Antwort auf Beitrag Nr.:
37.194.651 von mani45 am 17.05.09
18:27:21unsinn - selbstverständlich kann man den fonds
verkaufen!!!!!!! es ist mal wieder eines der sich hartnäckig
haltenden gerüchte, dass man in seinen fonds "gefangen" ist, wenn
die fondsgesellschaft die rücknahme aussetzt. ich erklär mal die
fakten:
es besteht die möglichkeit, dass die fondsgesellschaft die
rücknahme von anteilen temporär aussetzt. dies ist zunächst für 1
jahr möglich. sollten gründe für die rücknahmeaussetzung dann
weiter bestehen, so kann für ein weiteres jahr die anteilsrücknahme
ausgesetzt werden. dies ist ein vom gesetzgeber festgeschriebenes
und von der bafin überwachtes verfahren. das bedeutet, dass die
immobilienfonds durchaus noch für eine weitere zeit geschlossen
bleiben können, auch wenn erste fonds angekündigt haben, bald
wieder öffnen zu wollen.
was machen nun die anleger, die trotzdem verkaufen wollen? denen
steht natürlich trotzdem ein mittlerweile etablierter weg offen.
zwar hat die fondsgesellschaft die rücknahme eingestellt, aber an
andere anleger darf man seinen fonds selbstverständlich trotzdem
verkaufen. und genau das geht über die börse. so kann dieser fonds
an der börse hamburg ( fondsbörse seit 2002 und damit mit der
längsten historie des börslichen fondshandels ) oder düsseldorf
problemlos auch in großen einheiten gehandelt werden.
wie geht das? jeder anleger, der seine fondsanteile bei einer bank
oder einer plattform hat, muss diese bank beauftragen, seine
anteile an der börse hamburg oder düsseldorf unter angabe einer
wkn, eines limits und einer gültigkeit ( wie man es von jeder
börsenorder her auch kennt ) zu verkaufen. banken wehren sich gerne
gegen die orderausführung, sind aber juristisch dazu verpflichtet -
ein kleiner hinweis auf die agb und den mit der bank geschlossenen
vertrag hilft meistens.
problem bei plattformen wie ebase - die haben die stücke oftmals
direkt bei der fondsgesellschaft verwaltet. um die stücke über die
börse verkaufen zu können, muss in der regel erst die sogenannte
lagerstelle gewechselt werden. dies kann bei ebase sicherlich auch
in auftrag gegeben werden. erläutere einfach, dass die lagerstelle
so gewechselt werden muss, das ein börslicher verkauf erfolgen
kann.
vorteil des börsenhandels: hier kann man jederzeit seine anteile
handeln, selbst wenn es an anderer stelle nicht möglich ist. es ist
absoluter unsinn, dass man seine anteile dort nicht los würde, wie
ganz gerne behauptet wird. die erfahrung zeigt, dass der handel in
immobilienfonds seit den fondsschließungen sehr hohe umsätze hat (
die börse hamburg veröffentlicht die regelmäßig ) außerdem sieht
man vor dem handel genau, für wieviele anteile die kursstellung gut
ist. ( siehe artikel im letzten manager magazin, wo der
börsenhandel ganz explizit als ausweg der situation angeführt wurde
)
außerdem: wer fonds kauft, der zahlt normalerweise einen
ausgabeaufschlag an seine bank, die das als vertriebsgebühr
einbehält. beim fondskauf an der börse zahlt man nur einen
handelsspread - und der ist weitaus niedriger als der
ausgabeaufschlag, oftmals keine 0,5 %.
gibt es auch einen haken? ja - den gibt es - aber nur scheinbar!
das problem: zwar hat man an der börse einen sofortigkeitseffekt,
da man seine anteile sofort verkaufen kann, obwohl der fonds
geschlossen ist. aber - der preis entspricht nicht dem
rücknahmepreis sondern notiert in der regel niedriger! der grund
dafür ist einfach: käufer der fondsanteile treten mit dem erwerb ja
in die sperre ein und kaufen sich damit ein papier, womit sie nicht
so flexibel sind. das lässt man sich eben bezahlen. auf der anderen
seite gibt es ein nicht zu unterschätzendes weiteres problem: die
fonds berechnen den rücknahmepreis nach fixen gutachten, die von
stetigen wertsteigerungen ausgehen. verkauf mal im moment deine
immobilien..... das geht nur zu hohen abschlägen vom ursprünglichen
wert...das ist ja auch der grund, warum die fonds zumachen - sie
können die rückflüsse nicht mehr adäquat bedienen, d.h. nicht, ohne
verkäufe in schlechter marktsituation durchführen zu müssen. das
bedeutet: es ist nicht auszuschließen, dass es im zuge der öffnung
der fonds zu einer deutlichen bei immofonds kommt. bisher hat
meines wissens nur eine fondsgesellschaft eine anpassung der werte
vorgenommen - nach unten natürlich. das kann demnach bei allen
anderen fonds noch drohen....und das ist eben die große unbekannte
in der situation:
der verkäufer kassiert jetzt einerseits sofort bargeld und zum
anderen trägt er nicht mehr das risiko, dass der fondswert
demnächst nach unten revidiert wird. der käufer dagegen sagt sich,
dass er für das risiko einen abschlag auf den aktuellen
rücknahmewert haben möchte. es ist also ein klassischer
meinungsmarkt - der käufer meint, der abschlag ist groß genug,
damit er zukünftig, wenn der fonds wieder aufmacht, noch gewinn
machen kann. der verkäufer braucht einmal sofort sein geld und
rechnet eventuell mit einer preiskorrektur, die über die aktuellen
abschläge hinausgeht. das sind ganz normale marktgegebenheiten und
nichts verwerfliches. deshalb funktioniert dieser handel auch so
gut, weil verschiedene meinungen aufeinander prallen. wichtig ist
nur: welche meinung du vertrittst, ist letztlich ausschlaggebend
dafür, ob du über die börse verkaufen willst: wenn du mit einer
anderen anlage in der zwischenzeit mehr geld verdienen kannst und
noch sorge hast, dass die fondspreise bei immofonds ncoh nach unten
korrigiert werden, dann ist ein verkauf interessant. wenn du
denkst, dass die preise stabil sind und du benötigst das geld
nicht, dann wäre der abschlag an der börse derzeit sicherlich zu
hoch. das kannst aber nur du selber entscheiden.
also - selbstverständlich gibt es einen markt für immobilienfonds,
deinen wie auch kan am grund und viele ander mehr!
selbstverständlich funktioniert der gut - aber ob die konditionen
jedem passen, dass kann nur individuell geprüft werden. lg flojo