Antwort auf Beitrag Nr.:
38.772.412 von Jo1 am 20.01.10
12:52:55Gutes Neues @ all
zu Solar Millenium
Pressebericht vom 18.01.
Die Aktie hat seit März 09 in der Spitze über 7005 zugelegt. Und
wer sich für Solarthermische Kraftwerke interessiert sollte wohl
eher die Korrektur der Aktie zum Einstieg nutzen als sich an dem
Gesnussrecht beteiligen. Dann kann er nämlich an dem 60%igen
Aufschlag den die Anleger des Genussrechtes bezahlen
mitverdienen.
Gruß
Kickaha
Solar Millennium weist Vorwürfe über Bilanzierungstricks zurück
ERLANGEN (dpa-AFX) - Das auf solarthermische Großkraftwerke
spezialisierte Unternehmen Solar Millennium hat Vorwürfe über
angebliche Bilanzierungstricks und Finanzierungsprobleme bei
anstehenden Projekten zurückgewiesen.
Alles sei bilanzrechtlich korrekt und transparent abgelaufen, sagte
ein Unternehmenssprecher in Erlangen am Montag auf Anfrage der
Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Solar Millennium werde
rechtliche Schritte gegen mutmaßliche Quellen prüfen. Die im
relativ wenig regulierten Freiverkehr gehandelten Aktien der am
Wüstenstromprojekt Desertec beteiligten Gesellschaft brachen am
Montag bis zum Nachmittag um fast ein Viertel ein. Trotz des
Einbruchs am Montag kostet die Aktie fast sechs Mal so viel wie im
März 2009.
Die 'Wirtschaftswoche' hatte zuvor berichtet, dass die Bilanzierung
der Solargesellschaft einige Fragen aufwerfe. So seien
beispielsweise in den vergangenen Jahren Kraftwerksanteile an
verbundene Unternehmen verkauft worden, in der Bilanz seien diese
Verkäufe aber nicht wie konzerninterne Umsätze behandelt worden,
schrieb das Magazin unter Berufung auf einen
Unternehmenskenner.
BAU IN DEN USA SOLL IN DIESEM JAHR BEGINNEN
Der Sprecher erklärte die vermeintlichen Ungereimtheiten auch mit
dem Geschäftsmodell der Gesellschaft. Sie deckt von der
Projektentwicklung und -finanzierung, über den Kraftwerksbau bis
hin zum Besitz und Betrieb solarthermischer Kraftwerke die gesamte
Wertschöpfungskette an. Deshalb erziele Solar Millennium, das seit
Jahresbeginn vom früheren EnBW-Chef Utz Claassen geleitet wird,
bereits wesentliche Teile des Umsatzes vor Baubeginn eines
Kraftwerks. Insofern ziele der Vorwurf, dass ein Großteil des aus
Anleihen erlösten Geldes in der Projektentwicklung und nicht in den
Kraftwerken selbst stecke, ins Leere.
Optimistisch gab sich der Sprecher für die geplanten Großprojekte
in den USA. 'Wir gehen davon aus, dass wir mit dem Bau von
mindestens einem Kraftwerk in diesem Jahr beginnen können', sagte
der Unternehmensvertreter. Die dort geplanten solarthermischen
Großkraftwerke kosten laut Solar Millennium jeweils rund eine
Milliarde Dollar. Die Franken wollen die Anlagen zusammen mit der
früheren MAN-Tochter Ferrostaal bauen. Drei solarthermische
Kraftwerke hat das Unternehmen bereits in Spanien gebaut. Zwei sind
an einen spanischen Konzern verkauft, am dritten haben sich RWE,
die Stadtwerke München und die Kölner Rheinenergie beteiligt. 13
Prozent hält Solar Millennium noch, deren Genussrechte nun in Form
eines geschlossenen Fonds Privatanlegern angeboten werden. 'Mehr
als die Hälfte der Anteile ist schon gezeichnet', sagte der
Unternehmenssprecher. Das zeige, dass das Produkt und die
Konditionen attraktiv seien.
UNTERSCHIEDLICHE REAKTIONEN VON ANALYSTEN
Experten reagierten unterschiedlich auf den Magazinbericht. 'Das
Unternehmen scheint sehr kreativ geführt worden zu sein. Andere
Firmen in vergleichbarer Situation mussten sich hier sehr
kritischer Fragen erwehren', kommentierte ein Börsianer den
Artikel. Ein weiterer Händler wollte dem Bericht indes nicht zu
viel Bedeutung einräumen. 'Da wird eine alte Geschichte aufgewärmt
und journalistisch zugespitzt.' Finanznöte des Unternehmens seien
nichts Neues und hätten bis zum Frühjahr vergangenen Jahres für
eine eher schwache Kursentwicklung der Aktie gesorgt.
Auch ein Analyst sprach von 'Sachen, die wohl schon lange bekannt
sind', und verwies darauf, dass der jüngste Artikel der
'Wirtschaftswoche' nicht der erste negative zu dem Unternehmen sei.
Ein weiterer Analyst äußerte sich ebenfalls sehr kritisch. 'Der
Bericht gehört zu einer ganzen Serie negativer Artikel. Das ist
einseitige Meinungsmache und lässt positive Aspekte wie etwa die
ordentlichen Cashflows komplett aus', monierte er./nl/zb/he