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Passiv Anlegen ( Seite 6)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 04.02.10 13:59:37
von
neuster Beitrag 04.11.10 07:55:42
von

Anzahl Beiträge: 59
Aufrufe gesamt: 2.653
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Diskussionsnr.: 1.155.742

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PortfolioStrategie
schrieb am 14.02.10 08:31:07
Beitrag Nr.51 
(38.941.029)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.940.885 von mannheimer1 am 13.02.10 22:51:11Hört sich gut an. Hier kannst du Daten von dem Index ansehen: http://www.euromtsindex.com/index_new/content/index_data/tod…

Dabei bedeutet "Avg. Yield" = durchschnittliche Umlaufrendite. Und die ist 2,43 %. Lass dich aber davon nicht abschrecken. Denn es ist nur die REndite, wenn die Anleihen des Index bis zur Rückzahlung gehalten werden. Da aber der ETF die Anleihen verkauft wenn ihre Restlaufeit weniger als 3 erreicht, ist die Rendite höher bei geschätzten 3,5 %. Wie man darauf kommt zeige ich in der aktuellen Ausgabe meines Anlegerbriefs.

Die nächste wichtige Frage ist dann, welchen Aktienanteil dein Vermögen haben sollte. Neulich habe ich wieder gelesen, dass institutionelle Anleger einen Aktienanteil von 6 % haben sollen. Da war ich überrascht, dass er so gering ist. Denn rein vom Marktwert her haben Aktien einen Anteil von ca. 25 %.
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schrieb am 14.02.10 15:29:00
Beitrag Nr.52 
(38.941.837)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.941.029 von PortfolioStrategie am 14.02.10 08:31:07 Da aber der ETF die Anleihen verkauft wenn ihre Restlaufeit weniger als 3 erreicht, ist die Rendite höher bei geschätzten 3,5 %. Wie man darauf kommt zeige ich in der aktuellen Ausgabe meines Anlegerbriefs.

Ich habe den Anlegerbrief nicht gelesen, aber ich vermute, dass die Argumentation darauf beruht, dass die Zinsstrukturkurve unverändert bleibt. Wenn das so wäre, würden die Papiere gegen Ende ihrer Laufzeit nur mehr sehr niedrig rentieren, also hohe Kurse haben, ergo gewinnbringend verkaufbar sein.

Dieses Argument halte ich für äußerst gewagt. Es gibt nichts, was zu der Annahme berechtigt, dass die Zinsstrukturkurve nicht nur im Niveau sondern auch in der Steigung unverändert bleibt. Eine ansteigende Kurve ist nicht etwa ein Naturgesetz, sondern zeigt einfach, dass die Marktteilnehmer für die Zukunft steigende Renditen erwarten. Würde der Markt erwarten, dass die kurzfristigen Zinsen unverändert niedrig bleiben, wäre die Zinsstrukur heute flach. Somit kann man mit der Strategie nur dann Übergewinne machen, wenn man sich gegen die Marktmeinung stellt und schlußendlich recht bekommt. Wie immer also.

Übrigens zur Passiv-Anlegen Debatte gibt es ein aktuelles Beispiel. Vorgestern kamen die B-Shares von Berkshire Hathaway in den S&P. Das hat bereits in den Tagen zuvor zu erheblichen Verwerfungen geführt. Gestern mussten die passiven Anleger des S&P, ob sie es wollten oder nicht, BRKB zu jedem Preis kaufen. Natürlich wurde das bereits in den Tagen zuvor kursmäßig vorweggenommen. Somit haben wir ein Beispiel dafür, dass smarte aktive Anleger sich auf Kosten der passiven Anleger bereichern.
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PortfolioStrategie
schrieb am 14.02.10 22:35:54
Beitrag Nr.53 
(38.942.852)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.941.837 von Pfandbrief am 14.02.10 15:29:00Stimmt. Auf das Thema unveränderte Zinsstrukturkurve bin ich weiter oben schon eingegangen. Ja, die Argumentation beruht auf Kursgewinne mit der Gefahr steigender Zinsen.

Es ist nicht so, dass steigende Zinsen erwartet werden, wenn die Zinsstrukturkurve ansteigt. Die Steigung kommt doch vielmehr zustande durch unterschiedliche Nachfrage und Angebot von Kredit bei unterschiedlichen Laufzeiten. So wird ein Anleger immer mehr Zinsen p.a. verlangen, je länger er das Geld binden würde. Freilich würde ein Anleger kurzfristig anlegen und so die kurzfristigen Zinsen mindern, wenn er steigende Zinsen erwartet. Das ist meiner Meinung nach aber nicht so gewichtig wie das Argument "Längere Laufzeit, deshalb höheres Risiko, deshalb höhere Zinsen".

