schrieb am 11.05.12 11:15:32
Angesichts des bisherigen Prognoseerfolgs des Club of Rome (und im
übrigen auch anderer langfristiger Globalprognosen) ist es schon
nicht ganz komikfrei, wenn wegen dieser Prognose die große
Anlegerdepression ausbricht. Die Masse der Menschen in den
aufstrebenden Ländern, die nach Entwicklung und Wohlstand streben,
kennen den Club of Rome im Zweifle nichtmal, geschweige denn daß
sie sich um dessen Prognosen scherten.
schrieb am 12.04.12 18:02:39
@ IhnenGegenüber
ich hätte schreiben sollen, dass ich Ironie mit eingebaut habe...
ich bin nur verzweifelt gewesen, da Nachtigall Container mit dem
BDI in Verbindung gebracht hat...
Ich hoffe, dass jedem klar ist, dass der BDI auch kein
Frühindikator mehr für die Entwicklung der Weltwirtschaft ist -
seit 2008 (dem Jahr der Megabestellungen von Bulkern) ist das
passé...
schrieb am 13.03.12 08:41:41
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.890.350 von ll1 am 12.03.12
21:11:54II1,
ein recht deprimierter Beitrag, wenn ich das so sagen darf!
Fakt ist, dass in Deutschland sehr zyklisch in die Schiffahrt
investiert wird und es zur Zeit eine Reihe von interessanten
antizyklischen Investitionsmöglichkeiten gibt. Und ja, natürlich
sind dies die Notverkäufe der "Anderen". Das mag man mit Argwohn
und evtl. auch Neid betrachten, jedoch sollte es jedem klar sein,
dass wenn sich für die Schiffe keine neuen Investoren/Käufer
finden, dann bleibt nur die Möglichkeit des Recycling.
Ob diese Investments in Form von geschlossenen Fonds geschehen
oder über AGs ist hierbei völlig unerheblich!
IG
schrieb am 12.03.12 23:04:52
Eins vorab - ich werde diese Schifffahrtskrise nicht verharmlosen
und ich werde auch nicht den Anlegern die Schuld für "ihre"
Probleme geben - das meine ich sehr ernst.
Ich möchte vielmehr einmal zeigen, was 2001 in den Medien stand -
wie ich finde, sehr interessant, insbesondere im Bezug auf die
Möglichkeit einer Wiederholung (ich weiß, die aktuelle Situation
ist anders und auch schlimmer...) - trotzdem, die Hoffnung stirbt
bekanntermaßen zu letzt...
05.12.2001
Schiffsfonds
Save Our Souls
Von Patricia Döhle
Dank üppiger Steuervorteile und gewagter Prognosen der Anbieter
boomt der Absatz. Was Anleger aber oft nicht wissen: Die
Containerschifffahrt steckt in einer der schwersten Krisen ihrer
Geschichte.
Es ist schon ein eigenartiges Geschäft, das der Hamburger
Unternehmer Erck Rickmers betreibt: Er nennt sich Reeder, residiert
auch standesgemäß in einem Büro mit Panoramablick über den Hafen
der Hansestadt - aber er unterhält weder einen Liniendienst noch
besitzt er eigene Schiffe.
Schiffsfonds: Riskante Investition
Zur Großansicht
mm.de
Schiffsfonds: Riskante Investition
Der gebürtige Bremerhavener sammelt vielmehr im Hauptberuf Geld von
gut situierten Anlegern ein. Mit dem Kapital hilft er
Linienreedereien, etwa in China oder in Singapur, Frachter zu
bauen, die diese Schifffahrtsfirmen selbst nur schwer oder gar
nicht finanzieren könnten.
So gesehen, müsste Rickmers unter "Finanzvermittler" firmieren,
aber das wäre wohl zu profan. Ein Hauch von Onassis kann nicht
schaden im Umgang mit der betuchten Klientel.
