Antwort auf Beitrag Nr.:
39.672.475 von PortfolioStrategie am
11.06.10 23:04:59... da ich eher die sachliche Form
der Diskussion bevorzuge, möchte ich auf Ihre Punkte eingehen:
Ich glaube nicht, dass sich das Haushaltsdefizit einfach mal so auf
die Schnelle beseitigen liesse. Immerhin sprechen wir hier für 2010
von 80 Milliarden Euro.
MWSt. würde sicherlich etwas bringen, aber nicht soviel, wonach es
rechnerisch auf den ersten Blick aussieht. Da ja das Geld, das die
Menschen ausgeben können, dadurch nicht mehr wird. Wenn man
zugleich großen Bevölkerungsgruppen wie den Rentner Einkommen
streichen möchte, wird der positive Effekt noch kleiner.
Damit sind wir gleich bei dem zweiten Punkt, den Rentenkürzungen.
Viele würden dadurch auf HartzIV rutschen, also wieder weniger
gespart, als angenommen. Zudem habe ich meine Zweife ob eine solche
Maßnahme einer Überprüfung durch das Bundesverfassungsgericht
standhalten würde.
Afghanistan: Man sollte auch Begriffe wie Bündnistreue usw. nicht
vergessen. Ich denke nicht, dass wir uns so einseitig ausschließen
können, ohne auch mit negativen Folgen für die Wirtschaft (was
Steuermindereinnahmen verursacht) rechnen zu müssen.
Transferleistungen: Da unser Hauptexportmarkt in Europa liegt,
hätte auch dies negative Folgen für die Wirtschaft und das
Steueraufkommen.
Zudem sollten wir nicht vergessen, dass der Staat auch Bürgschaften
in Billionenhöhe geleistet hat.
Sicher werden wir nie für die volle Summe in Anspruch genommen,
aber bei seriöser Betrachtung muss man doch davon ausgehen, mal für
2, 3 oder 5% der Bürgschaftssumme in Anspruch genommen zu werden.
Das kann dann schnell ein hoher zweistelliger oder kleiner
dreistelliger Milliardenbetrag werden, der den Haushalt
belastet.
Grundsätzlich würde ich Ihren Optimismus gerne teile, komme aber
bei realistischer Betrachtung der Fakten zu einem gänzlich anderen
Ergebnis.
Heinz