04.08.2009 12:03
Experte: General Motors (GM) will Opel in die Insolvenz treiben
Der Autobauer General Motors (GM) <GMGMQ.PK> <GMC.FSE>
spielt nach Überzeugung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer
auf Zeit und will seine Tochter Opel in die Insolvenz treiben. Bei
einer Insolvenz könne GM sich ohne große Sozialleistungen der Opel-
Standorte Antwerpen, Bochum, Kaiserslautern und Ellesmere Port
"entledigen", schreibt der Experte für Automobilwirtschaft an der
Universität Duisburg-Essen in einer der Deutschen Presse-Agentur
dpa vorliegenden Analyse. "Man gewinnt den Eindruck, GM spielt mit
den Werken Monopoly", kritisiert Dudenhöffer.
GM versuche, die Entscheidung bis nach der Bundestagswahl
hinauszögern, damit der politische Druck aus Deutschland geringer
werde. Am Dienstag hatte die GM-Führung die Entscheidung zu Opel
verschoben. Der GM-Verwaltungsrat gab in der Nacht kein Votum dazu
ab, an wen Opel verkauft werden soll. Der Konzern verhandelt seit
Monaten mit dem kanadisch-österreichischen Zulieferer Magna
<MGA.NYS> <MGA.FSE> sowie dem Finanzinvestor RHJ
International.
Nach Ansicht Dudenhöffers bevorzugt GM den Finanzinvestor RHJI,
weil der US-Konzern später leichter Anteile zurückkaufen und Opel
wieder integrieren könnte. Das Kalkül der Amerikaner sehe
folgendermaßen aus: Da sich Bund und Länder gegen das RHJI-Angebot
ausgesprochen haben und Magna bevorzugten, könnte es sein, dass die
Länder die staatlichen Bürgschaften kündigten. "Damit bliebe die
Insolvenz. Dies ist mit Sicherheit ein Szenario, das bei GM genau
geprüft wird", schreibt Dudenhöffer.
Auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte das
Thema Insolvenz mehrfach als Option ins Spiel gebracht. Der Opel-
Betriebsrat lehnt dies aber ab - auch aus Angst, mögliche
Opel-Käufer zu verschrecken.
Autoexperte Dudenhöffer geht davon aus, dass der GM-Konzern, der
nach Ende des Insolvenzverfahrens wiedererstarkt ist, seinen
Einfluss bei Opel in jedem Fall behalten möchte. "GM hängt stärker
an Opel als vermutet", schreibt Dudenhöffer. Der ehemals weltgrößte
Autobauer werde ohne Opel und weitere kleinere Tochtermarken im
Jahr 2010 auf den vierten Platz abrutschen. Die Chancen am Markt
seien dann deutlich schlechter./mt/DP/tw
ISIN US3704421052 CA5592224011
AXC0099 2009-08-04/12:03