Das Geschäft seines Emissionshauses Nordcapital boomt. Rickmers
peilt für das laufende Jahr einen neuen Platzierungsrekord an, will
Anteile an steuerbegünstigten Containerschiffen im Wert von rund
370 Millionen Mark absetzen. Viele Konkurrenten rechnen mit ähnlich
guten Ergebnissen. Insgesamt könnte die Branche das bereits sehr
gute Vorjahresergebnis von mehr als 2,8 Milliarden Mark an
eingesammeltem Kapital noch in den Schatten stellen.
Absatzrekorde trotz Krise
Und dieser Umstand ist fast noch eigenartiger als das
Geschäftsmodell der Geldeinsammler. Denn die internationale
Containerschifffahrt steckt mitten in einer der schwersten Krisen
ihrer Geschichte. Die Charterraten - das sind die Tagesmieten für
die schwimmenden Transporter - befinden sich seit Monaten im freien
Fall.
Seemannsgarn
Was die Verkäufer von Schiffsfonds Anleger glauben machen ... ...
und wie die raue Wirklichkeit für die Investoren aussieht
Die Containerschifffahrt ist ein Wachstumsmarkt. Die Branche steckt
mitten in einer dramatischen Krise.
Ein Schiff wirft stabile, stetig steigende Erträge ab. Die Erträge
von Frachtern schwanken stark.
Langfristige Charterverträge bieten Schutz vor Ertragseinbußen in
Krisenzeiten. Auch langfristige Charterverträge werden in
Krisenzeiten neu verhandelt.
Die Anbieter der Beteiligungen verdienen am erfolgreichen Betrieb
des Schiffes. Die Anbieter verdienen vor allem beim Verkauf des
Schiffes an die Anleger.
Warum aber investieren Anleger Rekordsummen in eine Branche, der es
schlechter kaum gehen könnte? Auf diese Frage gibt es eine klare
Antwort mit zweideutigem Inhalt: Wie jedes Business hat auch das
Geschäft mit Schiffsbeteiligungen eine helle und eine dunkle
Seite.
Beginnen wir mit der hellen Seite. Grundsätzlich sind Frachter
keine schlechte Anlageform. Sie sind steuerlich dank neuer Regeln
interessanter als Immobilienmodelle (siehe "Vom Fiskus verwöhnt").
Und sie bergen deutlich weniger Unsicherheiten als Medien- oder
Windkraftfonds.
Beides gilt allerdings nur, wenn die Beteiligungen seriös
kalkuliert sind. Womit wir bei der dunklen Seite wären: Ein
Großteil der Emissionshäuser nutzt eine ganze Reihe von
Kunstgriffen, um die Krise klein- und ihre Schiffe
schönzureden.
manager magazin hat die Branche analysiert und zeigt,
warum Anleger im Umgang mit den Anbietern von Schiffsbeteiligungen
eine gehörige Portion Misstrauen mitbringen müssen;
welche Garantieerklärungen Investoren getrost vergessen können;
warum die Prognosen vieler Fonds gewagt sind;
mit welchen Tricks bei der Finanzierung gearbeitet wird
und mit welchen Modellen die Ablehnung der Steuerbehörden
droht.
Wer nachvollziehen will, warum manche der Kapitaleinsammler auch
vor unsauberen Methoden nicht zurückschrecken, muss die Mechanismen
der Branche verstehen.
Die Emissionshäuser verdienen vor allem an der Platzierung der
Schiffe. Sie haben großes Interesse daran, dass viele neue Frachter
gebaut werden, für die sie Anlegergelder einsammeln können. Ob
dadurch Überkapazitäten entstehen, ist für sie zunächst
zweitrangig.
Die Geldeinsammler tragen denn auch eine gehörige Portion Mitschuld
an dem Überangebot an Schiffen, das derzeit gemeinsam mit der
globalen Rezession verantwortlich ist für den Verfall der
Charterraten.
Gut 45 Prozent der weltweiten Aufträge für neue Containerschiffe
stammen von deutschen Reedereien - und die sind bis auf wenige
Ausnahmen Töchter der Emissionshäuser oder lassen bei deren
Anlegerschaft das Geld für ihre Frachter eintreiben. Haben die
Investoren ihr Geld abgeliefert, sind die Kapitalsammelstellen auf
der sicheren Seite. Das Risiko sinkender Charterraten tragen zum
allergrößten Teil die Anleger. Kein Wunder also, dass den
Geldeinsammlern oft jedes Mittel recht ist, um ihre Schiffe zu
platzieren. Sie müssen vielleicht um ihren Ruf bangen nicht aber
um die Gewinne.
