An forderster Front im Keseltreiben gegen Sarrazin steht natürlich
auch die antiliberale "Zeit".
M. Spiewak schrammt knapp an der Lüge vorbei
M. Spiewak vermischt Wahrheiten mit Halbwahrheiten und Unsinn.
Seine Thesen halten dem Logikcheck nicht stand.
Ein Vorwurf lautet, M. Spiewak zeichne ein Schwarz-Weiß-Bild, wenn
er mit seinen öffentlichen Äußerungen die deutsche
Einwanderungsgesellschaft beschreibt. Das stimmt nicht: Der
Zeitschreiberling kennt überhaupt kein Weiß, nur Schwarz. Er
vermischt Fakten und Vorurteile und braut daraus einen trüben
Cocktail. Indem er Halbwahrheiten zu mutigen Statements stilisiert,
schrammt er stets knapp an der Lüge vorbei.
Speiwak erzählt zum Beispiel:
"
So ist es richtig (und alles andere als neu), dass in
sämtlichen Schulstudien die türkischen Migrantenkinder besonders
schwache Leistungen erbringen. Bei Pisa kommt jeder zweite
deutsch-türkische Jugendliche in der neunten Klasse beim Lesen und
Rechnen nicht über das Grundschulniveau hinaus. Ebenso richtig ist
aber auch, dass italienische Einwandererschüler noch schlechter
abschneiden – und die sind nun einmal gute Katholiken. Die These
vom muslimischen Macho, dem seine Religion beim Lernen im Wege
steht, trifft auf sie nicht zu."
Bravo, Speiwak!
Du hast es also geschafft, eine Einwanderergruppe zu finden, die
noch schlechter in ihren schulischen Leistungen abschneidet als die
Türken. Und wenn Araber oder Libanesen gesondert ausgewiesen
würden, würden die vielleicht noch schlechter abschneiden, nicht
wahr?
Was ist also verkehrt am Bild vom Muslim, dem seine Religion beim
Lernen im Wege steht?
Garnichts.
Ebensoweinig ist es natürlich verkehrt zu sagen daß dem Italiener
sein Katholizismus im Weg steht. Auch das Christentum ist
schließlich eine mosaische Religion.
Und natürlich hat Sarrazin meines Wissens auch nicht bestritten,
daß stets ein Cocktail von genetischen und kulturellen Faktoren
einen großen Einfluß auf Bildungserfolg einer Population von
Schülern hat.
Weiter O-Ton Spiewack:
"
Würde der Islam per se Bildung und sozialen Aufstieg
verhindern, wie Sarrazin suggeriert, müssten man die muslimischen
Einwanderer in den USA ganz unten in der amerikanischen
Gesellschaft finden. Das Gegenteil jedoch ist der Fall."
Ach-ne! Die muslimischen Einwanderer in den USA sind also ganz oben
in der amerikanischen Gesellschaft? Ist mir noch garnicht
aufgefallen.
Wahrscheinlich glaubt Zeit-Schreiberling Spiewak - wie viele Amis -
daß Obama Muslim ist.
Oder er meint die paar ölscheichs, die in die USA eingewandert
sind. Die bleiben aber nur solange an der Spitze, solange in der
Heimat das Oil noch sprudelt.
"
Gerade diese gut ausgebildeten Deutschtürken sind es, die
Deutschland zunehmend den Rücken kehren."
Hier trifft Spiewak - wie das sprichwörtliche blinde Huhn

-
den Nagel auf dem Kopf.
Genau das ist aber auch der Kernpunkt von Sarrazins Thesen:
Die gegenwärtige Ausgestaltung des deutschen Sozial-, Steuer- und
Einwanderungsrechts zieht Leistungsunwillige und -unfähige an und
stößt Leistungswillige und -fähige ab.
Nur eine Frage der Zeit, wann das Schiff sinkt.
Wie üblich in der ganzen Auftragsschreiberei der Hetzpresse alles
ein einziger großer Etikettenschwindel: Die Überschrift verheißt
uns Beinahe-Lügen von Sarrazin. Im Artikel ist davon aber nichts zu
finden. Bestenfalls ein paar ungeschickte Versuche, Sarrazins
Argumente zu verdrehen.
http://www.zeit.de/gesellschaft/2010-08/sarrazin-bildung-fak…