Antwort auf Beitrag Nr.:
38.514.876 von ichweissauchnix am 05.12.09
12:25:54Immobilienfonds geniessen zur Zeit einen
zweifelhaften Ruf, und besonders die Branche der geschlossenen
Fonds gab in der Vergangenheit immer wieder Anlass zur Sorge. Nicht
nur die mangelnde Performance sondern oftmals auch das
Geschäftsgebaren des Managements so mancher Firma haben inzwischen
einen ganze Branche in Verruf gebracht. Aber auch die
Ratingagenturen tragen eine große Mitverantwortung daran. Der
kürzlich in der Frankfurter Rundschau erschienene Artikel sollte
die Anleger der SHB Fonds aufhorchen lassen..
Fatale Folgen für Anleger! Kein Verlass auf Rating-Agenturen!
Ratingagenturen bewerten Fonds in der Regel viel zu gut. Auf deren
Urteil sollten sich Anleger deshalb nicht verlassen, rät das
Verbrauchermagazin Finanztest in seiner Dezember-Ausgabe. So fielen
etwa die Noten der Ratingagenturen Scope und G.U.B. für den
geschlossenen Immobilienfonds SHB-Renditefonds 6 erstaunlich gut
aus. Und das, obwohl ein Teil der Immobilien, in die das Geld der
Anleger fließen soll, noch gar nicht feststeht Das birgt erhebliche
Risiken.
Darüber hinaus hatte der Fondsanbieter aus München zuletzt massive
Managementprobleme und musste die Ausschüttungen für Anleger bei
mehreren Vorgängerfonds herabsetzen oder gar aussetzen. Besonders
der noch unter der Egide der Firmengründer, Florian Schuh, Achim
Hiller und Horst Baron initiierte erste Fonds der Gesellschaft, der
"Businespark Stuttgart" scheint inzwischen große Probleme zu
bereiten und die Anleger müssen um Ihre Einlagen bangen.
Ein falsches Rating, also Beurteilung oder Bewertung, kann für
Anleger fatale Folgen haben - besonders bei geschlossenen Fonds.
Denn aus diesen langjährigen Unternehmensbeteiligungen etwa an
Immobilien können Anleger nicht aussteigen. Läuft etwas schief,
müssen sie mit ansehen, wie ihr Geld verbrennt
Finanztest hat unter anderem die Noten von sieben Ratingagenturen
aus den Jahren 2008 und 2009 für zehn geschlossene Immobilienfonds
geprüft. In 25 Urteilen unterschritten die Agenturen die Note "Gut"
nur viermal, eine gute oder sehr gute Note bekamen selbst Fonds,
bei denen hingegen Finanztest wenig Erfreuliches feststellen
kann
Der Blick zurück zeigt, dass Scope und G.U.B. schon in der
Vergangenheit zu krassen Fehlurteilen kamen. So bewertete G.U.B.
den Deutschen Vermögensfonds I der Deutsche Anlagen AG noch im Jahr
2005 mit "Gut", während Finanztest schon ein Jahr früher vor dem
Zockerangebot gewarnt hatte. Tatsächlich ging der geschlossene
Fonds 2005 pleite, 7000 Anleger verloren ihr Geld, rund 40
Millionen Euro wurden verbrannt.
Der Grund für die vielen guten Noten ist, dass Auftraggeber und
Abnehmer von Ratings in aller Regel die Fondsanbieter selbst sind.
Sie sind aber nur an guten Noten interessiert, mit denen sie für
ihr Produkt werben können. Fällt ein Rating schlecht aus, ist die
Agentur den Auftraggeber in der Regel los.
Finanztest rät nun den Anlegern deshalb, die Leistungsbilanz des
Anbieters genau zu lesen, um sich ein Urteil zu bilden. Dort steht,
ob er in der Vergangenheit erfolgreich war. Von hohen
Ausschüttungen sollte man sich nicht beeindrucken lassen: Das sind
reine Prognosen. Gerade die sogenannten "weichen Kosten" einer
Fondgesellschaft können die ohnehin spärliche Rendite zusätzlich
deutlich mindern....