Vorsichtig geschätzt, bleiben im Schnitt gut 5 Prozent der
eingeworbenen Anlegergelder - Fachjargon: Emissionsvolumen - als
Verdienst hängen. Bei einem mittelgroßen Schiff mit 2700
Containerstellplätzen, branchenüblicher Finanzierungsstruktur und
einem Baupreis von 75 Millionen Mark wären das rund 1,8 Millionen
Mark (siehe "Ein Schiffstyp, drei Preise").
Da das Geschäft wenig personalintensiv ist, fahren die Inhaber der
Emissionshäuser mit meist nur ein paar Dutzend Mitarbeitern
jährlich zweistellige Millionengewinne ein.
Münchmeyer Petersen Capital (MPC), der einzig börsennotierte
Anbieter, wird es in diesem Jahr voraussichtlich auf eine
Umsatzrendite von 16,2 Prozent bringen. Zum Vergleich: Der
Heidelberger Finanzdienstleister MLP, seit Jahren Liebling von
Fondsmanagern und Analysten, wird mit geschätzten 8,6 Prozent wohl
nur auf gut die Hälfte kommen.
Noch vor zwei Jahren fürchtete die Branche, die Goldgräberzeiten
gingen zu Ende. Durch die Abschaffung der Sonderabschreibungen, und
damit auch der hohen Verlustzuweisungen, werde das Interesse der
Anleger an Schiffsfonds merklich abflauen, lautete die
Prognose.
Doch die Geldeinsammler erwiesen sich als überaus kreativ.
Scheinbar mühelos gelang ihnen der Schwenk von reinen
Steuersparmodellen zu hochrentierlichen Anlageofferten mit
Nachsteuerrenditen von 15 und mehr Prozent. In ihren
Emissionsprospekten prognostizieren die Initiatoren für die
kommenden 15 Jahre stetig steigende Erlöse - und das, während in
der Schifffahrt allerorts die Erträge einbrechen.
Ein kleines Wirtschaftswunder? Mitnichten. Die märchenhafte
Geldvermehrung ist mit einer Reihe simpler Kniffe zu erklären.
Anleger sollten derlei Mauscheleien als Ausschlusskriterium nutzen:
Prospekte, die sich besonders dreister Methoden bedienen, gehören
in den Papierkorb.
1. Irreführende Prognosen: Gefährlich sind vor allem die Anbieter,
die die Krise totschweigen oder mit überhöhten Charterraten werben,
die längst der Vergangenheit angehören.
Das Bremer Emissionshaus Hanseatic Lloyd etwa spricht in seinem
Prospekt für das Containerschiff "HLL Atlantic" von einer "erhöhten
Nachfrage", die "nach heutigem Kenntnisstand spätestens im Jahr
2002" einsetzen werde.
Weiter lässt Inhaber Harro Kniffka in dem Prospekt mitteilen,
Schiffe ähnlichen Typs seien für Raten von mehr als 24.000 Dollar
pro Tag verchartert. Das mag einmal so gewesen sein. Für Frachter
dieser Größe mit mehr als 4000 Containerstellplätzen liegt die
aktuelle Tagesmiete indes bei null - es gibt schlicht keine
Nachfrage für Schiffe wie die "HLL Atlantic".
2. Scheinsicherheiten: Mit allen Mitteln versucht die Branche,
ihrer Kundschaft Sicherheit vorzugaukeln. Ein beliebtes Modell:
Schiffe mit langfristigen Charterverträgen von bis zu zehn Jahren,
wie etwa Nordcapital sie anbietet. Eine solche "Festcharter", so
Inhaber Rickmers, schütze die Anleger vor einem Ratenverfall.
