Antwort auf Beitrag Nr.: 38.943.084
von Pfandbrief am 15.02.10 01:57:01Ich denke,
die
Kursgewinne im Zeitablauf bei
ansteigenden Zinskurven sind keine Überrendite, also
Anomalien, sondern einfach eine Entlohnung für das Risiko von
Kursverlusten. Deshalb ist die beschriebene Arbitrage mit "Long
Bund-Future, Short Schatz-Future" keine wirkliche Arbitrage, weil
nicht risikolos. Am langen Ende können Zinsen steigen und am kurzen
unverändert bleiben, was zu Verlusten führt.
Den Laufzeitbereich 3 bis 5 Jahre finde ich den besten Kompromis
aus Rendite und Gefahr von Kursverlusten, sowohl durch
Zinskurven-Verflachung als auch durch Zinsanhebung.
Ja, geldpolitische Maßnahmen beeinflussen die Zinsen.
Bestimmt gibt es viele Anleger, die eine
Misch-Strategie umsetzen, also weder
vollständig passiv sind, noch vollständig aktiv. Dazu gehören eben
auch jene, die Teilmärkte, wie bestimmte Branchen oder Länder,
mittels Nischen-ETFs, übergewichten. Als einen kleinen Teilmarkt
sehe ich auch den der Aktien an, neben Anleihen.
Ja, es ergeben sich immer wieder
Möglichkeiten für aktive Anleger den Index zu
schlagen. Leider sind die Möglichkeiten nur temporär
und erfordern es, dass man sich laufend mit Börse beschäftigt. Ich
bin mir sicher, dass aktive Anleger entweder schon jetzt oder in
kürze nicht mehr von höherer Bewertung bei Index-Aufnahme
profitieren können. Denn es werden immer mehr auf den Zug
aufspringen und dadurch wird die Preiserhöhung und der
anschließende Rückgang im Rahmen der Index-Aufnahme immer weiter
zeitlich nach vorne verschoben. Dann gibt es schon Monate im Voraus
Kurssteigerungen durch die Vermutung der Index-Aufnahme und weil
jeder rechtzeitig aussteigen will, wird evtl. schon vor der
Index-Aufnahme verkauft. Am Tag der Index-Aufnahme selbst sind dann
vielleicht die Kurse besondern gering. So ein Szenario kann ich mir
vorstellen.
Danke. Es freut mich, hier mit jemanden diskutieren zu können, der
sich auskennt.