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schrieb am 11.03.09 08:34:22
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.742.614 von for4zim am 11.03.09
08:21:10@ for4zim und alle Interessierten
"Ansonsten gären ja mal wieder die Verschwörungstheorien durch alle
Beiträge des Threads. Die US-Regierung braucht nichts damit zu tun
zu haben, wenn Angestellte im Streben nach hohen Provisionen
anfangen, Kunden zu bescheißen, und die Eigentümer beide Augen
zudrücken oder das gar fördern, so lange die Kasse stimmt."
bis vor wenigen Minuten hätte man Ihrer Aussage noch kaum ein
starkes Argument entgegensetzen können, nun aber liegt die folgende
Meldung vor:
USA erwägen neue Bilanzregeln
"Dass Beteiligungen zum Marktpreis in den Bilanzen stehen, hat
vielen Konzernen herbe Verluste beschert - und erschwert die
Erholung der US-Wirtschaft. Washington diskutiert, ob die Regel
geändert oder ausgesetzt wird, und ob Leerverkäufe untersagt
werden.
Angesichts der andauernden Turbulenzen an den Finanzmärkten erwägen
die USA offenbar Änderungen bei Bilanzierungsvorschriften und
Regelungen zu Leerverkäufen. Die Börsenaufsicht SEC teilte am
Dienstagabend (Ortszeit) mit, dass sie sich möglicherweise bei
einem Treffen im April mit der Wiedereinführung einer Regelung
("uptick rule") beschäftigen werde, Leerverkäufe - also Wetten auf
fallende Kurse - einzuschränken.
Händler machten die Nachrichten mitverantwortlich für das
Kursfeuerwerk an der Wall Street. "Das wäre eine weitere sehr gute
Nachricht für Finanzbranche", sagte Händler Michael James.
Positiv aufgenommen wurden auch Forderungen von Notenbank-Chef
Ben Bernanke nach "Verbesserungen" der Bilanzierungsregeln. Er
wolle den Marktbewertungsansatz (Mark To Market) nicht abschaffen,
aber einige schwache Punkte überarbeiten, sagte
Bernanke.Diese Regel, nach der Unternehmen Anteile zum
aktuellen Marktpreis in der Bilanz führen müssen, hat bei vielen
Finanzkonzernen zu milliardenschweren Abschreibungen geführt. Der
Rekordverlust des Versicherungskonzerns AIG von rund 62 Mrd. Euro
im vierten Quartal war beispielsweise zu großen Teilen auf
Abschreibungen zurückzuführen und nicht
zahlungswirksam.
Am Donnerstag befasst sich ein Ausschuss des Repräsentantenhauses
mit dem Thema.
Dessen Vorsitzender Barney Frank von den
regierenden Demokraten forderte eine Änderung der
Bilanzierungsmethode. Die Regel Mark-to-Market müsse verbessert und
flexibler gestaltet werden, sagte er. Zuletzt warben auch
Wirtschaftsverbände und Immobilienbanken dafür, diese Bilanzierung
vorübergehend außer Kraft zu setzen oder zu ändern. Sie untergrabe
Bemühungen der Regierung, den Finanzsektor durch das 700 Mrd. $
schwere Banken-Rettungspaket zu stabilisieren.
Die Börsenaufsicht hat auf entsprechende Forderungen bisher jedoch
zurückhaltend reagiert. Die SEC plane entgegen kursierender
Marktgerüchte keine Aussetzung dieser Regel, sagte eine mit der
Angelegenheit vertraute Person am Dienstag. Die SEC wollte sich zu
dem Thema nicht äußern.
Kommentar: Bilanzfälschungen noch leichter gemacht!!
Gruß Windei
schrieb am 11.03.09 10:34:27
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.742.670 von windei am 11.03.09
08:34:22Ich verstehe nicht, inwieweit diese Meldung eine
Antwort auf meinen Beitrag sein soll.