Nur wenige in der Branche teilen derlei Optimismus, denn in den
Krisen der vergangenen Jahrzehnte haben nahezu alle
Linienreedereien auch solche Charterverträge nachverhandelt. In
vielen Fällen hatten die Schiffseigner keine andere Wahl, als die
Raten zu senken, weil ihre Vertragspartner ohne eine Ermäßigung
Pleite gegangen wären. Das könnte leicht wieder passieren.
Um Überkapazitäten zu reduzieren, hat schon jetzt die in Hongkong
ansässige Reederei Orient Overseas Container Lines (OOCL) einen als
"E. R. Seoul" platzierten Nordcapital-Frachter für zunächst rund
sechs Wochen aus der Fahrt genommen. Das Schiff bringt OOCL derzeit
also keine Frachteinnahmen mehr.
Zwar hat die Reederei versichert, sie werde die Festcharter
weiterzahlen. Ob OOCL diese Politik aber durchhält, wenn sich die
Krise weiter verschlimmert, bezweifeln Experten. Erck Rickmers
sieht das selbstredend anders. Der bringt nach wie vor Anteile an
Schwesterschiffen der "E. R. Seoul" unters Anlegervolk.
Eine andere Methode, um Sicherheit vorzugaukeln, sind
Chartergarantien für ein oder zwei Jahre. Liegen die tatsächlichen
Tageseinnahmen unter der Garantiesumme, zahlt der Garantiegeber -
so er denn flüssig ist - die Differenz an die Anleger.
Auf den ersten Blick keine schlechte Konstruktion; in der Praxis
wird sie aber immer wieder missbraucht, um Schiffe, die keine
Charter haben, dennoch bei den Anlegern loszuschlagen.
Meist bezahlen die Investoren die kurzfristige Absicherung auch
noch teuer. Das zeigt sich etwa am Beispiel der "Jock Rickmers",
eines aktuell platzierten Containerschiffs des Hamburger
Emissionshauses Atlantic, das zur Unternehmensgruppe von Bertram
Rickmers, Bruder von Nordcapital-Chef Erck, gehört. Investoren der
"Jock Rickmers" löhnen 500.000 Mark für eine zweijährige
Chartergarantie.
Angesichts des aktuellen Ratenverfalls wird Rickmers in diesem Fall
zwar daraus in Anspruch genommen werden, und zwar mit 1700
US-Dollar täglich. Andererseits: Ohne Garantie wäre Atlantic
womöglich auf dem Schiff sitzen geblieben - und das wäre noch
teurer geworden.
Das Beispiel zeigt deutlich, wie die Emissionshäuser mit ihrer
Kundschaft umspringen: Die Geldeinsammler platzieren das Schiff,
koste es, was es wolle. Ob die vollmundigen Prognosen der Verkäufer
wirklich eintreten, ist oft fraglich.
Atlantic hat zwar als einer der wenigen Anbieter in der Branche
angesichts der aktuellen Krise den "Jock Rickmers"-Prospekt
umgeschrieben und den Textteil der Marktlage angepasst. Die
Prognoserechnungen für das Schiff blieben indes unverändert.
Wie weit die Branche im Kampf vor allem um hohe Anfangscharters und
damit Verkaufsargumente geht, zeigt eine Serie von Schiffen des
Hamburger Emissionshauses MPC. Die zehn Frachter mit je rund 2000
Containerstellplätzen wurden alle zwischen 1996 und 1999 auf der
Lübecker Flender Werft gebaut und dann zu überdurchschnittlich
hohen Raten an die britisch-niederländische Reederei P & O
Nedlloyd verchartert.
Warum, fragte sich die Konkurrenz, macht P & O Nedlloyd
freiwillig so etwas. Die Version von MPC: Die Flender Werft, so die
Formulierung im Emissionsprospekt eines der Schiffe, habe mit dem
Charterer vereinbart, "aus dem Serieneffekt der 10 Schwesterschiffe
entstehende Kostenvorteile teilweise an den Charterer zu
vergüten".
