 28 Jahre,
Asylbewerber
In der Nacht zum 13. Februar 1999 wurde er in Guben (Brandenburg)
von einer Gruppe junger Rechtsextremisten gejagt und trat in Panik
eine Glastür ein, wobei er sich tödliche Verletzungen zuzog.
Egon Efferts, 58 Jahre, Frührentner
Am 17. März 1999 wurde er in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) von
drei bekennenden rechten Skinheads »aus purer Lust auf
Menschenjagd« totgetreten.
Obdachloser, 44 Jahre
Am 9. August 1999 wurde er in Eschede (Niedersachsen) von einem
17-jährigen und einem 18-jährigen Mann totgetreten, nachdem er sie
mehrmals aufgefordert hatte, »den Scheiß mit dem Skinhead-Gehabe zu
lassen«.
Carlos Fernando, 35 Jahre
Der Mosambikaner wurde am 15. August 1999 in Kolbemoor (Bayern) von
einem 31-jährigen Mann totgeprügelt, der sich zuvor darüber
aufgeregt hatte, dass das Auto seiner Freundin von Afrikanern
zugeparkt worden war.
Patrick Thürmer, 17 Jahre, Lehrling
In der Nacht zum 2. Oktober 1999 griffen rechte Skinheads ein
Punkfestival in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) an. Thürmer und
einem Freund gelang es zunächst, zu einem Bauernhof zu flüchten.
Dort wurde er von drei Hooligans, die ihn verfolgt hatten, mit
Fußtritten, einer Axt und einem Billardqueue bewusstlos geprügelt.
Am Morgen darauf fanden ihn Anwohner. Er starb wenige Stunden
später im Krankenhaus.
Kurt Schneider, 38 Jahre, Sozialhilfeempfänger
In der Nacht zum 6. Oktober 1999 wurde er von vier Skinheads in
Berlin-Lichtenberg zu Tode gequält.
Daniela Peyerl, 18 Jahre
Sie wurde am 1. November 1999 von ihrem 16-jährigen Bruder in Bad
Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter tötete sich anschließend
selbst.
Karl-Heinz Lietz, 54 Jahre
Er wurde am 1. November 1999 vom 16-jährigen Bruder von Daniela
Peyerl in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter tötete
sich anschließend selbst.
Horst Zillenbiller, 60 Jahre[/b]
Er wurde am 1. November 1999 vom 16-jährigen Bruder von Daniela
Peyerl in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter tötete
sich anschließend selbst.
Ruth Zillenbiller, 59 Jahre
Sie wurde am 1. November 1999 vom 16-jährigen Bruder von Daniela
Peyerl in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter tötete
sich anschließend selbst.
2000
Bernd Schmidt, 52 Jahre, obdachloser Glasdesigner
Er wurde in seiner Baracke in Weißwasser (Sachsen) von zwei
15-jährigen und einem 16-jährigen Jugendlichen über einen Zeitraum
von drei Tagen zu Tode geprügelt. Sie wollten 900 DM für ein Moped
erpressen, doch Bernd Schmidt konnte diese nicht zahlen. Er starb
am 31. Januar 2000 an Hirnblutungen und einer Lungenentzündung, die
er sich durch das Einatmen von Blut zugezogen hatte.
Helmut Sackers, 60 Jahre
Am 29. April 2000 wurde er von einem Neonazi im Treppenhaus eines
Plattenbaus in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) erstochen, weil er sich
über das laute Abspielen von Nazimusik, unter anderem des
Horst-Wessel-Liedes,beschwert und die Polizei verständigt
hatte.
Dieter Eich, Sozialhilfeempfänger
Am 25. Mai 2000 wurde er von vier rechten Jugendlichen, die »einen
Asi klatschen« wollten, in seiner Wohnung in Berlin-Pankow
zusammengeschlagen und erstochen.
Falko Lüdtke, 22 Jahre
Er wurde am 31. Mai 2000 in Eberswalde (Brandenburg) von einem
Angehörigen der rechten Szene vor ein Taxi gestoßen und
überfahren.
Alberto Adriano, 39 Jahre
Er wurde am 14. Juni 2000 in der Nähe des Stadtparks in Dessau
(Sachsen-Anhalt) von drei rechten Jugendlichen bewusstlos
geschlagen und getreten, in den Park geschleift und weiter
geschlagen, bis die Polizei kam. Drei Tage später starb er an
seinen Verletzungen.
Klaus-Dieter Gerecke, Obdachloser
Er wurde in der Nacht zum 24. Juni 2000 in Greifswald
(Mecklenburg-Vorpommern) erschlagen.
