schrieb am 09.04.09 10:00:30
"Geldverschwendung", "ökonomisch unsinnig": Justus Haucap, Chef
der staatlichen Monopolkommission, äußert scharfe Kritik an der
Abwrackprämie und warnt vor einem Verfall der Gebrauchtwagenpreise.
Besonders betroffen sind deutsche Premiummarken.
Berlin - Er ist der Chef eines der wichtigsten Beratungsgremien der
Bundesregierung, und seine Bedenken wiegen schwer: Der Vorsitzende
der staatlichen Monopolkommission, Justus Haucap, warnte im
Zusammenhang mit der Aufstockung der Mittel für die Abwrackprämie
vor einem Verfall der Gebrauchtwagenpreise. "Durch die staatliche
Förderung verlieren Millionen Gebrauchtwagen an Wert", sagte er der
"Süddeutschen Zeitung". Dies treffe deutsche Premiummarken wie
Audi, Mercedes und BMW, weil sich die Nachfrage hin zu kleinen
Neuwagen verschiebe.
Die Bundesregierung hatte am Mittwoch beschlossen, die Fördersumme
von zunächst vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro
aufzustocken. Damit kann der Kauf von zwei Millionen Neuwagen
gefördert werden. 1,2 Millionen Anträge sind bereits eingegangen.
Folglich können noch 800.000 weitere gestellt werden. Die Prämie
soll aber längstens bis zum Jahresende gewährt werden. Beantragen
kann sie jeder, der ein mindestens neun Jahre altes Fahrzeug, das
er ein Jahr und länger besitzt, verschrotten lässt und sich einen
Neu- oder Jahreswagen zulegt.
Haucap kritisierte die Abwrackprämie als "Geldverschwendung auf
Kosten des Steuerzahlers". Die Förderung sei "ökonomisch unsinnig",
weil damit vor allem die Produktion von Kleinwagen in Osteuropa
angekurbelt und der Kauf von Neu- und Jahreswagen nur vorgezogen
werde. Diese Nachfrage werde in Zukunft jedoch wieder entfallen. Am
Gebrauchtwagenmarkt sind die Preise für ältere Modelle, für die die
Förderung nicht gilt und die mehr als 2500 Euro wert sind, dem
Zeitungsbericht zufolge zuletzt deutlich gefallen. Ökonomen hatten
sich ebenfalls äußerst kritisch zur Abwrackprämie geäußert.
CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer verlangte, die Prämie
nachzubessern. Sie solle auch beim Erwerb von Jahreswagen gezahlt
werden, wenn diese zuvor 14 Monate und nicht nur 12 Monate
zugelassen waren, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Ramsauer
begründete dies damit, dass viele Jahreswagen etwas länger als ein
Jahr gefahren würden, ehe sie verkauft werden. Davon könnten vor
allem Firmen wie Audi, BMW und Mercedes profitieren, die viele
Jahreswagen im Angebot haben.
Nach einem Bericht des Berliner "Tagesspiegels" drohen bei der
Beantragung und Auszahlung der Prämie neue Probleme. Es komme zu
Engpässen bei der Ausstellung der erforderlichen
Verwertungsnachweise. Die Altautoverwerter seien an ihre
Kapazitätsgrenzen gelangt. Andreas Habel vom Bundesverband
Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE) spreche von etwa 800.000
Autos, die in einem Jahr normalerweise demontiert werden. Das
Umweltbundesamt gehe von etwa 500.000 Fahrzeugen aus, berichtet die
Zeitung. Gottfried Höll vom Verwerterverband Arge Altauto sehe die
Verwertungskapazitäten bei etwa 1,2 Millionen Autos. Allerdings
seien schon im Februar mehr als 600.000 Altautos abgegeben worden.
schrieb am 09.04.09 10:03:16
Wie sieht es denn mit den Autoverwertern aus?
Die dürften doch jetzt leben wie die Made im Speck oder?
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