Auch in Deutschland gab es in letzter Zeit so einen ähnlichen Fall, der auf den ersten Blick gegen Passives Anlegen spricht: Infineon-Aktien sind zu geringem Kurs aus einem Index rausgeflogen und einige Zeit danach zu einem viel höheren Kurs wieder aufgenommen worden. Der Fehler hier lag jedoch nicht im passiven Anlegen im Allgemeinen, sondern in der Wahl dieses Index als Passives Anlageprodukt. Indizes müssen sehr breit aufgestellt sein, damit diese Effekte ausgeschlossen werden. Anstatt S&P 500 und DAX, sollte man in Russel 1000 und STOXX 600 oder MSCI WORLD und MSCI Europe anlegen. Freilich kann es dann noch Effekte geben, wenn Aktien in diese Indizes aufgenommen werden. Es gibt jedoch sehr viele Indizes, werden diese Effekte bei allen Indizes auftreten oder nur bei den großen? Der Birkshire- und Infineon-Effekt wäre bei RAFI-Indizes nicht aufgetreten.
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schrieb am 15.02.10 01:57:01
Beitrag Nr.54 
(38.943.084)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.942.852 von PortfolioStrategie am 14.02.10 22:35:54Es mag sein, dass Zinsstrukturkurven auch tendenziell ansteigen, wegen einer Liquiditätspräferenz oder des Ausfallsrisikos, das über längere Zeiträume schwerer einschätzbar ist. Es ist aber dennoch so, dass wir oft genug auch schon inverse Kurven gesehen haben. Man muss weiterhin bemerken, dass, wenn es denn wahr wäre, dass man durch Kauf längerfristiger Anleihen und deren späteren Verkauf Überrenditen erzielen könnte, auch Arbitrageoperationen denkbar wären, wenn der Markt der entsprechenden Anleihen liquide genug ist. Um es einfach darzustellen, ich könnte einfach den Bundfuture long gehen und den Schatzfuture short. Gäbe es eine systematische Unterbewertung längerfristiger Anleihen, würde ich dann öfter gewinnen als verlieren.

Übrigens hängen Zinsstrukturkurven nicht nur am Verhalten profitorientierter Anleger, sondern auch am Verhalten der geldpolitischen Behörde. Früher beeinflußte die Zentralbank überhaupt nur das kurze Ende, und trotz der "Erfindung" von quantitative easing auch bei längerfristigen Anleihen ist es immer noch so, dass bei einer expansiven Geldpolitik (wie wir sie heute haben) die Kurve künstlich versteilt wird.

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Bezüglich der Breite des Indexes bei passiver ETF Veranlagung volle Zustimmung. Wenn man denn schon passiv veranlagt, sollte man das in die breitmöglichsten Indices tun, um die unvermeidlich entstehenden Verluste bei Indexumstellungs-Neubewertungen so klein wie möglich zu halten. Dennoch läßt sich nicht abstreiten, dass diese Verluste da sind.

Paradox ist insofern, dass viele ETF Anleger an diesen seltsamen "Themen" interessiert sind, und sich hochspezialisierte Zusammenstellungen holen, die von Veränderungseffekten der entsprechenden Underlying-Körbe stark betroffen sind. Ich erinnere mich an die selige Zeit des NEMAX gegen Ende seines Lebens. Die NEMAX Aktien waren damals, so 2001/2002, schon häufig minimal kapitalisierte pennystockähnliche Dinger. Dem gegenüber stand ein doch erheblicher Betrag, der in Produkte investiert war, die irgendwie am NEMAX hingen. Es kam da bei Indexumstellungen zu sehr netten Effekten, wie z.B. Kursverlusten von 25 % in der freitäglichen Schlußauktion. Das war für aktive Anleger sehr hübsch. ;)
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PortfolioStrategie
schrieb am 15.02.10 11:14:05
Beitrag Nr.55 
(38.944.261)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 38.943.084 von Pfandbrief am 15.02.10 01:57:01Ich denke, die Kursgewinne im Zeitablauf bei ansteigenden Zinskurven sind keine Überrendite, also Anomalien, sondern einfach eine Entlohnung für das Risiko von Kursverlusten. Deshalb ist die beschriebene Arbitrage mit "Long Bund-Future, Short Schatz-Future" keine wirkliche Arbitrage, weil nicht risikolos. Am langen Ende können Zinsen steigen und am kurzen unverändert bleiben, was zu Verlusten führt.

Den Laufzeitbereich 3 bis 5 Jahre finde ich den besten Kompromis aus Rendite und Gefahr von Kursverlusten, sowohl durch Zinskurven-Verflachung als auch durch Zinsanhebung.

Ja, geldpolitische Maßnahmen beeinflussen die Zinsen.

Bestimmt gibt es viele Anleger, die eine Misch-Strategie umsetzen, also weder vollständig passiv sind, noch vollständig aktiv. Dazu gehören eben auch jene, die Teilmärkte, wie bestimmte Branchen oder Länder, mittels Nischen-ETFs, übergewichten. Als einen kleinen Teilmarkt sehe ich auch den der Aktien an, neben Anleihen.