Im Klartext: Der den Investoren in Rechnung gestellte Baupreis des
Schiffes wäre niedriger ausgefallen, wenn nicht Geld an P & O
Nedlloyd geflossen wäre. Die Anleger haben die hohe Anfangscharter
ihrer Schiffe also quasi selbst bezahlt.
3. Spekulative Finanzierungen: Ein beliebtes Mittel, um die
Ausschüttungen in den Prospektrechnungen hochzuschrauben, sind
Yen-Kredite. Im Moment sind die japanischen Zinsen derart niedrig,
dass ein Yen-Anteil von 60 Prozent an der Fremdfinanzierung
rechnerisch eine rund 2 Prozent höhere jährliche Ausschüttung
erlaubt.
Eine ganze Reihe von Anbietern nutzt diese Möglichkeit, die Zahlen
schönzurechnen, weidlich aus. Ihre Argumentation: Die Yen-Zinsen
seien so niedrig, dass der Zinsvorteil das Währungsrisiko bei
weitem aufwiege - zumal die Kredite natürlich professionell
gemanagt würden.
Dennoch besteht weiterhin die Gefahr, dass der Yen, wie schon so
oft, schneller und drastischer aufwertet, als die meisten
Devisenexperten erwarten. Und: Ein Schiffsfonds sollte eine
attraktive Rendite abwerfen, ohne dass der Investor zusätzliche
Risiken eingehen muss, die mit dem Frachter selbst nichts zu tun
haben.
4. Riskante Steuerkonstruktionen: An die Stelle der beliebten
Verlustzuweisungen sind "negative steuerliche Einkünfte" getreten,
die aber den gleichen Zweck erfüllen, nämlich die Steuerlast der
Anleger zu senken. Im Gegensatz zu früher hat der Fiskus den
Emissionshäusern allerdings untersagt, mit dem Steuerbonus zu
werben. Und die Anbieter müssen sicherstellen, dass sich die
Rendite ihrer Schiffe durch die Steuervorteile nicht mehr als
verdoppelt.
Emissionshäuser, die auf der sicheren Seite sein wollen, erfüllen
nicht nur diese beiden Bedingungen. Sie sorgen auch dafür, dass die
negativen Einkünfte weniger als 50 Prozent des eingeworbenen
Kapitals betragen. Unterhalb dieser so genannten
Nichtaufgriffsgrenze haben die Finanzämter zugesagt, die
Steuerkonstruktion unbehelligt passieren zu lassen.
Bei aggressiveren Anbietern jedoch summieren sich die negativen
steuerlichen Einkünfte auf weit über 50 Prozent. Nordcapital (80
Prozent) etwa argumentiert damit, es genüge, auf ein vernünftiges
Verhältnis von Vor- und Nachsteuerrendite zu achten und auf die
Werbung mit den Boni zu verzichten.
Letzteres haben die Emissionshäuser indes oft gar nicht in der
Hand, wie das Beispiel des Massengutfrachters "Ernst Salamon" des
Dortmunder Initiators Dr. Peters zeigt: Die Investmentberatung
Porath Consult warb in einem Kundenrundbrief unter der fett
gedruckten Überschrift "wirtschaftliche und steuerliche
Rahmendaten" ausdrücklich mit den hohen Verlustzuweisungen (96
Prozent) des Frachters. So etwas freut jeden Steuerprüfer.
Wie der Fiskus mit diesen Konstruktionen umgeht, wird sich erst bei
den Betriebsprüfungen in drei bis vier Jahren zeigen. Fällt eine
Konstruktion durch, müssen die Anleger ihre Steuervorteile
zurückzahlen.
Geschönte Renditen
Bislang ist meist alles gut gegangen. Das Gros der
Schiffsbeteiligungen läuft prospektgemäß oder mit leichten
Abweichungen nach oben und unten. Bei vielen Emissionshäusern ist
ein hoher Prozentsatz der Kunden Wiederholungszeichner - ein Indiz
für die Zufriedenheit der Anleger.
Sie fragen sich, wie das möglich ist, wo doch in der Branche ganz
offenbar mit fragwürdigen Tricks gearbeitet und kräftig abkassiert
wird?
