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schrieb am 25.02.09 18:26:14
Finanzkrise: Wie steht es um deutsche Versicherungen?
P2News 03 Februar 2009
Gegen Krise schlecht versichert: Kommunikationsanalyse der
Versicherungsbranche identifiziert große
Wahrnehmungsunterschiede
Hat die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise nach den Banken nun auch
die Reputation der deutschen Versicherungen in Schieflage gebracht?
Eine aktuelle Kommunikationsanalyse im Internet zeigt, dass sich
die Krise bislang nicht auf die 17 untersuchten Versicherungen
auswirkt. Aber die Unterschiede in der Wahrnehmung sind groß, die
Herausforderungen für die Unternehmen ebenso.
Die Analyse von Kuhn, Kammann und Kuhn hat 300.000
Meinungsäußerungen zu insgesamt 17 Assekuranz-Unternehmen in
Deutschland untersucht. Das Ergebnis: Viele Versicherer werden nur
sachlich über ihre Produkte wahrgenommen, die wenigsten haben eine
emotionale Bindung zum Kunden aufgebaut. Gerade diese ist jedoch in
strukturellen Umbruchphasen ein Garant für eine nachhaltig positive
Gesamtreputation, die einen hohen Beitrag zum weiteren
Unternehmenserfolg leistet.
Finanzmarktkrise noch “nicht angekommen” Nur zwei der insgesamt 17
Unternehmen wurden im Rahmen der Analyse vermehrt mit der
Krisendiskussion in Verbindung gebracht. Es lässt sich bei der
Kommunikation im Internet kein grundsätzlicher Zusammenhang
zwischen der allgemeinen Krisenstimmung und der Wahrnehmung der
Versicherungen feststellen. Darüber hinaus wurden die zwei in
diesem Kontext häufiger diskutierten Unternehmen Generali
Deutschland und Talanx ausschließlich mit eher positiven
Assoziationen wie “gut geführt” oder “konkurrenzfähig”
verbunden.
Service ist Reputationstreiber Nummer 1 Die Untersuchung bestätigt
die Vermutung: Verbraucher beurteilen Versicherungen vor allem über
ihren Service. Dies äußert sich in einer direkten Korrelation
zwischen der Anzahl von Nennungen und inhaltlichem Service-Bezug.
Die drei Unternehmen Allianz, Münchener Rück und HUK Coburg punkten
trotz verschiedener Geschäftsmodelle in dieser Hinsicht besonders -
und werden als “begleitend”, “freundlich” oder “treu” empfunden.
Andere hingegen - wie Victoria, AachenMünchener, Generali
Deutschland und Hamburg-Mannheimer - werden zwar mit positiven,
allerdings wesentlich neutraleren Werten wie “günstig”, “flexibel”
oder “direkt” belegt. Die Schlusslichter bilden zum Beispiel HDI,
Debeka und Zurich Versicherung, die vor allem negative
Assoziationen hervorrufen. “Schlecht beraten”, “kalt” und
“unfreundlich” sind Eigenschaften, mit denen ein Unternehmen seinen
Ruf nicht verbunden sehen will.
Emotionale Kundenbindung schafft in der Krise Vertrauen Auffallend
ist der insgesamt hohe Grad an Sachlichkeit, mit der die Branche im
Internet diskutiert wird. Emotionale Bindung? Fehlanzeige. Nur der
Allianz, R+V Versicherungen sowie Axa werden Eigenschaften
zugeschrieben, die eher emotional-bewertender als
sachlich-nüchterner Natur sind. “Für die Unternehmen ist es von
hoher Bedeutung, ob sie eher für ein Produkt wie
“Haftpflichtversicherung” oder einen Wert wie “Orientierung” oder
“Erfahrung” stehen”, so Carsten Rossi, Vorstandsprecher der die
Analyse beauftragenden Agentur Kuhn, Kammann und Kuhn in Köln.
“Gerade in der anstehenden Umbruch- und Konsolidierungsphase im
Assekuranzwesen sind die Unternehmen klar im Vorteil, die ihre
Marke emotional aufgeladen haben. Vertrauen ist das Stichwort,” so
Rossi weiter, “das in der Krise eine noch höhere Bedeutung bekommt.