Ich verstehe auch nicht, warum mögliche Änderungen von
Bilanzierungsregeln Bilanzbetrug erleichtern soll. Bisher war es
möglich und auch in Zukunft wird die Versuchung immer da sein - in
jedem Land, bei verschiedensten Regeln. Lustig ist eher, daß die
amerikanischen Bilanzierungsregeln sich stärker deutschen Mustern
annähern könnte, gerade nachdem deutsche Unternehmen ihre
Regelungen an amerikanische angepaßt haben. Das ist aber auch
nichts Neues: das Gras ist immer grüner jenseits des Zauns.
Und noch ein Tip: es ist zumindest ein Akt der Höflichkeit, bei
Zitaten eine Quellenangabe zu machen.
schrieb am 11.03.09 11:09:40
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.742.614 von for4zim am 11.03.09
08:21:10"Ansonsten gären ja mal wieder die
Verschwörungstheorien durch alle Beiträge des Threads
Möchte nur klarstellen, dass meine Beiträge nicht antiamerikanisch
gemeint sind. Sie beziehen sich auf Marktteilnehmer aller Nationen,
von wo aus auch immer sie agieren. Dass allerdings der Großteil der
Verursacher und Profiteure in den USA residieren, ist wohl zu recht
herrschende Meinung.
Und was Verschwörungstheorien angeht, so glaube ich weder an ein
Handeln der plunge protection group, der Illuminati oder des
Weldjudentums, wenn Du das meintest. Viele parallele
Einzelentscheidungen werden es sein, die zu dem führen, was ich
erwarte. Inwieweit Teile davon vernetzt sind, werden wir mit
unseren Mitteln sowieso nie herausfinden. Wenn Du diese Grauzone
betreffend das Wort Verschwörungstheorie angewandt hast, stimmt
Dein Einwand vielleicht sogar ein wenig.
schrieb am 11.03.09 11:10:17
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.742.400 von Cashlover am 11.03.09
06:06:05"Es sind doch vielmehr gerade diejenigen, die
in der Vergangenheit schon immer (fälschlicherweise) die
stars&stripes als Hort von Frieden, Freiheit und Demokratie
angesehen haben, welche jetzt allmählich in gewisse Erklärungsnot
geraten, angesichts der massiven Kollateralschäden, die das so
innig verehrte Platoon in Nordamerika da so angerichtet hat.
"
Ja gut, unter Bush sind natürlich einige Dinge passiert, die mir
auch nicht gefallen an Bush, weniger an den Amerikanern.
In meinem Gedächtnis stehen andere Dinge höher, nämlich daß uns die
Amis von einem Tyrannen befreit haben. Ich erinnere mich auch noch
gut an die 60er Jahre, als die Russen Westberlin abschneiden
wollten vom Westen und die US-Panzer am Checkpointcharlie
aufgefahren sind, und für uns das Risiko einer
Ost/Westkonfrontation auf sich genommen haben.Naja, die Jungen
werden es nicht verstehen.
wilbi
schrieb am 11.03.09 14:07:19
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.743.805 von Wilbi am 11.03.09
11:10:17@" Ich erinnere mich auch noch gut an die 60er
Jahre, als die Russen Westberlin abschneiden wollten vom Westen und
die US-Panzer am Checkpointcharlie aufgefahren sind, und für uns
das Risiko einer Ost/Westkonfrontation auf sich genommen
haben.Naja, die Jungen werden es nicht verstehen.wilbi"
Daran erinnere ich mich auch! Dass nämlich die Amis
hosenschisserich an der Demarkationslinie stehen blieben, obwohl
ihre Panzer nach dem Potsdamer Abkommen das Recht hatten, quer
durch Ostberlin zu rauschen. Genau seit diesem Zeitpunkt halte ich
nicht mehr sehr viel von unseren sog. Freunden!!
Aber dieser Thread soll sich nicht mit der Historie, sondern mit
der aktuellen wirtschaftlichen Sachlage befassen!!
Windei
schrieb am 11.03.09 14:31:01
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.743.796 von netbil.one am 11.03.09
11:09:40@ netbil.one
"Viele parallele Einzelentscheidungen werden es sein, die zu dem
führen, was ich erwarte. Inwieweit Teile davon vernetzt sind,
werden wir mit unseren Mitteln sowieso nie herausfinden."
