Neu auf wallstreet:online?
Jetzt registrieren | Login
x
Benutzername:

Passwort:

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?
Seite 2 von 4

Welche kapitalbildende Lebensversicherung ist noch sicher?? ( Seite 2)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 15.12.09 21:49:31
von
neuster Beitrag 26.02.12 22:56:32
von

Anzahl Beiträge: 31
Aufrufe gesamt: 5.317
Aufrufe heute: 0
Diskussionsnr.: 1.154.866
Beitrag schreiben
Ansicht

[ Seite: 1234neuster Beitrag ]

Avatar
schrieb am 17.02.10 12:00:18
Beitrag Nr.11 
(38.957.903)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.573.739 von GueldnerG45S am 15.12.09 21:49:31Vor fast 20 Jahren habe ich eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Damals war ich noch blind und habe dem Versicherungsverteter alles geglaubt. Heute sieht es anders aus. Ich habe Lebenserfahrung gesammelt und auf dem Versicherungsmarkt hat sich auch einiges getan. Mittlerweile bin ich selbständig. Die Lebensversicherung lasse ich weiter laufen auch wenn die Rendite ein Witz ist. Als Selbständiger bekommt man so gut wie keinen Kredit. Jetzt habe ich in einer finanziellen Notaleg die Lebensversicherung beliehen (http://www.versicherungspolice-beleihen.de/). Da spielt Bonität bzw. momentanes Einkommen keine Rolle. Zum Glück hatte ich die Lebensversicherung noch nicht gekündigt. Ich lassen sie auch weiterlaufen als Sicherheit für schlechte Zeiten.
Avatar
schrieb am 04.03.10 11:35:16
Beitrag Nr.12 
(39.057.062)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.573.739 von GueldnerG45S am 15.12.09 21:49:31das ist ja wirklich eine panikmache vom herrn hier! :eek: wenn du eine lebensversicherung hast, dann kannst du gern alles damit tun – NUR KÜNDIGE SIE NICHT!!!! wenn du dich sorgst, ob du mit der lv verluste einfahren könntest, dann sei dir gesagt: mit einer kündigung tust du das ganz sicher. lebensversicherungen werden verkauft. wenn das für dich ne option ist, kannst du hier mehr darüber lesen und schon mal vorab nachschauen, was du für deine police kriegen würdest: http://www.finance-store.de/lebensversicherung_verkauf/

wenn deine frage aber den hintergrund einer entscheidung zwischen fonds oder kapitalbildender versicherung hat, dann kannst du pauschal davon ausgehen, dass du kurzfristig mit einem fonds immer besser liegst, während du bei sehr langen laufzeiten mit einer versicherung besser liegen kannst. da gibt es ganz interessante hochrechnungen. die gehen natürlich nicht von grusel-szenarien aus. das ist klar.
allen schwarz-malern sei jedoch gesagt: letztlich haben die versicherer trotz börsencrash und welt-wirtschaftskrise nur verluste im „nano“-bereich eingefahren, sodass letztlich die überschussbeteiligungen nur weniger als 0,1 Prozent geringer ausfallen, als im vorjahr. genau weiß das die assekurata (pressemitteilung vom januar 2010). sonst kannst du auch hier nochmal nachlesen: http://www.finance-store.de/pressebereich/wie-sicher-sind-le…
Avatar
schrieb am 23.04.10 00:45:39
Beitrag Nr.13 
(39.387.954)
Antwort
Zitat
:rolleyes: Wenn die Recht haben, geht es erst richtig los :rolleyes:




Börsen-Untergangspropheten:
„Auf dem Weg in die Hölle“


Tausend mal schlimmer als Dubai. Inflation wie in Simbabwe. Europa ist Ground Zero. Wenn man sich anhört, was Jim Rogers, James Chanos oder Kenneth Rogoff den Finanzmärkten prophezeien, kann einem nur angst und bange werden. Handelsblatt Online stellt die düstersten Prognosen und die dazu gehörenden Propheten vor.