Zum einen haben die Dollar- und die Zinsentwicklung der vergangenen
Jahre vielen Schiffen geholfen. Je höher der Dollar stieg, desto
höher die Gewinne der Frachter; und je tiefer die Zinsen fielen,
desto niedriger das Kostenniveau der Schiffe.
Hinzu kamen glänzende Abschreibungsmöglichkeiten, sodass der Fiskus
Anlegern einen Großteil ihres Investments finanzierte. Auf diese
Weise liefen selbst noch solche Projekte passabel, denen
Branchenkenner beim Start geringe Überlebenschancen eingeräumt
hatten.
Doch das ist Vergangenheit. Anleger müssen genauer und kritischer
prüfen, und zwar sowohl die einzelnen Fonds als auch deren
Anbieter. Nur wenige sind so lange am Markt, dass sie über eine
aussagekräftige Zahl beendeter Projekte verfügen, an denen
Investoren die Qualität des Emissionshauses ablesen können.
Selbst Kleinanlegern will die Branche mittlerweile die riskanten
Fonds andrehen. Das Argument: Da statt hoher Steuerersparnisse
jetzt die ökonomische Rentabilität im Vordergrund stehe, seien
Schiffe nicht mehr nur für Großverdiener, sondern für eine breitere
Anlegerschaft geeignet.
Tabus gibt es in der Branche offenbar nicht mehr. Zu verlockend
sind die Provisionen von 10 bis 16 Prozent, mit denen die
Emissionshäuser jeden Abschluss belohnen. Selbst die Banken, die
lange nur ihre eigenen Produkte verkauften, gehen mittlerweile nur
allzu gern für die Kapitalsammelstellen auf Kundenfang.
Die Commerzbank hat ein eigenes Emissionshaus gegründet; die
Hamburger Haspa, Deutschlands größte Sparkasse, ist ein Joint
Venture mit MPC eingegangen; und die Frankfurter DG Bank hat
Exklusivmodelle von Nordcapital im Angebot.
Ein Hauch von Onassis umweht nun auch die Genossen. Fragt sich nur,
wer bei dem Geschäft reich wird.
So, wenn man das jetzt liest, dann könnte man meinen, die Branche
hat NICHTS gelernt... die Frage wird sein, ob sich in Zukunft etwas
ändert. Wenn ich jetzt folgenden Bericht im Hamburger Abendblatt
lese, dann kommen mir Zweifel - besonders lesenswert ist der letzte
Absatz mit der Aussage vom GF des Verbandes der deutschen Reeder...
wenn diese Einstellung wirklich nach wie vor in den Köpfen der
Entscheidern herrscht, dann gute Nacht!!! Wann kommen die
Reedereidirektinvestments mit reduzierten Weichkosten und wann
kommt endlich mehr Transparenz in den Markt? Denn eins bleibt
meiner Meinung nach unbestritten, die Investition in ein Schiff ist
großartig, nur darf das Risiko das unternehmerischen Risiko nicht
überschreiten! Hier jetzt der Bericht aus dem Abendblatt...
Schiffsfonds in Seenot
Kapitalmangel bedroht deutsche Schifffahrt
12.03.2012, 10:44 Uhr Eckart Gienke
Ein Drittel der weltweiten Containerschiffsflotte wird aus
Deutschland dirigiert. Doch Anleger und Banken sind mittlerweile
vorsichtig geworden.
Entscheidend für den Erfolg der deutschen Reeder waren günstige
Finanzierungsbedingungen
Foto: dpa/DPA
Google Anzeigen
Geschlossene Fonds
Infos, Prospekte und Daten zu aktuellen Beteiligungen am Markt.
www.mp-investment.de
Hamburg. Für wohlhabende Anleger war ein Investment in Schiffe über
viele Jahre ein blendendes Geschäft. Sie beteiligten sich an einem
geschlossenen Schiffsfonds, wurden damit Miteigner eines
Containerschiffs oder eines Tankers und konnten sich in den
Boomjahren der Branche über zuverlässige zweistellige Renditen
freuen. Zwar hat der Fiskus vor einigen Jahren Steuervorteile für
die Branche gestrichen, aber dank der Tonnagesteuer ließ sich mit
einem Schiff immer noch gutes Geld verdienen. Diese Zeiten sind
vorbei.