Dieser Ihrer Aussage stimme ich nicht mehr uneingeschränkt zu.
Ich zitiere jetzt mal den Klappentext von E.Griffin Die Kreatur
von
Jekyll Island:
" Im Jahre 1913 geschah in den USA das Unglaubliche. Einem
Bankenkartell, bestehend aus den weltweit führenden Bankhäusern
Morgan, Rockefeller, Rothschild, Warburg und Kuhn-Loeb gelang es in
einem konspirativ vorbereiteten Handstreich, das amerikanische
Parlament zu überlisten und das Federal Reserve System(FED) ins
Leben
zu rufen... Doch diese Bank ist weder staatlich(federal) noch hat
sie wirkliche Reserven. Ihr offizieller Zweck ist es, für die
Stabilität des Dollars zu sorgen...."
An diesem Buch ist vieles zu kritisieren, weil ungenau oder sogar
falsch!
Aber die Fakten des Klappentextes lassen sich nicht widerlegen.
Und unsere aktuelle Situation beweißt dies!!
Seit Beginn des Vietnam-Krieges ist die Handelsbilanz der USA stark
defizitär. Dies konnte immer nur durch massivste Kapitalimporte
ausgeglichen werden. Dazu hat die Wall-Street gesteuerte
Finanzindustrie erfogreichst beigetragen.
Das ist das, was ich als ersten Raubzug bezeichne!
Ich erinnere mich noch lebhaft an die 80ger Jahre unter Reagan,
speziell 1984-1986 damals stieg der Wert des US$ bis auf 3,47
DM
um dann binnen zweier Jahre auf 1,36 DM zurück zu fallen!
So etwas nenne ich legalisierten Diebstahl, dagegen sind
Bakräuber
Waisenknaben!!
Gruß Windei
schrieb am 11.03.09 15:14:20
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.745.580 von windei am 11.03.09
14:31:01Hallo Windei ( irgendwie geht mir diese Anrede
nicht so richtig über die Maus ),
schöne Diskussion mit Dir, ich möchte es ja auch glauben, dass z.B.
diese Truppe dahinter steckt :
Amerikanische Finanzmärkte
Manipuliert das Plunge Protection Team die Kurse?
Von Caroline Baum, Kolumnistin für Bloomberg News
Vielleicht haben Sie schon vom Plunge Protection Team (PPT) gehört.
Falls nicht, lassen Sie mich Ihnen diese illustere Gruppe
vorstellen.
Sie kennen doch all diese Kurseinbrüche im Standard & Poor's
500, die einem Bauchschmerzen bereiten, sich auf mysteriöse Weise
stabilisieren und sich dann in eine enorme Kurserholung umkehren?
Falls Sie ein Anhänger der Verschwörungstheorie sind, dann lässt
sich das PPT als eine auserwählte Gruppe von Regierungsvertretern
und Bankern beschreiben, die von Zeit zu Zeit eingreifen, um den
Aktienmarkt zu stützen. Nach Angaben einiger Händler, Experten und
einer cleveren Gruppe von Anhängern der Verschwörungstheorie, ist
die Federal Reserve - die gleiche Zentralbank, die am Tage
offiziell Staatspapiere kauft und verkauft - im Geheimen auf dem
Aktienmarkt tätig.
Wie die Fed gegen das Gesetz verstößt
Dabei ist es unerheblich, dass Aktien aller Art nicht zu der
Palette an Titeln gehören, die die Federal Reserve kaufen darf.
Gemäß Federal Reserve Act von 1913, der über die Jahre immer wieder
geändert wurde, darf die Fed US-Treasuries und staatliche
Schuldtitel, ausländische Staatsanleihen, Bankakzepte, Wechsel,
bestimmte Gemeindeschuldtitel, ausländische Währungen und Gold
kaufen. Versuchen Sie doch einmal, einen Anhänger der
Verschwörungstheorie in eine Diskussion über dieses Thema zu
verwickeln; das Gespräch wird an dieser Stelle enden.