Ja, es ergeben sich immer wieder Möglichkeiten für aktive Anleger den Index zu schlagen. Leider sind die Möglichkeiten nur temporär und erfordern es, dass man sich laufend mit Börse beschäftigt. Ich bin mir sicher, dass aktive Anleger entweder schon jetzt oder in kürze nicht mehr von höherer Bewertung bei Index-Aufnahme profitieren können. Denn es werden immer mehr auf den Zug aufspringen und dadurch wird die Preiserhöhung und der anschließende Rückgang im Rahmen der Index-Aufnahme immer weiter zeitlich nach vorne verschoben. Dann gibt es schon Monate im Voraus Kurssteigerungen durch die Vermutung der Index-Aufnahme und weil jeder rechtzeitig aussteigen will, wird evtl. schon vor der Index-Aufnahme verkauft. Am Tag der Index-Aufnahme selbst sind dann vielleicht die Kurse besondern gering. So ein Szenario kann ich mir vorstellen.

Danke. Es freut mich, hier mit jemanden diskutieren zu können, der sich auskennt.
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schrieb am 08.07.10 10:10:03
Beitrag Nr.56 
(39.791.583)
Antwort
Zitat
Hallo zusammen,
kennt jemand ein ETF zu "MSCI WORLD INDEX SMALL CAP" ?

Würde mein Geld gerne passiv anlegen finde dazu aber leider nur einen Fonds der ähnlich investiert (Templeton Global Smaller Company Fund) :-(
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schrieb am 04.11.10 00:16:43
Beitrag Nr.57 
(40.450.205)
Antwort
Zitat
Versteckte Kosten nich vergessenen
Die Werbung für diese Analgeform läuft über die "niedrigen" Verwaltunsggebühren. Mir scheint, dass dieses Argument einen Lockvogelcharakter darstellt.
Selbst wenn Fonds nur in Ausnahmen besser abscheiden als der Vergleichsindex sind die Gebühren gewaltig schmälernd. Eine Suche lohnt, denn entscheident ist m.E. für einen Anleger die Wertentwicklung und was z.b. bei einem ausschüttenden Fonds nach Abgeltungssteuer herauskommt
Recht übersichtlich sind die Gesamtkosten für den deutschen Anleger im Falle von Fonds und ETF, wenn ausschließlich im Euroraum angelegt wird und die Fondswährung ebenfalls der EURO ist. Dann sind Ausgabeaufschlag, Verwaltungsbebühr und ggf Erfolgsprämie sowie die Differenz zum Rücknahmewert (Kurs II) und beim Handel über die Börse noch entsprechende Entgelte zu berücksichtigen.
Die Situation verändert sich bei beiden Analgeinstrumenten, wenn die Gelder in Fremdwähung erfolgt.
Das Risiko kann sich verschärfen, wenn bei den ETF auch noch Wechselkursabweichungen zum gewählten Index bestehen. Vollends unübersichtlich wird die Wertentwicklung bei der swap gesicherten ETF-variante, wenn die eingesetzten Werte selbst Wechsekursabhängig sind.
Deshalb wäre ich an einem Kostenvergleich interessiert, wenn man die zugrundeliegende Wertentwicklung derjenigen gegenüberstellt bei der die Wechselkurseinflüsse bei einem ETF berücksichtigt wurde. Interessant wäre das für die Entwicklung der Kurse in einem Einzel-schwellenland (z.B. Vietnam) oder einer Reihe von Staaten in einem Emerging Markets-Fonds.
Eine solche konkrete Darstellung dieser Kosten" habe ich bislang in keiner Einführung zu den ETF gefunden. R.Thiery weist in "Die Anlage in ETF-Fonds" nur auf die qualitativen Auswirkungen.
Gute Nacht Tratsch
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PortfolioStrategie
schrieb am 04.11.10 07:53:59
Beitrag Nr.58 
(40.450.563)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 40.450.205 von Tratsch am 04.11.10 00:16:43Es ist ganz einfach wirklich alle Kosten eines ETFs zu ermitteln: Vergleiche die Entwicklung des Index mit der Kursentwicklung des ETF. Ist der Performance-Index in einem Jahr um 4 % gestiegen und der Geldkurs des ETF um 3 %, dann waren die Kosten des ETF insgesamt die Differenz und zwar 1 %.

Man kann es noch genauer machen, indem man für die Berechnung des Kursentwicklung des ETF zu Beginn des Vergleichszeitraums den Briefkurs verwendet, was aber auch nur dann relevant ist, wenn man eher kurzfristig investiert sein will.
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PortfolioStrategie
schrieb am 04.11.10 07:55:42
Beitrag Nr.59 
(40.450.573)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 39.791.583 von Dungas am 08.07.10 10:10:03Die vollständige Auflistung aller ETFs, die in Deutschland gekauft werden können, findet sich auf boerse-frankfurt.de

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