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Wie steht es um die deutschen Lebensversicherer?

Diskussionsstatistik
eröffnet am 25.02.09 18:26:14
von
neuster Beitrag 10.12.11 15:11:57
von

Anzahl Beiträge: 177
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schrieb am 25.02.09 18:26:14
Beitrag Nr.1 
(36.652.438)
Antwort
Zitat
Finanzkrise: Wie steht es um deutsche Versicherungen?

P2News 03 Februar 2009


Gegen Krise schlecht versichert: Kommunikationsanalyse der Versicherungsbranche identifiziert große Wahrnehmungsunterschiede

Hat die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise nach den Banken nun auch die Reputation der deutschen Versicherungen in Schieflage gebracht? Eine aktuelle Kommunikationsanalyse im Internet zeigt, dass sich die Krise bislang nicht auf die 17 untersuchten Versicherungen auswirkt. Aber die Unterschiede in der Wahrnehmung sind groß, die Herausforderungen für die Unternehmen ebenso.

Die Analyse von Kuhn, Kammann und Kuhn hat 300.000 Meinungsäußerungen zu insgesamt 17 Assekuranz-Unternehmen in Deutschland untersucht. Das Ergebnis: Viele Versicherer werden nur sachlich über ihre Produkte wahrgenommen, die wenigsten haben eine emotionale Bindung zum Kunden aufgebaut. Gerade diese ist jedoch in strukturellen Umbruchphasen ein Garant für eine nachhaltig positive Gesamtreputation, die einen hohen Beitrag zum weiteren Unternehmenserfolg leistet.

Finanzmarktkrise noch “nicht angekommen” Nur zwei der insgesamt 17 Unternehmen wurden im Rahmen der Analyse vermehrt mit der Krisendiskussion in Verbindung gebracht. Es lässt sich bei der Kommunikation im Internet kein grundsätzlicher Zusammenhang zwischen der allgemeinen Krisenstimmung und der Wahrnehmung der Versicherungen feststellen. Darüber hinaus wurden die zwei in diesem Kontext häufiger diskutierten Unternehmen Generali Deutschland und Talanx ausschließlich mit eher positiven Assoziationen wie “gut geführt” oder “konkurrenzfähig” verbunden.

Service ist Reputationstreiber Nummer 1 Die Untersuchung bestätigt die Vermutung: Verbraucher beurteilen Versicherungen vor allem über ihren Service. Dies äußert sich in einer direkten Korrelation zwischen der Anzahl von Nennungen und inhaltlichem Service-Bezug. Die drei Unternehmen Allianz, Münchener Rück und HUK Coburg punkten trotz verschiedener Geschäftsmodelle in dieser Hinsicht besonders - und werden als “begleitend”, “freundlich” oder “treu” empfunden. Andere hingegen - wie Victoria, AachenMünchener, Generali Deutschland und Hamburg-Mannheimer - werden zwar mit positiven, allerdings wesentlich neutraleren Werten wie “günstig”, “flexibel” oder “direkt” belegt. Die Schlusslichter bilden zum Beispiel HDI, Debeka und Zurich Versicherung, die vor allem negative Assoziationen hervorrufen. “Schlecht beraten”, “kalt” und “unfreundlich” sind Eigenschaften, mit denen ein Unternehmen seinen Ruf nicht verbunden sehen will.

Emotionale Kundenbindung schafft in der Krise Vertrauen Auffallend ist der insgesamt hohe Grad an Sachlichkeit, mit der die Branche im Internet diskutiert wird. Emotionale Bindung? Fehlanzeige. Nur der Allianz, R+V Versicherungen sowie Axa werden Eigenschaften zugeschrieben, die eher emotional-bewertender als sachlich-nüchterner Natur sind. “Für die Unternehmen ist es von hoher Bedeutung, ob sie eher für ein Produkt wie “Haftpflichtversicherung” oder einen Wert wie “Orientierung” oder “Erfahrung” stehen”, so Carsten Rossi, Vorstandsprecher der die Analyse beauftragenden Agentur Kuhn, Kammann und Kuhn in Köln. “Gerade in der anstehenden Umbruch- und Konsolidierungsphase im Assekuranzwesen sind die Unternehmen klar im Vorteil, die ihre Marke emotional aufgeladen haben. Vertrauen ist das Stichwort,” so Rossi weiter, “das in der Krise eine noch höhere Bedeutung bekommt. Vertrauen gewinnen die Versicherungen aber nicht mit kurzfristig gültigen Produktversprechen, sondern nur über eine nachhaltig orientierte Kommunikationsstrategie, die dem Unternehmen im Einklang mit anderen Unternehmensdisziplinen zu einer positiven Gesamtreputation verhilft.”