Sprechen Sie die Reservewirkung an - wenn die Fed Aktien kauft,
führt sie dem Bankensystem Reserven zu, die sich negativ auf die
Federal Funds Rate für Tagesgeld auswirken würden. Es sei denn, die
Fed würde die Reserven durch Offenmarktgeschäfte reduzieren - und
die Anhänger der Verschwörungstheorie sagen Ihnen, dass die Mittel
aus Bestechungsgeldern des US-Schatzamtes stammen, die offiziell
als Exchange Stabilization Fund bekannt sind.
Die „Washington Post“ wusste Bescheid, oder doch nicht?
Diese Gruppe vergisst jedoch die technischen Ungereimtheiten. Wenn
die Verschwörungstheoretiker Recht haben und die Fed
S&P-Terminkontrakte kauft, dann gibt es irgendwo jemanden, der
diese Transaktionen durchführt, sie abrechnet und das Konto
überwacht. Das bedeutet, dass irgendwo ein Mensch existiert, der
für sein Stillschweigen eine Menge Geld von der Fed erpressen oder
von einem Verlag einen riesigen Vorschuss für das Schreiben eines
Enthüllungsbuches verlangen könnte.
Zum Thema
„Kursgewinne sind eine Chance zum Ausstieg“
Die Autoren von Artikeln über das Plunge Protection Team, die
nachweisen wollen, dass ihre Behauptungen berechtigt sind
(„Vertrauen Sie mir, es existiert!“), verweisen auf einen Artikel
in der „Washington Post“ vom 23. Februar 1997. Kurios ist
allerdings, dass dieser Artikel den Kauf von Aktien mit keinem Wort
erwähnt. Brett Fromson, ein Reporter der „Post“, stellt die Bildung
der Arbeitsgruppe Finanzmärkte durch den Präsidenten nach dem
Börsencrash vom 19. Oktober 1987 dar. Die Gruppe, der auch der
Finanzminister, der Chairman der Fed, der Chairman der Securities
and Exchange Commission (SEC) und der Chairman der Commodity
Futures Trading Commission angehören, wurde ins Leben gerufen, um
ein reibungsloses Funktionieren der Finanzmärkte
sicherzustellen.
Schutz vor einem Marktzusammenbruch wird zum Komplott
„Hauptaufgabe der Arbeitsgruppe sei Regierungsvertretern zufolge,
die Aufrechterhaltung der Marktfunktionen im Falle eines
plötzlichen Einbruchs der Aktienkurse, bei dem es einem den Magen
umdreht - und die Vermeidung eines panikartigen Ansturms auf
Banken, Broker und Investmentfonds“, heißt es in dem Artikel von
1997. Der Tenor des Artikels ist das Bemühen der
Regierungsvertreter um die Abwendung einer Liquiditätskrise, was
genau das ist, was die Fed getan hat, als sie das Bankensystem nach
dem Absturz des Dow Jones Industrial Average um 508 Punkte am 19.
Oktober 1987 mit Reserven überschüttet hat. Wie aus dem
eigentlichen Bemühen um die Sicherstellung eines angemessenen
Zugangs zu Krediten zur Vermeidung eines Dominoeffekts im Falle
eines Marktzusammenbruchs ein Komplott zur Stützung des
Aktienmarktes wurde, wissen die Götter.
Um einen Einblick in die Tiefen der Verschwörungstheorie zu
erhalten, geben Sie „Plunge Protection Team“ in die
Google-Suchmaschine ein. Aufmerksame Leser bemerken die Sachkunde,
mit der die Autoren schreiben. „Am 24. November 2000, nur Minuten
nach der gemeinsamen Intervention von Fed und Goldman Sachs,
schnellte der Nasdaq in die Höhe und schloss an diesem Tag deutlich
über 3.100 Punkten, was einem Tagesplus von 5,7 Prozent
entspricht“, schrieb ein anonymer Internet-Experte. „Hätten die Fed
und das Plunge Protection Team nicht eingegriffen, so gut
informierte Marktinsider, hätte es eine richtiggehende systemische
Finanzkrise gegeben, die sich bald zu einer Dollar-Krise
ausgewachsen hätte“. Und außerdem bedient man sich laut den
Darstellungen dieser Website der Goldman-Strategin Abby Joseph
Cohen, die seit dem Börsencrash im Oktober 1987 „jedes Mal, wenn
die Märkte bedroht sind, eine Erholung `prognostiziert`“.