China ist Tausend mal schlimmer als Dubai "

China, alle reden immer nur über China; über die schier unendlichen Investmentmöglichkeiten in der Volksrepublik. China werde sich in den kommenden Jahren zur größten Wirtschaftsmacht aufschwingen und die USA übertrumpfen, sagen viele Fondsmanager. Ohne oder besser: gegen Peking laufe an den internationalen Finanzmärkten nichts mehr. Investoren müssten sich entsprechend aufstellen.

James Chanos sieht das ganz anders. "Die Chinesen sind auf dem Weg in die Hölle", sagt der bekannte Leerverkäufer und Hedgefonds-Manager von Kynikos Associates. Chanos spielt auf das rasante Kreditwachstum in den vergangenen Monaten und Jahren an. Viel von dem billigen Geld ist auf den Immobiliemarkt geflossen. "Sie kommen nicht von dem Heroin los", sagt Chanos. "Die Blase wird eher früher als später platzen. China ist Tausend mal schlimmer Dubai."


"Dann könnte Panik ausbrechen"

Die aktuelle Wirtschaftskrise wird oft mit der von 1929 und der folgenden Großen Depression verglichen. Die Mehrheit der Ökonomen glaubt, dass die Regierungen und Notenbanken mit ihrem frühzeitigen Eingreifen diesmal Schlimmeres verhindert haben - und sich deshalb die Geschichte nicht wiederholt. Es sieht fast so, als kämen wir diesmal vergleichsweise glimpflich davon.

Falsch, sagt Franck Biancheri, Gründer des europäischen Netzwerkes Leap/E2020. "Kredite und insbesondere Verbraucherkredite waren der Treibstoff des Wirtschaftswachstums der letzen Jahrzehnte. Also wird auch die Kreditkernschmelze unsere Gesellschaft stärker treffen als dies noch in den 30er-Jahren der Fall war. Die Welt wird erkennen, dass diese Krise schlimmer ist als die Weltwirtschaftskrise 1929. Dann könnte Panik ausbrechen.


"Europa ist Ground Zero"

Die Hilfen der EU-Staaten reichen aus, um die Lage in Griechenland vorerst zu stabilisieren. Mag sein. Das Problem ist: Griechenland ist nicht allein. Die Schulden sind überall, nicht nur in Athen.

"Die Lage ist völlig außer Kontrolle; das Wachstum wird vielleicht sehr gering ausfallen", sagt Kenneth Rogoff. Rogoff wurde bekannt als Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF). Heute lehrt er Wirtschaftswissenschaften an der renommierten Harvard-Universität in Cambridge "Die meisten Länder werden den Gürtel enger schnallen müssen. Europa ist Ground Zero. Es sind große Anpassungen nötig, in Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Lettland, Ukraine und so weiter", sagt Rogoff.

"Die größten Probleme stehen noch bevor"

Georg Soros ist bekannt wie ein bunter Hund, insbesondere für seine Devisenspekulationen. Das britische Pfund hat er bereits zu Fall gebracht; zuletzt hieß es, der Hedgefonds-Manager würde sich gegen den Euro in Stellung bringen. Allzu viel scheint er der Europäischen Union und ihrer Währung jedenfalls nicht zu zu trauen.

"Der Euro-Zone stehen die größten Probleme erst noch bevor", sagt Soros. "Für Griechenland dürfte eine Notfallhilfe reichen. Aber dann gibt es ja noch Spanien, Italien, Portugal und Irland. Sie haben zusammen einen Anteil am Euro-Land, der zu groß ist, als dass man auf diese Weise helfen könnte


"Horrende Inflation, weltweit!"

Schulden, nichts als Schulden, überall. Europa ist nicht allein. Auch in anderen großen Industriestaaten, in den USA und Japan beispielsweise, wächst der Schuldenberg unaufhaltsam weiter. Für Anleger und Investoren hat das Folgen.

"Die meisten Regierungen sind bankrott", sagt >Douglas Casey, Gründer von Casey Research und Buchautor. "Die Defizite werden immer häufiger an die Zentralbanken abgegeben und monetarisiert. In den kommenden Jahren erwarte ich horrende Inflation, weltweit."