Jürgen S., 52 Jahre, Obdachloser
Am 9. Juli 2000 wurde er von fünf Rechtsextremisten in einem
Abrisshaus in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) mit Schlägen und
Tritten so schwer misshandelt, dass er wenig später seinen
Verletzungen erlag.
Norbert Plath, 51 Jahre, Obdachloser
Am 27. Juli 2000 wurde er in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) von
vier jungen Rechtsextremisten zu Tode geprügelt.
Malte Lerch, 45 Jahre, Obdachloser
In der Nacht zum 12. September 2000 wurde er in Schleswig
(Schleswig-Holstein) von zwei Skinheads erschlagen, nachdem er mit
ihnen auf einer Wiese gezecht hatte. Die beiden Skinheads fühlten
sich beleidigt, da Malte Lerch schlecht über die Skinhead-Szene
gesprochen hatte.
Eckhardt Rütz, 42 Jahre, Obdachloser
Am 25. November 2000 wurde er in Greifswald
(Mecklenburg-Vorpommern) vor der Mensa der Universität von drei
rechten Skinheads mit Baumstützpfählen zusammengeschlagen und
getreten, weil »so einer wie Rütz dem deutschen Steuerzahler auf
der Tasche liegt«.
2001
Willi Worg, 38 Jahre
Am 25. März 2001 wurde er in Milzau (Sachsen-Anhalt) von fünf
Männern, von denen mindestens drei zur rechten Szene gehörten, vor
einer Diskothek zusammengeschlagen und getreten. Drei Tage später
erlag er seinen Verletzungen.
Fred Blanke, 51 Jahre, Frührentner
Am 26. März 2001 wurde er in seiner Wohnung in Grimmen
(Mecklenburg-Vorpommern) von zwei jungen Männern der rechten Szene
getreten und mit Stuhlbeinen und Faustschlägen geschlagen. Die
beiden waren auf Sauftour und benötigten Geld, doch Fred Blanke
hatte sich geweigert, den ihm flüchtig bekannten Angreifern Geld zu
geben. Er starb an Gehirnblutungen.
Mohammed Belhadj, 31 Jahre, Asylbewerber
Am 22. April 2001 wurde er nahe Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) von
vier Männern erschlagen. Den Tätern zufolge hatten sie ihn auf
Drogen angesprochen und in ihr Auto gezerrt. Laut »Ostsee-Zeitung«
kam es zu einem Streit, weil Belhadj kein Haschisch bei sich hatte.
Im Auto und an einem Kiessee wurde er geschlagen, getreten, und es
wurde ihm ein schwerer Stein auf den Kopf geworfen.
Klaus-Dieter Harms
Am 9. August 2001 wurde er von zwei Männern in seiner Wohnung in
Wittenberge (Brandenburg) zu Tode geprügelt.
Dieter Manzke, 61 Jahre, Obdachloser
Am 9. August 2001 wurde er von fünf jungen Männern in einem leer
stehenden Gartenbungalow in Dahlewitz (Brandenburg) erschlagen, da
sich die Täter »gestört fühlten« und angesichts seiner Lebensweise
»Ordnung schaffen wollten«.
Arthur Lampel, 18 Jahre
Dem aus Russland stammenden Aussiedler wurde am 9. September 2001
bei einem Fest in Bräunlingen (Baden-Württemberg) von einem
Skinhead ein Weizenbierglas auf den Kopf geschlagen. Ein Splitter
drang in die Halschlagader ein, woran Arthur Lampel verblutete.
Ingo B., 36 Jahre
Am 5. November 2001 wurde der Herzkranke in einer Berliner Wohnung
von drei angetrunkenen Rechtsextremisten getreten, geschlagen und
gewürgt, da sie angeblich 40 DM Schulden eintreiben wollten. Er
starb daraufhin an einem Herzinfarkt.
Kajrat Batesov, 24 Jahre
Am 4. Mai 2001 wurde der Aussiedler zusammen mit einem Freund in
Wittstock (Brandenburg) von mehreren jungen Männern mit Schlägen
und Tritten verprügelt. Kajrat Batesov wurde anschließend ein 18
Kilogramm schwerer Feldstein auf die Brust geworfen. Am 25. Mai
2002 erlag er seinen schweren Verletzungen.