Hinter dem Handelsvolumen bei 3M steckt ebenfalls die Regierung
Werfen wir einen Blick auf all die Leute, die über diese Sache
Bescheid wissen. Will denn keiner von ihnen aus diesen
Insiderinformationen Kapital schlagen und einen Spitzenbestseller
schreiben? Laut einem Pressebericht hat die Fed das Geschäft mit
den Aktienindizes zugunsten der Auswahl einzelner Aktien
aufgegeben. In der Erkenntnis, dass der Dow Jones Industrial
Average mit seinen 30 Aktien „weitaus einfacher zu manipulieren“
sei, folgerte Londons „Evening Standard“ am 19. März, dass das
„riesige Handelsvolumen der letzten Tage“ bei 3M ein deutlicher
Hinweis darauf sei, dass die US-Börse im Hinblick auf den Krieg im
Irak von der Regierung manipuliert worden wäre.
Gibt es keine Garantie dafür, dass die angebliche Intervention des
PPT Erfolg hat? Wirtschaftswissenschaftler versuchen noch immer,
herauszufinden, ob Interventionen am Devisenmarkt mehr als nur
transitorischen Effekt haben. Wenn diese Gruppe so geschickt ist,
warum erleben die Aktienmärkte dann das vierte Jahr in Folge eine
Börsenbaisse? Mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen
an der New York Stock Exchange von 1,43 Milliarden Aktien im
vergangenen Jahr wären beträchtliche Käufe nötig, um eine
Marktbewegung umzukehren. Vielleicht hat sich das PPT die Strategic
Petroleum Reserve angeeignet, verkauft heimlich Öl zu überhöhten
Preisen am Markt und verwendet die Erlöse zum Kauf von Aktien. Und
wenn man es sich recht überlegt, war bisher auch keiner in der Lage
auszumachen, wo jene erfundenen Mondlandungen ihren Ursprung
haben.
Text: @thwi
Manchmal aber glaube ich, dass man zu schnell Verschwörungstheorien
in Diskussionen einführt. Gleichgeschaltete Interessen
Gleichgesinnter, die untereinander nicht vernetzt sind, erzeugen
manchmal nach außen ein Erscheinungsbild, das von dem einer
Verschwörung nicht zu unterscheiden ist.
Zumal sich eingeleitete Trends durch technische Analysten häufig
selbst tragen.
Insofern bin ich sicher, dass die PPG z.B. für die manipulierten
Devisenmärkte rund um den Dollar voll verantwortlich waren
( sind ? ).
Aber die zur Krise führende Abzocke wirklich im kleinen Kreis
geplant und initiiert worden ist und die jetzt sicherlich laufende
zweite Abzockkette ebenso, da bin ich mir nicht sicher. Da meine
ich, dass sich das Ganze wie ein Schneeballsystem selbst aufgebaut
hat, solange es lief und die Boni flossen, hat man es laufen
lassen, dann hat`s halt gecrasht mit ein wenig Kollateralschäden
und jetzt geht das Spiel unter veränderten Vorzeichen weiter.
Schön wäre es, wenn das heute veröffentliche Verbot des short
selling Wirklichkeit würde, dann müssten die Jungs wenigstens ihre
Spikes ablegen und sich in normaler Schrittgeschwindigkeit im Markt
bewegen.
Schön wäre es, wenn meine Annahmen widerlegt werden könnten ( in
Form von Beweisen, nicht von Thesen a la Illuminati ), wenn Du dazu
beitragen könntest, komme ich sofort in Deinen Club !
Schönen Nachmittag
netbil
schrieb am 11.03.09 15:27:24
@ alle Interessierten
wenn man dieses Interview liest, sträuben sich einem die
Nackenhaare:
"Da bekam die Finanzbranche einen Herzinfarkt"
Er liquidiert die Pleitebank: Seit Anfang des Jahres ist Bryan
Marsal der Abwickler von Lehman Brothers. Im Interview mit SPIEGEL
ONLINE spricht er über die Gründe für den Milliarden-Crash des
Instituts, die Fehler der US-Regierung und die Lehren der
Finanzkrise.