"Nicht realer als der spekulative Boom"

Es geht wieder bergauf mit der Wirtschaft, die Konjunktur springt an, das Schlimmste der Krise ist überstanden. David Karsbol ist da ganz anderer Meinung: Die aktuelle Verbesserung der BIP-Daten und Verbraucherstimmung an den Finanzmärkten? "Ist nicht realer als der spekulative Boom, der durch das leichte Geld in den Jahren 2003 bis 2006 begünstigt wurde", sagt der Chefvolkswirt der dänischen Saxobank.

"Die Industrieländer werden seit Mitte der 1990er Jahre von kreditinduzierten Blasen dominiert, und bei jeder auftretenden Schwierigkeit bzw. Krise wird versucht, dieser mit Zinssenkungen und Schuldenaufnahme zu begegnen. Niedrige Zinsen haben neben wilder Spekulation und moralischer Versuchung Über- und Fehlinvestitionen begünstigt und dabei zu einer Schuldenlast geführt, die nicht mehr bedienbar ist", sagt Karsbol.


"Das wird in einem Desaster enden"

Jim Rogers ist bekannt für markige Worte. Das größte Problem für die Finanzmärkte sieht der Rohstoffguru nicht in Südeuropa, sondern deutlich weiter westlich, in den USA

"Wenn sich die Probleme in den USA weiter verschärfen, haben die Politiker keine Mittel mehr zum Geld ausgeben. Dann werden die internationalen Investoren sagen: Wir werden euch kein Geld mehr geben. Das wird in einem Desaster enden", sagt Rogers.

"Die finale Krise steht erst noch bevor"

Die Hypothekenkrise war erst der Anfang. "Die finale Krise steht erst noch bevor", sagt Marc Faber, König des Untergangs. "Ihre Kinder und die in der westlichen Welt werden einen niedrigeren Lebensstandard haben als Sie." Fabers Börsenbrief "Gloom, Boom & Doom" ist bei seinen Anhängern legendär.

Die Ursache der großen Krise sind Kredite. "Wenn die reich machen würden, wäre Simbabwe das reichste Land der Welt", sagt Faber

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/boersen-u…
Avatar
schrieb am 28.04.10 22:57:19
Beitrag Nr.14 
(39.421.925)
Antwort
Zitat
Jetzt heißt es bei der Bank möglichst voll den Kreditrahmen ausreizen und auf Inflation und das sterben des euro hoffen, aber Vorsicht, etwas Bargeld sollte zurückgehlten werden, wenn der Euro doch nicht sterben sollte [/red :eek:



Gleichzeitig warnte Finanzminister Wolfgang Schäuble: Die finanzielle Stabilität des Euroraumes steht auf dem Spiel!

Schäuble geht zwar davon aus, dass der Euro zu retten ist



Avatar
schrieb am 08.05.10 22:02:17
Beitrag Nr.15 
(39.486.213)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.421.925 von GueldnerG45S am 28.04.10 22:57:19Du weisst doch Güldner sicher ist dir nur der Tod. Setze also alles daran nicht in die Hölle zu kommen und vertraue nicht auf deine zigtausend Versicherungen, die verfallen eh bald :cool:
Avatar
schrieb am 09.05.10 13:24:05
Beitrag Nr.16 
(39.487.167)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.486.213 von Procera am 08.05.10 22:02:17:eek: da hast Du wahrscheinlich Recht, daß es so schnell geht mit dem Ende des Euros hätten die wenigsten gedacht :eek:

Jetzt heißt es retten was evtl. noch zu retten ist

habe gestern meine Kapital LV erhalten, denn es steht ein Erhöhung der Dynamik ab 01.06.10 an.

Der Ablauf der Versicherung mit BUZ ist der 01.06.2013, ob ich da noch eine vernünftige Auszahlung erhalte :cry:

Oder wäre es jetzt Sinnvoll kEINE Einzahlungen mehr zu leisten :confused:

Bei den Kindervers.LV und meiner weiteren Kapital-LV bin ich am Überlegen sie Beitragsfrei zu stellen oder gleich auszahlen zu lassen.

