Antwort auf Beitrag Nr.:
39.172.587 von Genrix am 18.03.10
20:37:30
Sehr geehrter Herr Warnig(Vorsitzender des Prüfungsausschusses
VTB Bank AG),
als Anteilseigner der VTB Bank AG (nachfolgend „die Bank“) möchte
ich Ihre Aufmerksamkeit auf einen Sachverhalt richten, der Sie als
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses der Bank gewiss interessieren
wird. Es geht um den Kauf bohrtechnischer Anlagen (nachfolgend „die
Anlagen“) durch die Tochtergesellschaft der Bank, Fa. VTB Leasing.
Ich möchte anmerken, dass dieses Kaufgeschäft eine breite Resonanz
in den russischen Medien bekommen hat.
Das Geschäft lässt sich wie folgt darstellen: Im Juli 2007 kaufte
die Fa. VTB Leasing 30 Positionen bohrtechnischer Anlagen zum Preis
von ca. 15 Mio. US-Dollar je Position. Die Gesamtkosten des
Auftrags incl. Transport und Zölle belaufen sich auf ca. 650 Mio.
US-Dollar. Die Details des Kaufs muten jedoch merkwürdig an:
Obwohl die Anlagen von einem chinesischen Hersteller stammten,
wurden sie nicht von diesem direkt, sondern über eine auf Zypern
ansässige Vermittlungsgesellschaft erworben.
Der Kaufpreis je Position beträgt 15 Mio. US-Dollar, während der
Preis des chinesischen Herstellers laut seiner Preisliste ca. 10
Mio. US-Dollar je Position beträgt. Trotz des beachtlichen
Auftragsvolumens wurde kein Preisnachlass vereinbart.
Offenbar hatte die Fa. VTB Leasing bei diesem Geschäft keine
Finanzgarantien einer finanzkräftigen Gesellschaft gehabt. Dies
führte dazu, dass die nicht einsatzbereiten Anlagen sich zurzeit in
einem russischen Lagerhaus befinden. Es gibt keine Möglichkeiten
des Schadenersatzes durch den Leasingnehmer oder seine
Anteilseigner. Außerdem hat die Bank, soweit es mir bekannt ist,
nach dem Bankrott des Leasingnehmers die Anlagen nicht im vollen
Umfang zum Eigentum bekommen.
Der direkte Verlust der Bank bei diesem Geschäft beläuft sich auf
über 160 Mio. US-Dollar und kann bis zur 650 Mio. US-Dollar
anwachsen, wenn die nicht genutzten Anlagen in der Zukunft im
vollen Umfang abgeschrieben werden. Der Bankvorstand und ihr
Geschäftsführer wollen den Korruptionsverdacht im eigenen Hause
nicht wahrhaben. Sie handeln so, als ob nichts passiert sei und
stellen keine öffentlichen Informationen zu diesem Geschäft zur
Verfügung. Wenn ich Recht habe, muss die Geschäftsführung der Bank
für Folgendes zur Verantwortung gezogen werden:
Erwerb der Anlagen zu einem überhöhten Preis, zurückzuführen auf
die Unfähigkeit des Vorstandes, Einkaufsvorgaben zu etablieren und
sie einzuhalten, sowie Versagen der Innenrevision.
Beteiligung am Betrug. Für die sehr spezifischen und hochgradig
illiquiden Anlagen fehlen Finanzgarantien in Bezug auf zukünftige
Leasingzahlungen, was die Standardvorgaben einer Bank verletzen
dürfte. Der Leasingnehmer, eine von ihrer Eigentümerin - Fa.
Severnaya Expedicia (North Expedition) - extra für dieses Geschäft
gegründete Gesellschaft, durchläuft zurzeit ein
Insolvenzverfahren.
Die Unfähigkeit, entsprechende Schritte zur Zurückerlangung der
Mittel und zur gerichtlichen Verfolgung der Betrüger innerhalb oder
außerhalb des Unternehmens einzuleiten.
Die Weigerung, die Informationen zum Geschäft, welches gravierende
finanzielle Folgen für die Bank hat (650 Mio. US-Dollar), offen zu
legen.
Die Unfähigkeit, jedwede Untersuchung der Umstände des Geschäftes
zu veranlassen und die eigene Einkaufspraxis zu verbessern, um
solche Betrugsfälle in der Zukunft zu vermeiden.
...
http://www.youtube.com/watch?v=xMYLnETH_mk