BP verscherbelt Gasfelder
Die Ölpest im Golf von Mexico zwingt den britischen Öl-Multi BP
beim Verkauf milliardenschwerer Vermögenswerte in eine ungünstige
Verhandlungsposition. Interessenten wissen nur zu gut, dass BP die
Einnahmen dringend benötigt. Mit allen Mitteln werden sie
versuchen, den Preis zu drücken.
Der britische Energiekonzern BP will eigenen Angaben zufolge
Gasgeschäfte in Asien im Wert von rund 1,7 Mrd. Dollar verkaufen,
um die Kosten der Ölpest im Golf von Mexiko zu stemmen.
Man prüfe die Veräußerung des BP-Anteils am Gasprojekt Nam Con Son
in Vietnam, bestätigte ein Sprecher des britischen Konzerns
entsprechende Gerüchte. Zudem plane BP, sogenannte
Upstream-Geschäftsteile in Pakistan zu verkaufen. Die Verkaufspläne
beziehen sich damit auf Explorations- und Bohrvorhaben in dem
krisengeschüttelten Land zwischen Iran und Indien. "Downstream"
steht in der Sprache der Ölkonzerne dagegen für den Handel mit
Mineralölprodukten wie Heizöl, Benzin oder Kerosin von den
Raffinerien "abwärts" zum Kunden.
Früheren Ankündigungen zufolge will sich BP zur Finanzierung eines
20 Mrd. Dollar schweren Entschädigungsfonds von Geschäftsteilen im
Wert von insgesamt zehn Milliarden Dollar trennen. Der Konzern gilt
wegen der Ölkatastrophe und den bislang kaum abschätzbaren
Folgekosten als angeschlagen. Auch über eine Übernahme wird immer
wieder spekuliert.
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