Antwort auf Beitrag Nr.:
37.511.108 von timekiller am 02.07.09
22:15:45timekiller beim Hofer
gesehen
Pächter klagen über Verdrängungskampf
Hofer entfacht mit Billig-Sprit Preiskampf
Drei Diskont-Tankstellen sorgen für einen kurzfristigen
Sprit-Preissturz - ein Liter Diesel kostet 56 Cent. Das
Pilotprojekt soll nun Schule machen.
Hofer-Tankstelle. Vor der Hofer-Tankstelle bildeten sich lange
Warteschlangen. DruckenSendenLeserbrief
Der große Kofferraum des grauen Peugeots von Marianne Leiminger ist
vollgestopft mit Kanistern. Die Salzburgerin hamstert Benzin und
Diesel an einer der neuen Hofer-Diskonttankstellen, die am Montag
in Salzburg und Obertrum eröffnet haben.
Die Preise rufen derzeit nur unglaubwürdiges Staunen hervor. Egal,
ob Diesel oder Super - man tankt derzeit um die Hälfte. Solche
Preise gab es zuletzt nur kurz vor 1990, vor dem Beginn des
Golfkrieges.
"Das wird sicher wieder teurer. Deshalb tanke ich die Kanister voll
für das Wohnmobil, für den Rasenmäher, und dem Enkerl spendiere ich
auch eine Tankfüllung", erzählt Marianne Leiminger.
Warteschlangen
Unglaubliche 0,525 Euro kostete der Diesel am Montag, 0,592 der
Liter Super. Warteschlangen mit 30 Autos waren keine Seltenheit.
Die umliegenden Tankstellen gerieten unter Zugzwang und ließen die
Preise gleichfalls in den Keller rasseln.
An den Zufahrten herrschte Verkehrschaos. Die Tanklastwagen kamen
nicht mehr durch, zahlreiche Salzburger Tankstellen waren am
Nachmittag wegen Spritmangels ausverkauft.
Markus Friesacher, Ex-Rennfahrer und Projektbetreiber, ist
zufrieden: "Den Ansturm habe ich erwartet. Diesen Preis werden wir
aber nicht halten können. Wir sind damit 30 Cent unter dem
Einkaufspreis und ich habe nichts herzuschenken. Aber meine
Philosophie wird sein, stets zwei Cent unter dem Preis der
Mineralölkonzerne zu sein."
Minimalistisch
Friesacher setzt dabei auch auf die Synergieeffekte mit dem Partner
Hofer. "Die Leute gehen günstig einkaufen und gleich gegenüber zum
Sprit-Diskonter. Die Preise bei Lebensmittel und Treibstoff drücken
am meisten auf die Geldtasche."
So wie bei Marina Giller: "Ich bin nicht wegen der Tankstelle
gekommen. Aber ich war bei Hofer einkaufen und habe das Angebot
gesehen. Die Kombination ist perfekt."
Wer beim Diskonter tankt, muss mit Null-Service rechnen. Motoröl,
Frostschutzmittel oder Scheibenputzwasser sucht man vergebens. Die
Selbstbedienung an der Zapfsäule ist simpel und erfolgt per
Bankomat- oder Kreditkarte. "Ob Jung oder Alt - die Leute haben
kaum Probleme", sagt eine der Hostessen, die in der Anfangsphase
helfen.
150 Tankstellen
Die drei Tankstellen sollen nur der Anfang sein: Bewährt sich der
Betrieb, kann sich Friesacher vorstellen, bis zu 150 Hofer-Filialen
in ganz Österreich mit Billigtankstellen auszustatten. Und den
Wettbewerbsvorteil, nicht an einen Mineralölkonzern gebunden zu
sein, an die Kunden weitergeben. Skeptisch sind die Autofahrer
trotzdem - das Lockangebot wird wohl nicht lange gelten - und
tanken daher soviel nur irgendwie geht: "Derzeit hat leider nur
eines meiner drei Autos einen leeren Tank. Falls die Preise unten
bleiben, werden wir Stammkunde", meint Georg Sailer, der seinen
Audi dieses Mal statt um 75 Euro um nur rund 40 Euro volltanken
konnte.