Denn vielen wird alles zu heiß und steigen aus, was das ENDE dieser Versicherungen und deren Verträge enorm beschleunigt, so denke ich :eek:

Dieser Bericht heizt die Schlimme Lage zusätzlich an und zeigt eigentl. wie akut es bereits ist, also wesentlich schlechter als die meisten dachten :D



Absturz
So schlimm steht es
um den Euro

Geht es dem Euro noch schlechter, als wir dachten? Die Regierungschefs haben die größte und radikalste Reform auf den Weg gebracht.

Euro-Alarm schlugen aber auch andere Gipfelteilnehmer. „Es geht hier um eine weltweit organisierte Attacke gegen den Euro“, sagte der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker. „Wir sind der Auffassung, dass nicht nur Griechenland, Spanien, Portugal und Italien unter Angriff stehen, sondern die gesamte Eurozone hier bedroht wird.“ Berlusconi sprach gar von „Ausnahmezustand“. Sarkozy will ab sofort „ohne Gnade“ Spekulanten bekämpfen und forderte „eine Generalmobilmachung“.

Die richtet sich gegen Hedgefonds-Manager wie den Amerikaner John Paulson, der Medienberichten zufolge – wie viele seiner Kollegen – auf einen Euro-Crash wetten soll. Bei einem Treffen mit kapitalkräftigen Spekulanten soll Paulson die Frage aufgeworfen haben, wie man aus dem schwachen Euro möglichst viel Geld machen könne.

Frankreichs oberster Börsenaufseher Jean-Pierre Jouyet sieht die Euroländer bereits mitten im Gefecht: „Wir stehen in einer bisher unbekannten neuen Art des Krieges gegen die Märkte.“ EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso kündigte an: „Wir werden den Euro um jeden Preis verteidigen.“



http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2010/05/09/euro-k…
Avatar
schrieb am 18.05.10 17:20:51
Beitrag Nr.17 
(39.540.413)
Antwort
Zitat
Lebenspolicen

Ein ähnliches Problem wie Rentenfonds haben Lebensversicherunge
n. „Ein Großteil der Kundengelder ist in Anleihen investiert“, sagt Paech. Je nachdem, ob die Gesellschaft verwegen genug war, größere Positionen in Südeuropa zu halten, könnte bei mancher Police die Überschussbeteiligung leiden.

Gelingt es Europäischer Union und Währungsfonds, die finanziell strauchelnden Staaten zu stabilisieren, wird der Effekt jedoch nur vorübergehend sein und vermutlich in den Folgejahren durch etwas höhere Überschüsse ausgeglichen werden können. Anders sieht es aus, wenn sich Griechenland und andere Euro-Länder am Ende doch in eine Restrukturierung flüchten müssen.

Finanzinstitute, die solche Papiere halten, müssten dann ähnlich wie nach dem Lehman-Kollaps hohe Abschreibungen vornehmen. „Bei einer neuen Kapital-Lebensversicherung wäre ich sehr vorsichtig“, meint Drees denn auch.
http://www.welt.de/finanzen/article7506070/Geldanlagen-sind-…

:)Gut das ich alte Verträge habe :)
Avatar
schrieb am 05.09.10 15:46:38
Beitrag Nr.18 
(40.102.556)
Antwort
Zitat

Die sicherste Geldanlage? Wer die Inflation fürchtet, legt sich Gold zu. (© ddp)

Angst vor Inflation
Wenn nur noch Bares zählt

05.09.2010, 11:01 2010-09-05 11:01:53
von Uwe Ritzer

Reich an Geld, aber auch reich an Sorgen: Jürgen Naß hat seine Konten leergeräumt, sämtliche Fonds verkauft, jedwede Lebensversicherung gekündigt. Er ließ sich alles bar auszahlen. Mit dem Geld will er Wald kaufen, vielleicht ein Grundstück. Und Gold. Warum? Der Unternehmer fürchtet die Inflation - wie so viele Reiche.