2002
Klaus Dieter Lehmann, 19 Jahre
Am 15. Mai 2002 lud der geistig und körperlich Behinderte zwei
betrunkene Naziskins in sein Zimmer in Neubrandenburg
(Mecklenburg-Vorpommern) ein. Dort rissen sie Poster
afroamerikanischer HipHop-Sänger von den Wänden. Danach gingen sie
gemeinsam zu einem See, und da er »genervt« habe, schlugen ihn die
beiden Täter zu Boden. Einer der Naziskins zertrümmerte ihm mit
Tritten den Kopf. Er starb an Hirnquetschungen.
Ronald Masch, 29 Jahre, Dachdecker
Am 1. Juni 2002 wollten vier Rechtsextremisten den betrunkenen
Ronald Masch in der Nähe von Neu Mahlisch (Brandenburg) ausrauben.
Sie schlugen ihn zusammen, und einer der Täter stach etwa 40-mal in
Niere, Brustkorb und Hals. Der Fahrer eines Mähdreschers fand die
Leiche elf Tage später.
Marinus Schöberl, 17 Jahre
Am 12. Juli 2002 schlugen drei Rechtsextremisten in einer Wohnung
in Potzlow (Brandenburg) auf ihn ein und quälten ihn. Sie hielten
ihn für »minderwertig«. Er hatte Sprachschwierigkeiten und
entsprach mit seinem HipHop-Outfit nicht ihrem Geschmack. Danach
wurde er zu einem Schweinestall gebracht und misshandelt. Nach vier
Stunden war er tot. Seine Leiche wurde im November 2002 in einer
Jauchegrube gefunden.
Ahmet Sarlak, 19 Jahre, Lehrling
Am 9. August 2002 wurde er auf einem Volksfest in Sulzbach
(Saarland) von einem Rechtsextremisten mit fünf Messerstichen in
Bauch und Brust verletzt. Sarlak starb einen Tag später an seinen
schweren Verletzungen. Er hatte dem Täter versehentlich eine
Zigarettenkippe auf die Glatze geschnippt.
2003
Hartmut Balzke, 48 Jahre
Am 27. Januar 2003 hatte er seinen Sohn zu einer Punk-Party in
Erfurt (Thüringen) begleitet. Als er mit einer Gruppe Punks auf der
Straße stand, wurden sie überraschend von einer Gruppe
Rechtsextremer angegriffen. Zeugen fanden einen Punk und Hartmut
Balzke mit schweren Kopfverletzungen auf der Straße liegend. Er
erlag am 29. Januar 2003 seinen Verletzungen.
Enrico Schreiber, 25 Jahre
In der Nacht zum 29. März 2003 wurde er in Frankfurt/Oder
(Brandenburg) in der Wohnung einer Plattenbausiedlung von drei
Männern ermordet. Auf Grund ihres menschenverachtenden Weltbildes
und rechter Gesinnung misshandelten die Täter den Punk so schwer,
dass er seinen Verletzungen im Krankenhaus erlag.
Hartmut Nickel, 61 Jahre
Mechthild Nickel, 53 Jahre
Alja Nickel, 26 Jahre
Am 7. Oktober 2003 fährt der 45-jährige Neonazi Thomas Adolf
zusammen mit seiner 19-jährigen Freundin Jennifer D. zum Haus von
Rechtsanwalt Hartmut Nickel (61) im nordrhein-westfälischen
Overath. Dort erschießt er zuerst Ehefrau Mechthild (53), dann
fesselt D. den Rechtsanwalt und seine Tochter 26-jährige Tochter
Alja. Adolf tötet Vater und Tochter durch einen Kopfschuss aus
nächster Nähe. Im Gerichtsverfahren beschreibt A. sich selbst als
"engagiertes Mitglied der Nazi-Szene". Er schreibt rechtsextreme
Hasstiraden gegen "das deutsche Rechtswesen" und meint: "Alle
Juristen müssen vernichtet werden." A. verunglimpft seine Opfer und
nennt die Morde eine "von mir selbst durchgeführte Maßnahme zur
Gesundung des deutschen Volkes". Er spricht von "der Exekution
dieser 3 wertlosen zerstörerischen Elemente", die sich an den
"heiligsten Grundlagen des deutschen Rechtswesen aus Habgier und
Vorteilsnahme vergriffen" hätten. Ihre Tötung sei "mehr als
notwendig" gewesen. Das Landgericht Köln verurteilt Thomas Adolf zu
lebenslanger Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung.