Vertrauen gewinnen die Versicherungen aber nicht mit kurzfristig
gültigen Produktversprechen, sondern nur über eine nachhaltig
orientierte Kommunikationsstrategie, die dem Unternehmen im
Einklang mit anderen Unternehmensdisziplinen zu einer positiven
Gesamtreputation verhilft.”
P2News
_________________________________
Da die AIG nun in Schieflage geraten ist, stellt sich diese Frage
nun aktuell.
_________________________________
Quelle Tagesschau.de
Viele Milliarden im Minus
US-Versicherungsriese AIG sucht Retter
Angesichts eines drohenden Jahresverlusts von rund 100 Milliarden
Dollar sucht der staatlich gestützte US-Versicherer AIG unter
Hochdruck nach neuen Wegen zu seiner Rettung.
AIG erlitt Medienberichten zufolge im vergangenen Quartal einen
Rekordverlust von rund 60 Milliarden Dollar - dies wäre das größte
Minus eines US-Unternehmens aller Zeiten. Insgesamt würde sich der
Jahresverlust für 2008 damit auf fast 100 Milliarden Dollar (78
Mrd. Euro) addieren. Die Bilanz soll voraussichtlich nächste Woche
präsentiert werden.
AIA schwer verkäuflich
Der einstige weltweite Branchenführer stößt beim für sein Überleben
nötigen Verkauf umfangreicher Geschäftsfelder laut
US-Medienberichten auf immer größere Probleme. So sind für die
lukrative asiatische Sparte AIA nur noch drei Bieter im Gespräch.
Abgesprungen sind unter anderem die Bank of China und die HSBC.
Angst vor neuem Börsenschock
AIG in New York (Foto: AP) Großansicht des Bildes
[Bildunterschrift: Noch zu retten? ]
Ein Zusammenbruch des Versicherungsriesen würde laut Experten neue
Schockwellen an den Finanzmärkten auslösen. Möglich sei daher ein
zusätzlicher Einstieg des Staates in einige derzeit schwer
verkäufliche Konzernsparten, meldet die Finanznachrichtenagentur
Bloomberg unter Berufung auf Insider. In anderen Meldungen war von
einem Börsengang der AIA die Rede.
Schon zu 80 Prozent verstaatlicht
Der Konzern verhandelt zudem in seiner Not mit dem Staat über eine
Umschuldung der bereits enormen Hilfen von 150 Milliarden Dollar.
Die US-Notenbank Fed hatte AIG erst Mitte September in letzter
Minute vor dem Zusammenbruch bewahrt. Im Gegenzug erhielt der Staat
praktisch 80 Prozent der Anteile.
schrieb am 25.02.09 18:29:27
schrieb am 25.02.09 18:49:26
Lebensversicherungen im Sog fallender Aktienmärkte.
Eine gute Zusammenfassung, die man lesen muß!
http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Versicherungen-stu…
schrieb am 25.02.09 18:51:33
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.652.464 von Dorfrichter am 25.02.09
18:29:27Eine Kapitallebensversicherung würde ich nicht
mehr abschliessen, eine Risikoleben schon eher.
schrieb am 25.02.09 18:58:23
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.652.662 von T.Hecht am 25.02.09
18:51:33Eine
Kapitallebensversicherung würde ich nicht mehr abschliessen, eine
Risikoleben schon eher.
Die ist ein Muß!
Aber lies doch mal das Gutachten aus dem Jahr 2002
!!
Gut beschrieben und Jeder, der so eine LV im Depot hat, weiß, das
alles genauso eingetroffen ist. Die Renditen sind
zusammengeschmolzen wie Butter in der Sonne.
schrieb am 25.02.09 19:04:40
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.652.732 von Dorfrichter am 25.02.09
18:58:23Die ist ein Muß!
Im Falle meines Ablebens erfahre ich nicht einmal ob das Geld auch
ausgezahlt wird. Ich glaube es gibt wichtigere Dinge!
schrieb am 25.02.09 19:05:13
Quelle: FAZ.net
Folgen der Finanzkrise
Angst vor dem Brand bei den Versicherern
Von Nadine Oberhuber
Der Branchenprimus Allianz will für 2008 gute Zahlen verkünden
Der Branchenprimus Allianz will für 2008 gute Zahlen verkünden
01. Februar 2009 Manchmal reicht ein Funke für einen Großbrand. Der
Funke war vor ein paar Tagen eine Analystenstudie, und ihre
Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Sie schürte noch
einmal die Angst, die Finanzkrise könnte von den Banken nun bald
auf die Versicherungen übergreifen und auch unter den deutschen
Gesellschaften ihr erstes Opfer fordern. Sofort loderten die
Gerüchte, wen es wohl treffen könnte, und die Kurse von
Versicherungsaktien weltweit lösten sich nahezu in Rauch auf.
