Antwort auf Beitrag Nr.:
42.678.376 von interna am 01.02.12
09:29:25Guten Tag!
1. Mr. Ruskin war Künstler, kein Wirtschaftswissenschaftler.
Insofern mag dieses ihm zugeschriebene Zitat eine gewissen
künstlerischen Wert haben, ökonomisch jedoch ist es falsch.
2. Es ist, denke ich, kein Zufall, daß sich alle hier regelmäßig
und trotz mehrfacher Nachfragen weigern, diese
Service-Mehrleistungen zu quantifizieren, die den "guten Betreuer"
ausmachen und die BePro rechtfertigen sollen. Machen wir es also
einmal statistisch, bezogen auf eine KLV mit 30 Jahren Laufzeit und
die von euch genannten Dienstleistungen:
-Umzug in dieser Zeit statistisch etwa 3 mal.
-Scheidung/Heirat/Trennung ebenso
-Bank: nocht seltener.
Insgesamt also etwa 8 mal 5 Minuten Arbeit, die dem Kunden de facto
keinen Mehrwert bringen, denn die neue Bankverbindung kann ich
entweder dem Verkäufer mitteilen oder der Gesellschaft; der Aufwand
ist identisch. Einen Synergieeffekt gibt es erst, wenn ich gleich
mehrere Verträge bei einem Verkäufer liegen habe, aber da spare ich
mir de facto auch nur eine einstellige Minutenzahl.
-Verkaufsgespräch: 1 mal, zwei Stunden inkl. Hintergrundarbeit.
-Portfolioüberprüfungen: Haben mit der KLV nix zu tun. Ganz im
Gegenteil reduziert diese den Aufwand, weil sie wegen der langen
Frist die zu Anlagezwecken zu verpanende Liquidität nachhaltig
reduzieren.
-Einsatz als Sicherheit: Das muß doch letzten Endes ohnehin die
Bank machen, oder? Soll meinetwegen aber dennoch alle zehn Jahre
passieren und je 15 Minuten dauern.
-Dann der echte Service: Ja, wenn sich ein Verkäufer tatsächlich
und engagiert und ausreichend kompetent um z.B. den Schriftverkehr
im Unglücksfall kümmert, mag das in seltenen Ausnamefällen (warum
ich das genau dafür halte, habe ich schon des öfteren begründet)
segensreich sein. Dauer insgesamt: zwei Arbeitstage. Quote der
Verträge: Deutlich unter einem Prozent. Nehmen wir der Einfachkeit
halber das volle Prozent an, sind wir bei einer Viertelstunde pro
Vertrag.
Damit kommen wir pro LV-Vertrag auf insgesamt durchschnittlich
dreieinhalb Stunden Arbeit. Und selbst, wenn ich die Hälfte
vergessen habe und alles viel länger dauert, wird es immer noch
kein voller Tag. Gemessen auf die Laufzeit, wohlgemerkt.
Und damit wird es zum guten Schluß dann doch ökonomisch. Die
Provision einer KLV hat mit dem damit verbundenen Aufwand ebenso
wenig zu tun wie der Preis von Red Bull mit seinen
Herstellungskosten. Sie ist ein ganz schlichtes Instrument der
Vertriebssteuerung und so hoch, weil die Gesellschaften so gut
daran verdienen. Hört also bitte auf damit, kritische Anmerkungen
zu diesen Summen als "Geiz ist Geil"-Mentalität zu diskreditieren.
Das stünde Euch nicht einmal dann zu, wenn Ihr echten Mehrwert
bötet.
Gras-Plus-Halm: Wenn ich so etwas lese:
"das kann man unter betriebswirtschaftlichen aspekten eigentlich
gar nicht leisten, das geht nur, wenn/weil man für die 95%
nicht-bu-fälle auch vergütet wird.",
könnte ich schreien. Wenn Du Versicherungen verkaufst, sollte Dir
doch klar sein, wie deren Prinzip ist, oder?
Gruß
Quixote