SPIEGEL ONLINE: Wie sind Sie an den Job als neuer Lehman-Chef
gekommen?
Marsal: Ich schaute mir gerade ein Football-Spiel im Fernsehen an,
als ich einen Anruf vom Aufsichtsrat von Lehman Brothers erhielt.
Das war am 14. September, abends um halb elf. Die fragten mich, ob
ich die Verantwortung für das Abwickeln der Bank übernehmen
könnte.
SPIEGEL ONLINE: Und wie haben Sie reagiert?
Marsal: Ich habe ja gesagt. Und dann habe ich gefragt: Wie habt
ihr euch auf den Konkursantrag vorbereitet? Die Antwort: Dieser
Anruf ist unsere erste Vorbereitung.
SPIEGEL ONLINE: Das muss ein Schock gewesen sein. Schließlich
musste der Konkursantrag am nächsten Morgen vor Börsenbeginn
vorliegen.
Marsal: Wenn man bedenkt, dass die Bilanzsumme 651 Milliarden
Dollar betrug, hätte man erwartet, dass es intensive Planungen
dafür gegeben hätte.
SPIEGEL ONLINE: Die Lehman-Leute waren wohl überzeugt, dass man sie
nicht sterben lässt.
Marsal: Wir waren ja nicht dabei. Aber ich glaube, sie konnten
sich einfach nicht vorstellen, dass die Federal Reserve dies
zulassen würde - wegen der Komplexität, Interdependenz und fragilen
Natur des globalen Finanzsystems. Unter großem Druck, denke
ich, traf die Fed dann die Entscheidung, Lehman nicht zu stützen,
anders als zuvor Bear Stearns ...
SPIEGEL ONLINE: ... jene konkursreife New Yorker Investmentbank,
die im März mit Hilfe der US-Regierung und Zentralbank von JP
Morgan übernommen wurde. Warum halfen sie dagegen Lehman nicht?
Marsal: Das müssen Sie die Fed fragen. Jedenfalls zeigte die
Entscheidung dem Rest der Branche, dass es keinen Freifahrschein
gibt und man nicht erwarten darf, dass die Regierung einen
automatisch rettet. Gleichzeitig stand damals der
Versicherungskonzern AIG am Rande des Zusammenbruchs. Als dann der
Beschluss gefallen war, Lehman untergehen zu lassen, bekam die
globale Finanzbranche leider einen Herzinfarkt. Dann sprang die
Federal Reserve ein, rettete AIG, half Bank of America bei der
Übernahme von Merrill Lynch, unterstützte Wachovia, und so weiter
und so weiter.
SPIEGEL ONLINE: Lehman scheitern zu lassen, war also eine
politische Entscheidung mit unbedachten Folgen?
Marsal: Ich bin kein Politiker und will darüber nicht spekulieren.
Wenn du zu gierig bist und Risiken verdrängst, kann dein Geschäft
verlorengehen. Man braucht Angst, um die Gier zu zähmen - ich
glaube, das war die Botschaft des Finanzministeriums.
SPIEGEL ONLINE: Doch dann brach weltweit Panik aus.
Marsal: Lehman war zu groß, um sie einfach fallenzulassen. Die
gegenseitige Abhängigkeit der Banken ließ es nicht zu, sie einfach
im Regen stehenzulassen. Vielleicht gibt's hier ja eine Lektion zu
lernen: Finanzhäusern sollte gar nicht erst erlaubt werden, so groß
zu werden.
SPIEGEL ONLINE: Was wäre an der Wall Street die Alternative
gewesen?
Marsal: Wenn man statt fünf Banken 15 hätte und diese deutlich
kleiner wären, könnte man mit einer Pleite wohl besser
umgehen.
SPIEGEL ONLINE: Hatte Lehman überhaupt eine echte
Überlebenschance?