P2News
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Da die AIG nun in Schieflage geraten ist, stellt sich diese Frage nun aktuell.
_________________________________

Quelle Tagesschau.de

Viele Milliarden im Minus
US-Versicherungsriese AIG sucht Retter

Angesichts eines drohenden Jahresverlusts von rund 100 Milliarden Dollar sucht der staatlich gestützte US-Versicherer AIG unter Hochdruck nach neuen Wegen zu seiner Rettung.

AIG erlitt Medienberichten zufolge im vergangenen Quartal einen Rekordverlust von rund 60 Milliarden Dollar - dies wäre das größte Minus eines US-Unternehmens aller Zeiten. Insgesamt würde sich der Jahresverlust für 2008 damit auf fast 100 Milliarden Dollar (78 Mrd. Euro) addieren. Die Bilanz soll voraussichtlich nächste Woche präsentiert werden.
AIA schwer verkäuflich

Der einstige weltweite Branchenführer stößt beim für sein Überleben nötigen Verkauf umfangreicher Geschäftsfelder laut US-Medienberichten auf immer größere Probleme. So sind für die lukrative asiatische Sparte AIA nur noch drei Bieter im Gespräch. Abgesprungen sind unter anderem die Bank of China und die HSBC.
Angst vor neuem Börsenschock

AIG in New York (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Noch zu retten? ]
Ein Zusammenbruch des Versicherungsriesen würde laut Experten neue Schockwellen an den Finanzmärkten auslösen. Möglich sei daher ein zusätzlicher Einstieg des Staates in einige derzeit schwer verkäufliche Konzernsparten, meldet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. In anderen Meldungen war von einem Börsengang der AIA die Rede.
Schon zu 80 Prozent verstaatlicht

Der Konzern verhandelt zudem in seiner Not mit dem Staat über eine Umschuldung der bereits enormen Hilfen von 150 Milliarden Dollar. Die US-Notenbank Fed hatte AIG erst Mitte September in letzter Minute vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Gegenzug erhielt der Staat praktisch 80 Prozent der Anteile.
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schrieb am 25.02.09 18:29:27
Beitrag Nr.2 
(36.652.464)
Antwort
Zitat
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schrieb am 25.02.09 18:49:26
Beitrag Nr.3 
(36.652.646)
Antwort
Zitat
Lebensversicherungen im Sog fallender Aktienmärkte.

Eine gute Zusammenfassung, die man lesen muß!

http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Versicherungen-stu…
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schrieb am 25.02.09 18:51:33
Beitrag Nr.4 
(36.652.662)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.652.464 von Dorfrichter am 25.02.09 18:29:27Eine Kapitallebensversicherung würde ich nicht mehr abschliessen, eine Risikoleben schon eher.
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schrieb am 25.02.09 18:58:23
Beitrag Nr.5 
(36.652.732)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.652.662 von T.Hecht am 25.02.09 18:51:33Eine Kapitallebensversicherung würde ich nicht mehr abschliessen, eine Risikoleben schon eher.
Die ist ein Muß!

Aber lies doch mal das Gutachten aus dem Jahr 2002!!

Gut beschrieben und Jeder, der so eine LV im Depot hat, weiß, das alles genauso eingetroffen ist. Die Renditen sind zusammengeschmolzen wie Butter in der Sonne.
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schrieb am 25.02.09 19:04:40
Beitrag Nr.6 
(36.652.786)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 36.652.732 von Dorfrichter am 25.02.09 18:58:23Die ist ein Muß!