Seit dem Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 ist die
Schifffahrt kein risikoloses Geschäft mehr. Sinkende Fracht- und
Charterraten, schwankende Frachtmengen und heftige Ausschläge bei
Preisen und Auslastung fordern den Reedern ihr ganzes
kaufmännisches Können ab. „Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen“,
sagt ein Insider der Branche. Manche Schiffe sind falsch
kalkuliert, zu teuer gekauft, zu optimistisch gerechnet bei den
Einnahmen oder den Betriebskosten oder zu hoch belastet mit
„weichen“ Kosten für Werbung und Vertrieb. Ihnen droht zuerst die
Pleite.
+++ Deutsche Reeder ziehen in Hamburg Jahresbilanz +++
Rund 50 Schiffsfonds sind nach Angaben der Bremer Anwaltskanzlei
KWAG insolvent; etliche andere sehr wackelig und von Notverkäufen
bedroht. „Weitere Pleiten werden folgen, das Ende der Misere ist
noch nicht erreicht“, sagt Anwalt Jan-Henning Ahrens. Mehrere
tausend Anleger verlieren in der Regel zwischen 30 und 70 Prozent
ihres eingesetzten Kapitals, in Einzelfällen vielleicht auch
alles.
Die Schiffe fahren allenfalls ihre Betriebskosten herein und werden
mit allerlei kreativen Überbrückungsfinanzierungen über Wasser
gehalten. Doch die sind ausgeschöpft. Für Zins und Tilgung reicht
es nicht, geschweige denn für Ausschüttungen an die Anteilseigner.
Rettung kann nur vom Markt kommen, von steigenden Einnahmen durch
höhere Fracht- und Charterraten. „Da müssen wir durch“, sagt Dirk
Max Johns, Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Reeder (VDR) in
Hamburg.
Die Anleger meiden inzwischen Schiffsfonds wie der Seemann das
Riff. Zwar flossen im vergangenen Jahr noch mehr als 500 Millionen
Euro Eigenkapital in Schiffsfonds, doch dabei handelte es sich
überwiegend um zwangsweise Nachschüsse der Eigner. In den guten
Jahren vor 2008 sammelten die Fondsgesellschaften oft mehr als 2,5
Milliarden Euro Eigenkapital ein. Damit ließen sich dann Schiffe im
Wert von sechs oder sieben Milliarden Euro finanzieren.
Doch es mangelt nicht nur an Anlegergeld, sondern für die Reeder
ist auch der Zugang zu Fremdkapital schwieriger geworden, also zu
Krediten. Die führenden Schiffsbanken wie die HSH Nordbank oder die
Deutsche Schiffsbank haben eigene Probleme und sehen sich mit
strengeren Anforderungen nach dem internationalen Regelwerk Basel
III konfrontiert. Sie müssen ihre Risiken herunterfahren und mit
mehr Kapital unterlegen. Die Reeder suchen nach alternativen
Finanzierungsmöglichkeiten, angefangen bei Private-Equity-Modellen
über die Ausgabe von Anleihen bis zu Möglichkeiten über die Börsen.
Ein Königsweg zeichnet sich bislang nicht ab.
Die Reeder setzen ihre Hoffnungen auf die Zukunft. „Der Welthandel
wächst nach wie vor und es werden in jedem Jahr mehr Schiffe
gebraucht“, sagt Reeder-Sprecher Johns. Überkapazitäten, mit denen
der Schifffahrtsmarkt seit einigen Jahren zu kämpfen hat, können
sich in einem wachsenden Markt schnell wieder ausgleichen. Nach
einer Studie der Beratungsgesellschaft KPMG verringert sich der
Kapitalbedarf der Schifffahrt weltweit in diesem Jahr auf 55
Milliarden US-Dollar, das ist nur noch ein Drittel des
Vorjahreswerts. Doch irgendwann geht es wieder aufwärts. „Und dann
werden wir auch die privaten Anleger zurückgewinnen“, sagt Johns.