Marsal: Ich sage nicht, dass Lehman hätte überleben müssen. Das
kann ich nicht beurteilen. Man hätte die Bank aber so abwickeln
sollen wie Bear Stearns. Als Bear Stearns von JP Morgan übernommen
wurde, wechselten auch alle Derivate zum neuen Eigentümer, und die
Federal Reserve half mit einem milliardenschweren Notfallkredit. JP
Morgan konnte Bear Stearns so sicher unter seinem Dach liquidieren.
Und so haben sie es auch beim Deal von Merrill Lynch mit Bank of
America gemacht. Als die britische Bank Barclays Lehman übernehmen
wollte, entschied sich die Fed dagegen - aus welchem Grund auch
immer.
SPIEGEL ONLINE: Mit Lehmans Pleite hingen plötzlich auch 900.000
Derivate in der Luft. Verträge mit Handelspartnern weltweit
platzten deshalb. Was lief falsch?
Marsal: Diese Kontrakte hätten auf eine dritte,
kreditwürdige Partei übertragen werden müssen. Sämtliche guten
Vermögenswerte hätten, mit Unterstützung der Fed, an einen
kreditwürdigen Käufer übertragen werden sollen. Die schlechten,
giftigen Anlagen wären in der Holding verblieben, und dann hätte
man einen Insolvenzantrag gestellt. Dieser Fehler allein kostet die
Gläubiger etwa 50 bis 75 Milliarden Dollar.
SPIEGEL ONLINE: Unterscheidet sich Lehman von Ihren Kunden in
anderen Branchen, oder sind im Untergang alle gleich?
Marsal: Die Finanzbranche ist anders. Geld hat einen schnelleren
und direkteren Effekt auf die Menschen. Der Zerfall von Lehman
geschah in einem Wimpernschlag. Finanzinstitutionen können sehr
sehr schnell in eine schlechte Lage und dann eine Vertrauenskrise
geraten - nicht weil ihnen das Vermögen abhandenkommt, sondern
Bargeld.
SPIEGEL ONLINE: Wäre uns die Weltkrise ohne die Lehman-Pleite
erspart geblieben?
Marsal: Im Fall von Bear Stearns haben die Märkte einen Stoßseufzer
der Erleichterung losgelassen. Dort wurde rational gehandelt - so
wie es auch die Briten und die Deutschen mit ihren Problemfällen
taten. Ein konsistenter Führungsstil, konsequente Entscheidungen
sind von zentraler Bedeutung. Es würde uns heute besser gehen, wenn
man Barclays die Übernahme ermöglicht und entsprechenden Schutz
angeboten hätte.
SPIEGEL ONLINE: Stimmt es, dass Sie immer noch mit Richard Fuld,
Lehmans Ex-Chef, zusammenarbeiten?
Marsal: Finanziell erhält er nichts mehr von uns. Freundlicherweise
hat er sich aber, im Austausch für ein Büro, bereiterklärt, uns für
Fragen zur Verfügung zu stehen; zum Beispiel wenn es um bestimmte
Hedgefonds- oder Private-Equity-Investitionen von Lehman geht.
SPIEGEL ONLINE: Wie viel Geld schulden Sie Lehmans Gläubigern?
Marsal: Die Ansprüche belaufen sich auf etwa 200 Milliarden
Dollar.
SPIEGEL ONLINE: Und wie wollen Sie dieses Geld beschaffen?
Marsal: Wir haben liquide und illiquide Werte. Schwierig ist es vor
allem mit letzteren. Das Immobilienportfolio war 40 Milliarden
Dollar wert, Investitionen in Hedge- oder Private-Equity-Fonds
betrugen 12 Milliarden Dollar.
SPIEGEL ONLINE: So viel werden Sie heute nicht mehr dafür
bekommen.
Marsal: Lehman hat derzeit etwa neun Milliarden Dollar in Cash, wir
haben keine Liquiditätskrise und sind deshalb nicht gezwungen,
unter Druck irgendwas zu verkaufen. Wir verkaufen entweder zu einem
fairen Preis, oder wir halten unsere Beteiligungen, bis wir einen
guten Preis bekommen.
