PortfolioStrategie
schrieb am 16.01.10 17:53:28
Die Deutsche Bank hat seit 2009 eine Management-Gebühr von 0,00 %
für ihren börsengehandelten Indexfonds "DJ EURO STOXX50® ETF"
festgelegt. Da kann man leicht den Eindruck gewinnen, dass die
Deutsche Bank hier der Menschheit mit einem großzügigen Geschenk
etwas Gutes tun will und gar nichts daran verdient. Das wäre aber
gelogen.
Nach einiger Recherche findet man heraus, wie die Deutsche Bank
trotzdem daran verdient:
Die Entwicklung des Fondsvermögens entsteht zunächst durch den
Tausch der Wertentwicklung der im Fonds enthaltenen beliebigen
Wertpapiere gegen die Wertentwicklung des Index "DJ Euro STOXX50".
Die Tauschpartner des Fonds halten wohl tatsächlich die in dem
Index enthaltenen Wertpapiere (wodurch sie kein Risiko
eingehen).
Schütten die Unternehmen, die im Index enthalten sind, Dividenden
aus, dann erhöht sich der Indexstand lediglich um die Dividende
vermindert um die Quellensteuer. Diese Wertentwicklung erhält der
Fonds von den Tauschpartnern. Diese wiederum gelten in den Ländern,
in denen die Unternehmen des Index sitzen, als Inländer und können
so den Quellensteuerabzug vermeiden. Die Tauschpartner behalten
also die Quellensteuer und geben nur die Netto-Dividende an den
Fonds weiter.
Dabei sind die Tauschpartner wohl in irgendeiner Form verbunden mit
der Deutschen Bank, z.B. als Tochterunternehmen, so dass die
Deutsche Bank auch Geld verdient.
FAZIT: Anbieter von börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded
Funds ETFs) können mit Tausch-ETFs durch Quellensteuereinbehalt
mehr Geld verdienen als mit ETFs, die tatsächlich die Aktien des
Index halten.
Für den Anleger bedeutet das eigentlich gar nichts, denn er sollte
weiterhin unter zwei ETFs, die den gleichen Index abbilden, einfach
den mit den geringeren Gebühren auswählen. Das ist wahrscheinlich
dann eher ein Tausch-ETF (Swap-ETF).
Damit nicht ein falscher Eindruck aufkommt: Ich halte nichts vom
Kauf des oben genannten ETF, weil 1. er auf die Euro-Zone
beschränkt ist (= wenig Streuung) und 2.
marktkapitalisierungsgewichtete Indizes, wie der Euro STOXX50, sind
fundamentalgewichteten Indizes (RAFI-Indizes) unterlegen.
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