Sein Anlageberater hielt alles zunächst für einen Witz und seinen Versicherungsvertreter musste er fünfmal anrufen, ehe der endlich tat, was Jürgen Naß von ihm verlangte. Dabei ist der 43-Jährige eigentlich einer jener Typen, denen man von Haus aus zugesteht, dass sie wissen, was sie tun. Vor allem, wenn es um Geld geht. Jürgen Naß ist ein stattliches Mannsbild, Familienvater, erfolgreicher Unternehmer, Vielarbeiter, ein zupackender Typ.

Als gäbe es keine latente Baukrise in diesem Land, hat er seine vor Jahren vom Vater übernommene Baufirma zur mit Abstand größten weit und breit gemacht. Die Konkurrenten gingen reihenweise pleite, der Familienbetrieb Naß wuchs. Eine Erfolgsgeschichte aus der fränkischen Provinz. Die Firma zählt mehrere Dutzend Beschäftigte und der Familie Naß geht es gut. Ihr gehören mehrere Häuser, Grundstücke, Wald und in der Garage stehen ein stattliches Motorrad und ein schmucker Oldtimer neben anderen Autos.

Vor ein paar Monaten aber hat Jürgen Naß seine Konten abgeräumt, alle Fondsanteile verkauft und sämtliche Lebensversicherungen gekündigt, die er zur Altersvorsorge abgeschlossen hatte. Er ließ sich alles bar auszahlen und trug das Geld nach Hause. "Man muss doch nur normal denken", sagt Naß, der sich ausbedungen hat, nur dann von alledem offen zu erzählen, wenn weder sein richtiger Name in der Zeitung steht, noch sein Wohnort. "Wer also normal denkt," sagt Naß, "der weiß, dass das alles nicht mehr lange gut gehen wird."

Ihn plagt, was der Wirtschaftshistoriker Werner Abelshauser einmal als "die archaische Angst vor der Inflation" diagnostiziert hat. Sie wurde in den vergangenen zwei Jahren gewaltig angestachelt. Das begann mit dem rasanten Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers, in deren Sog weltweit große und renommierte Banken bedrohlich zu wackeln begannen. Die Weltwirtschaft geriet ins Taumeln, der Euro in die Krise, Staaten wie Irland und Griechenland trudelten an den Rand der Pleite.

Vieles von alldem konnte durch die Politik nur mühsam verhindert oder abgefedert werden. Mit immer dickeren, auf Pump finanzierten Milliardenpaketen, welche die Staatsschulden in kaum vorstellbare Sphären treiben. Jürgen Naß sagt, all dies habe ihm "viele schlaflose Nächte bereitet". Eine diffuse Gefühlslage aus Zukunftsangst, Verbitterung und Vertrauensverlust ergriff ihn. Schließlich hat viel zu verlieren, wer viel hat.


Wobei Reichtum naturgemäß eine Definitionssache ist. Vor allem aber ist es eine Frage der eigenen Perspektive. Wenn Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz durch den Untergang des Arcandor-Konzerns Milliarden verliert und ihr nur noch ein paar Dutzend Millionen Euro übrig bleiben, ist das für sie schlimm; für Otto Normalverdiener hingegen ein Luxusproblem. Ökonomen und wirtschaftliche Organisationen tun sich schwer mit allgemeingültigen Abgrenzungen; die Grenzen zwischen gut situiert, wohlhabend, vermögend, reich und superreich sind verwaschen.

http://www.sueddeutsche.de/geld/angst-vor-inflation-wenn-nur…

Angst vor Inflation
"Immer neue Schulden, das kann nicht gut gehen"

05.09.2010, 11:01 2010-09-05 11:01:53

Am gängigsten ist eine Faustformel, wonach als wohlhabend gilt, wer über ein Einkommen verfügt, das mindestens 200 Prozent über dem des Durchschnittsdeutschen liegt. Bei einem Alleinstehenden wären das gut 3500 Euro netto im Monat, bei einer vierköpfigen Familie doppelt so viel. Diese Grenzen erscheinen niedrig angesetzt und sie berücksichtigen nicht die Werte, über die jemand unabhängig von seinem Einkommen verfügt. Jürgen Naß und seine Familie gehören, so oder so, zu den Wohlhabenden und Reichen. Sie stehen für viele andere, ähnlich gut situierte Familienunternehmer und Mittelständler, die in der Krise schwer ins Grübeln gekommen sind.