Das Interview führte Frank Hornig
schrieb am 11.03.09 15:57:48
Antwort auf Beitrag Nr.:
36.745.367 von windei am 11.03.09
14:07:19"Daran erinnere ich mich auch! Dass nämlich
die Amis
hosenschisserich an der Demarkationslinie stehen blieben, obwohl
ihre Panzer nach dem Potsdamer Abkommen das Recht hatten, quer
durch Ostberlin zu rauschen. Genau seit diesem Zeitpunkt halte ich
nicht mehr sehr viel von unseren sog. Freunden!!"
Natürlich hätten die gleich auf die gegenüberstehenden Panzer der
Russen schießen müssen.
Und so "Freunde" wie dich hätten die sicherlich auch nicht
verteidigen brauchen, da konnten sie gut drauf verzichten.
Ein solches Argument disqualifiziert dich doch total.
wilbi
schrieb am 11.03.09 16:43:57
@ netbil.one,
Manchmal aber glaube ich, dass man zu schnell Verschwörungstheorien
in Diskussionen einführt. Gleichgeschaltete Interessen
Gleichgesinnter, die untereinander nicht vernetzt sind, erzeugen
manchmal nach außen ein Erscheinungsbild, das von dem einer
Verschwörung nicht zu unterscheiden ist.
Zumal sich eingeleitete Trends durch technische Analysten häufig
selbst tragen. d´accord insbsondere durch die
computergestützten
Kauf- und Verkaufprogramme!
Insofern bin ich sicher, dass die PPG z.B. für die manipulierten
Devisenmärkte rund um den Dollar voll verantwortlich waren
( sind ? ).
Würde ich auch mit einem Fragezeichen
versehen!!
Aber die zur Krise führende Abzocke wirklich im kleinen Kreis
geplant und initiiert worden ist und die jetzt sicherlich laufende
zweite Abzockkette ebenso, da bin ich mir nicht sicher. Da meine
ich, dass sich das Ganze wie ein Schneeballsystem selbst aufgebaut
hat, solange es lief und die Boni flossen, hat man es laufen
lassen, dann hat`s halt gecrasht mit ein wenig Kollateralschäden
und jetzt geht das Spiel unter veränderten Vorzeichen weiter.
Das Bild des Schneeballsystems ist sehr anschaulich, aber ich
bekomme es nicht in Übereinstimmung mit einer Sache, die mich schon
seit 20 Jahren beschäftigt. Seit etwa Mitte der 80ger begann man,
von den USA ausgehend, die staatlichen Rentensysteme in Europa zu
diffamieren (maßgebend: Miegel und Raffelbüschen). Die
Kapitalgedeckte Altersvorsorge war das große Modewort.Dabei
war von Anfang an klar, dass die Generation der Babyboomer, auf die
das abzielte, der große Angearschte sein würde, wegen der
immer weiter ansteigenden Lebenserwartung und der Tatsache,
dass
von hundert $ bis zu 20 $ in den Taschen der Initiatoren bleiben
sollten!! Und jetzt ist das ganze wieder auf Null gestellt, mit
dem angenehmen Nebeneffekt, dass die erfahrenen Alten als
billige
Arbeitskräfte die Reservearmee einer Marktwirtschaft bilden,
die
sich gut verdienende Dinks nicht mehr leisten will! Ich weiß:
zu
viel Spekulation und zu wenig Beweise!! Aber vielleicht kann
der/
die eine oder andere mit mehr Insiderwissen Licht ins Dunkel
bringen!!
Schön wäre es, wenn das heute veröffentliche Verbot des short
selling Wirklichkeit würde, dann müssten die Jungs wenigstens ihre
Spikes ablegen und sich in normaler Schrittgeschwindigkeit im Markt
bewegen.
Ja das gab´ es als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise
alles schon einmal, wurde mit der Deregulierungswelle über Bord
gespült!
Schön wäre es, wenn meine Annahmen widerlegt werden könnten ( in
Form von Beweisen, nicht von Thesen a la Illuminati )
Wenn ich das könnte wäre das perfekt, aber ich habe als
typischer Kleinaktionär ein zu geringes Insiderwissen, besitze
nur meine Studienkenntnisse, meine Berufserfahrung und das
Bücherwissen/ Internetwissen, sonst nichts!!
Gruß Windei
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