Guten Tag, allerseits!
Jetzt ist es nur noch ein knapper Monat, bis Linde das Ergebnis für
2008 vorstellt - Zeit, sich ein paar grundlegende Gedanken zu
machen.
Die letzten veröffentlichten Zahlen (Q3/2008)
http://www.linde.com/international/web/linde/like35lindede.n…
wiesen im Vergleich zum Vorjahr noch eine ordentliche Entwicklung
bei Umsatz (+4,8%) sowie EBITDA (+12,3%) aus. Wichtig dabei der
Blick auf die unterschiedlichen Sparten: Die Engineering Division
(Anlagenbau) wuchs deutlich stärker (Umsatz +12,4%) als das
Gasgeschäft (+4,5%), wobei letzteres noch immer den Löwenanteil des
Ergebnisses beiträgt.
Spannend wird sein, ob die berichteten Margen von 27,3% (Gas) bzw.
8,9% gehalten oder gar verbessert werden konnten.
Um es ganz deutlich zu sagen: Für das Gasgeschäft gehe ich von
relativ stabilen Erträgen dank monopolähnlicher Strukturen aus,
beim Anlagenbau hingegen droht Schreckliches. Eine "operative"
Marge von weniger als 10% bedeutet, dass hier durch die Kontraktion
am Kreditmarkt ganz schnell günstigstenfalls noch eine schwarze
Null stehen bleibt.
Weitere Probleme - ebenfalls bedingt durch die
Finanzierungserschwernisse - sehe ich in der schuldenfinanzierten
Übernahme des ehemaligen Konkurrenten BOC. Das milliardenschwere
Paket wird dramatische Auswirkungen auf den Free Cash Flow haben,
da auch die Linde sich nicht den verschlechterten Konditionen (=
höhere Risikovorsorge der Banken) wird entziehen können.
Zwar versucht man jetzt schon, durch erzwungene Zugeständnisse der
Lieferanten (Vorfinanzierung) sich weitere "virtuelle" Kreditlinien
zu erschließen; dies dürfte aber kaum weiter als ein bis anderthalb
Jahre tragen.
Und ob dann die Krise schon vorüber ist?!
Mit der Bitte um Kommentare, Beiträge + Gedanken grüßt aus
Luxemburg
der LuxFuchs