Jennifer D. erhält sieben Jahre Jugendstrafe wegen Beihilfe. (mehr
>klick) (mut-Ergänzung)
Viktor F., 15 Jahre
In der Nacht zum 20. Dezember 2003 wurde der Aussiedler in
Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem 17-jährigen, der
Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen erstochen. Der Täter
wollte in eine Diskothek, hatte dort jedoch wegen einer
vorhergehenden Prügelei bereits Hausverbot. Vor dem Lokal kam es zu
einer Auseinandersetzung mit den Opfern, bei der Viktor F. und
seine zwei Begleiter starben.
Aleksander S., 17 Jahre
In der Nacht zum 20. Dezember 2003 wurde der Aussiedler in
Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem 17-jährigen, der
Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen erstochen. Der Täter
wollte in eine Diskothek, hatte dort jedoch wegen einer
vorhergehenden Prügelei bereits Hausverbot. Vor dem Lokal kam es zu
einer Auseinandersetzung mit den Opfern, bei der Aleksander S. und
seine zwei Begleiter starben.
Waldemar I., 16 Jahre
In der Nacht zum 20. Dezember 2003 wurde der Aussiedler in
Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem 17-jährigen, der
Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen erstochen. Der Täter
wollte in eine Diskothek, hatte dort jedoch wegen einer
vorhergehenden Prügelei bereits Hausverbot. Vor dem Lokal kam es zu
einer Auseinandersetzung mit den Opfern, bei der Waldemar I. und
seine zwei Begleiter starben.
2004
Oleg V., 27 Jahre
In der Nacht zum 21. Januar 2004 wurde der Aussiedler in
Gera/Bieblach-Ost (Thüringen) von drei der Skinheadszene
zuzurechnenden Jugendlichen mit Schlägen, Tritten und Messerstichen
traktiert, sodass Oleg V. an seinen schweren Verletzungen
starb.
2005
Oury Jalloh, 21 Jahre
Oury Jalloh starb am 7. Januar 2005 in einer Zelle des
Polizeireviers Dessau in Sachsen-Anhalt. Der Asylbewerber aus
Sierra Leone kam bis heute nicht genau aufgeklärten Umstände
während eines Brandes ums Leben. Zum Zeitpunkt seines Todes war der
Bürgerkriegsflüchtling mit ausgestreckten Armen und Beinen auf
einer Matratze liegend angebunden. Nachdem die Matratze aus
feuerfestem Material in Flammen aufgegegangen war, verstarb der am
lebendigen Leib verbrannte Gefangene an einem Hitzeschock. Während
die Polizei von einem Freitod sprach, kamen in Lauf der
staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zahlreiche Widersprüche
zutage, die zumindest unterlassene Hilfeleistung wahrscheinlich
machen.
Thomas Schulz, 32 Jahre
Am 28. März 2005 treffen in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) gegen 19
Uhr ein 17-jähriger Neonazi und seine 16-jährige Freundin in der
U-Bahn-Station Kampstraße auf den 32-jährigen Punk Thomas Schulz.
Nach einer verbalen Auseinandersetzung zieht der Neonazi ein Messer
und sticht auf Thomas Schulz ein. Das Opfer verstirbt noch am
selben Abend im Krankenhaus.
Die Dunkelziffer ist hoch, da sich viele
Gewalttaten nachts ohne Zeugen abspielen.
Keine der Listen, die existieren, ist
vollständig
Dieser Auflistung liegen unter anderem die beiden Chroniken von
»Frankfurter Rundschau« und »Der Tagesspiegel« zu Grunde. Die
Chronik wurde zusammengestellt von: Karl-Heinz Baum, Jürgen
Elsässer, Jörg Feuck, Detlef Franke, Michael Grabenströer, Stephan
Hebel, Peter Henkel, Iris Hillberth, Bernhard Honnigfort, Astrid
Hölscher, Frank Jansen, Heike Kleffner, Cordula Mäbert, Thomas
Maron, Ingrid Müller-Münch, Karsten Plog, Knut Pries, Helmut
Schröder, Tobias Singelnstein, Andreas Spannbauer und den
Mitarbeitern der Textarchive von »Frankfurter Rundschau« und »Der
Tagesspiegel«. Besonderer Dank gilt: Den Autoren der Chroniken, den
Mitarbeitern der Textarchive von »Frankfurter Rundschau« und »Der
Tagesspiegel«, dem Antifaschistischen Pressearchiv und
Bildungszentrum Berlin und dem »Antifaschistischen Infoblatt«.
Ergänzungen von Simone Rafael, Holger Kulick,
u.a.m.
Mehr im Internet:
www.opfer-rechter-gewalt.de
www.opferperspektive.de
www.opferfonds-cura.de