(dpa/abendblatt.de)
Hoffen wir auf eine baldige Besserung - für Hartgesottene ist in
der Tat jetzt eine wohl ganz interessante Investitionszeit...
schrieb am 10.02.12 10:40:22
Antwort auf Beitrag Nr.:
42.649.954 von IhnenGegenueber am 26.01.12
10:18:09Jede Krise bietet auch Chancen, leider
werden diese selten in Deutschland
wahrgenommen!
Hier wird es noch sehr viele "Chancen" und sog. Gelegenheiten"
geben, diese wahrzunehmen, mehr als Deutschland lieb sein kann


z.B. hier, Artikel im MM vom 9.2.2011, also noch ziemlich
aktuell:
http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,814355…
Neue Hiobsbotschaft für Kunden von HCI Capital: Auch im
Schiffsfonds "Shipping Select 26" sind vier Produktentanker pleite.
Wiederum ist den involvierten Banken der Geduldsfaden gerissen -
betroffen sind fast 2000 Anleger.
und weiter geht`s :
"Die Schiffe sind Teil des Dachfonds "Shipping Select 26",
in
den rund 1900 Anleger im Jahr 2008 etwa 65 Millionen Euro
einbezahlt haben. Weitere rund 115 Millionen Euro wurden laut
Emissionsprospekt von Banken als Darlehen bereitgestellt. Zusammen
mit den beiden Pleiteschiffen aus dem Fonds "HCI Shipping Select
28" summiert sich die Zahl der Schiffe, die HCI in diesen Tagen in
die Pleite entlassen muss, damit auf sechs.
Grund für die Insolvenz ist nach Angaben des Emissionshauses
wiederum die Weigerung beteiligter Banken, bereits ausgearbeitete
Fortführungskonzepte für die in wirtschaftlicher Schieflage
befindlichen Schiffe mitzutragen. So seien bereits sieben Millionen
Euro Sanierungskapital über einen eigens dafür eingerichteten Fonds
eingesammelt worden. Dann sei jedoch von Bankenseite ein Veto gegen
den Sanierungsplan eingelegt worden.
Die Folge war der Gang der Fondsgeschäftsführung zum
Insolvenzgericht. Im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens sollen
die Schiffe nun von einer Auffanggesellschaft weiterbetrieben und
später veräußert werden. Auch für die vier weiteren Schiffe des
Fonds, bei denen es sich um Plattformversorger der gleichen
Reederei handelt, werden derzeit Verkaufsoptionen geprüft, so das
Emissionshaus.
Im Verkaufsprospekt war den Anlegern noch eine anähernde
Verdopplung ihres eingesetzten Geldes mit dem Fonds in Aussicht
gestellt worden...( was man nicht alles in Aussicht stellen kann !
)Die Hoffnungen darauf dürften aber inzwischen
gering sein. Bislang haben die Investoren noch keine Ausschüttungen
erhalten, und angesichts der aktuellen Lage dürfte auch durch die
Schiffsverkäufe der Rückstand kaum aufzuholen sein." ende des
zitats.
schrieb am 26.01.12 15:33:24
Die Schiffsbeteiligungsmarkt ist- bis auf einige wenige Ausnahmen-
einfach uninteressant.Und das liegt auf den Punkt gebracht
insgesamt daran, dass die Kaufpreise bei den Fonds fast immer nicht
den gegenwärtigen Markt wiederspiegeln. Vielleicht ändert das sich
ja noch im Verlauf des Jahres. Im Moment sehe ich keine Offerte,
bei der mir das Wasser im Mund zusammenläuft...
Das wird sicher auch wieder anders und die Anlageklasse bleibt
wegen der Tonnagesteuer immer grundsätzlich interessant. Aber
momentan fährt man besser, wenn man den Markt beobachtet und auf
das richtige Angebot wartet. Ich bin mir sicher, dass
Spitzenofferten kommen werden. Den der Druck wird immer stärker für
viele reeder und Gesellschaften.
So long