Im Falle meines Ablebens erfahre ich nicht einmal ob das Geld auch ausgezahlt wird. Ich glaube es gibt wichtigere Dinge!
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schrieb am 25.02.09 19:05:13
Beitrag Nr.7 
(36.652.793)
Antwort
Zitat
Quelle: FAZ.net

Folgen der Finanzkrise
Angst vor dem Brand bei den Versicherern

Von Nadine Oberhuber

Der Branchenprimus Allianz will für 2008 gute Zahlen verkünden

Der Branchenprimus Allianz will für 2008 gute Zahlen verkünden

01. Februar 2009 Manchmal reicht ein Funke für einen Großbrand. Der Funke war vor ein paar Tagen eine Analystenstudie, und ihre Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sie schürte noch einmal die Angst, die Finanzkrise könnte von den Banken nun bald auf die Versicherungen übergreifen und auch unter den deutschen Gesellschaften ihr erstes Opfer fordern. Sofort loderten die Gerüchte, wen es wohl treffen könnte, und die Kurse von Versicherungsaktien weltweit lösten sich nahezu in Rauch auf.

Ist an den Gerüchten tatsächlich etwas dran? Wo Rauch ist, muss auch Feuer sein, raunen Marktbeobachter. Warum soll ausgerechnet die Versicherungsbranche, die viele Milliarden ihrer Kunden gewinnbringend anlegen muss, keine faulen Wertpapiere in den Depots haben? Die AIG, Amerikas Vorzeigekonzern, hat die Krise schließlich zweimal fast dahingerafft. Doch der Vergleich gilt nicht: Die AIG war stark ins Kreditgeschäft verwickelt und hat Hypotheken vergeben. Das dürfen deutsche Versicherer gar nicht.

Die Angst der Skeptiker

Die sind wohl nur wenig vom Aktiencrash betroffen. Laut Gesetz dürfen sie maximal 35 Prozent der Kundengelder in Aktien anlegen. Die tatsächliche Quote ist schon seit Monaten viel geringer, sagen die Firmen selbst. Einige - wie die Allianz - hatten zwar noch im Oktober eine Quote von gut 15 Prozent (siehe Grafik), haben sie aber inzwischen auf rund 10 Prozent gesenkt. Jetzt liegt der Aktienanteil bei fast allen unter zehn Prozent. Teils, weil die Konzerne weitere Aktien abgestoßen haben, teils, weil sich die Kurse ihrer Aktienpakete weiter zerlegt haben.

Es ist aber nicht die Aktienquote, die Analysten Sorgen macht. Spekulative Papiere wie Hybridanleihen oder ausfallgefährdete Papiere sind auch nicht das Problem. Insider schätzen, dass die Branche in strukturierten Produkten nur 1,7 Prozent ihres Kapitals hat. Tim Ockenga von der Ratingagentur Fitch sagt: „Deutsche Lebensversicherer sind sehr, sehr konservativ investiert.“ Rund 80 Prozent des Geldes sind in Festverzinsern angelegt - aber genau das macht den Skeptikern Angst.



In den Depots liegen Staatsanleihen, teils irische und spanische, bei der Allianz auch italienische, die längst nicht mehr als die sichersten Produkte gelten. Dazu kommen viele Unternehmensanleihen, insbesondere Bankanleihen. Vor allem von Landesbanken. Nun ist bekannt, wie es um Bayern LB, West LB und Co. steht. Der Geschäftsführer des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) Peter Schwark aber beruhigt: Die Anleihen der Landesbanken seien sicher, sie stammten noch aus der Zeit bis 2005, als die „Gewährträgerhaftung“ galt. Das heißt, die Länder müssen zwingend für sie geradestehen. Viele Marktkenner hatten sich gefragt, warum der Staat die Verlustbringer Landesbanken so unterstützt, wo doch an ihnen keine Privatkunden hängen. Die Versicherer hängen an ihnen - das ist die Antwort.

Wie viel Geld genau nun in welchen Anleihen steckt? Dazu sagt der GDV: „Wir haben keine Statistiken.“ Das mag man glauben oder nicht. Auch die BaFin sagt, sie wisse es nicht. Also rätseln alle, wie hoch wohl der Abschreibungsbedarf wäre, wenn einige Anleihen an Wert verlieren würden. Viel Puffer ist wohl nicht. Die stillen Reserven in den Bilanzen waren schon im guten Aktienjahr 2007 (trotz 22 Prozent Dax-Plus) um 5 Milliarden geschrumpft, auf 20 Milliarden. Durch die jüngsten Zinssenkungen und Renditeanstiege bei den Staatsanleihen sind die Reserven teils wieder gestiegen. Doch das Endergebnis der Rechnung legt noch keiner offen.