Mehr Absicherung nach unten, anstatt als lukratives Investment - aber trotzdem beliebt: Wald. (© dpa)

Jürgen und Cordula Naß sitzen im Chefbüro ihrer Baufirma; sie am Computer, er auf einem Stuhl in der Besprechungsecke. Das Büro ist zweckmäßig eingerichtet, ohne teuren Schnickschnack, fränkische Bodenständigkeit in braun und beige. Der Unternehmer erzählt von den Banken, die immer ängstlicher geworden seien in der Krise. Die sich doppelt, drei- und vierfach absichern würden und das nicht nur, weil das Geschäft am Bau als besonders riskant gilt. Der Politik traut Naß auch nicht mehr, denn sie vernachlässige den Mittelstand schon zu lange.

Irgendwann fing der Bauunternehmer an, Fachartikel über Finanzthemen zu lesen, Vorträge anzuhören und Seminare zu besuchen. Je länger die Wirtschaftskrise sich zog, desto mehr Gleichbesorgte traf er. Wohlhabende, auch reichere Menschen als ihn, die allesamt Systemkritik übten. Die sich gegenseitig zuraunten, die Regierung habe heimlich 16 große, neue Maschinen zum Gelddrucken bestellt. "Die rechnen damit, dass eine neue Währung kommt", ist Naß überzeugt in einem Tonfall, als ginge es um ein unumstößliches Naturgesetz. "Immer neue Schulden, das kann nicht gut gehen. Die Blase muss platzen", sinniert er.

Thilo Wendenburg kennt den Typus des Kunden, der Vermögensfragen aus seinem Bauchgefühl heraus beantwortet, und der übrigens Studien zufolge gar nicht selten ist. "Wenn man das negative Bauchgefühl langsam und Schritt für Schritt mit dem Kunden analysiert, relativiert sich am Ende doch einiges", sagt Wendenburg, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell'schen Bank, dem ältesten bayerischen Geldhaus. Aber auch Anleger, die nüchterner und professioneller mit dem Thema umgehen, auf breiter Basis Informationen sammeln und Risiken kühl untersuchen, diskutieren öfter und kritischer als früher mit ihren Anlageberatern. Dabei nehmen auch sie neuerdings vermehrt das böse Wort "Inflation" in den Mund. "Viele fragen uns, wie man sich davor schützen kann", sagt Wendenburg.

Die Fürstlich Castell'sche Bank wurde 1774 gegründet und ist spezialisiert auf Vermögensmanagement. Ihre Kunden legen zwischen einer halben und mehreren zehn Millionen Euro an. Weil das Geldhaus uralt und im Besitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes ist, gilt es vielen Kunden als Inbegriff des Konservativen, des Soliden und des Beständigen. Werte, die viele reiche Menschen in der Krise neu entdeckten. "Vielen ist der Substanzerhalt inzwischen wichtiger als Renditen von acht, neun oder zehn Prozent", sagt Thilo Wendenburg. Vor ein paar Jahren war das noch anders. Vor allem die Hochvermögenden seien zuletzt "noch konservativer und vorsichtiger geworden".

Ist das aber schon Angst? In einer im Juni veröffentlichten Umfrage des Instituts für betriebliche Finanzwirtschaft der Universität Linz gaben fast ein Drittel der befragten Deutschen an, tatsächlich Angst um ihr Vermögen zu haben. Das Institut hatte im Auftrag der Liechtensteiner Fürstenbank LGT genau 332 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, die über ein frei verfügbares Vermögen von mehr als 500.000 Euro verfügen. Über die Hälfte äußerten Inflationsängste, die Deutschen weit mehr als ihre Nachbarn. Das Vertrauen in die Stabilität des Finanzsystems sei durch die Krise zutiefst erschüttert, heißt es in der vom Vizechef des Instituts, Teodoro D. Cocca, verfassten Expertise. Vor allem aber habe die Finanzkrise bei reichen Anlegern "zu großen Umschichtungen, weg von Derivaten, Aktien, alternativen Anlagen und Anlagefonds hin zu Rohstoffen, Gold oder Edelmetallen und weiteren Vermögenswerten geführt". Neuerdings würden schwer verständliche, komplexe und vor allem riskante Anlageformen konsequent gemieden.