Ist an den Gerüchten tatsächlich etwas dran? Wo Rauch ist, muss
auch Feuer sein, raunen Marktbeobachter. Warum soll ausgerechnet
die Versicherungsbranche, die viele Milliarden ihrer Kunden
gewinnbringend anlegen muss, keine faulen Wertpapiere in den Depots
haben? Die AIG, Amerikas Vorzeigekonzern, hat die Krise schließlich
zweimal fast dahingerafft. Doch der Vergleich gilt nicht: Die AIG
war stark ins Kreditgeschäft verwickelt und hat Hypotheken
vergeben. Das dürfen deutsche Versicherer gar nicht.
Die Angst der Skeptiker
Die sind wohl nur wenig vom Aktiencrash betroffen. Laut Gesetz
dürfen sie maximal 35 Prozent der Kundengelder in Aktien anlegen.
Die tatsächliche Quote ist schon seit Monaten viel geringer, sagen
die Firmen selbst. Einige - wie die Allianz - hatten zwar noch im
Oktober eine Quote von gut 15 Prozent (siehe Grafik), haben sie
aber inzwischen auf rund 10 Prozent gesenkt. Jetzt liegt der
Aktienanteil bei fast allen unter zehn Prozent. Teils, weil die
Konzerne weitere Aktien abgestoßen haben, teils, weil sich die
Kurse ihrer Aktienpakete weiter zerlegt haben.
Es ist aber nicht die Aktienquote, die Analysten Sorgen macht.
Spekulative Papiere wie Hybridanleihen oder ausfallgefährdete
Papiere sind auch nicht das Problem. Insider schätzen, dass die
Branche in strukturierten Produkten nur 1,7 Prozent ihres Kapitals
hat. Tim Ockenga von der Ratingagentur Fitch sagt: „Deutsche
Lebensversicherer sind sehr, sehr konservativ investiert.“ Rund 80
Prozent des Geldes sind in Festverzinsern angelegt - aber genau das
macht den Skeptikern Angst.
In den Depots liegen Staatsanleihen, teils irische und spanische,
bei der Allianz auch italienische, die längst nicht mehr als die
sichersten Produkte gelten. Dazu kommen viele Unternehmensanleihen,
insbesondere Bankanleihen. Vor allem von Landesbanken. Nun ist
bekannt, wie es um Bayern LB, West LB und Co. steht. Der
Geschäftsführer des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft
(GDV) Peter Schwark aber beruhigt: Die Anleihen der Landesbanken
seien sicher, sie stammten noch aus der Zeit bis 2005, als die
„Gewährträgerhaftung“ galt. Das heißt, die Länder müssen zwingend
für sie geradestehen. Viele Marktkenner hatten sich gefragt, warum
der Staat die Verlustbringer Landesbanken so unterstützt, wo doch
an ihnen keine Privatkunden hängen. Die Versicherer hängen an ihnen
- das ist die Antwort.
Wie viel Geld genau nun in welchen Anleihen steckt? Dazu sagt der
GDV: „Wir haben keine Statistiken.“ Das mag man glauben oder nicht.
Auch die BaFin sagt, sie wisse es nicht. Also rätseln alle, wie
hoch wohl der Abschreibungsbedarf wäre, wenn einige Anleihen an
Wert verlieren würden. Viel Puffer ist wohl nicht. Die stillen
Reserven in den Bilanzen waren schon im guten Aktienjahr 2007
(trotz 22 Prozent Dax-Plus) um 5 Milliarden geschrumpft, auf 20
Milliarden. Durch die jüngsten Zinssenkungen und Renditeanstiege
bei den Staatsanleihen sind die Reserven teils wieder gestiegen.
Doch das Endergebnis der Rechnung legt noch keiner offen.