Kein schlechtes Geschäft

„Es mag die ein oder andere große Abschreibung geben“, sagen Analysten. Doch werde es wohl keinen Lebensversicherer dahinraffen, meint Ockenga von Fitch: „Aber es scheint wahr zu sein, dass einzelne schwächere Versicherer jüngst unter erhöhter Aufmerksamkeit der Finanzaufsicht standen.“ Die BaFin selbst kommentiert das nicht. Sie sagt, die Situation sei stabil, bisher habe sich kein Verdacht bestätigt. Andere Stellen winken ab: An dem Gerücht sei nichts dran. Zudem bestätigte Branchenprimus Allianz gerade, dass er gute Zahlen für 2008 verkünden will. Die große Angst vor der Pleite scheint da ziemlich unbegründet.

Zumal für die Kunden selbst eine Pleite kein schlechtes Geschäft sein muss, so merkwürdig das klingt: Die Kunden der Mannheimer, die im New-Economy-Crash umkippte, bekommen bis heute vier Prozent Zinsen.

Die Lebensversicherung verliert Kunden

Grund zum Aufatmen ist das nicht. Denn etwas anderes macht der Branche schwer zu schaffen: die Leitzinsen. Die Notenbanken senken sie zur Rettung von Banken und Konjunktur stetig. „Mit diesem Löschwasser richten sie mehr Schaden an als der Brand“, kritisiert Branchenkenner Manfred Poweleit. Die Zinsen bestimmen die Rendite der Anleihen. Der langfristige Durchschnittszins liegt jetzt bei drei Prozent. Dabei müssen die Versicherer die Verträge der Kunden im Schnitt mit 3,4 Prozent verzinsen. Bald wird das zum Negativgeschäft. „Wie beim Japan-Debakel nach 1990“, sagt Poweleit, „die Zinsen sanken auf null. Jahre später waren sieben Versicherer pleite.“

Zu allem Überfluss weiß die Branche: Die Beitragseinnahmen werden 2009 ohnehin sinken. Auch ohne Krise verliert die Lebensversicherung nämlich Kunden, weil es immer weniger junge, solvente Kunden gibt, die sie sich noch lebenslang leisten.



Text: F.A.S.
Bildmaterial: ddp, F.A.Z.
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Zwangsliquidator2
schrieb am 25.02.09 19:14:42
Beitrag Nr.8 
(36.652.871)
Antwort
Zitat

Könnte mir vorstellen, dass auch die Lebensversicherer zunehmend in Liquiditätsnöte kommen.

Die Zahl der vorzeitigen Vertragskündigungen aus Angst vor künftigen Verlusten nimmt schon derzeit dramatisch zu. Woher sollen die LV-Gesellschaften die kurzfristig benötigte Liquidität nehmen. Das kapital ist überwiegend langfristig in Anleihen investiert. Diese sind im derzeitigen Umfeld nur mit hohen Verlusten zu Geld zu machen.

Eine tödliche Spirale!!!!!
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Zwangsliquidator2
schrieb am 25.02.09 19:17:04
Beitrag Nr.9 
(36.652.897)
Antwort
Zitat

Auch hier gilt: Rettet sich wer kann!!!

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schrieb am 25.02.09 19:25:17
Beitrag Nr.10 
(36.652.960)
Antwort
Zitat
Lieber Dorfrichter:laugh:
okay...
Herr Dorfrichter, der alte Kram von 2002 sagt überhaupt nichts aus. Klar sind die Renditen geschrumpft, von mal 8% auf aktuell im Marktschnitt 4%.

Die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB) sind bei den guten Versicherern wieder deutlich gestiegen. Ein ordentliches Sicherheitspolster ist gegeben, allerdings nicht bei allen Unternehmen.

Die Aktienquote muss seit 2004 der internen Risikostruktur angepaßt sein, d.h. dass bei den meisten versicherer nur sehr geringe Aktienquoten in den Büchern stehen.

Die deutschen Lebensversicherer sind besser als ihr Ruf.

Für die englischen, kanadischen und amerikanischen Versicherungen stehet es dagegen sehr schlecht. Diese esellschaften haben zum Teil bis zu 98% Aktienquote, nicht gerade erbauend bei diesen Kursen.

Allerdings habe ich keine Ahnung, wie hoch der Anteil an Strukturierten Anlagen bei den Versicherern ist. Ich kann nur hoffen, dass der klein ist und nicht zu viel Geld in Derivaten steckt.

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