"Eine Zeit lang gab es in der Krise einen regelrechten Run auf Gold, aber inzwischen ist das Thema ziemlich durch", sagt Wolfgang Graf Castell zu Castell. Von Angst will er nicht sprechen, aber das Denken habe sich schon geändert. "Eine gewisse Verunsicherung ist nicht zu leugnen", sagt Graf zu Castell. In der Bank seiner Familie ist er für das Neukundengeschäft im Raum Nürnberg zuständig; am Stammsitz derer zu Castell, im gleichnamigen Ort am Rande des fränkischen Steigerwaldes, kümmert er sich um das Weingut und die Wälder der adeligen Familie.




http://www.sueddeutsche.de/geld/angst-vor-inflation-wenn-nur…

Angst vor Inflation
Mehr als nur eine Liebhaberei

05.09.2010, 11:01 2010-09-05 11:01:53

Der Landstrich ist im Sommer malerisch, das fürstliche Schloss mit den vielen Fensterläden herausgeputzt. Von den Anhöhen um Castell schweift der Blick teilweise weit ins Maintal. Wein und Wald dominieren das Bild der Region. "Den Casteller Wald könnten wir fast täglich verkaufen", sagt Wolfgang Graf zu Castell. Dabei galt Wald doch jahrzehntelang als out. Eine Liebhaberei, aber nichts für die Renditejagd. "Inzwischen ist Wald als Anlageobjekt wieder gefragt", sagt der Graf. Mehr als Absicherung nach unten, anstatt als lukratives Investment. Ein bis drei Prozent Rendite seien mit Forstgeschäften in Europa drin, in Nordamerika etwas mehr. Im Herbst will die Castell'sche Bank eine spezielle Anlageform mit Wald anbieten


Kein Vertrauen mehr in die Finanzwelt: Wer Geld hat, sorgt sich um dessen Absicherung. (© Reuters

Auch Jürgen Naß will Wald kaufen. Unlängst hat er ein Seminar besucht. Die wichtigsten Erkenntnisse sind in einem hellblauen Ordner zusammengefasst. Er enthält seriöse Informationen und fundierte Zeitungsartikel, aber auch fragwürdige Papiere. Zu allen schwierigen Zeiten zogen zweifelhafte Anlageberater durch die Lande und nutzten Krisen und Ängste wohlhabender Menschen gewinnbringend. Es scheint, als hätten sie seit dem Crash im September 2008 wieder Hochkonjunktur.

Nicht nur viel bedrucktes Papier kursiert, sondern auch das Internet ist voll mit obskuren Botschaften zur Sache. Ein trübes Gebräu aus apokalyptisch getränktem Angstvokabular und nicht selten esoterischen Prophezeiungen des kommenden Weltenendes. In einem der Manuskripte des Seminars, das Jürgen Naß in seinem blauen Ordner aufbewahrt, wird der Untergang des Finanzsystems in inflationär häufigen Endzeitwarnungen vorhergesagt.

Es ist mit solchen Texten wie mit der kruden Weltsicht politischer Extremisten: Korrekte Informationen werden vermischt mit aus den Zusammenhang gerissenen Zitaten prominenter Zeitgenossen. Man hantiert mit tatsächlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen, mischt sie mit Halbwahrheiten, philosophischen Ergüssen, Lügen und, vor allem, Verschwörungstheorien. Alles zusammen wird verkauft als die eigentliche Wahrheit, die unerwünscht ist, weshalb dunkle Mächte dafür sorgen, dass niemand sie erfährt. So lässt sich gut Geld verdienen. Zwielichtige Berater machen mit der Angst inzwischen ein großes Geschäft, denn am Ende sind es natürlich nur ihre Anlagen, die Vermögen retten.

