Zum Thema Psychologie und Emotionen beim Traden muss/will ich
natürlich auch etwas beitragen, da ich diese Punkte als die
absoluten Schlüssel zum Erfolg beim Traden ansehe (MM und RM sind
mMn Unterpunkte hiervon).
Charts zu analysieren und mit Indikatoren etc. sich Ein- und
Ausstiegspunkte zu definieren ist relativ leicht und recht schnell
erlernbar, seine eigene Psyche "umzutrainieren" dagegen deutlich
komplexer.....
Wie Kollegin LBR schon geschrieben hat, sind Verluste (werden oft
fatalerweise mit Fehlern gleichgesetzt) negativ konditioniert.
So hat man das ein Leben lang gelernt: Fehler z.B. in eine
Schulaufgabe führt zu schlechter Note usw.
Dieses Denkmuster muss man für sich aufbrechen:
Verluste sind Teil meines Tradings
Diese Tatsache muss man anerkennen und als gegeben hinnehmen.
- Wenn einen Showroom eines Autohauses an einem Tag 30 Leute
betreten und der Verkäufer 3 Autos verkauft, ist er dann schlecht,
hat er Fehler gemacht, weil er 27 Autos nicht verkauft hat?
NEIN, er hat einen hervorragenden Job gemacht und kassiert die
Provision für 3 verkaufte Fahrzeuge.
Erschwerend kommt hinzu, dass Verluste sich emotional doppelt so
stark auswirken wie Gewinne.
Daraus folgt, dass die Vermeidung von Verlusten ein emotional
höheres Ziel ist, als die Gewinnerzielung.
Daher rührt die Neigung zum "Aussitzen" von Verlusten und die
häufig zu schnelle Gewinnrealisierung (um das Risiko eines
eventuell erneuten Verlustes zu vermeiden).
Solange wir nur einen "Buchverlust" haben, auch wenn dieser schon
deutlich grösser ist, als man das eigentlich geplant hatte, kann
man damit pschologisch noch gut leben, da man ja noch von einem
Gewinn in diesem Trade ausgeht. Irgendwann wiegt aber dieser
Buchverlust emotional oder monetär so schwer, dass man den
psychologischen Druck nicht mehr aushalten kann oder das Depot es
nicht mehr hergibt und man ungeplant mit viel zu grossem Verlust
die Posi schließt.
http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1106571-41-50/ers…
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