Antwort auf Beitrag Nr.:
40.711.842 von hirnaffe am 15.12.10
03:28:49Wenn Du wüßtest welche Schwierigkeiten ich
bislang hatte, gleichgesinnte Aktionäre von General Motors
ausfindig zu machen! Das kann einen Aktionär sehr deprimieren, wenn
man mit den Aktien eines einstigen Dow Jones-Weltunternehmens nicht
einmal einen Mitstreiter findet. Über ein Jahr habe ich als
Einzelkämpfer versucht, für General Motors noch irgendetwas zu
unternehmen.
Stoff für eine Beschwerde gibt es genug. Du mußt nur einen
englischen Brief schreiben können. Der US-Konkursrichter von
General Motors trägt zwar den Nachnamen Gerber, aber seine
Vorfahren sind im 19. Jahrhundert von Deutschland in die USA
ausgewandert. Er versteht natürlich kein Deutsch mehr. --- Gestützt
habe ich meine Beschwerde auf die Bedingungen, welche zur
Zustimmung des letzten CEO von General Motors zur Blitzinsolvenz
geführt haben. --- General Motors hätte nämlich noch die
Möglichkeit der Beantragung einer herkömmlichen Insolvenz - gemäß
Chapter eleven - gehabt. Bei der Blitzinsolvenz hatte der Staat den
Vorteil, daß er als vorrangiger Gläubiger -mit einer
Forderungsquote von einhundert Prozent- behandelt worden ist. Nach
dem regulären Chapter eleven hätte der Staat -ähnlich wie die
Anleihegläubiger- einen Forderungsverzicht leisten müssen.
Die Verhandlungen, die im Mai und im Juni 2009 zwischen den
US-Regierungsbeamten und Fritz Henderson stattfanden, führten dazu,
daß Henderson dem Drängen der US-Regierung nachgegeben hat. Somit
hat Henderson auf das traditionelle Insolvenzverfahren verzichtet,
um mittels einer Blitzinsolvenz den Staat als Gläubiger zu
bevorzugen. Die Altgesellschaft hätte noch die Möglichkeit gehabt,
auf dem überlieferten Chapter 11 zu beharren, was für die
Bondholder sogar besser gewesen wäre.
----Meine Beschwerde bezieht sich auf den Inhalt des "Secret
Agreement", das zwischen den USA und der alten GM ausgehandelt
worden war. Ich habe angeführt, daß die Regierungsbeamten
(=officials) gegenüber Henderson gewisse Zusagen gemacht haben,
wonach sich die USA den Altaktionären -im Falle einer erfolgreichen
Neuemission in einer besseren Zeit (nach Genesung der
Automobilkrise)- erkenntlich zeigen würden, falls die GMC die
Blitzinsolvenz beantragen würde.
Es soll nicht nur so gewesen sein, daß sich die Vorstände Wagoner
und Henderson die Blitzinsolvenz mit einer Millionen-Abfindung
versüßen ließen. Ich schrieb in die Beschwerde, daß die USA die
Versprechungen, welche diese im Secret Treaty gegenüber General
Motors Corp. zugesichert haben, nun nicht einhalten wollen.
Viele Grüße
Thomas Zürn