Über zehn Jahre zahlten Jürgen und Cordula Naß in Lebensversicherungen als Altersvorsorge ein. Gut eine halbe Million Euro. Jürgen Naß hat nicht mehr geglaubt, dass er sein Geld jemals bekommen wird, nach allem, was er gehört und gelesen hatte, wie und wo Versicherungen das Geld ihrer Kunden anlegen. 20 Prozent Verlust hat Naß gemacht, indem er seinen Versicherungsvertreter anrief und alle Verträge kündigte. "Lieber so als am Ende gar nichts", sagt seine Frau.

Naß hob seine Spareinlagen ab und zog Geld aus Fonds zurück. "Wenn auf dem Girokonto am Monatsende etwas übrig bleibt, heben wir es ab", sagt der Unternehmer. Das ganze Geld hat er bar mit nach Hause genommen. Er hat damit private Schulden getilgt, Reparaturen an seinem Haus gezahlt und von dem, was übrig ist, will er sich Wald kaufen, vielleicht noch das ein oder andere Grundstück, Gold oder Platin.

http://www.sueddeutsche.de/geld/angst-vor-inflation-wenn-nur…
" target="_blank" rel="nofollow">http://www.sueddeutsche.de/geld/angst-vor-inflation-wenn-nur…
Avatar
schrieb am 28.09.10 23:21:00
Beitrag Nr.19 
(40.228.369)
Antwort
Zitat

:eek::eek: Vorsicht-Vorsicht :eek::eek:



19.09.2010 - 12:15 UHR
2 Jahre nach der Lehman-Brothers-Pleite Vulkan erloschen oder nur schlafend?

Börsen-Star Dirk Müller erklärt, wie die Finanzkrise begann und was uns noch in naher Zukunft erwarten kann



Zwei Jahre ist es her, dass das Undenkbare Wirklichkeit wurde.

Eines jener Geldhäuser, von denen man annahm, sie seien – „too big to fail“ – zu groß, als dass man sie fallen lassen würde, hatte seine Tore geschlossen.


Andere spekulieren darüber, dass die amerikanische Immobilienkrise bis zu jenem verhängnisvollen 15. September 2008 weitgehend ein amerikanisches Problem war. Kein anderes US-Haus hätte bei seinem Ableben eine solche Auswirkung auf Europa gehabt.

Mit dem Zusammenbruch Lehmans wurde die Brandfackel nach Europa und zwar in dessen Kern – Deutschland – geschleudert. Spätestens seit dem 15. September 2008 war das amerikanische Problem ein weltweites.

Aber etwas anderes macht mir noch viel größere Gedanken. Die ungeheuerlichen Staatsschulden rund um den Globus sind längst zum drohenden Damoklesschwert geworden. Die Frage ist nicht, ob es herunterfällt, sondern wann.

Griechenland war ein erster, sehr kleiner Vorgeschmack. Griechenland hat die Wirtschaftskraft Hessens und hat Europa für einige Wochen an den Abgrund geführt.

Der heutige Chef der US-Notenbank, Bern Bernanke, hat vor Kurzem geäußert: „Ich fürchte, dass Amerika in die gleiche Situation kommt wie Griechenland… Und das ist keine Situation, die noch zehn Jahre in der Zukunft liegt.“


Das wäre dann wohl der Moment, an dem der Tsunami an Land ginge... Wir sollten dieser Tage sehr aufpassen, wenn wir uns an den vermeintlich sonnigen Strand der Finanzmärkte legen.





http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2010/09/19/lehman…
Avatar
schrieb am 09.01.11 21:09:38
Beitrag Nr.20 
(40.829.481)
Antwort
Zitat
Welche kapitalbildende Lebensversicherung ist noch sicher??

Ich meine nun die alten Verträge, mich sprach Ende Dezember der Banker an und meinte manche Gesellschaften stehen nicht sehr gut da, wie er das genauer meinte???

Er verkauft R+V , ich habe auch noch andere u.a. PAX Bruderhilfe, gehört ja jetzt der HUK Coburg an.

[ Seite: 1234neuster Beitrag ]

Beitrag zu dieser Diskussion schreiben

Meistdiskutierte Aktien (24h)
WertpapierBeiträge
736
198
117
75
66
64
62
61
56
53