Kein schlechtes Geschäft
„Es mag die ein oder andere große Abschreibung geben“, sagen
Analysten. Doch werde es wohl keinen Lebensversicherer dahinraffen,
meint Ockenga von Fitch: „Aber es scheint wahr zu sein, dass
einzelne schwächere Versicherer jüngst unter erhöhter
Aufmerksamkeit der Finanzaufsicht standen.“ Die BaFin selbst
kommentiert das nicht. Sie sagt, die Situation sei stabil, bisher
habe sich kein Verdacht bestätigt. Andere Stellen winken ab: An dem
Gerücht sei nichts dran. Zudem bestätigte Branchenprimus Allianz
gerade, dass er gute Zahlen für 2008 verkünden will. Die große
Angst vor der Pleite scheint da ziemlich unbegründet.
Zumal für die Kunden selbst eine Pleite kein schlechtes Geschäft
sein muss, so merkwürdig das klingt: Die Kunden der Mannheimer, die
im New-Economy-Crash umkippte, bekommen bis heute vier Prozent
Zinsen.
Die Lebensversicherung verliert Kunden
Grund zum Aufatmen ist das nicht. Denn etwas anderes macht der
Branche schwer zu schaffen: die Leitzinsen. Die Notenbanken senken
sie zur Rettung von Banken und Konjunktur stetig. „Mit diesem
Löschwasser richten sie mehr Schaden an als der Brand“, kritisiert
Branchenkenner Manfred Poweleit. Die Zinsen bestimmen die Rendite
der Anleihen. Der langfristige Durchschnittszins liegt jetzt bei
drei Prozent. Dabei müssen die Versicherer die Verträge der Kunden
im Schnitt mit 3,4 Prozent verzinsen. Bald wird das zum
Negativgeschäft. „Wie beim Japan-Debakel nach 1990“, sagt Poweleit,
„die Zinsen sanken auf null. Jahre später waren sieben Versicherer
pleite.“
Zu allem Überfluss weiß die Branche: Die Beitragseinnahmen werden
2009 ohnehin sinken. Auch ohne Krise verliert die
Lebensversicherung nämlich Kunden, weil es immer weniger junge,
solvente Kunden gibt, die sie sich noch lebenslang leisten.
Text: F.A.S.
Bildmaterial: ddp, F.A.Z.
schrieb am 25.02.09 19:14:42
Könnte mir vorstellen, dass auch die Lebensversicherer zunehmend in
Liquiditätsnöte kommen.
Die Zahl der vorzeitigen Vertragskündigungen aus Angst vor
künftigen Verlusten nimmt schon derzeit dramatisch zu. Woher sollen
die LV-Gesellschaften die kurzfristig benötigte Liquidität nehmen.
Das kapital ist überwiegend langfristig in Anleihen investiert.
Diese sind im derzeitigen Umfeld nur mit hohen Verlusten zu Geld zu
machen.
Eine tödliche Spirale!!!!!
schrieb am 25.02.09 19:17:04
Auch hier gilt: Rettet sich wer kann!!!
schrieb am 25.02.09 19:25:17
Lieber Dorfrichter

okay...
Herr Dorfrichter, der alte Kram von 2002 sagt überhaupt nichts aus.
Klar sind die Renditen geschrumpft, von mal 8% auf aktuell im
Marktschnitt 4%.
Die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung (RfB) sind bei den
guten Versicherern wieder deutlich gestiegen. Ein ordentliches
Sicherheitspolster ist gegeben, allerdings nicht bei allen
Unternehmen.
Die Aktienquote muss seit 2004 der internen Risikostruktur angepaßt
sein, d.h. dass bei den meisten versicherer nur sehr geringe
Aktienquoten in den Büchern stehen.
Die deutschen Lebensversicherer sind besser als ihr Ruf.
Für die englischen, kanadischen und amerikanischen Versicherungen
stehet es dagegen sehr schlecht. Diese esellschaften haben zum Teil
bis zu 98% Aktienquote, nicht gerade erbauend bei diesen
Kursen.
Allerdings habe ich keine Ahnung, wie hoch der Anteil an
Strukturierten Anlagen bei den Versicherern ist. Ich kann nur
hoffen, dass der klein ist und nicht zu viel Geld in Derivaten
steckt.
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